Rohstoff Holz

Holzmarktbericht
Der aktuelle Rohholzmarkt in Bayern

Holzmarktbericht für das dritte Quartal 2019

Wirtschaft / Konjunktur

Die seit 2018 beginnende leichte konjunkturelle Abkühlung setzte sich auch im 3. Quartal 2019 fort. Im Holzgewerbe waren hierbei teilweise deutlich unterschiedliche Entwicklungen zu sehen. Während bei der Herstellung von Bauelementen und Fertigbauteilen aus Holz ein anhaltender Boom zu beobachten war, mussten die Hersteller von Verpackungsmitteln und Paletten mit weiteren Einbußen zurechtkommen.

Holz verarbeitende Industrie

Die Geschäftslage der nadelholzverarbeitenden Betriebe in Bayern konnte weiterhin äußerst positiv bewertet werden. Nach Abschluss der Sommerpause Anfang August konnte wieder in vollem Umfang produziert werden. Trotz der kalamitätsbedingten Überversorgung auf den Rundholzmärkten, wurde im vergangenen Quartal von einigen Sägern die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz deutlich erhöht.

Forstwirtschaft

Abschnitte von Holzstämmen liegen zu mehreren Stapeln zusammengelegt im Wald Zoombild vorhanden

Frisch geschlagenes Holz im Wald (Foto: Jan Böhm)

Die forstwirtschaftlichen Tätigkeiten beschränkten sich bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich auf die Aufarbeitung von Kalamitätsholz. Im Süden des Freistaates wurden weiterhin Schneebruch- und Schneedruckschäden aufgearbeitet. Gegen die Erwartungen blieb der Käferholzanfall in diesen Regionen deutlich unter den Vorjahresmengen. Ganz anders die Situation in Ostbayern und in Franken. Die Käferholzmengen in diesen Teilen Bayerns haben sich im Vergleich zu 2018 deutlich erhöht. In allen Waldbesitzarten kam es zu massiven Ausbreitungen von Buchdrucker und Kupferstecher. Die Kalamitätsholzmengen stiegen enorm an und überschwemmten regelrecht die in diesen Regionen ansässigen Sägewerksbetriebe. Dies führte zu Verzögerungen bei der Holzabfuhr und somit zum Aufbau von Waldlagern.

Die finanzielle Unterstützung durch den Freistaat bei der Verbringung von Rundholz außerhalb des Waldes und anschließender Lagerung auf landwirtschaftlichen Flächen und die Einlagerung von Hölzern durch die Bayerischen Staatsforsten in Nasslager konnte die Situation zumindest in Teilen entschärfen und die Märkte entlasten.

Nadelstammholz

Holzpolter (Foto: LWF)

Holzpolter (Foto: LWF)

Analog zum Käferholzaufkommen waren auch die Preise für Nadelstammholz in Bayern unterschiedlich. In den Hauptschadensgebieten im Osten Bayerns und in Franken wurden für frische Fichtenabschnitte (FL B/C; 2b) zwischen 50,00 und 60,00 € pro Festmeter frei Waldstraße ausbezahlt, wohingegen im Süden und Westen Frischholzpreise von 60,00 bis 70,00 € pro Festmeter (in allen Waldbesitzarten) möglich waren. Die Käferabschläge bewegten sich zwischen 20,00 und 30,00 € (teilweise 35,00 €) pro Festmeter, was in den stark betroffenen Regionen knapp die Grenze einer kostendeckenden Aufarbeitung erreichte oder sogar unterschritt. Um eine Entlastung der Nadelrundholzmärkte zu erreichen, wurden weiterhin Exporte nach China forciert. Hierfür lagen die Preise für Mischlose zwischen 35,00 und 45,00 € pro Festmeter frei Wald.

Kiefer war wie im vergangen Quartal aufgrund des erhöhten Käferholzanfalles nur schwer zu vermarkten. Preise für Abschnitte (FL B/C; 2b) lagen zwischen 50,00 und 65,00 € pro Festmeter frei Wald und vereinzelt auch darunter.

Laubstammholz

Holzstämme gestalpelt

Foto: Jan Böhm

Die Verhandlungen beim Buchenrundholz ergaben eine weitestgehende Fortschreibung der Preise der Vorsaison, was Auszahlungspreise für B4+ zwischen 90,00 und 115,00 € pro Festmeter frei Wald bedeutete. C-Qualitäten wurden je nach Stärkeklasse zwischen 55 und 65 € pro Festmeter gehandelt.

Die Frühlieferprämien wurden im Vergleich zu 2018 von 20,00 auf 15,00 € pro Festmeter im August abgesenkt und die weiteren Staffelungen verkürzt. Für Kalamitätsholz wurde keine Frühlieferprämie angeboten.

Eiche wurde wie in den letzten Jahren bei nahezu gleichbleibend hohen Preisen rege nachgefragt.

Industrieholz

Nadelindustrieholz in den Hauptschadensgebieten war nur sehr schwer zu vermarkten, was zu einem Aufbau der Waldlager führte. F/K-Qualitäten erzielten vielerorts nur noch Preise im unteren zweistelligen Bereich (10,00 bis 13,00 € pro Raummeter frei Wald). Für OSB-Qualitäten wurden zwischen 15,00 und 19,00 € pro Raummeter ausbezahlt.

Beim Schleifholz war weiterhin ein kalamitätsbedingtes Überangebot zu beobachten. Die aus dem Vorquartal reduzierte Papierholzmenge (IS N) für den Privatwald wirkte sich auch im 3. Quartal negativ aus. Der mit einigen Forstwirtschaftlichen Vereinigungen geschlossene Vertrag mit Abnehmern der Papierindustrie mit einer Laufzeit bis 31. Oktober konnte noch nicht fortgeschrieben werden.

Interpreten

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