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"Schlacht auf dem Lechfeld"
Informations- und Präsentationspavillon in Königsbrunn

Auf dem Lechfeld nahe Augsburg haben sich im Jahr 955 erstmalig über 12.000 Ritter aus den verschiedenen Stämmen des sogenannten "Ostreiches" gegen die Einfälle der Magyaren zusammengeschlossen. Sie erringen einen historischen Sieg. Diesem europaweit bedeutenden Ereignis tragen drei LEADER-Projekte Rechnung. Der von Minister Brunner kürzlich eröffnete Informations- und Präsentationspavillon in Königsbrunn bildet dabei den Schlusspunkt.

"Das Lechfeld wurde durch die Schlacht gegen die Ungarn zum geschichtlichen Mittelpunkt von Europa." – so die Analyse eines Historikers. Auch wenn nach wie vor nicht ganz geklärt ist, wo genau die einzelnen Teile des Kampfes stattgefunden haben, sind sich Historiker in einem einig: Die Lechfeldschlacht ist nicht nur ein wichtiger Meilenstein in der europäischen Geschichte, sondern auch der Beginn der deutschen Identität. Bayern, Sachsen, Schwaben, Franken, daneben auch Böhmen, sie alle einte zumindest vorübergehend ein gemeinsames Ziel – den seit Jahrzehnten andauernden Einfällen der plündernden Horden aus der ungarischen Steppe Einhalt zu gebieten. Vor den Toren Augsburgs stellen sie sich dem Pfeilhagel dieses Reitervolkes und gewinnen.
So furchtbar diese drei Tage dauernde Schlacht auch war, so weitreichende und zugleich seltsam fruchtbare Folgen hatte sie. Die Angreifer wurden so vernichtend geschlagen, dass sie nicht nur ihre Raubzüge für immer einstellten, sondern auch an Donau und Theiß sesshaft wurden. Gleichzeitig gingen der Einfluss und die Macht der Reiterkrieger unter den Magyaren stark zurück.
Nicht lange nach der Schlacht nahmen die Ungarn offiziell das Christentum an und strebten nach einer fest umgrenzten Nation mit einem König. Die Lechfeldschlacht verschaffte damit den Ungarn einen Platz unter den europäischen Völkern. Sie hatte außerdem große Bedeutung für die Konsolidierung des christlichen Europas und für die Erneuerung des römischen Kaisertums. Dieses Reich, das acht Jahrhunderte überdauerte, erhielt später den Namen "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation".
Das erste Aufleuchten eines geeinten Deutschlands wird sichtbar
Der Informations- und Präsentationspavillon in Königsbrunn zeigt erstmals Bedeutung und Folgen der Schlacht für die Region Augsburg, für Deutschland, Ungarn sowie die europäischen Nachbarn. Die Erinnerungs- und Bildungsstätte zur Lechfeldschlacht beherbergt im Untergeschoss drei aufwendig gestaltete Zinn-Dioramen, also Modelllandschaften von Schlachtanordnungen mit insgesamt 13.000 Zinnfiguren.
Der Hobbykünstler Martin Sauter hat in jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit und mit Liebe zum Detail verschiedene Szenen der Schlacht in einer natürlich wirkenden Modelllandschaft nachgestellt. Die Themen der Dioramen sind: "Darstellung der Belagerung der Stadt Augsburg", "Kampfhandlungen im Landkreis Augsburg" und "Entscheidungsschlacht am Lech".
Interessierte Besucher haben die Möglichkeit, mittels Touchscreen sich selbst durch die Dioramen führen zu lassen. Die Schau erläutert außerdem historische Hintergründe und die verschiedenen Forschungsansätze zur Lechfeldschlacht.
Geschichte wird hier aber nicht nur im kleinen Maßstab durch die etwa drei Zentimeter großen Zinnfiguren sichtbar, sondern auch im richtigen Leben: Auf einem rund 150 Kilometer langen Geschichtspfad, der durch die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg führt, wird die "Schlacht auf dem Lechfeld" für Wanderer und Radfahrer an Stationen nachvollziehbar, die in engem historischen Zusammenhang zu den Ereignissen im Jahr 955 stehen.
Die LEADER-Projekte werten ihre Region touristisch auf
Minister Helmut Brunner am Rednerpult

Minister Helmut Brunner bei der Eröffnungsfeier

Durch LEADER ist es vielen Akteuren vor Ort gelungen, ein historisches Ereignis mit "europäischer Dimension" aufzuarbeiten und aufzubereiten. "Sie haben es hervorragend verstanden, LEADER effizient zur Entwicklung der Potenziale Ihrer Region einzusetzen. Mit diesen drei Projekten – Zinn-Diorama, Geschichtspfad und 955-Informations- und Präsentationspavillon – fördern Sie in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die eigene Geschichte und werten gleichzeitig Ihre Heimat touristisch enorm auf", lobte Minister Helmut Brunner bei der feierlichen Eröffnung dieses neuen Gebäudes im Herzen von Königsbrunn. Vorbildlich sei auch die Multifunktionalität des Pavillons.

Neben den Ausstellungsräumen für die Lechfeldschlacht erwarten den Besucher auch ein Informationsbüro für kulturelle Veranstaltungen in der Region sowie ein Ausstellungsraum für Kulturschaffende. Brunner würdigte bei diesen Kooperationsprojekten ausdrücklich die enge Zusammenarbeit der drei beteiligten Lokalen Aktionsgruppen sowie die beispielhafte Vernetzung zwischen Kommunen, Regionen, Organisationen und zahlreichen Sponsoren. Das Staatsministerium förderte alle drei Projekte mit insgesamt rund 850.000 Euro aus LEADER-Mitteln.