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Wettbewerb
Bayerischer Klimapreis – Landwirtschaft, Garten- und Weinbau

Mit dem "Bayerischen Klimapreis Landwirtschaft, Garten- und Weinbau" werden neue, innovative Projekte prämiert, mit denen Landwirte, Winzer und Gärtner ihre Produktion an den Klimawandel anpassen und zu einem besseren Klimaschutz beitragen.

Die Vorschläge sollen sich durch Pilotcharakter und Kreativität auszeichnen und möglichst auf andere Betriebe übertragbar sein. Prämiert werden Preisträger in den drei Kategorien Landwirtschaft, Gartenbau sowie Weinbau. Der Preis ist für die Landwirtschaft mit zwei mal 3.000 Euro und für den Gartenbau und Weinbau mit je einmal 3.000 Euro ausgelobt. Sollten Vorschläge nach Sichtung durch die Jury gleichauf liegen, so kann der Preis auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden.

Klimapreis 2018

Für gelungene Praxisbeispiele zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am 9. August 2018 vier bayerische Betriebe und ein Wassermanagement-Projekt im Freistaat mit dem Klimapreis für Landwirtschaft, Gartenbau und Weinbau ausgezeichnet. Die mit jeweils 3.000 Euro dotierten Preise gingen an Cilli und Richard Haneberg aus Kempten, Christine Bajohr und Martin Wiedemann-Bajohr aus Sibratshofen (Lkr. Oberallgäu), die Reinhard Busigel GbR aus Albertshofen (Lkr. Kitzingen) sowie gemeinschaftlich an das Weingut am Stein von Ludwig und Sandra Knoll aus Würzburg und die VINAQUA Genossenschaft aus Volkach (Lkr. Kitzingen). Eine Expertenjury hatte die Sieger aus 23 Bewerbungen, darunter 15 in der Kategorie Landwirtschaft und je vier in den Kategorien Gartenbau und Weinbau, ausgewählt.

Pressemitteilung vom 9. August 2018

Die Preisträger

Gruppenfoto mit Ministerin und allen Preisträgern sowie Verbandsvertretern

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (4.v.r.) mit allen Preisträgern, der fränkischen Weinkönigin Klara Zehnder (r.) und Verbandsvertretern sowie Jurymitgliedern.
Alle Fotos: Baumgart/StMELF, Abdruck honorarfrei.

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Kategorie Landwirtschaft

Cilli und Richard Haneberg, Haneberg GbR, Kempten - Preisträger Kategorie Landwirtschaft
Die Allgäuer Ökobauern erhielten den Preis in der Kategorie Landwirtschaft für ihr gesamtbetriebliches Konzept zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Auf dem Betrieb werden Betriebsmittel besonders ressourceneffizient eingesetzt und regionale Kreisläufe – etwa bei Futter, Stroh, Bauen – konsequent beachtet. So haben die Hanebergs bereits 2002 aus regional nachwachsenden Rohstoffen Bayerns ersten klimaangepassten Außenklimaboxenlaufstall aus Holz mit Gründach gebaut. Der Stall fügt sich fast unsichtbar in die Landschaft ein und sorgt ganzjährig für ein hervorragendes Stallklima.

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Christine Bajohr & Martin Wiedemann-Bajohr, Sibratshofen (Lkr. Oberallgäu) - Preisträger Kategorie Landwirtschaft
Die Oberallgäuer Nebenerwerbslandwirte erhielten den Preis in der Kategorie Landwirtschaft für ihre hohe Kreativität und Innovationskraft bei der Verbesserung von landwirtschaftlichen Geräten und der Grünlandnutzung in extrem schwierigen erosionsgefährdeten Steillagen. Ohne den Einfallsreichtum und das Engagement der Preisträger wären die Steillagen wohl aufgegeben worden.

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Kategorie Gartenbau

Gartenbaubetrieb Reinhard Busigel GbR, Albertshofen (Lkr. Kitzingen) - Preisträger Kategorie Gartenbau
Der Albertshofener Gartenbaubetrieb und bayernweite Pionier bei energieeffizienten Gewächshäusern erhielt den Preis in der Kategorie Gartenbau für sein ganzheitliches Energiekonzept.

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Kategorie Weinbau

In der Kategorie Weinbau wurde das Preisgeld von 3.000 Euro auf zwei Weinbaubetriebe aufgeteilt.
Ludwig Knoll, Weingut am Stein, Würzburg - Preisträger Kategorie Weinbau
Das unterfränkische Weingut erhielt den Preis in der Kategorie Weinbau für seinen gesamtbetrieblichen Ansatz. Die Maßnahmen umfassen Energieeffizienz, Steillagennutzung ohne Bewässerung für Spitzenweine und arbeitseffiziente Formen der Begrünung für den Erosionsschutz in Steillagen. Der Betrieb zeigt, dass moderner Klimaschutz und Anpassung an Witterungsextreme mit hoher Ästhetik vereinbar sind und trägt durch die Steillagennutzung dazu bei, das typische unterfränkische Landschaftsbild zu erhalten.

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VINAQUA Volkach e.G., Volkach (Lkr. Kitzingen) - Preisträger Kategorie Weinbau
Das Volkacher Trinkwasserschutz-Projekt erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Weinbau für die erfolgreiche Verringerung der Erosion und der Nitratausträge aus den Weinbergen durch Dauerbegrünung. Das abfließende Wasser wird zudem in Becken gespeichert und steht so wieder für die Bewässerung der Reben zur Verfügung.

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Die Teilnahmebedingungen

Teilnahme am Wettbewerb

Landwirtschaftliche Betriebe sowie Weinbau- und Gartenbaubetriebe in Bayern, die zu Erwerbszwecken produzieren, konnten sich bewerben oder mit deren Einverständnis von Dritten vorgeschlagen werden.

Die Bewerber bzw. die Vorgeschlagenen erklären sich bereit, der Jury, die über die Preisvergabe entscheidet, die Maßnahmen bzw. Objekte auch vor Ort zu erläutern. Sie sind außerdem mit der Veröffentlichung in den Medien einschließlich Internet bzw. Sozialen Medien einverstanden. Ihre eingereichten Ideen können im weiteren Verlauf im Rahmen von Forschungsprojekten verwendet werden. Projekte, die aus Forschungsmitteln finanziert wurden, können nicht eingereicht und bewertet werden.

Bewerbungsunterlagen

Folgende Daten bzw. Unterlagen waren für eine Bewerbung einzureichen:

  • Name, Adresse, BALIS-Nummer
  • Betriebsspiegel
  • Beschreibung der Maßnahme sowie Erläuterung der Funktionsweise und Wirkung (s. Vorlage), ggf. mit Fotos

Bewertung

Eine Fachjury, bestehend unter anderem aus Vertretern der angewandten Forschung, der einschlägigen berufsständischen Vertretung und des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bewertet die Bewerbungen, insbesondere hinsichtlich der Wirksamkeit auf die Klimaanpassung und den Klimaschutz und inwieweit das Projekt auf andere Betriebe übertragbar ist. Der Wettbewerb findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt.