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Zur Situation der Waldverjüngung
Forstliche Gutachten

Die Bayerische Forstverwaltung erstellt alle drei Jahre für die rund 750 bayerischen Hegegemeinschaften Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung (kurz auch Vegetationsgutachten genannt).

In den Gutachten werden die Situation der Waldverjüngung sowie ihre Beeinflussung durch Schalenwild bewertet und Abschussempfehlungen abgegeben. Die Forstlichen Gutachten sind für die Beteiligten ein wichtiges Hilfsmittel bei der Abschussplanung für Schalenwild. Das Verfahren der Forstlichen Gutachten gibt es seit 1986.

Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2015

Jäger und Förster bei Inventuraufnahmen zum Forstlichen Gutachten im Wald (Foto: T. Bosch, LWF)Zoombild vorhanden

Inventuraufnahmen zum Forstlichen Gutachten (Foto: T. Bosch, LWF)

Die Bayerische Forstverwaltung erstellt im Jahr 2015 zum elften Mal seit 1986 für die rund 750 Hegegemeinschaften in Bayern die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung.

In den Gutachten äußern sich die Forstbehörden zum Zustand der Waldverjüngung und ihre Beeinflussung durch Schalenwildverbiss und Fegeschäden. Sie beurteilen die Verbisssituation in den Hegegemeinschaften und geben Empfehlungen zur künftigen Abschusshöhe ab.

Die Forstlichen Gutachten 2015 sollen die Beteiligten vor Ort in die Lage versetzen, für die Schalenwild-Abschussplanperiode 2016/19 einvernehmlich gesetzeskonforme Abschusspläne aufzustellen. Für die unteren Jagdbehörden stellen sie eine wichtige Entscheidungsgrundlage bei der behördlichen Abschussplanung dar.

Faltblatt zum Forstlichen Gutachten 2015

Zeitablauf

  • März bis Mai 2015: Aufnahmen zur Verjüngungsinventur
  • Mai bis Juni 2015: Auswertung der aufgenommenen Daten
  • Juli 2015: Versand der Ergebnisse der Verjüngungsinventur an die Beteiligten und Möglichkeit zur schriftlichen Stellungnahme
  • August bis September 2015: Informationsveranstaltungen bei Bedarf
  • September 2015: Erstellung der Forstlichen Gutachten
  • November 2015: Bekanntgabe der Forstlichen Gutachten
  • Bis März 2016: Fertigstellung der ergänzenden Revierweisen Aussagen

Ergänzende Revierweise Aussagen

Auch 2015 erstellen die Forstbehörden beim Forstlichen Gutachten in denjenigen Hegegemeinschaften, bei denen im vorangegangenen Gutachten die Verbissbelastung als "zu hoch" oder "deutlich zu hoch" bewertet wurde ("rote" Hegegemeinschaften), für alle Jagdreviere ergänzende Revierweise Aussagen. In den "grünen" Hegegemeinschaften (Wertung der Verbissbelastung "günstig" oder "tragbar") werden Revierweise Aussagen erstellt, wenn dies für das jeweilige einzelne Jagdrevier von Beteiligten (Jagdvorstand, Eigenjagdbesitzer, Revierinhaber oder einzelne Jagdgenossen) beantragt wird.
Vor der endgültigen Fertigung der Revierweisen Aussage wird den Beteiligten ein gemeinsamer Waldbegang angeboten, bei dem der Entwurf der Revierweisen Aussage vorgestellt und an konkreten Waldbildern erläutert wird.

Antragsformular: "Erstellung einer ergänzenden Revierweisen Aussage" pdf 14 KB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Anweisung zu den Forstlichen Gutachten 2015

Evaluation des weiterentwickelten Forstlichen Gutachtens zur Situation der Waldverjüngung 2012

Mitarbeiter der Bayerischen Forstverwaltung untersuchen junge Tannen am Waldboden.Zoombild vorhanden

Gemeinsame Aufnahme der Verjüngungsfläche (Foto: T. Bosch)

Im Jahre 2011 wurde durch Forstminister Helmut Brunner eine Weiterentwicklung des Forstlichen Gutachtens in Form eines 10-Punkte-Programms vorgestellt. Die zehn Punkte sollen die Aussagekraft und die Transparenz des Forstlichen Gutachtens verbessern sowie die Eigenverantwortung der Beteiligten vor Ort stärken und ein vertrauensvolles Miteinander fördern.

Weiterentwickeltes Forstliches Gutachten pdf 5,3 MB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Durch ein Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) wurde die Wirksamkeit und Akzeptanz der Weiterentwicklung untersucht.

Die Ergebnisse dieses Prokjektes finden Sie hier... Externer Link

Gesetzliche Grundlagen

Gesetzliche Grundlage für die Erstellung der Forstlichen Gutachten ist der Artikel 32 Abs. 1 des Bayerischen Jagdgesetzes (BayJG):

  • "Bei der Abschussplanung ist neben der körperlichen Verfassung des Wildes vorrangig der Zustand der Vegetation, insbesondere der Waldverjüngung zu berücksichtigen. Den zuständigen Forstbehörden ist vorher Gelegenheit zu geben, sich auf der Grundlage eines forstlichen Gutachtens über eingetretene Wildschäden an forstlich genutzten Grundstücken zu äußern und ihre Auffassung zur Situation der Waldverjüngung darzulegen."

Wesentlicher Maßstab bei der Bewertung der Verjüngungssituation sind der im Waldgesetz für Bayern (BayWaldG) formulierte Grundsatz "Wald vor Wild" und das sogenannte "Waldverjüngungsziel" des Bayerischen Jagdgesetzes:

  • "Dieses Gesetz soll insbesondere dazu dienen, einen standortsgemäßen und möglichst naturnahen Zustand des Waldes unter Berücksichtigung des Grundsatzes "Wald vor Wild" zu bewahren oder herzustellen." (Art. 1 Abs. 2 Nr. 2 BayWaldG)
  • "Die Bejagung soll insbesondere die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen." (Art. 1 Abs. 2 Nr. 3 BayJG)

Erstellung der Forstlichen Gutachten

Die Forstlichen Gutachten werden mit folgendem Ablauf erstellt:

  • Vor dem Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr wird auf über 25.000 systematisch ausgewählten Waldverjüngungsflächen eine Inventur zur Verjüngungssituation durchgeführt. Die Jagdgenossen und Jäger können an den Inventuraufnahmen teilnehmen, um sich direkt vor Ort ein Bild zu verschaffen.
  • Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) wertet die Inventurdaten aus und leitet die Ergebnisse an die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten weiter.
  • Die Ämter stellen die Inventurergebnisse vorab den betroffenen Jagdvorständen, Eigenjagdbesitzern und Revierinhabern zur Verfügung, die dazu Stellung nehmen können.
  • Auf Basis der Ergebnisse der statistisch abgesicherten Verjüngungsinventur, der Stellungnahmen der Beteiligten und anderer Erkenntnisse, wie zum Beispiel aus ergänzenden Revierweisen Aussagen, gemeinsamen Revierbegängen oder Weiserflächen, werden dann von den Forstfachleuten die Forstlichen Gutachten erstellt. In den Gutachten wird u.a. die Verbisssituation in der Hegegemeinschaft in vier Stufen bewertet ("günstig", "tragbar", "zu hoch" oder "deutlich zu hoch") und eine Abschussempfehlung abgegeben ("deutlich senken", "senken", "beibehalten", "erhöhen" oder "deutlich erhöhen").
  • Die Beteiligten erhalten dann im Herbst das Forstliche Gutachten für die jeweiligen Hegegemeinschaften, um auf einer fundierten Basis die Drei-Jahres-Abschussplanung im kommenden Frühjahr durchführen zu können.

Frühere Gutachten

Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2012
Die Forstlichen Gutachten 2012 zeigen, dass sich die Waldverjüngung in Bayern insgesamt auf einem guten Weg hin zu stabilen Mischwäldern befindet. In den letzten 20 Jahren haben sich die Anteile der Laubbäume und der Tanne in der Verjüngung spürbar erhöht. Die Verbisssituation hat sich bayernweit nach 2009 ein weiteres Mal verbessert.
Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2009
Gegenüber 2006 hat sich im Jahr 2009 die Verbisssituation in Bayern wieder verbessert. Bayernweit ist der Anteil abgebissener Leittriebe bei Nadelbäumen von acht auf sechs Prozent zurückgegangen, bei Laubbäumen von 28 auf 24 Prozent.

Forstliche Gutachten 2009 pdf 9,4 MB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2006
Der Verbiss an jungen Waldbäumen durch Schalenwild hatte im Jahr 2006 nach dem Rückgang in den letzten Jahren wieder zugenommen. Bayernweit war gegenüber 2003 der Anteil abgefressener Leittriebe bei Nadelbäumen von fünf auf acht Prozent gestiegen, bei Laubbäumen von 22 auf 28 Prozent.

Forstliche Gutachten 2006 pdf 7,6 MB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2003
Zum siebten Mal seit 1986 wurden im Jahr 2003 die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung erstellt. Der durchschnittliche Leittriebverbiss lag bei den Nadelbäumen bei fünf Prozent, bei den Laubbäumen bei 22 Prozent.

Forstliche Gutachten 2003 pdf 7,6 MB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2000
Im Jahr 2000 wurden die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung zum sechsten Mal erstellt. Gegenüber 1997 hatte sich der durchschnittliche Leittriebverbiss bei allen Baumarten von 17 auf 14 Prozent und bei den Laubbäumen von 29 auf 23 Prozent verringert.

Forstliche Gutachten 2000 pdf 1,7 MB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

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