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RSS-Feed Pressemitteilungen des StMELF

Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

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Landesprogramm BioRegio Bayern 2020
Doppelt so viel bio aus der Region bis 2020

Kartoffelbestand in Blüte

Die Erzeugung von Bio-Produkten aus Bayern soll bis zum Jahr 2020 verdoppelt werden. Dies hat die Staatsregierung als politisches Ziel vorgegeben. Die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln soll künftig stärker aus heimischer, regionaler Produktion gedeckt werden.

Damit dieses Ziel erreicht wird, wurde 2012 das Landesprogramm „BioRegio Bayern 2020“ ins Leben gerufen. Dieses Programm sieht Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Beratung, Förderung, Vermarktung und Forschung vor.

BioRegio 2020 – was wurde schon erreicht?

Bildung

Ziel von BioRegio 2020 ist es, in allen Bereichen der land- und hauswirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung den Ökologischen Landbau stärker zu verankern. Dies ist in folgenden Bereichen geschehen:

Landwirtschaftsschulen

Die Lehrpläne der Landwirtschaftsschulen wurden angepasst, zusätzliche Seminartage eingeführt und die Lehrkräfte im Bereich des Ökolandbaus fortgebildet.

Fachschulen

Bildungsprogramm Landwirt

Auch im Bildungsprogramm Landwirt (BiLa) wurde eine Einheit „Grundlagen des Ökolandbaus“ bei den Pflicht-Modulen mit aufgenommen. Ebenso wurde ein eigener Schulungstag „Ökolandbau“ in der Ausbildung zum Landwirt geschaffen.

Bildungsprogramm Landwirt (BiLa)

Fachschulen für Ökolandbau

2013 startete das erste Semester an der Fachschule für Ökolandbau in Weilheim. Die Schule zieht mittlerweile Studierende aus ganz Deutschland an. In Bayern gibt es mit der Schule in Landshut zwei Fachschulen, die sich ganz auf den Ökolandbau spezialisiert haben.

Öko-Akademien

Seit 2013 existieren zudem die beiden neu errichteten Akademien für Ökolandbau in Kringell und Bamberg. Die Fortbildungskurse an beiden Standorten sowie die BiLa-Ausbildung sind etabliert und werden gut besucht.

Beratung und Wissenstransfer

In Bayern wird die Beratung zum Ökolandbau von den Fachzentren für ökologischen Landbau und den 4 Öko-Beratungsringen des Landeskuratoriums für pflanzliche Erzeugung (LKP) durchgeführt. Im Rahmen von BioRegio2020 wurde die Öko-Beratung ausgebaut:

Fachzentren für ökologischen Landbau

Mit einem fünften Fachzentrum für ökologischen Landbau in Deggendorf und zusätzlichen Beratern steht umstellungsinteressierten Landwirten eine zusätzliche Beratungsstelle zur Verfügung.

Ökologischer Landbau - Staatliche Beratung

BioRegio Betriebsnetz

Damit umstellungsinteressierte Landwirte Informationen von Praktikern erhalten, wurde im Rahmen des Landesprogramms ein bayernweites Netz aus 90 ökologisch wirtschaftenden Betrieben aufgebaut, die ihre Höfe für Führungen zur Verfügung stellen. Das BioRegio Betriebsnetz bietet die Möglichkeit für sogenannte „Bauer-zu-Bauer-Gespräche“, für Gruppenführungen sowie Schulungstage.

BioRegio Betriebsnetz (LfL) Externer Link

Kompetenzseminare

In den vergangenen Jahren wurden bereits erfolgreich Regionalkonferenzen und Stark im Markt-Seminare zur ökologischen Geflügel- und Milcherzeugung sowie zum ökologischen Marktfruchtbau durchgeführt. Diese Veranstaltungen waren sehr gut besucht und sollen weiter fortgeführt werden.

Stark im Markt - Kompetenzseminare für die landwirtschaftliche Betriebsführung (LfL) Externer Link

Öko-Modellregionen

Ein weiterer Baustein im Landesprogramm sind die Öko-Modellregionen. Inzwischen gibt es 12 anerkannte Modellregionen in Bayern. Alle Modellregionen haben überzeugende Konzepte, um durch das Zusammenwirken von ökologischer Wirtschaftsweise auf landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben, durch den Aufbau von ökologischen Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen sowie durch Information und Bewusstseinsbildung den Ökolandbau in den Regionen zu stärken.

Öko-Modellregionen Externer Link

Förderung

Die Ergebnisse der Evaluierung des ökologischen Landbaus in Bayern haben gezeigt, dass Fördermaßnahmen eine verstärkte Umstellung auf Ökolandbau erleichtert können. Mit folgenden Programmen werden umstellungswillige Landwirte in Bayern unterstützt:

Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm

Bayern hat mit der neuen Förderperiode die Umstellungsprämie deutlich angehoben. Mit der Neuausrichtung des Bayerisches Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) in Hinblick auf Klima-, Boden- und Wasserschutz, Biodiversität sowie Erhalt der Kulturlandschaft würdigt Bayern nun noch mehr die Leistungen der Biobetriebe in diesen Bereichen und fördert dies mit einer Beibehaltungsprämie von 273 Euro pro Hektar und Jahr für Acker- und Grünlandflächen und 468 Euro für Gemüseflächen. Zudem erhalten die Betriebe einen Zuschuss zu den jährlichen Kontrollkosten. Um die Öko-Imker zu unterstützen wird auch diesen ein Kontrollkostenzuschuss gewährt.

Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm (KULAP)

Bayerisches Sonderprogramm Landwirtschaft

Durch das Bayerische Sonderprogramm Landwirtschaft (BaySL) können Ökobetriebe oder Betriebe in der Umstellung einen Zuschuss zu baulichen Investitionen in der Tierhaltung erhalten. Voraussetzung ist, dass die Baumaßnahmen nötig sind, um die Vorgaben der EG-Öko-Verordnung zu erfüllen.

Bayerisches Sonderprogramm Landwirtschaft (BaySL)

Förderung von Maßnahmen zur Stärkung der Verarbeitung und Vermarktung von regionalen ökologischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen

Mit diesem Programm werden Investitionen in den der landwirtschaftlichen Erzeugung nachgelagerten Bereichen der Verarbeitung und Vermarktung, z. B. Lagerung, Schlachtung, Kühlung, oder Verarbeitung, von ökologisch wirtschaftenden Betrieben gefördert. Der Zuschuss beträgt bei ökologischer Wirtschaftsweise gemäß EG-Öko-Verordnung bis zu 30 % der förderfähigen Ausgaben.

Maßnahmen zur Stärkung der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse (VuV-Programm)

Vermarktung

Im Landesprogramm sind eine Vielzahl von Informations- und Kommunikationsmaßnahmen zur besseren Vermarktung von bayerischen Bio-Produkten enthalten. Eine Schlüsselrolle hierbei spielt die Agentur für Lebensmittel - Produkte aus Bayern (alp Bayern). Folgende Maßnahmen wurden bereits erfolgreich durchgeführt:
Bayerisches Bio-Siegel
Im Jahr 2015 wurde das bayerische Bio-Siegel der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Einführung des neuen Siegels hilft den Verbrauchern dabei, schnell und einfach Bio-Lebensmittel zu erkennen, die aus Bayern stammen. Eine Informationskampagne ist bereits erfolgreich gelaufen und wird wiederholt.

Bayerisches Bio-Siegel

Internetplattform Ökoland Bayern

Die Internetplattform Ökoland Bayern bietet Verbrauchern und Verarbeitern aktuelle Informationen zum ökologischen Landbau. Auf der Plattform findet sich auch die Möglichkeit, nach Öko-Landwirten und Öko-Verarbeitern in der Region zu suchen. Alle diese Maßnahmen helfen Verbrauchern und auch dem Handel dabei, Bio-Lebensmittel aus Bayern sicher zu erkennen und zu beziehen.

www.oekoland-bayern.de Externer Link

Umstellung staatlicher Kantinen auf Öko-Lebensmittel

Die Kantine des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums für Ökologischen Landbau in Kringell ist eine Kantine, die ihre Besucher bereits ökologisch verköstigt. Weitere staatliche Kantinen sollen folgen. Nicht nur die Kantinen von Behörden, sondern auch von Schulen haben Interesse daran, mehr ökologische und regionale Lebensmittel in ihren Speiseplänen einzusetzen. Ein wichtiger Schritt war die Entwicklung der Bayerischen Leitlinien Betriebsgastronomie. So lassen sich nun erste Betriebe durch die Fachzentren Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung coachen. Modellprojekte zur bio-regionalen Ernährung in der Kita wurde ebenfalls erfolgreich durchgeführt.

Nährwert mit Mehrwert – Essen am Arbeitsplatz (KErn) Externer Link

Ökopakt Bayern

Im November 2015 haben Vertreter von 20 Organisationen, unter anderem Öko-Verarbeiter, die Verbraucherzentrale, der Bund Naturschutz und Vertreter des Berufsstandes, sich zu einem breiten Bündnis zusammengeschlossen. Mit dem Pakt für den ökologischen Landbau wollen die Unterzeichner gemeinsam den Ökolandbau voranbringen.

Pakt für den ökologischen Landbau

Forschung

Der ökologische Landbau kann nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn er bei produktionstechnischen Entwicklungen und beim betrieblichen Wissensmanagement mit neuen Erkenntnissen Schritt hält. Deshalb wurde mit dem Start von BioRegio 2020 auch die Forschung zum ökologischen Landbau ausgebaut. Eine zentrale Rolle kommt hierbei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zu. In folgenden Bereichen wird für den Ökolandbau geforscht:

Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau

An der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) wurden die Aktivitäten in Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer der insgesamt neun Institute in einem Kompetenzzentrum für Ökologischen Landbau gebündelt. Hier erfolgt die Koordinierung der Forschungstätigkeit im Ökolandbau.

Ökologischer Landbau (LfL) Externer Link

Öko-Wertschöpfungsketten in Bayern

Insbesondere bei Öko-Geflügel- und -Schweinefleisch ist das Angebot aus heimischer Erzeugung geringer als die wachsenden Nachfrage der Verbraucher. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „Öko-Wertschöpfungsketten in Bayern“ initiiert. Ziel des Projekts ist es, die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zum Handel zu analysieren. Ein zusätzliches Augenmerk liegt dabei auf der Versorgung der Masttiere mit heimischen Öko-Eiweißfutter. Das Projekt soll 2016 abgeschlossen werden.

Forschungsprojekt zu ökologischen Wertschöpfungsketten in Bayern (LfL) Externer Link

Projektstelle am Kompetenzzentrum für Ernährung

Innerhalb des ökologischen Landbaus hat die Thematik Ernährung eine zentrale Bedeutung. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollen den „Mehr“-Wert ökologisch und regional erzeugter Lebensmittel im Sinne von Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und Biodiversität mittragen und deren Akzeptanz steigern. Deshalb ist am Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) am Standort Kulmbach eine Projektstelle speziell für die Thematik Ernährung im Bereich BioRegio-Lebensmittel eingerichtet worden.

Ökologische Lebensmittel (KErn) Externer Link