Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Logo des Staatsministeriums mit dem 'Bayerischen Staatswappen'
Eine Magaritenknopse entfaltet ihre Blüte; das Bild zeigt vier verschiedene Blühstadien in Reihe. Foto: Delphotostock/fotolia.com

RSS-Feed Pressemitteilungen des StMELF

Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

Aufruf des Presse-RSS-Feeds

Lern- und Erlebniswelt Bauernhof
Kräuterpädagogen in Bayern

Wildkräuter – jeder begegnet ihnen, doch kaum einer erkennt sie oder weiß, wie sie genutzt werden können. Kräuterpädagogen wissen um diese Schätze der Natur und geben ihr Wissen als "Botschafter der Natur" weiter.

Qualifizierungsmaßnahmen zum Kräuterpädagogen

Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützen die Entwicklung verschiedener landwirtschaftlicher Erwerbskombinationen. Dazu gehören die Qualifizierungsmaßnahmen zum Kräuterpädagogen, die bis zum Jahr 2008 gefördert und durchgeführt wurden. Sie umfassten auch eine Vernetzung mit regionalen Bildungsträgern, Tourismusanbietern oder der Gastronomie. Inzwischen sind mehr als 500 Kräuterpädagogen aus der bäuerlichen Landwirtschaft in Bayern aktiv.
Mit der Qualifizierung zum Kräuterpädagogen, die mittlerweile z. B. von der Gundermannschule bzw. der Gundermann-Akademie sowie von der Landvolkshochschule Niederalteich angeboten wird, erwerben landwirtschaftliche Unternehmerinnen und Unternehmer die fachlichen und methodischen Voraussetzungen, um erfolgreich ethnobotanische Dienstleistungen und Produkte entwickeln zu können.
Wildkräuterkartoffeln in Schälchen mit Quarkcreme angerichtet
Während ihrer Ausbildung beschäftigen sich die angehenden Kräuterpädagogen mit der Ökologie traditioneller Wildkräuter und deren Verwendung in der Ernährung und ggf. der kulturgeschichtlich überlieferten Volksheilkunde. Sie erwerben die methodischen und pädagogischen Voraussetzungen, um ihr Wissen effektiv und nachvollziehbar Kindern wie auch Erwachsenen vermitteln zu können. Zudem lernen sie, biologische und ökologische Zusammenhänge zu erkennen und einen aktiven, schonenden Umgang mit der Natur zu lehren.

Dienstleistungen von Kräuterpädagogen

Viele Kräuterpädagogen geben ihr Wissen während geführter Kräuterwanderungen, Radtouren oder in Vorträgen weiter. Welche Kräuter gefunden, gezeigt und verkostet werden, richtet sich natürlich nach der Jahreszeit und dem Lebensraum. Je nach Altersgruppe und Dauer der Veranstaltung können im Anschluss noch Gerichte aus Wildkräutern zubereitet werden. Kochkurse zum Thema Wildkräuter erfreuen sich großer Beliebtheit bei Einheimischen wie Urlaubsgästen.
Wildfilet auf Kräutersalat angerichtet
In Kooperation mit Tourismusverbänden bzw. der heimischen Gastronomie werden regionale Wildkräuter-Veranstaltungen oder Wildkräuterbuffets entwickelt. Solche Vernetzungen erweisen sich häufig als sehr erfolgreich, da die Zielgruppen effektiver angesprochen werden können.

Kräuter & Tourismus

So sind zum Beispiel im Tölzer Land die Kräuterpädagogen mit dem Löwenzahn als Impulsgeber fest in das regionale Tourismuskonzept eingebunden. Wenn der Löwenzahn zu blühen beginnt, starten Kräuterkutschfahrten und Wildkräuterführungen, die Gastronomie offeriert Kräuter-Spezialitäten und Kräutererlebnisgärten öffnen ihre Pforten. Attraktive Pauschalangebote runden das Konzept ab.

Kräuter & Bildung

Grüne Klassenzimmer mit abrufbaren Umweltbildungsangeboten für Schulen und Kindergärten sind ebenfalls fest im Portfolio zahlreicher Kräuterpädagogen. Meist können die Lerneinheiten individuell angepasst und nach den Wünschen des Auftraggebers gestaltet werden. Auch in der Erwachsenenbildung sind Kräuterpädagogen tätig.

Wertschöpfung in der Region

Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützten die Kräuterpädagogen beim Aufbau ihrer unternehmerischen Tätigkeit und bei der Vernetzung mit Verbänden und Einrichtungen von Tourismus, Gastronomie und Bildung. Kräuterpädagoginnen und -pädagogen schaffen dank ihrer Eigeninitiative zusätzliches Einkommen in der Landwirtschaft.
Frischkäse mit Blumen
Als "Botschafter der Natur" können sie Menschen für bisher unbekannte oder unbeachtete Schätze in der Natur begeistern und tragen dazu bei, traditionelles Wissen um die Natur zu erhalten. Sie erhöhen die Wertschöpfung in der Region und fördern nachhaltig den ländlichen Tourismus.

Weiterführende Informationen

Informationen zur Arbeitsweise von Kräuterpädagogen erhalten Sie an Ihrem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Für Auskünfte und Details zur Ausbildung wenden Sie sich direkt an die nichtstaatlichen Institutionen, wie zum Beispiel die Gundermann Naturerlebnisschule, die Gundermann-Akademie oder die Landvolkshochschule Niederalteich.

Empfehlungen

Ansprechpartner

  • Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten