Ein Wald ohne Weg ist wie ein Haus ohne Tür
Walderschließung

Die Walderschließung durch Forstwege und Rückegassen ist die Voraussetzung für eine geregelte, schonende und rentable Bewirtschaftung Ihres Waldes. Sie dient unter anderem der Vermeidung von Schäden an Bestand und Boden. Die regelmäßige Instandhaltung stellt sicher, dass die Wege langfristig nutzbar bleiben und teure Reparaturen vermieden werden.

Walderschließung durch Forstwege

Weg schlängelt sich durch den BergwaldZoombild vorhanden

(Foto: Jan Böhm)

Waldbestände müssen zur Bewirtschaftung gut erschlossen sein. Auf schwerlastbefahrbaren Forstwegen ist der einfache und kostengünstige Abtransport des Holzes jederzeit möglich.

Eine gute Walderschließung durch ein ausgebautes Wegenetz ermöglicht es dem Waldeigentümer auch seine Wälder regelmäßig zu kontrollieren und vor Schäden zu schützen. Im Schadensfall selbst, wie zum Beispiel einem Waldbrand, kann der Wald zügig erreicht und einem Schaden schnell begegnet werden.
Planung und Bau eines Forstweges
  • Planung
    • Information
    • Einigung der Beteiligten
  • Vor Baubeginn
    • Festlegen des Wegeverlaufes
    • Beteiligtenerklärung
    • Förderung beantragen
    • Trassenaufhieb
    • Ausschreibung
  • Wegebau
    • Erdarbeiten
    • Entwässerung
    • Befestigen, Profilieren, Verdichten
  • Fertigstellung
    • Einfordern der Kostenbeteiligung
    • Auszahlung Förderung
    • Widmung

Feinerschließung mit Rückegassen

Gasse im Wald mit Markierungwn an den BäumenZoombild vorhanden

Rückegassen sind durch Sprühfarbe klar markiert
(Foto: J. Böhm)

Der Holztransporter nimmt das Holz gesammelt am Wegesrand auf. Um es da abholen zu können, muss das Holz zunächst aus dem Wald geholt und zu Poltern gebündelt werden. Die Feinerschließung des Bestandes durch Rückegassen ermöglicht die geordnete und damit bodenschonende Befahrung des Bestandes für Holzerntemaschinen und Rückefahrzeuge.

Rückegassen sind gerade Fahrlinien im Forst und gehören zum Waldbestand. Sie bestehen aus dem gewachsenen Waldboden und werden nicht mit Kies, Schotter und Bauschutt befestigt.

Diese Linien der Walderschließung werden in den jungen Jahren des Bestandes bereits angelegt. Bei jedem weiterem Eingriff können die Rückegassen erneut genutzt werden. Dadurch erfolgt abseits der Fahrlinien keine weitere Befahrung des Waldes. Das schont nicht nur den Boden, sondern auch Wurzeln und Bäume.

Abstände zwischen Rückegassen

Rückegassen werden in regelmäßigen Abständen von circa 30 Metern angelegt und sollten nicht zu schmal sein. Bei der Ernte von Holz mit Harvestern ist es ratsam das Reisig der Bäume auf der Rückegasse auszubreiten um auf diesem „Polster“ eine bodenschonendere Befahrung zu ermöglichen.

Seiltrassen im Bergwald

Im Bergwald sind die Wälder aufgrund der Steilheit nur schwer befahrbar. Die Bestände werden dort vor allem mittels Seiltrassen für Seilbahnen erschlossen.

Bergwaldbewirtschaftung

Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförster/innen helfen bei Fragen zu Wegen und Rückegassen gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können auch Sie schnell Ihren zuständigen Förster finden.  

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