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Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

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Arbeitsschwerpunkt Eiweiß
Bayerische Eiweißinitiative

Die Bayerische Eiweißstrategie hat Staatsminister Brunner im März 2011 mit dem Ziel gestartet, heimische Eiweißfuttermittel besser zu nutzen und damit den Einsatz von Soja aus Übersee in der Nutztierfütterung in Bayern deutlich zu reduzieren.

In der Europäischen Union und damit auch in Bayern ist die Tierhaltung bisher in hohem Maße auf die Einfuhr von Sojafuttermitteln aus Übersee angewiesen. Hinzu kommt der Wunsch der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Lebensmitteln, die mit gentechnikfreien Futtermitteln erzeugt werden. Es ist wichtig, Konsumenten und Landwirte die Wahlfreiheit zu ermöglichen.
Logo "Bayerische Eiweißinitiative"
Vor diesem Hintergrund wurde 2011 die Bayerische Eiweißinitiative gestartet. Mit den bis 2014 bereitgestellten Mitteln von insgesamt 3,8 Millionen Euro wurden 23 Forschungs- und Beratungsprojekte finanziert, um die Ergebnisse durch Beratung und Wissenstransfer in die Praxis einzuführen.

Ziele der Bayerischen Eiweißinitiative

  • Geringere Abhängigkeit von Eiweißimporten aus Übersee in der Fütterung von Rindern, Schweinen und Geflügel in Bayern
  • Eiweißbedarf in der ökologischen Tierhaltung in Bayern ausschließlich aus heimischer Erzeugung decken
  • Grünland und Leguminosen in Bayern nachhaltig fördern
  • Wertschöpfung von heimischen Eiweißpflanzen stärken

Nutzen heimischer Eiweißfuttermittel

Heimische Eiweißfuttermittel

  • verbessern Bodenstruktur und Bodenfruchtbarkeit,
  • bringen Vielfalt in die Landschaft,
  • ermöglichen die Einsparung mineralischer Dünger,
  • entstammen einer nachhaltigen Produktion,
  • stärken regionale Wirtschaftskreisläufe,
  • verbessern die Versorgungssicherheit,
  • werden ohne Gentechnik erzeugt.

Wo liegen die Potentiale?

Anbau heimischer Eiweißpflanzen ausdehnen

Neben den traditionellen Eiweißpflanzen Ackerbohnen und Erbsen zählt neben der Lupine auch die Sojabohne zu den Leguminosen. Die Praxis zeigt: Wo Körnermais wächst, kann auch Soja angebaut werden.

Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) untersucht in Sortenversuchen den praxistauglichen Sojaanbau. Die Lupinenzüchtung hat das Ziel, geeignete Sorten für Bayern zu entwickeln. Neben dem Leguminosenanbau sollen die heimischen Eiweißressourcen Grünland und Ackerfutter besser genutzt werden.

Grundfutterleistung in der Rinderfütterung steigern

Wichtigste Eiweißquelle in der Rinder- beziehungsweise Milchkuhhaltung ist das betriebseigene Grundfutter (Gras, Klee, Luzerne), dessen Anbau noch ausgeweitet und dessen Qualität verbessert werden kann.

Durch eine optimale Bestandsführung, eine verlustarme Ernte und Konservierung sowie die Erzeugung von hochwertigem Trockengrün können die heimischen Eiweißreserven erschlossen werden. So kann Kraftfutter wie Soja eingespart werden.

Eiweißverwertung in der Fütterung von Schweinen und Geflügel verbessern

Ferkel bei der FutteraufnahmeZoombild vorhanden

Ferkel bei der Futteraufnahme

Knapp die Hälfte des von Bayern importierten Sojaschrotes findet in der Schweinehaltung Verwendung. Der Sojabedarf bei Schweinen kann reduziert werden, wenn die Fütterung noch mehr an das Alter und den Bedarf der Tiere angepasst wird (zum Beispiel Mehrphasenfütterung). Zudem kann durch den Einsatz freier Aminosäuren Eiweiß eingespart werden. Gleiches gilt für die Fütterung von Geflügel, wo Soja ebenfalls ein bedeutendes Eiweißfuttermittel darstellt.

Potential eiweißhaltiger Nebenprodukte ausschöpfen

Zwei Hände, die Biertreber aus einer Schale entnehmenZoombild vorhanden

Biertreber

Eiweißhaltige Nebenprodukte entstehen bei der Pflanzenölgewinnung (zum Beispiel jährlich 360.000 Tonnen Rapsextraktionsschrot in Bayern), bei der Bioethanolerzeugung (zum Beispiel Schlempe/Protigrain) oder in den Brauereien (Biertreber). Durch einen stärkeren Einsatz dieser wertvollen Eiweißträger in der Fütterung kann Sojaextraktionsschrot eingespart werden.

Wie können die Ziele erreicht werden?

Forschung, Beratung und Wissenstransfer sind zentrale Betätigungsfelder der Bayerischen Eiweißinitiative. Durch Beratungs- und Bildungsangebote sowie Öffentlichkeitsarbeit wird der Informationsfluss in die Praxis unterstützt.
Partner und Netzwerke
Die Kooperation und Vernetzung mit Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen ist eine zentrale Aufgabe der Bayerischen Eiweißinitiative. Wichtige Partner und Akteure sind die Institute der LfL im Arbeitsschwerpunkt Eiweiß, die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Verbundpartner in der Beratung, Landwirte, Berufs- und Erzeugerverbände, Handel und Verarbeiter. Darüber hinaus bestehen Kontakte mit ähnlichen Initiativen in Deutschland und Europa.
Arbeitsschwerpunkt Eiweiß und Bayerische Eiweißinitiative
Forschungsprojekte, Fachbeiträge und aktuelle Informationen zu Eiweißpflanzen, Fütterung und Wirtschaftlichkeit an der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Projekt Donau Soja

von rechts nach links: Frau Zvjezdana Blažič (Assistant Minister for Agriculture und Food Industry, Ministry of Agriculture, Kroatien), Herr Achim Irimescu (State Secretary of Agriculture and Rural Development, Rumänien), Herr Ion Sula (Vice-Minister of Agriculture and Food Industry, Moldavien), Herr Dejan Židan (Minister of Agriculture and Environment, Slowenien), Staatsminister Helmut Brunner,  Herr Byurhan Abazov (Vice-Minister of Agriculture and Food, Bulgarien)Zoombild vorhanden

Internationaler Donau-Soja Kongress 2013 in Augsburg

Augsburg, November 2013 - Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner will die Eigenversorgung der Landwirte mit gentechnikfreien Futtermitteln europaweit voranbringen. „Wir brauchen eine europäische Eiweißstrategie, um unsere Bauern unabhängiger von Futtermittelimporten aus Übersee zu machen“, sagte der Minister zum Auftakt des Internationalen Donau-Soja Kongresses in Augsburg. Auf Einladung Brunners diskutierten bei dem zweitägigen Kongress Gäste aus 26 europäischen Ländern, wie sich der Anbau von Soja und anderen für die Tierfütterung notwendigen Eiweißpflanzen ausweiten lässt.
Staatsminister Brunner mit Vertretern der Beitrittsstaaten der Initiative „Donau-Soja“Zoombild vorhanden

Unterzeichnung der Donau-Soja-Erklärung in Berlin

Berlin, Januar 2013 - Mehrere europäische Staaten sind am 19. Januar 2013 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin der von Bayern und Österreich gestarteten Initiative „Donau-Soja“ beigetreten. Serbien, Kroatien, Ungarn, Slowenien, Bosnien und Herzegowina sowie die Schweiz unterzeichneten dazu eine gemeinsame Erklärung, die den Anbau von gentechnikfreiem Soja voranbringen soll. Vorgesehen ist eine Intensivierung der Forschung, damit rasche Fortschritte bei Züchtung und Anbau geeigneter Sorten erzielt werden können. Verarbeitung und Vermarktung sollen optimiert, verlässliche Liefer- und Wertschöpfungsketten aufgebaut und der Wissenstransfer in die Praxis verbessert werden.
v.l.: Markus Schörpf (Obmann der ARGE Gentechnik-frei), Andreas Liegenfeld (Agrarlandesrat Burgenland), Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Stephan Pernkopf (Agrarlandesrat Niederösterreich), Franz Windisch (Präsident der Landwirtschaftskammer Wien und Obmann des Wiener Bauernbundes) und Matthias Krön (Obmann Verein Donau-Soja) nach der Unterzeichnung der Donau-Soja-Erklärung.Zoombild vorhanden

Unterzeichnung der Donau-Soja-Erklärung in Wien

Wien, September 2012 - Während seiner dreitägigen Delegationsreise nach Wien setzte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner ein Zeichen für eine europäische Eiweißstrategie. Am Rande des Internationalen Soja-Symposiums am 5. und 6. September 2012 in Wien hat er mit hochrangigen Vertretern Österreichs die "Donau-Soja-Erklärung" verabschiedet, die den Anbau von gentechnikfreiem Soja im Donauraum voranbringen soll. Das nächste Soja-Symposium soll im Oktober 2013 in Bayern stattfinden.

Über die eigenen Grenzen schauen - Delegationsreise nach Wien

Staatsminister Helmut Brunner und Max Hiegelsberger, Landesrat Oberösterreich Zoombild vorhanden

Bayern fordert eigene
EU-Eiweißstrategie
Foto: FKPH

Brüssel, März 2012 - Mit dem Verein "Donau Soja" soll in den nächsten Jahren systematisch der Anbau von GVO-freiem Qualitätssoja in der Donauregion forciert werden. Diese bayerisch-österreichische Initiative wird Staatsminister Brunner im September 2012 zusammen mit verschiedenen Donau-Anrainerstaaten bei einem internationalen Kongress in Wien weiterentwickeln. Ziel ist es, die erheblichen Anbaupotenziale im Donauraum zu mobilisieren und damit die Eigenversorgung in Europa mit gentechnikfrei erzeugten Eiweißfuttermitteln zu verbessern.

Gentechnikfreie Soja-Versorgung für Bayern

Staatsminister Brunner mit der Landwirtschaftsministerin des Bundesstaats São Paulo, Mônika Bergamaschi, bei der Unterzeichnung der Kooperationserklärung.Zoombild vorhanden

Kooperationserklärung mit Brasilien

Bayern fordert eine neue EU-Eiweißstrategie (siehe Donau-Soja-Erklärung). Dessen ungeachtet wird Bayern den Bedarf an gentechnikfreien Eiweißfuttermitteln aus europäischem Anbau nicht decken können. Deshalb hat Staatsminister Brunner zur besseren Versorgung der bayerischen Bauern im Rahmen seiner Brasilienreise im März 2012 eine Kooperationserklärung mit dem brasilianischen Verband für GVO-freien Anbau von Ackerfrüchten - ABRANGE - unterzeichnet. Das Ministerium koordiniert in einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Wertschöpfungskette in Bayern und ABRANGE die weitere Vorgehensweise.