Eine Magaritenknopse entfaltet ihre Blüte; das Bild zeigt vier verschiedene Blühstadien in Reihe. Foto: Delphotostock/fotolia.com

Direktvermarktung
Regionale Vermarktung

Die regionale Vermarktung ist für viele landwirtschaftliche Betriebe in Bayern von großer Bedeutung. So gibt es alleine in Bayern circa 3.500 landwirtschaftliche Direktvermarkter. Von rund 350 Bauernmärkten in Deutschland findet gut die Hälfte in Bayern statt.

Und mit etwa 370 erfassten Regionalvermarktungsprojekten ist der Trend zu nachvollziehbarer regionaler Herkunft in Bayern besonders stark ausgeprägt. Das bayerische Landwirtschaftsministerium fördert die regionale Vermarktung in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, um landwirtschaftliche Betriebe bei der Einkommenssicherung zu unterstützen und den ländlichen Raum zu stärken.

Ab-Hof-Verkauf und Hofläden

Zu den klassischen direkten Absatzwegen zählen neben dem Ab-Hof-Verkauf von nur wenigen, meist unverarbeiteten Produkten die Hofläden oder Bauernläden, der saisonale Straßenverkauf (v. a. Spargel, Erdbeeren, Kirschen) sowie Lieferservices und Gemüse- oder Obstkisten im Abonnement. Hofläden bieten oft ein breites Sortiment an eigenen, unverarbeiteten, aber auch verarbeiteten Produkten sowie Erzeugnisse anderer Direktvermarkter an.
Eingangsbereich eines Hofladens mit Bepflanzung und Obstkisten
Vor allem Hof- bzw. Bauernläden mit Erzeugnissen aus ökologischem Anbau bieten oft relativ umfangreiche Sortimente ergänzend zu den Eigenprodukten an.

Die klassische Direktvermarktung hat zwar auch ihre Grenzen. Für Landwirte, die über entsprechende Arbeitskapazität und die technische sowie bauliche Ausstattung verfügen, ist sie jedoch eine wichtige Nische. Inzwischen gibt es verschiedene Direktvermarktungszeichen, die für die Einhaltung bestimmter Kriterien stehen und ihren Mitgliedern gemeinsame Plattformen bieten, zum Beispiel:
Zusätzlich bieten zahlreiche Regionen Listen oder Faltblätter ihrer direktvermarktenden Landwirte an, die teilweise bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bzw. den Landratsämtern erhältlich sind.

Dorfläden

Immer wieder versiegt auf dem Land mit der Schließung des kleinen Lebensmittelladens auch die letzte Möglichkeit, sich im Ort mit Grundnahrungsmitteln und Grundbedürfnissen zu versorgen. Als Gegentrend dazu haben sich bereits in einzelnen Ortschaften sogenannte Dorfläden entwickelt.
Theke mit verschiedenem Gemüse und Obst bestückt
Diese Dorfläden werden häufig von einer Art Bürgergesellschaft getragen und bieten regionale Lebensmittel aus der Umgebung an. Teilweise ergänzt mit Produkten der Grundversorgung und meist weiteren Dienstleistungen bzw. Agenturen unter dem Dach des Dorfladens: ein Stehcafé, eine Postagentur, eine Paketstelle, eine Textilreinigungsannahme und vieles mehr sind da zu finden.
Dorfläden leben vom Engagement ihrer Gründergemeinschaft und gelten als eine Art „Zukunftsmodell für den ländlichen Raum“ in puncto Nahversorgung. Doch sie stehen in einem ausgeprägten Wettbewerb zum klassischen Lebensmitteleinzelhandel und bedürfen eines ausgefeilten Konzepts und sorgfältiger Planung.

Mit Dorfläden den ländlichen Raum stärken Externer Link

Regionale Vermarktung über den Lebensmitteleinzelhandel

Auch der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) hat den zunehmenden Wunsch von Verbrauchern nach regionaler Herkunft für ihre Supermärkte erkannt.
Gewürzgurken im geöffneten Einmachglas
Fast jede große Handelskette und auch die Discounter haben regionale Vermarktungskonzepte entwickelt, mit Herkunftssicherung und Rückverfolgbarkeit der Produkte bis zum Erzeuger. Zum Teil werden diese Produkte in Regionaltheken oder –regalen gebündelt präsentiert, zum Teil sind sie in die Sortimente integriert und an ihrem besonderen Design oder einem Logo erkennbar. Da sich der LEH über die Qualität der regionalen Produkte und deren ökologischen, sozialen und agrarkulturellen Zusatznutzen profilieren möchte, werden besondere Anforderungen an Erzeugung, Verarbeitung und Dokumentation seitens der Landwirte gestellt.

Staatliche Landwirtschaftsberatung unterstützt

Bei der Planung und Umsetzung regionaler Vermarktungskonzepte stehen interessierten Betrieben die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beratend zur Seite. Deren Ziel ist es, unter anderem über die regionale Vermarktung das Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe zu sichern, den ländlichen Raum zu stärken und die ländliche Nahversorgung dauerhaft zu ermöglichen. Vorteile der regionalen Vermarktung sind:
  • ökologische Zusatznutzen wie kurze Transportwege und transparente Produktion
  • soziale Zusatznutzen wie Identifikation mit dem Erzeuger und der Region, Stärkung des eigenen ländlichen Raumes
  • Verbraucherinformation und Verbraucherbildung über die Auseinandersetzung mit der Qualität eines Produktes, dessen Produktion und handwerklicher Herstellung sowie den Konsequenzen des eigenen Einkaufsverhaltens
Bitte wenden Sie sich bei Fragen und Interesse am Thema an Ihr zuständiges Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Auch unsere Verwaltung für Ländliche Entwicklung widmet sich im Rahmen der Dorferneuerung den Dorfläden, initiiert diese und unterstützt bei Konzeption und Umsetzung. Mehr zum Programm Dorferneuerung finden Sie hier:

Dorferneuerung – so werden Dörfer fit für die Zukunft Externer Link

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Ansprechpartner

  • Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
  • Ämter für Ländliche Entwicklung