Fluss fließt durch Auwald

Einzigartige biologische Vielfalt im Auwald
960 Hektar Naturwald bei Neuburg a.d.Donau

Am 30. Juli 2019 hat der Ministerrat beschlossen, im Raum Neuburg an der Donau / Ingolstadt auf Staatswaldflächen ein 2.000 Hektar großes Schutzgebiet im Auwald als Bestandteil der Naturwaldflächen auszuweisen. Dazu wurde am 18. Oktober 2019 ein erster entscheidender Schritt unternommen: Im Donau-Auwald wird ein etwa 960 Hektar großes Schutzgebiet entstehen. Alle staatlichen Auwälder im Verantwortungsbereich der Bayerischen Staatsforsten AöR (BaySF) zwischen der Lechmündung bei Marxheim und dem Neuburger Stadtgebiet werden zu Naturwaldflächen nach Art. 12a BayWaldG erklärt.

Das hat Forstministerin Michaela Kaniber bei der Pressekonferenz der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) angekündigt. Die Flächen werden unter den dauerhaften und verbindlichen Schutz des Bayerischen Waldgesetzes gestellt. Das heißt, ab sofort wird dort keine forstliche Bewirtschaftung und keine Holzentnahme mehr stattfinden. Nur notwendige Maßnahmen des Waldschutzes und der Verkehrssicherung bleiben erlaubt.
Übersichtskarte des Auenschutzgebietes an der Donau (Geobasisdaten: Bayerische Landesvermessung LDBV)

Übersichtskarte in Originalgröße photo 447 KB

Übersichtskarte des Auenschutzgebietes an der Donau bei der die Ausweisungen als Naturwaldfläche nach Art. 12 a BayWaldG mit grüner Farbe eingezeichnet sind. (Geobasisdaten: Bayerische Landesvermessung LDBV)

Auwaldgebiete mit einzigartiger biologischer Vielfalt

Als Teil des FFH-Gebietes 7232-301 "Donau mit Jura-Hängen zwischen Leitheim und Neuburg" und des SPA-Gebietes 7231-471 "Donauauen zwischen Lechmündung und Ingolstadt" handelt es sich hier um Teile der größten zusammenhängenden Auwaldgebiete Mitteleuropas. Ihre biologische Vielfalt ist einzigartig. Hartholzauen mit Eiche, Esche und Ulme wechseln sich mit Weichholzauen aus Erlen, Pappeln und Weiden in verschiedenen Ausprägungen ab. Sie sind durchzogen von Fließgewässern, Gräben und Mulden. Die Flächen sind Lebensraum für Gelbbauchunke, Biber sowie zahlreiche seltene Vogelarten wie Mittelspecht, Halsbandschnäpper und Kleinspecht.

Blick in die Zukunft

Natürliche Prozesse sollen in den Auwäldern möglichst ungestört ablaufen. Trotzdem soll die Natur in dem Schutzgebiet für die Bürger zugänglich und erlebbar bleiben. Auch Fischerei und Jagd sollen weiter ausgeübt werden, zumal letzteres für die natürliche Waldverjüngung oder zur Begrenzung von Schwarzwildbeständen wesentlich ist. Für große Beutegreifer hingegen, welche die Schalenwildbestände natürlich regulieren könnten, wird die Fläche aufgrund ihrer Ausformung weniger attraktiv sein.
Diese Naturwaldflächen sollen künftig das Rückgrat des Auwaldschutzes im Raum Neuburg an der Donau / Ingolstadt darstellen. Es werden aktuell noch Möglichkeit geprüft, die Naturwaldflächen um nichtstaatliche Auwälder in der Umgebung zu ergänzen, jedoch ausschließlich auf freiwilliger Basis. Ein Zukunftskonzept zur Entwicklung der Naturwaldfläche "Donau-Auwald Neuburg" welches beispielsweise die Monitoring- und Forschungsaufgaben oder das Informations- und Kommunikationskonzept beschreibt, wird noch ausgearbeitet.