Förster und Waldbesitzer im Beratungsgespräch (Foto: Dominic de Hasque)

Wald der Städte und Gemeinden
Körperschaftswald

Kommunale Wälder spielen eine besondere Rolle für die Lebensqualität der örtlichen Bevölkerung. Sie dienen der Naherholung, sichern die Trinkwasserqualität und sind wichtig für den Klimaschutz.

Das Foto zeigt einen Baumstamm der von einer Plattform umgeben wird. Auf der Plattform sieht man zwei Erwachsene und zwei Kinder.Zoombild vorhanden

Foto: T. Binder

Der Wald der Gemeinden, kommunalen Stiftungen und Städte, insgesamt rund 277.000 Hektar, verteilt sich auf rund 2.000 waldbesitzende Körperschaften. In den Regierungsbezirken Unterfranken und Schwaben ist der Anteil der Körperschaftswälder besonders hoch.

Eine vorbildliche und planmäßige Bewirtschaftung der Körperschaftswälder durch fachkundiges Personal ist im Waldgesetz für Bayern vorgeschrieben. Damit sollen die hohen Ansprüche an die Gemeinwohlfunktionen dieser Wälder nachhaltig gesichert werden. Basierend auf Forstwirtschaftsplänen oder, bei kleineren Wäldern, auf Forstbetriebsgutachten wird in den Wäldern der Städte und Gemeinden planmäßig und nachhaltig gewirtschaftet.

Die Kommunen nutzen verschiedene Möglichkeiten für die Bewirtschaftung Ihrer Wälder:

  • Viele Kommunen haben die Bewirtschaftung den unteren Forstbehörden vertraglich und gegen Entgelt übertragen: Auf knapp 33.000 Hektar oder 12 Prozent der gesamten Körperschaftswaldfläche wird die Betriebsleitung durch staatliche Forstbeamte der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wahrgenommen. Für rund 148.000 Hektar oder 53 Prozent der Fläche ist mit der Forstverwaltung sowohl die Betriebsleitung als auch die Betriebsausführung vertraglich vereinbart.
    Bei Körperschaftswäldern mit Gemeindenutzungsrechten kann eine Entgeltreduktion ("Rechtlerbonus") vorgenommen werden, sofern durch Eigenleistungen der Berechtigten eine entsprechende Entlastung in der staatlichen Betriebsausführung gegeben ist. Abschläge können dann gewährt werden, wenn der Holzeinschlag, die Bestandsbegründung sowie die Jungbestandspflege auf Grundlage der Jahresbetriebsplanung und der Waldschutz und Wegeunterhalt selbstständig organisiert werden.
  • Größere Kommunen haben auch eigenes forstfachliches Personal zur Bewirtschaftung ihrer Wälder angestellt.
  • Bei nachgewiesener forstfachlichen Eignung können Kommunen die Aufgaben auch an forstliche Zusammenschlüsse und private Dienstleister übertragen.
    Am 8. Dezember 2011 wurde ein neuer "Pakt zur Sicherung der vorbildlichen Waldbewirtschaftung im Kommunalwald" zwischen der Staatsregierung und den kommunalen Spitzenverbänden unterzeichnet. Zentraler Punkt ist die Einführung eines sogenannten "Gemeinwohlausgleichs" für Körperschaften. Wird die Betriebsleitung und Betriebsausführung in ihrem Wald mit eigenem Personal durchgeführt bzw. werden hierzu qualifizierte Dritte beauftragt, können Kommunen den Gemeinwohlausgleich als Festbetrag je Hektar und Jahr in Anspruch nehmen. Er beträgt im Fall der Betriebsleitung und Betriebsausführung 7,80 Euro je Hektar und Jahr. Wird nur die Betriebsausführung mit eigenem Personal bestritten oder durch Dritte übernommen und verbleibt die Betriebsleitung bei der Forstverwaltung, so erhalten die Körperschaften 6,50 Euro je Hektar und Jahr. Der Gemeinwohlausgleich wird erstmals im Jahr 2012 ausbezahlt.
Über die forstlichen Förderprogramme können die Körperschaftswaldbesitzer wie die Privatwaldbesitzer auf Antrag finanzielle Unterstützung für bestimmte waldbauliche Maßnahmen und für den Forstwegebau erhalten.

Richtlinien für die Forsteinrichtung im Körperschaftswald (FER-KöW 2012)

Die Bewirtschaftung des Körperschaftswaldes muss in Bayern auf Forstwirtschaftspläne, bei kleineren Wäldern auf Forstbetriebsgutachten gestützt sein. Bei Wäldern unter fünf Hektar Größe entfällt diese Verpflichtung. Die Forstwirtschaftspläne und Forstbetriebsgutachten werden im Einvernehmen mit den Körperschaften von freiberuflich tätigen Sachverständigen im Auftrag der Forstbehörden oder von diesen selbst erstellt.

Die fachlichen Anforderungen an die Forstwirtschaftspläne und Forstbetriebsgutachten sowie Regelungen zum organisatorischen Ablauf der Forsteinrichtung im Kommunalwald sind in den Richtlinien für die Forsteinrichtung im Körperschaftswald (FER-KöW 2012) geregelt.