Rohstoff Holz

Holzmarktbericht
Der aktuelle Rohholzmarkt in Bayern

Holzmarktbericht für das zweite Quartal 2018

Wirtschaft / Konjunktur

Im vergangen Quartal war eine leichte konjunkturelle Abkühlung im gesamten Euroraum zu verspüren. Trotzdem konnte die allgemeine Geschäftslage auch im 2. Quartal 2018 weiterhin als sehr positiv bewertet werden.

Holz verarbeitende Industrie

Die wirtschaftliche Lage der nadelholzverarbeitenden Betriebe blieb auch zum Ende der ersten Jahreshälfte 2018 auf rekordverdächtigem Niveau. Die Absatzmärkte waren stabil und die Versorgungslage aufgrund etwaiger Kalamitätsereignisse und vermehrten Käferholzaufkommen mehr als ausreichend. Einzelne Sägewerke aus dem süddeutschen und tiroler Raum kauften vermehrt Hölzer aus den nord- und mitteldeutschen Schadgebieten, was die Anlieferung der regionalen Holzmengen erschwerte und zu einer starken Kontingentierung an den Werken führte.

Die Sägeindustrie erhöhte die Einschnittskapazitäten und konnte für Ihre Produkte fast in allen Bereichen Preiserhöhungen durchsetzen.
Bei den laubholzverarbeitenden Sägern war die Geschäftslage aufgrund der guten Absatzmöglichkeiten ebenfalls positiv zu bewerten. Im Gegensatz zu den Nadelholzsägern war die Rohstoffverfügbarkeit vor allem bei der Eiche (teilweise auch Buche) nicht immer ausreichend gegeben.

Forstwirtschaft

Abschnitte von Holzstämmen liegen zu mehreren Stapeln zusammengelegt im Wald Zoombild vorhanden

Frisch geschlagenes Holz im Wald (Foto: Jan Böhm)

Die forstwirtschaftlichen Tätigkeiten in Bayern beschränkten sich vor allem auf die Aufarbeitung kleinerer lokaler Sturmereignisse und die Käferholzaufarbeitung. Aufgrund des sehr warmen und trockenen Frühjahrs und der hohen Ausgangpopulation aus dem Vorjahr, erreichten die von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) erhobenen Schwärmzahlen des Buchdruckers in einigen Regionen Bayerns sehr hohe Werte.

Das Überangebot am Rundholzmarkt und die daraus resultierende schleppende Abfuhr aus den Wäldern verschärfte die Situation zusätzlich. Im Privatwald wurden hierfür als waldschutzwirksame Maßnahmen Zwischenlager mit ausreichendem Abstand zum Wald eingerichtet und vereinzelt Polterspritzungen durchgeführt.

Aufgrund der angespannten Waldschutzsituation und dem Überangebot am Rundholzmarkt wurden im Staatswald wie im vergangen Jahr auch, verstärkt Mengen in Nass- und Konsignationslager transportiert. Um die Marktsituation nicht noch zusätzlich mit Frischholzmengen zu belasten wurde zudem der Nadelfrischholzeinschlag zurückgenommen.

Nadelstammholz

Holzpolter (Foto: LWF)

Holzpolter (Foto: LWF)

Das Überangebot beim Nadelrundholz schon zu Beginn des Quartals führte bei den neu abgeschlossenen Kontrakten in der Regel zu Preisrücknahmen.
Der Frischholzpreis für Fichtenabschnitte (FL B/C, 2b) lag zwischen 78,00 und 95,00 € pro Festmeter frei Waldstraße. Aufgrund der lebhaften Nachfrage einiger regionaler Bauholzsäger nach frischem Stammholz (ST B, 2b) wurden hier deutlich höhere Preise zwischen 88,00 und 98,00 € pro Festmeter frei Wald angelegt (C-Holzabschlag rund 10,00 € pro Festmeter).
Die Stärkeklassenabschläge für geringere Dimensionen lagen zwischen 8,00 und 12,00 € pro Festmeter. Einige Abnehmer erhoben zusätzlich wieder für starke Dimensionen ab der 5. Stärkeklasse aufwärts Abschläge. Bei den Käferholzabschlägen war eine differenzierte Entwicklung zu beobachten. In den Gebieten mit vermehrten Käferaufkommen wurden teilweise Preisminderungen bis 25,00 € pro Festmeter erhoben, wohingegen in anderen Regionen zwischen 12,00 und 18,00 € pro Festmeter abgezogen wurden.

Für D-Holz in allen Stärkeklassen wurden stellenweise nur noch Abwehrpreise zwischen 45,00 und 55,00 € (vereinzelt bis 60,00 €) pro Festmeter frei Waldstraße ausbezahlt.
Die Nachfrage nach Kiefer war bedingt durch das hohe Aufkommen an Fichtenholz entsprechend gering, was sich bei Preisen für Abschnitte (FL B/C, 2b) zwischen 68,00 bis maximal knapp über 75,00 € widerspiegelte.

Douglasie und Lärche wurde verstärkt nachgefragt und bei entsprechenden Qualitäten (Güteklasse B) zu Preisen von deutlich über 100,00 € pro Festmeter frei Wald gehandelt.

Laubstammholz

Holzstämme gestalpelt

Foto: Jan Böhm

Die reguläre Einschlagstätigkeit beim Laubstammholz wurde im Laufe des Quartals eingestellt. Lediglich Eschenholz musste vermehrt bedingt durch das Eschentriebsterben eingeschlagen werden. Bei guten Qualitäten konnten in den oberen Stärkeklassen Preise bis zu 130,00 € pro Festmeter erzielt werden.

Die hohe Nachfrage vor allem beim Eichenrundholz konnte nicht gedeckt werden, was erneuten zu Preisanhebungen in fast allen Sortimenten führte.

Industrieholz

Papierholz (IS N) aus dem Privatwald wurde weiterhin auf bestehende Verträge zu den bekannten Konditionen von 33,50 € pro Raummeter frei Waldstraße geliefert. FK-Qualitäten gaben im Preis erneut nach.

Interpreten

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