Rohstoff Holz

Holzmarktbericht
Der aktuelle Rohholzmarkt in Bayern

Holzmarktbericht für das vierte Quartal 2018

Wirtschaft / Konjunktur

Im vierten Quartal kam es zu einer leichten Eintrübung der Geschäftslage in der deutschen Wirtschaft. Der ifo Geschäftsklimaindex konnte seinen Höhenflug nicht fortsetzen und ist bereits zu Beginn des Quartals leicht gesunken. Im Bauhauptgewerbe kam es ebenfalls nach vier Anstiegen in Folge zu Rückgängen. Gemessen am hohen Niveau der Ausgangslage bedeutete diese leichte Abkühlung weiterhin eine sehr gute konjunkturelle Lage.

Holz verarbeitende Industrie

Die allgemeine Geschäftslage der Nadelholzsägewerke hat sich zuletzt kaum verändert. Auch wenn in einigen Bereichen der Absatzprodukte leichte Preisreduzierungen hingenommen werden mussten, konnten im Gegenzug die Einkaufspreise für Rohholz gesenkt werden. Die Versorgungslage war aufgrund der hohen Menge an Kalamitätsholz hervorragend. Viele Sägewerke konnten ihren Rundholzbedarf mehr als decken und die Lager für mehrere Monate füllen.

Die Situation bei den laubholzverarbeitenden Betrieben war aufgrund einer regen Nachfrage ihrer Produkte – vor allem im asiatischen Raum – weiterhin stabil. Trotz Preissteigerungen bei den Stammholzpreisen und der Erweiterung der Einkaufsradien konnten viele Verarbeiter ihren Bedarf an Stammholz nicht decken.

Forstwirtschaft

Abschnitte von Holzstämmen liegen zu mehreren Stapeln zusammengelegt im Wald Zoombild vorhanden

Frisch geschlagenes Holz im Wald (Foto: Jan Böhm)

Die hohen Mengen an Käferholz prägten das forstwirtschaftliche Handeln auch im letzten Quartal 2018. Im Staatswald wurde bis auf einige Ausnahmen (Erfüllung laufender Kontrakte, Belieferung von Sondersortimenten) der Frischholzeinschlagstop im Nadelholz weiter fortgeführt.

Die Einschlagsaktivität im Privat- und Kommunalwald beschränkte sich ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen auf die Aufarbeitung von Kalamitätsholz.

Das Ende Oktober vor allem in Norditalien und Österreich wütende Orkantief "Vaia", hat Bayern größtenteils verschont und lediglich ganz im Süden des Freistaates vereinzelt Schäden verursacht.

Die Fokussierung der Arbeitskapazitäten in den Bereich der Schadholzaufarbeitung hat die Bereitstellung von Laubholz stark beeinträchtigt.

Trotz guter Wetterbedingungen für die Holzernte bis Ende November, wurde in vielen Regionen nur wenig Laubholz bereitgestellt.

Nadelstammholz

Holzpolter (Foto: LWF)

Holzpolter (Foto: LWF)

Auch im vierten Quartal 2018 war keine Entlastung am Holzmarkt zu spüren. Große Mengen an Kalamitätsholz aus dem Norden der Republik und aus dem benachbarten Ausland flossen auch in den letzten Monaten zu den bayerischen Sägewerken. Diese weiterhin bestehende Überversorgung führte erneut in vielen Bereichen zu Preisreduktionen.

Frisches Fichtenholz (FL B/C; 2b) wurde zwischen 74,00 und 88,00 € pro Festmeter frei Waldstraße gehandelt. Langholz in B-Qualität konnte zu Preisen um 90,00 € pro Festmeter vermarktet werden.

Äußerst angespannt war weiterhin der Markt für Käferholz. Hier wurden unabhängig von der Stärkelasse, von vielen Abnehmern nur noch Mischpreise zwischen 45,00 und 55,00 € pro Festmeter bezahlt.

Die Kiefernstammholzpreise sind aufgrund des Überangebots an Käferholz weiter unter Druck geraten. Wurden im Vorquartal häufig noch bis über 70,00 € pro Festmeter bezahlt, sanken die Preise von Kiefer (FL B/C, 2b) auf 55,00 bis 65,00 € (vereinzelt bis 70,00 €) pro Festmeter.

Die Nachfrage von Top-Qualitäten beim Nadelholz ist ungebremst, was sich in den ersten Submissionen bzw. Versteigerungen für den Winter 2018 zeigte. Bei der von den Bayerischen Staatsforsten durchgeführten Nadelwertholzsubmission in Fichtelberg, konnte das Durchschnittsergebnis aller angebotenen Baumarten um gut 13 % auf 216,00 € pro Festmeter erhöht werden.

Laubstammholz

Holzstämme gestalpelt

Foto: Jan Böhm

Aufgrund der regen Nachfrage nach Laubholz konnten vielerorts Preissteigerungen durchgeführt werden.

Beim Buchenstammholz wurde die Staffelung der Frühlieferprämien teilweise um mehrere Wochen weiter nach hinten verschoben. Die Auszahlungspreise für Stammholz B in der 4. Stärkeklasse sind leicht gestiegen und lagen zwischen 105,00 und 130,00 € pro Festmeter frei Waldstraße. Für C-Qualitäten in der gleichen Stärkeklasse wurden 68,00 bis knapp 80,00 € pro Festmeter ausbezahlt.

Beim Eichenstammholz konnten spürbare Preiserhöhungen durchgesetzt werden. Verträge für Eiche B in der 4. Stärkeklasse wurden zwischen 350,00 und 365,00 € pro Festmeter abgeschlossen (für starke Dimensionen ab der 6. Stärkeklasse sogar bis 500,00 €). Eiche in C-Qualität legte prozentual sogar noch etwas mehr zu, was Auszahlungspreise in der 4. Stärkeklasse von bis zu 170,00 € pro Festmeter bedeuteten.

Die Nachfrage nach Eschenholz war im vergangenen Quartal ebenfalls rege und führte zu Preisen von deutlich über 100,00 € pro Festmeter für
B-Qualitäten.

Industrieholz

Im Bayerischen Privatwald konnte der zum Ende Oktober ausgelaufene Papierholzvertrag weiter zu den bisher gültigen Konditionen für ein weiteres Jahr fortgeschrieben werden.

Laubindustrieholz wurde im vergangenen Quartal sehr gut nachgefragt. Buche IL wurde zu Preisen von bis zu 50,00 € pro Festmeter frei Wald gehandelt.

Interpreten

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