Biologische Vielfalt im Wald
Natura 2000 - Überblick

Natura 2000 ist ein europäisches Biotopverbund-Netz.
Es setzt sich aus den Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und den Vogelschutz-Gebieten (SPA) zusammen. Hauptziel der Europäischen Naturschutzrichtlinien ist der Erhalt der biologischen Vielfalt in Europa. Bestimmte Lebensraumtypen und Arten in diesen Gebieten sollen in einem günstigen Zustand erhalten oder dieser wenn nötig wiederhergestellt werden.

Bayern hat für Natura 2000 insgesamt über 800.000 ha an Flächen gemeldet und 745 Gebiete ausgewiesen. Die Gebietsmeldung ist seit 2004 abgeschlossen. Wald ist an diesem Netzwerk mit etwa 450.000 ha (56%) deutlich überproportional beteiligt.
Logo: Natura 2000

Natura 2000: Logo
des europäischen Biotopverbund-Netzes

Erlen-Eschen-Auwald an einem Fluß.

Erlen-Eschen-Auwald
(Foto: Boris Mittermeier)

Bechsteinfledermäuse

Bechsteinfledermaus
(Foto: Hans-Jürgen Hirschfelder)

Waldnutzung und Naturschutz - kein Widerspruch

Natura 2000-Gebiete sind keine Totalschutzgebiete. In ihnen findet Landnutzung und Bewirtschaftung statt. Handlungsrahmen bildet das gesetzlich vorgeschriebene "Verschlechterungsverbot" zusammen mit den "Erhaltungszielen" des jeweiligen Gebietes. Innerhalb dieses Handlungsrahmens, der zum Schutz und Erhalt der Arten und Lebensräume erforderlich ist, soll der Eigentümer auch weiterhin im Natura 2000-Gebiet möglichst frei wirtschaften können. Dies ist meist auch ohne Interessenskonflikte möglich - denn Waldnutzung und Naturschutz sind kein Widerspruch. Oft wurde der günstige Zustand der Lebensräume und Arten erst durch die Bewirtschaftungstradition (wie z. B. die Mittelwaldbewirtschaftung) geschaffen und ist deren Fortführung zum Erhalt der Schutzgüter notwendig.

Die Belange von Forstwirtschaft und Naturschutz sollen optimal miteinander vereinbart werden. Dazu diskutieren alle Beteiligten die Managementpläne und ihre Umsetzung an Runden Tischen.

Waldflächen und Gebiete

Die Bayerische Natura 2000-Waldfläche teilt sich im Jahr 2014 zu 53% auf Staats-, zu 25% auf Privat-, zu 14% auf Kommunal- und zu 6% auf Bundeswald auf. Die restlichen 2 % entfallen auf sonstige Flächen.(Grafik: StMELF)Zoombild vorhanden

Besitzverteilung der bayerischen Natura 2000 Waldfläche; Stand 2014
(Grafik: StMELF)

Besitzverteilung der bayerischen Natura 2000-Waldfläche

450.000 ha der Natura 2000-Fläche sind Wald, d. h. 17% der Bayerischen Waldfläche gehören zum Europäischen Schutzgebietsnetz. Dies verdeutlicht die hohe Naturschutzqualität der bayerischen Wälder. Die Mehrheit davon (53%) sind Staatswald, was dessen besonderer Gemeinwohlverpflichtung gerecht wird.

Informationen zu den einzelnen Gebieten finden Sie hier:

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) Externer Link

Wald und Schutzgüter

15 Waldlebensraumtypen sind in der Bayerischen Natura 2000-Kulisse gemeldet, davon machen die Buchenwälder mit 65% den Löwenanteil aus.

Auf den Wald spezialisiert sind außerdem 33 FFH-Arten nach Anhang II (wie z.B. Biber, Gelbbauchunke, Eremit oder Frauenschuh) und 28 Arten der Vogelschutzrichtlinie (wie z.B. Mittelspecht, Schwarzstorch oder Ziegenmelker).
Waldmeister-Buchenwald mit Forstweg

Waldmeister-Buchenwald
(Foto: Hans-Jürgen Hirschfelder)

Rauhfußkauz

Rauhfußkauz
(Foto: Christoph Moning)

Mehr zu den Arten und Lebensraumtypen finden Sie hier:

Gebietsmanagement

Forst- und Naturschutzbehörden leisten die verschiedenen Aufgaben des Gebietsmanagements:

  • Erstellung von Managementplänen
  • Koordinierung der Umsetzung von Erhaltungsmaßnahmen
  • Monitoring des Erhaltungszustandes der Schutzgüter
  • Erfolgskontrolle der durchgeführten Maßnahmen
  • Regelmäßige Berichtspflichten an die EU

Örtliche Zuständigkeiten:

  • Wald: Forstbehörden im Benehmen mit den Naturschutzbehörden
  • Offenland (unbewaldete Natura 2000-Flächen): Naturschutzbehörden
  • Mischgebiete: Federführung für organisatorische Fragen und Aufgaben wird festgelegt

Weitere Informationen

Politische und rechtliche Informationen zu Natura 2000:

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www.waldnaturschutz.bayern.de
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