Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung

Feldkirchen-Westerham
Soziale Dorferneuerung - Lebensqualität für alle Bewohner schaffen

Die Gemeinde Feldkirchen-Westerham hat die demographische Entwicklung aktiv angepackt. Sie setzt auf ein gutes Miteinander aller Generationen und fördert bürgerschaftliches Engagement als zentralen Entwicklungsfaktor. Soziale Angebote von Vereinen und Verbänden werden vernetzt und ausgebaut und Beratungsleistungen angeboten, beispielsweise zum Thema Wohnen im Alter oder auch für Bewerbungsschreiben von Jugendlichen. Für die Koordination wurde der Verein „Soziales Netzwerk“ gegründet und eine Servicestelle eingerichtet. Dadurch bleibt der Ort attraktiv für alle Einwohner: für Familien, Senioren, Jugendliche sowie für Neubürger.

Von der Dorferneuerung zur sozialen Gemeindeentwicklung

Feldkirchen-Westerham liegt circa 40 km südlich von München im Landkreis Rosenheim. Im Rahmen der Vorbereitungsphase zur Dorferneuerung im Ortsteil Westerham kristallisierten sich bereits soziale Fragestellungen heraus: Die steigende Zahl älter Bürger begründete einen Klärungsbedarf über die tatsächliche Nachfrage und den zukünftigen Bedarf an sozialen Angeboten – nicht nur auf Ortsteilebene, sondern in der gesamten Gemeinde.
Als erster Schritt wurde ein Institut für Sozialforschung beauftragt, eine Befragung zum Thema Geschlechter- und Generationengerechtigkeit durchzuführen. Die Ergebnisse zeigten, dass zwar bereits ein vielfältiges Angebot existierte, jedoch Treffgelegenheiten für junge und ältere Menschen fehlten und großes Interesse am Thema Wohnen im Alter bestand.

Soziale Angebote in einem Verein fördern und vernetzen

Um das bestehende Angebot zu koordinieren und neue Formen gegenseitiger Hilfe zu entwickeln, wurde im zweiten Schritt und mit professioneller Unterstützung durch eine „Sozialarchitektin“ der Verein „Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham e.V.“ gegründet. Er ist ein Zusammenschluss von örtlichen Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, der Kirche und der Gemeinde selbst. Als feste Plattform fördert und koordiniert der Verein die soziale Gemeindeentwicklung, ohne die Eigenständigkeit der einzelnen Mitglieder einzuschränken.

Servicestelle als Ansprechpartner für alle Generationen

Seit September 2012 ist der Verein Träger einer Servicestelle, die mit einer Fachkraft besetzt ist. Ihre Aufgaben bestehen unter anderem darin:
  • freiwilliges Engagement vermitteln, beispielweise haushaltsnahe Dienstleistungen
  • die Leistungen von professionellen und freiwilligen Helfern abstimmen
  • Bürger beraten, beispielsweise hinsichtlich Fördermöglichkeiten für den behindertengerechten Umbau von Wohnungen, oder an zuständige Stellen vermitteln
  • Kooperationen initiieren, z.B. mit der Volkshochschule.
Bei den Bürgerinnen und Bürgern stoßen die Leistungen der Servicestelle auf große Resonanz: Innerhalb eines Jahres konnte bereits über 100 Beratungsgespräche geführt werden, überwiegend mit Senioren, aber auch mit Alleinerziehenden oder Personen mit Migrationshintergrund. Die Kosten der Servicestelle trägt die Gemeinde. Für Bürgerinnen und Bürger besteht zudem die Möglichkeit, den Verein durch eine Fördermitgliedschaft finanziell zu unterstützten und somit die konkrete Projektarbeit zu fördern.