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Förderung
Informationen zur Antragstellung 2020 - Agrarumweltmaßnahmen

Blühfläche mit Gräsern und Wildblumen
Das Jahr 2020 ist das letzte der laufenden EU-Förderperiode. Danach wird zunächst mit ein bis zwei Übergangsjahren gerechnet bis auf EU-Ebene alle Details der neuen Förderperiode ausverhandelt und festgelegt sind.

Stand: 3. Januar 2020
Kulturlandschaftsprogramm

Für die KULAP-Antragstellung gibt es 2020 zwei Gruppen von Maßnahmen:

  • Maßnahmen, für die eine Neuantragstellung mit fünfjährigem Verpflichtungszeitraum angeboten wird und
  • Maßnahmen, bei denen Betriebe nur im Falle auslaufender Verpflichtungen eine Anschlussverpflichtung mit einer kürzeren Laufzeit von drei Jahren abschließen können.

Zur ersten Gruppe mit fünfjährigem Antragszeitraum zählen der Öko-Landbau (B10), zahlreiche Maßnahmen mit Schwerpunkt Biodiversität sowie die Gewässer- und Erosionsschutzstreifen (B32 bis B34).

    Im Zuge des Volksbegehrens für mehr Biodiversität und des dazu erlassenen Begleitgesetzes werden 2020 einige KULAP-Maßnahmen in überarbeiteter, verbesserter Form angeboten:

    • B41 - Extensive Grünlandnutzung mit Schnittzeitpunkt
      • Extensive Grünlandnutzung ausgeweitet auf alle Flächen (zuvor: Nur an Waldrändern)
      • Nutzungsverbot vor dem 1. Juli
      • Zwingend landwirtschaftliche Verwertung (Nicht: Nur mulchen)
      • Deckelung 6 ha/Betrieb (zuvor: 3 ha/Betrieb)
    • B47 - Jährlich wechselnde Blühflächen
      • Obergrenze je Maßnahme bei 6 ha/Betrieb
      • B47 wird ebenfalls EMZ-abhängig bezahlt: 600 €/ha bei EMZ bis 5000, je weitere 100 EMZ: +15 €/ha
    • B48/B61 - Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur
      • Obergrenze je Maßnahme bei 3 ha/Betrieb
      • B48/B61 werden ebenfalls EMZ-abhängig bezahlt: 600 €/ha bei EMZ bis 5000, je weitere 100 EMZ: +15 €/ha
      • Die Liste der zulässigen Blühmischungen wird um die „Bienenweide Bayern“ erweitert.
      • B61: Die in die Maßnahme einbezogene Fläche darf nicht mehr als 30% der Ackerfläche abzüglich der Flächen, die in die Maßnahme B48 einbezogen sind, einnehmen.

    Weitere Maßnahmen werden erstmals aufgelegt:

    • B19 - Extensive Grünlandnutzung für Raufutterfresser - 1,00 GV/ha HFF
      • Maximaler Viehbesatz 1,00 GV/ha HFF im gesamten Betrieb
      • Ansonsten komplett identisch zu B20/21
      • Höhe der Zuwendung: 220 €/ha
    • B42 - Anlage von Altgrasstreifen
      • Anlage von ganzjährigen Altgrasstreifen
      • einzelflächenbezogen
      • 5 - 20 % der Fläche
      • Maßnahme mit allen Grünlandmaßnahmen (B10, B19-21, B30, B40, B41, B51) kombinierbar
      • Lage des Streifens sollte zwischen den Antragsjahren variieren
      • Höhe der Zuwendung: 50 €/ha (= VNP W14)
    • B43 - Vielfältige Fruchtfolge mit blühenden Kulturen
      • Anbau von mindestens 5 Hauptfruchtarten in jedem Jahr
      • Einzelkultur max. 30 %, mind. 10 % der Fruchtfolge
      • Mindestanteil von 30 % sichtbar blühenden Kulturen, z.B.: großkörnige Leguminosen, Ölsaaten (inkl. Raps), Topinambur, Silphie, Sida, Energieblühmischungen, bestimmte Gemüse, Kräuter und Zierpflanzen (siehe ausführliche Codeliste)
      • Höhe der Zuwendung: 160 €/ha

    Vertragsnaturschutzprogramm (VNP)

    Das Vertragsnaturschutzprogramm wurde im Rahmen des Begleitgesetzes zum Volksbegehren Artenvielfalt im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert. Ziel der Staatsregierung ist eine Erhöhung der VNP-Fläche von derzeit 100.000 auf 180.000 Hektar. Das VNP ist zudem ein zentrales Umsetzungsinstrument für das neu ins Naturschutzgesetz aufgenommene Ziel, zehn Prozent der bayerischen Grünlandfläche nicht vor dem 15. Juni zu mähen. Bei auslaufenden Verpflichtungen gibt es, soweit möglich, wieder Neuantragstellungen für fünf Jahre. Eine Antragstellung ist für alle Maßnahmen gleichermaßen möglich. Dies gilt auch für Flächen, die bisher nicht ins VNP einbezogen waren. Falls bei auslaufenden Verpflichtungen die untere Naturschutzbehörde oder der Landwirt keine fünfjährige Laufzeit mehr wünschen, können auch hier Anschlussverpflichtungen mit einer Laufzeit von drei Jahren vereinbart werden.

    Auch beim VNP gibt es 2020 Änderungen. Zu erwähnen ist hier eine verstärkte Förderung der Weidetierhalter sowie der Streuobstwiesen, zudem gibt es eine verbesserte Kombinierbarkeit von Öko-Landbau und VNP Acker.
      Alle Änderungen – beim KULAP und beim VNP – stehen noch unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU.