coco/Fotolia.com

RSS-Feed Pressemitteilungen des StMELF

Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

Aufruf des Presse-RSS-Feeds

Nachwachsende Rohstoffe
Energetische Nutzung

Maisfeld im Vordergrund mit drei Gebäuden einer Biogasanlage im Hintergrund

Nachwachsende Rohstoffe sind organische Rohstoffe, die aus land- und forstwirtschaftlicher Erzeugung stammen und stofflich oder energetisch genutzt werden.

Rund 90 % der in Bayern auf landwirtschaftlichen Flächen erzeugten Nachwachsenden Rohstoffe werden für Energiezwecke verwendet, nur 10 % werden stofflich genutzt, z. B. als Bio-Kunststoff. Allerdings ist Energieholz nach wie vor der bedeutendste Energierohstoff bei Biomasse.

Energieholz

Scheitholzfeuer
Die Nutzung von Holz als Brennstoff hat sich in Bayern in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Der Gesamtverbrauch an Energieholz liegt bei über 6 Millionen Tonnen. Dies entspricht rechnerisch rund 2/3 des bayerischen Heizölbedarfs beziehungsweise circa 28 % des bayerischen Gasverbrauchs.

Neben den klassischen Energieholz-Sortimenten Waldenergieholz, Sägenebenprodukte, Industrierestholz u. a. gewinnen Kurzumtriebshölzer leicht an Bedeutung. Derzeit wird auf rund 1.500 ha Ackerfläche Energieholz gezielt angebaut. Im aktuellen Energieholzmarktbericht werden Aufkommen und Verbrauch von Holz für Energiezwecke dargestellt.

Energieholzmarktbericht 2012 (LWF) Externer Link

Energiepflanzen für Biokraftstoffe

Zapfpistole, aus der Rapsölkraftstoff fließt
Energiepflanzen für Biokraftstoffe sind im Wesentlichen Raps, Getreide, Zuckerrüben und Stroh. Die Nachhaltigkeitsverordnung für Biokraftstoffe stellt sicher, dass in Deutschland nur nachhaltige und zertifizierte Rohstoffe als Kraftstoff eingesetzt werden.

Raps als Rapsölkraftstoff und Biodiesel

Rapsölkraftstoff
Rapsölkraftstoff wird aus Rapssaat hergestellt. 40 % des Rapskorns werden zu Kraftstoff verarbeitet, 60 % verbleiben im Nahrungsmittelkreislauf als hochwertiges Futtermittel, im Wesentlichen als Rapsextraktionsschrot. Auf diese Weise trägt heimisch produzierter Rapsölkraftstoff dazu bei, den Import von Eiweißfuttermitteln zu reduzieren.

Aktionsprogramm: Heimische Eiweißfuttermittel

Rapsölkraftstoff

  • spart bis zu 80 % Treibhausgase gegenüber Diesel ein,
  • ist biologisch schnell abbaubar und nicht wassergefährdend,
  • schont endliche Rohstoffe,
  • fördert die Wirtschaft im ländlichen Raum und
  • garantiert eine sichere Nahrungsmittelerzeugung.
RapsTrak200
Das neue Förderprogramm "RapsTrak200" begünstigt den Einsatz von Rapsöl- und Pflanzenölkraftstoffen in modernen land- und forstwirtschaftlichen Traktoren und beweglichen Arbeitsmaschinen, um damit die Markteinführung dieser klimaschonenden Technik voranzubringen.
Biodiesel
Durch Zugabe von Methanol zu Rapsölkraftstoff entsteht nach einer chemischen Reaktion Biodiesel. In Deutschland werden zum Mineraldiesel bis zu 7 % Biodiesel beigemischt. Die Verwendung von Biodiesel als Reinkraftstoff hat nur noch im Nutzfahrzeugbereich eine gewisse Bedeutung.

Stärke- und zuckerhaltige Rohstoffe für Bioethanol

Bioethanol wird aus stärke- oder zuckerhaltigen Rohstoffen wie zum Beispiel Getreide, Mais oder Zuckerrüben durch alkoholische Gärung hergestellt. Als wichtiges Nebenprodukt entsteht auch hier hochwertiges Eiweiß-Futtermittel, das entweder als Schlempe ortsnah oder als getrocknetes Produkt transportfähig verwertet wird. Die wichtigsten Produkte sind E5, E10 und E85. Das sind Ottokraftstoffe, denen jeweils bis zu 5 %, 10 % bzw. 85 % hochreiner Ethanolkraftstoff beigemischt ist. Mengenmäßig haben die beigemischten Biokraftstoffe E5 und E10 die größte Bedeutung. Der "Reinkraftstoff" E85 weist hohe Steigerungsraten auf, allerdings auf niedrigem Niveau.

Energiepflanzen als Rohstoffe für Biomethan

Biomethan wird durch Reinigung von Biogas (Entfernen von Kohlendioxid und anderer Komponenten) gewonnen. Nach Druckerhöhung kann es in das Erdgasnetz eingespeist, an der passenden Stelle wieder entnommen und zum Fahren in erdgastauglichen Kraftfahrzeugen verwendet werden.

Stroh und Holz – neue Biokraftstoffe

Biokraftstoffe der so genannten zweiten Generation sind zum Beispiel BtL-Kraftstoffe (Biomass to Liquid) oder LCB-Kraftstoffe (Ligno-Cellulosehaltige-Biomasse). Sie haben derzeit eine geringe Bedeutung, sind aber eine Zukunftsoption für die nächsten Jahrzehnte.

Energiepflanzen für Biogas

Rohstoff

Biogas entsteht durch mikrobiellen, anaeroben Abbau von organischem Material (Substraten) wie Gülle, Mais, Getreide oder Grünschnitt. Der Anbau von Biomasse als regenerative Alternative zu fossilen Energieträgern hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Rund 300.000 ha (Ackerfläche und Gründland) werden als Substrate für Biogasanlagen produziert.

Biogas ist ein Wasserdampf enthaltendes Gasgemisch. Es besteht zu 50 % bis 70 % aus Methan. Dieser Anteil ist auch energetisch nutzbar. Eine Biogasanlage besteht in der Regel aus einem Substratlager (Silo oder Güllegrube), einem Fermenter, einem Motor, der Strom und Wärme erzeugt und - wenn die Wärme genutzt wird - aus einem Nah- oder Fernwärmenetz.

Die bedeutendste Energiepflanze für die Vergärung in Biogasanlagen ist der Silomais. Er zeichnet sich durch hohe Methanerträge und ein günstiges Anbauverfahren aus. Für eine nachhaltige Landwirtschaft sind jedoch vielfältige Fruchtfolgen erforderlich. Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau in ganz Bayern zeigen leistungsfähige Anbausysteme oder Kulturen auf, die zusätzlich zum Mais angebaut werden können.

Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau (LfL) Externer Link

Klimaschutz

In jedem Fall stellt der Betrieb einer Biogasanlage einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar und schneidet besser ab als jedes Kraftwerk, das auf Basis fossiler Energien wie Kohle, Heizöl oder Erdgas betrieben wird. Je nach Substrat hat die Erzeugung von Biogas und deren anschließende Nutzung in Strom und Wärme einen positiven Minderungseffekt von Treibhausgasen. Am besten schneidet eine vorwiegend mit Gülle betriebene Biogasanlage ab, gefolgt von Zwischenlösungen (Mischbetrieb Nachwachsende Rohstoffe und Gülle mit teilweiser Nutzung der Wärme) und rein auf Basis Nachwachsender Rohstoffe betriebenen Anlagen, die nur Strom erzeugen und keine Wärme nutzen.

Stromerzeugung

In Bayern hat sich die Anzahl der Biogasanlagen seit dem Jahr 2000 von 500 auf 2030 vervierfacht. Mit mehr als 800 MW installierter Leistung ersetzt Biogas schon jetzt die Stromerzeugung eines Steinkohle- oder eines Erdgaskraftwerks. Ein Vorteil von Biogasanlagen liegt darin, dass sie Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung produzieren können.

Bio-Erdgas

Die Aufbereitung von Biogas zur Bio-Erdgas ist heute technisch ausgereift und steht für kommerzielle Anwendungen zur Verfügung. In der Regel wird das zu Bio-Erdgas aufbereitete Biogas in das Erdgasnetz eingespeist. Dann stehen alle Anwendungen zur Verfügung, die auch für fossiles Erdgas gelten, also die Nutzung als Wärmeenergie, zur Stromerzeugung und zum Fahren in Kraftfahrzeugen.

Biogasproduktion in Bayern

Die Nutzung von Biogas hat seit dem Jahr 2000 sowohl in Deutschland als auch in Bayern einen enormen Aufschwung erfahren. Niedersachsen und Bayern sind die wichtigsten Biogasproduzenten. In Bayern wird rein rechnerisch jeder zwanzigste Haushalt mit Strom aus landwirtschaftlichen Biogasanlagen versorgt. Damit liefert Biogas 6 % des in Bayern erzeugten Stroms in das bayerische Stromnetz.

Ausblick

Weitere Ausbaupotenziale bestehen zum Beispiel durch die klimafreundliche Nutzung von Rest- und Abfallstoffen sowie von Gülle und in der Verstromung von Holz durch den Einsatz von Holzvergasungsanlagen. Obwohl das Rohstoffpotenzial begrenzt ist, kann es zum Beispiel durch eine Ausweitung der Kraftwärmekopplung, also der kombinierten Strom- und Wärmenutzung, besser ausgeschöpft werden. Bei Ausbau wird dabei auf die ökologische Verträglichkeit der Bioenergienutzung geachtet.