Rohstoff Holz

Holzmarktbericht
Der aktuelle Rohholzmarkt in Bayern

Holzmarktbericht für das erste Quartal 2019

Wirtschaft / Konjunktur

Trotz einer leichten konjunkturellen Abkühlung im Euroraum, stieg der saisonbereinigte ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland zum Ende des Quartals erstmals seit sechs Rückgängen in Folge wieder an. Die Lage im Bauhauptgewerbe entspannte sich ebenfalls nach zuletzt rückläufiger Tendenz und erreichte nahezu die Werte aus dem Vorjahr.

Holz verarbeitende Industrie

Die Preise der Absatzprodukte der nadelholzverarbeitenden Betriebe haben im vergangenen Quartal bei fast allen Sortimenten leicht nachgegeben. Aber aufgrund der sehr guten Versorgungslage in Verbindung mit äußerst niedrigen Einkaufspreisen für Rohholz konnte die Geschäftslage im I. Quartal 2019 weiterhin äußerst positiv bewerten werden. Die Nadelholzsäger konnten im vollen Umfang produzieren und ihre Lager füllen.

Bei den laubholzverarbeitenden Betrieben verbesserte sich die Versorgungssituation mit Beginn des Jahres 2019 kontinuierlich. Die meisten Betriebe konnten planmäßig produzieren und gleichzeitig ihre Rundholzlager für die kommenden Monate füllen.

Forstwirtschaft

Abschnitte von Holzstämmen liegen zu mehreren Stapeln zusammengelegt im Wald Zoombild vorhanden

Frisch geschlagenes Holz im Wald (Foto: Jan Böhm)

Auch das Jahr 2019 beginnt mit erneuten Kalamitäten. Zum Ende des Quartals fegten eine Reihe von Stürmen über die Republik und verursachten deutschlandweit etwa 3 Millionen Festmeter Schadholz. Während der Freistaat von den Stürmen weitestgehend verschont blieb, kam es vor allem im Alpenraum und in den Mittelgebirgslagen zu erheblichen Schneebruchschäden. Aufgrund der teilweise immer noch massiven Schneemengen in einigen Regionen war eine genaue Bezifferung des Schadens noch nicht möglich.

Die Anfang Januar einsetzenden Schneefälle haben die forstwirtschaftlichen Tätigkeiten im Süden und Osten Bayerns mehr oder weniger zum Erliegen gebracht. In den niedrigeren Regionen wurden meist übrig gebliebene Käferhölzer und vereinzelt angefallene Sturmwurfschäden beseitigt. Die Abfuhr der Hölzer aus dem Wald erfolgte in den meisten Fällen zügig, so dass keine größeren Waldlager entstanden sind.

In den Laubholzregionen lief der Einschlag voll an und konnte zum Ende des Quartals weitestgehend abgeschlossen werden.

Nadelstammholz

Holzpolter (Foto: LWF)

Holzpolter (Foto: LWF)

Die Situation am Holzmarkt war weiterhin stark angespannt. Die großen Mengen an Kalamitätshölzer in Verbindung mit den importierten Hölzern aus den benachbarten Bundesländern und der angrenzenden Staaten beeinflussten den Holzmarkt negativ.

In der Folge haben die Preise für frisches Fichtenholz weiter nachgegeben und betrugen für Abschnitte im Leitsortiment (FL B/C; 2b) zwischen 68,00 und 80,00 € (vereinzelt 90,00 €) pro Festmeter frei Waldstraße. Fichtenlangholz in B-Qualität hat ebenfalls zum Beginn des Jahres an Wert eingebüßt und liegt zwischen 80,00 € und 95,00 € pro Festmeter.

Für Käferholz wurden von vielen Abnehmern Abwehrpreise auf Industrieholzpreisniveau zwischen 45,00 und 55,00 € pro Festmeter unabhängig von der Stärkeklasse bezahlt.

Im Sog der Fichte haben sich die Preise für Kiefer ebenfalls nach unten korrigiert und liegen zwischen 55,00 und 65,00 € für Abschnitte (FL B/C; 2b).

Die Nachfrage an qualitativ guten Douglasien und Lärchen war weiterhin ungebremst. Hier konnten Stammholzpreise (2b+ in Güte B) zwischen 105,00 und 120,00 € pro Festmeter erzielt werden.

Laubstammholz

Holzstämme gestalpelt

Foto: Jan Böhm

Die in ganz Bayern durchgeführten Wertholzsubmissionen in den ersten Monaten 2019 konnten die Erfolge der letzten Jahre weitestgehend fortschreiben.

Buchenrundholz war aufgrund einer leichten Unterversorgung der Säger zu Beginn der Laubholzsaison 2018/2019 rege nachgefragt und wurde zu Preisen zwischen 105,00 und 130,00 € pro Festmeter fei Waldstraße für L 4 in B-Qualität gehandelt. C-Qualitäten erzielten in der gleichen Stärkeklasse zwischen 68,00 bis knapp 80,00 € pro Festmeter.

Eiche (L 4; B) erzielte zwischen 330,00 und 365,00 € pro Festmeter. Für stärkere Dimensionen wurden Preise zwischen 400,00 und vereinzelt 500,00 € pro Festmeter ausbezahlt.

Industrieholz

Papierholz (IS N) aus dem Privatwald konnte vielerorts zu den aus dem Vorquartal gültigen Konditionen vermarktet werden.
FK-Qualitäten waren schwer zu vermarkten und erzielten im Spotmarktgeschäft nur noch Preise unter 20,00 € pro Raummeter frei Waldstraße.

Energieholz/Brennholz

Nachfrage bedingt war beim Brennholz ein leichter Anstieg zu verspüren. Die Konkurrenz zum Laubzellstoffsektor eröffnete insgesamt bessere Vermarktungsmöglichkeiten.
Bei Waldhackschnitzeln war eine relativ große Preisspanne von 65,00 € pro t-atro bis über 90,00 € pro t-atro zu beobachten.

Interpreten

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