Aufgeschlagene Publikation mit darauf liegender Lesebrille symbolisieren umfangreiches Informationsangebot

Fachveranstaltungen
Von der königlichen Zentralbehörde für Flurbereinigung zur bürgernahen Verwaltung für Ländliche Entwicklung

125 Jahre Flurbereinigung - geladene Gäste

Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung konnte 2011 gleich drei bedeutende Jubiläen feiern: Nach Unterzeichnung des Flurbereinigungsgesetzes durch König Ludwig II. im Jahre 1886 steht die Verwaltung seit nunmehr 125 Jahren im Dienst des ländlichen Raums und der bayerischen Landwirtschaft. Aus der königlichen Zentralbehörde für Flurbereinigung ist eine moderne Verwaltung zur bürgernahen und zukunftsorientierten Land- und Dorfentwicklung geworden. Darüber hinaus konnte das Bayerische Dorferneuerungsprogramm auf sehr erfolgreiche 30 Jahre zurückblicken und vor 20 Jahren wurden die drei Schulen der Dorf und Landentwicklung gegründet.

Aus diesen Anlässen fand am 26. Mai 2011 in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz eine Festveranstaltung mit 400 geladenen Gästen statt. Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Staatsminister Helmut Brunner, zahlreiche Mitglieder des Bayerischen Landtags, Landräte, Regierungspräsidenten, Vertreter von Behörden und Institutionen, Bürgermeister, Planer und nicht zuletzt Beschäftigte der Verwaltung ließen es sich nicht nehmen, die „Jubilare“ zu feiern. Alle Redner bedankten sich besonders bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ämter für Ländliche Entwicklung für den engagierten Einsatz und die zum Wohle des ländlichen Raums geleistete Arbeit.

Die Arbeit der Verwaltung und der Wandel des Landlebens wurden auch in Form eines musikalischen Kabaretts präsentiert. Tom Bauer, ein Kollege aus dem Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern und damit ausgewiesener Insider, lieferte eine gelungene Kostprobe seines Könnens. Beim anschließenden Staatsempfang im Kabinettsgarten der Residenz nutzten die Festgäste ausgiebig die Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

Aktive Bürgermitwirkung und maßgeschneiderte Konzepte stärken ländliche Gemeinden und Regionen

Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung hat sich in den vergangenen 125 Jahren zu einem kompetenten und modernen Servicepartner für Kommunen, Bürger und Entscheidungsträger der Land- und Dorfentwicklung entwickelt. „Die gelebte Subsidiarität bei Programmen wie Flurneuordnung oder Dorferneuerung, die aktive Bürgerbeteiligung und die maßgeschneiderten Konzepte stärken nachhaltig unsere ländlichen Gebiete“, sagte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in seiner Festrede. Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung biete die passenden Instrumente, Landnutzungskonflikte einvernehmlich zu lösen, Infrastrukturmaßnahmen zu verwirklichen, die kommunale Entwicklung voranzutreiben, die interkommunale Zusammenarbeit zu fördern und die ökologische Vielfalt zu verbessern. Sie leiste damit wertvolle Beiträge zum Erhalt vitaler Lebensräume und zur Wettbewerbsfähigkeit der bäuerlichen Betriebe. Eine große Herausforderung sieht Brunner in den kommenden Jahren in der Umsetzung der Energiewende. Um die erneuerbaren Energien voranzubringen, seien die Kompetenzen und das effiziente Flächenmanagement der Verwaltung für Ländliche Entwicklung unverzichtbar – etwa um Energiekonzepte zu erarbeiten oder energieautarke Dörfer und Gemeinden zu etablieren.

Als beispielhaftes Erfolgsmodell bezeichnete der Minister das vor 30 Jahren ins Leben gerufene Dorferneuerungsprogramm. Das Programm sei inzwischen ein unverzichtbares Instrument, um die Innenentwicklung der Dörfer voranzubringen und sie als lebendige Heimat mit eigenständigem Charakter zu erhalten. Weil zu den Kernelementen der Dorferneuerung die Mitwirkung der Bürger gehöre, sind laut Brunner die vor 20 Jahren gegründeten Schulen der Dorf- und Landentwicklung in Thierhaupten, Plankstetten und Klosterlangheim ein zentraler und wichtiger Partner: „Sie bieten den Akteuren das Rüstzeug für ein erfolgreiches Engagement“. Dem Minister zufolge hat die Dorferneuerung als eines der umfangreichsten und nachhaltigsten Investitionsprogramme im ländlichen Raum auch große Bedeutung für die mittelständische Wirtschaft und den Erhalt von Arbeitsplätzen. Derzeit werden in rund 700 Gemeinden mit 2 100 Ortsteilen Dorferneuerungsprojekte durchgeführt, weitere 500 Gemeinden stehen auf der Warteliste. Die Gesamtinvestitionen in den laufenden Projekten liegen bei jährlich rund 130 Millionen Euro.

Prominente Redner lobten und forderten

125 Jahre Flurbereinigung - Ehrengäste
Die Präsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm lobte in ihren Ausführungen die Arbeit der Verwaltung für Ländliche Entwicklung. Sie stellte heraus: „Immer mehr Kommunen setzen darauf, die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen kommunaler Allianzen zu bestehen, Lebensqualität in die Dörfer zu bringen, Kosten, Flächen und Energie zu sparen und neue Wertschöpfungsketten zu schaffen. Es kann die Zufriedenheit der Wohnbevölkerung nämlich durchaus erhöhen, wenn aus der Region mehr für die Region kommt und bürgerliche Mitsprache und Zusammenarbeit nicht nur möglich, sondern sogar erwünscht sind.“

Als renommierter Experte und Streiter für die Belange des ländlichen Raums, ehemaliger Leiter der Verwaltung und langjähriger Mitgestalter der Ländlichen Entwicklung beließ es Prof. Dr.-Ing. Holger Magel in seinem Festvortrag nicht bei einem Lob für die Arbeit der Verwaltung, sondern erhob auch Forderungen. Er verlangte, dass die Verwaltung für Ländliche Entwicklung gestärkt werden müsse, forderte aber gleichzeitig auch mehr „Visionen“ für die Gestaltung des ländlichen Raums ein.