Reicher/Fotolia.com

RSS-Feed Pressemitteilungen des StMELF

Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

Aufruf des Presse-RSS-Feeds

Freizeitangebot für Menschen mit und ohne Behinderungen
Begegnungspark in Zell, Gemeinde Hilpoltstein, Landkreis Roth

Fernsehsendungen mit Gebärdensprachendolmetscher, barrierefreie Gestaltung des Intranet- und Internetauftritts der öffentlichen Hand, Anpassung des Baurechts an die Erfordernisse der Barrierefreiheit:

Seit das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die sogenannte UN-Behindertenrechtskonvention, vor gut sechs Jahren auch in Deutschland in Kraft getreten ist, konnte einiges umgesetzt werden, um Menschen mit Behinderungen ihr uneingeschränktes und selbstverständliches Recht auf Teilhabe einzuräumen.

Barrierefreiheit beginnt in den Köpfen

Doch mehr denn je gilt: die eigentliche Barrierefreiheit beginnt in den Köpfen - der Menschen o h n e Behinderungen! Hier Barrieren gegenüber Menschen mit Handicaps abzubauen heißt das Bewusstsein für Menschen mit Behinderung zu schärfen sowie Klischees, „Vor-Urteilen“ und Diskriminierung entgegenzuwirken. Und lernen, Unterschiedlichkeiten als Selbstverständlichkeit und Bereicherung zu begreifen. Das geht am Besten, wenn Menschen mit und ohne Behinderungen zwanglos zusammen kommen und sich kennen lernen können.

Das LEADER-Projekt holt Menschen mit Behinderungen in die Mitte der Gesellschaft

Staatsminister Helmut Brunner und Schwester Gerda Friedel, Leiterin der Regens-Wagner-Stiftung im Begegnungspark ZellZoombild vorhanden

Staatsminister Helmut Brunner und Schwester Gerda Friedel, Gesamtleiterin der Regens-Wagner-Stiftung in Zell

Der kürzlich von Staatsminister Helmut Brunner neu eröffnete Begegnungspark in Zell, Gemeinde Hilpoltstein, Landkreis Roth, bietet eine Vielzahl Begegnungsmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Behinderungen. So waren sich bei der feierlichen Einweihung alle Gäste einig: Das Projekt, das vom Staatsministerium mit mehr als 259.000 Euro LEADER-Mitteln unterstützt wurde, wird den abstrakten, vieldeutigen Begriff „Inklusion“ in eine lebenswerte Wirklichkeit überführen. Schon jetzt hat der Bewegungspark Vorbildfunktion weit über die Region hinaus. Denn dieses innovative, generationenübergreifende Freizeit- und Tourismusangebot ist für Menschen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen attraktiv und selbständig nutzbar.

Dafür sorgen Gestaltungselemente wie die modellierte Hügellandschaft, der Bachlauf mit Kneippbecken oder verschiedene direkt die Sinne ansprechende, interaktive Stationen. So erwarten die Besucher auf den mehr als 6.500 Quadratmetern großen Gelände über 100 Geräte wie etwa Kletternetz, Seilbahn, Schaukeln, Rutschen, ein mit Rollstuhl unterfahrbares Sand- und Matschbecken sowie Summ- und Klangsteine. Ergänzt werden diese vielfältigen Erlebnis- und Begegnungsmöglichkeiten durch neu angelegte Wege. Unnötig zu erwähnen: der gesamte Begegnungspark ist barrierefrei und blindengerecht angelegt.

Die Regens-Wagner-Stiftung: langjährige Erfahrung in der Betreuung und Förderung von Menschen mit Handicap

Träger des Projektes ist die Regens-Wagner-Stiftung Zell. Interessant zu wissen: Die Anfänge von Regens-Wagner reichen weit zurück. Im Jahr 1847 begannen die Dillinger Franziskanerinnen unter ihrer Generaloberin Theresia Haselmayr die Lebenssituation behinderter Menschen zu verbessern. In Zusammenarbeit mit dem Geistlichen Rat Johann Evangelist Wagner, damals Regens, also Leiter des Priesterseminares, gründeten sie zunächst in Dillingen eine Ausbildungs- und Wohnstätte für gehörlose Mädchen und Frauen.

Aus großem Gottvertrauen und mit hohem Wagemut entstanden in Bayern weitere Förder-, Arbeits- und Lebensmöglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen. Heute bieten die Regens-Wagner-Stiftungen mit ihren mehr als 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über 8.000 Menschen mit Handicaps vielfältige Angebote und Dienste. In 14 regionalen Zentren mit etwa 45 weiteren Standorten in Bayern wird es so Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren ermöglicht, ihren Weg im Leben zu finden und zu gehen. Allein in Zell fördern und begleiten rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 400 Menschen.

v.l.n.r.: zwischen den beiden Ministranten Norbert Müller, stellvertretender Gesamtleiter der Regens-Wagner-Stiftung in Zell, rechts neben Ministranten Markus Mahl, Bürgermeister Stadt Hilpoltstein, Herbert Eckstein, Landrat des Landkreises Roth, Pfarrer Rainer Remmele, Direktor der Regens-Wagner-Stiftungen, Schwester Gerda Friedel, Gesamtleiterin der Regens-Wagner-Stiftung in Zell, Bernhard Böckeler, Vorstand ErLebenswelt Roth e.V., Staatsminister Helmut Brunner, Pantomamo und Ulrike Buchner, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Uffenheim

v.l.n.r.: zwischen den beiden Ministranten Norbert Müller, stellvertretender Gesamtleiter der Regens-Wagner-Stiftung in Zell, rechts neben Ministranten Markus Mahl, Bürgermeister Stadt Hilpoltstein, Herbert Eckstein, Landrat des Landkreises Roth, Pfarrer Rainer Remmele, Direktor der Regens-Wagner-Stiftungen, Schwester Gerda Friedel, Gesamtleiterin der Regens-Wagner-Stiftung in Zell, Bernhard Böckeler, Vorstand ErLebenswelt Roth e.V., Staatsminister Helmut Brunner, Pantomamo und Ulrike Buchner, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Uffenheim

Die Lokale Aktionsgruppe ErLebenswelt Roth: Initialzünder für eine Vielzahl von erfolgreichen LEADER-Projekten

Teilhabe, Engagement, Zusammenarbeit und Gemeinschaft – diese Themen passen gleichermaßen zum „Geist“ der Regens-Wagner-Stiftung als auch zum LEADER-Ansatz im Allgemeinen und zu den Zielen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) ErLebenswelt Roth im Besonderen. Denn für diese Partnerschaft zwischen kommunalen, wirtschaftlichen und sozial engagierten Akteuren der Region war und ist es wichtig, Vielfalt als Stärke zu sehen – nicht nur landschaftlich, kulturell und touristisch, sondern auch gesellschaftlich.

So hat die LAG ErLebenswelt Roth e.V. in der LEADER-Förderperiode 2007-2013 neben diesem vorbildlichen Projekt noch weitere knapp 50 Projekte initiiert. Für sie konnten EU-Fördermittel in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro bewilligt werden. Was für die mittelfränkische LEADER-Region besonders erfreulich ist: Die rührige LAG wurde auch wieder für die neue LEADER-Förderperiode 2014-2020 anerkannt.