RSS-Feed Pressemitteilungen des StMELF

Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

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Schutzgebiete
Biologische Vielfalt im Wald

Biologische Vielfalt: Naturwaldreservat Eichhall (Foto: Tobias Bosch, LWF)Zoombild vorhanden

Naturwaldreservat Eichhall
(Foto: Tobias Bosch, LWF)

Der Wald in Bayern bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Sie sind an das Zusammenleben mit Bäumen angepasst. Einige gedeihen nur im Schatten der Bäume, andere brauchen Baumhöhlen als Verstecke, wieder andere benötigen Eicheln, Bucheckern oder Fichtensamen als Nahrung.

Nicht nur wir Menschen brauchen und schätzen den Wald als Erholungsraum, Rohstofflieferant, "Klimaanlage" und - v.a. im Gebirge - als "Lebensversicherung" gegen Lawinen, Muren und Hochwasser. Für zahllose Tier-, Pflanzen- und Pilzarten ist der Wald der Lebensraum, der ihnen Nahrung, Wohnung und Schutz bietet.

Natura 2000 - Europäisches Naturerbe

Alpenbock auf morschem HolzZoombild vorhanden

Alpenbock
(Foto: Boris Mittermeier)

Das Europäische Naturerbe, besonders wertvolle Lebensraumtypen und Arten, sollen auch für unsere nachfolgenden Generationen erhalten bleiben.
"Natura 2000" ist ein europaweites Schutzgebietsnetz, das sich aus Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und Vogelschutz-Gebieten (SPA) zusammensetzt. Hauptziel ist der Erhalt der biologischen Vielfalt in Europa.
Die Bayerische Forstverwaltung ist für das Gebietsmanagement im Wald verantwortlich. Unsere Forstleute erstellen gemeinsam mit der Naturschutzverwaltung die Managementpläne in den Gebieten und beraten die Waldbesitzer.
Logo: Natura 2000 (3:2)
Natura 2000 - Überblick

745 Natura 2000-Gebiete gibt es in Bayern. Waldflächen haben mit einem Anteil von 56% eine besondere Bedeutung. Das zeigt deutlich: Nutzen und Schützen müssen keinen Widerspruch darstellen. Warum das so ist, erfahren Sie hier.  Mehr

Försterin im Gespräch mit zwei Waldbesitzern. Im Hintergrund ein Biotopbaum.
Natura 2000 - Für Waldbesitzer

Warum wurde gerade das Gebiet ausgewählt, in dem mein Wald liegt? Wie verbindlich ist der Managementplan? Welche Ziele hat der Runde Tisch?
Antworten auf diese und weitere Fragen zum Thema Natura 2000 erfahren Sie in unserem Angebot für Waldbesitzer.  Mehr

Zwei Männer untersuchen Bodenpflanzen mit Spezialgeräten.
Natura 2000 - Aufgaben und Ansprechpartner

Kartierung und Bewertung der Lebensraumtypen und Arten im Wald, Monitoring und Berichtspflicht an die EU, Umsetzung von Erhaltungsmaßnahmen, Beratung bei der Waldbewirtschaftung - hier sind unsere Experten gefragt.  Mehr

Waldbiotope

Naturschutzgebiet Teufelsloch (Bild: LWF)

Naturschutzgebiet Teufelsloch

Wald in Bayern - ein Mosaik vielfältiger Waldökosysteme
In Bayern ist durch die äußerst kleinräumig wechselnden standörtlichen Bedingungen und die Vielzahl an Waldbesitzern über die Jahrhunderte ein Mosaik vielfältiger Waldökosysteme entstanden. Im Wald finden sich Lebensräume mit hoher Naturnähe und einer großen biologischen Vielfalt – besonders im Vergleich zu anderen großflächigen Landnutzungen wie Landwirtschaft, Siedlung und Verkehr.

Dies gilt vor allem für die ökologisch besonders wertvollen und deshalb gesetzlich geschützten Waldbiotope nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und Art. 23 Bayerisches Naturschutzgesetz (BayNatSchG), nachfolgend bezeichnet als § 30-Biotope.

Beispiele solcher Waldbiotope:

  • Moor-, Bruch-, Sumpf- und Auwälder
  • Wälder trockenwarmer Standorte
  • Schluchtwälder
  • Block- und Hangschuttwälder
Rechtslage
§ 30-Biotope sind kraft Gesetzes geschützt. Die Schutzbestimmungen gelten unabhängig davon, ob das § 30-Biotop durch die zuständige Behörde registriert und ihr Rechtsstatus dem Eigentümer bekannt gemacht worden ist.

Die bisherige forstwirtschaftliche Bewirtschaftung garantierte in einigen Fällen den Erhalt des Biotops als Waldstandort. Deshalb können die Biotope meist im bisherigen Umfang forstlich genutzt werden. Nur Maßnahmen, die die aktuellen Verhältnisse zerstören bzw. sie erheblich oder nachhaltig beeinträchtigen können, sind unzulässig.
Kartierhilfe Wald
Der Bestimmungsschlüssel des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) und der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) hilft bei der Erkennung der Biotope. Die Beschreibung der geschützten Waldgesellschaften und ihrer Standorte trägt dazu bei, den Schutz und die nachhaltige Nutzung durch die forstliche Praxis zu unterstützen.
Erfassung im Staatswald
Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF) kartiert seit einigen Jahren die § 30-Biotope im bayerischen Staatswald. Sie werden dort in die forstliche Betriebsplanung (Forsteinrichtung) übernommen. Die Erfassung stellt keine flächige Waldbiotopkartierung dar, sondern grenzt die im Gesetz definierten Biotope ab. Die Kartierung hat deklaratorischen Charakter. Sie erleichtert vor allem die ordnungsgemäße Bewirtschaftung und den Schutz der Biotope.

Wald als Biotopverbund

Mit 2,5 Millionen Hektar Fläche bildet der Wald in Bayern von Natur aus einen ganz besonderen Biotopverbund. Bayerns "Grünes Drittel" gehört in weiten Bereichen zu den naturnächsten Flächen im Land. Vielerorts sind die bayerischen Wälder aufgrund ihrer Naturnähe von naturschutzfachlicher Bedeutung. Sie leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren.

Für bestimmte Arten und Biotope des Waldes unternimmt die Bayerische Forstverwaltung in Zusammenarbeit mit der BaySF zusätzliche Anstrengungen, wie z. B. die Anlage von Biotopverbundsystemen im Wald innerhalb des BayernNetzNatur.

Eine Übersicht der aktuell laufenden Projekte finden Sie in der Projekt-Datenbank BayernNetzNatur des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Projekt-Datenbank BayernNetzNatur (www.stmuv.bayern.de) Externer Link

Nationalparke in Bayern

Nationalpark Bayerischer Wald - Naturverjüngung (Bild: LWF)

Nationalpark Bayerischer Wald - Naturverjüngung

Wussten sie schon, dass der Nationalpark Bayerischer Wald der älteste Nationalpark Deutschlands ist?
Im Freistaat Bayern liegen zwei Nationalparke, der Nationalpark Bayerischer Wald und der Nationalpark Berchtesgaden. In Nationalparken sollen grundsätzlich keine menschlichen Eingriffe stattfinden. Dadurch wird zum einen das Wirken der natürlichen Umweltkräfte und eine ungestörte Dynamik der Lebensgemeinschaften gewährleistet.

Zum anderen bieten Nationalparke dadurch ideale Bedingungen, um die natürlichen Abläufe in der Natur zu erforschen. Darüber hinaus können Sie in den Nationalparken nicht nur Informationen über Natur und Umwelt erhalten, sondern selbst die Natur besonders eindrucksvoll mit allen Sinnen erleben.

Die bayerischen Nationalparke erfüllen die strengen Kriterien der internationalen Naturschutzunion IUCN und haben höchste Auszeichnungen erhalten.

Nationalpark Bayerischer Wald

Bereits im Jahr 1970 stellte Bayern mit dem Nationalpark Bayerischer Wald eine einmalige Wald- und Mittelgebirgslandschaft unter Schutz.

Nationalpark Bayerischer Wald Externer Link

Nationalpark Berchtesgaden

Der Nationalpark Berchtesgaden umfasst im wesentlichen das frühere 20.400 ha große Naturschutzgebiet Königssee. Bergmischwälder am Königsee, hochgelegene Fichten-Lärchen-Bestände, örtlich mit Zirben, sowie aufgrund früherer Nutzungen fichtenbetonte Wälder prägen den Wald. Seine Landschaft gehört zu den schönsten Gebieten in den bayerischen Alpen.

Nationalpark Berchtesgaden Externer Link

Naturwaldreservate - Kleine "Urwälder" in Bayern

Abgestorbener Buchenstämme mit Moos und Pilzen bewachsenZoombild vorhanden

Foto: Jan Böhm

Naturwaldreservate sind Wälder, die sich noch in einem weitgehend naturnahen Zustand befinden.

In den Naturwaldreservaten läuft die natürliche Waldentwicklung ungestört ab. Im Lauf der Zeit entstehen urwaldähnliche Wälder mit starken Bäumen und viel Totholz. Auch in Bayern finden sich noch urwaldähnliche Wälder, die die Bayerische Forstverwaltung als Naturwaldreservate einrichtet.

Auf einen Blick...

  • Die ersten Naturwaldreservate wurden in Bayern im Jahr 1978 eingerichtet.
  • Bayern hat insgesamt 159 Naturwaldreservate auf über 7 100 Hektar, davon
    • im Staatswald: 153
    • im Kommunalwald: 4
    • im Kommunal- und Staatswald: 1
    • im Privatwald: 1
  • Die Durchschnittsgröße eines Naturwaldreservats in Bayern beträgt rund 45 Hektar.
Naturwaldreservate und Forstwirtschaft
In Naturwaldreservaten ruht die Forstwirtschaft. Es werden weder Holz geerntet noch neue Wege gebaut. Nur in Ausnahmefällen darf der Waldbesitzer zur Motorsäge greifen: Wenn beispielsweise dürre Äste oder abgestorbene Bäume Wanderer auf ausgezeichneten Wegen gefährden oder der Borkenkäfer benachbarte Wirtschaftwälder zu befallen und zu schädigen droht.
Labor unter freiem Himmel
Für die Bayerische Forstverwaltung sind die Naturwaldreservate eine Art Labor unter freiem Himmel, nur dass hier die Wissenschaftler nicht im weißen Kittel mit Pipette und Bunsenbrenner arbeiten, sondern in wetterfester Kleidung mit Fernglas und Maßband. Hier sammeln Wissenschaftler wichtige Daten über den Wald und seine Entwicklung sowie über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.
Kreislauf der Wälder
Die Wissenschaftler erforschen in den Naturwalreservaten den Kreislauf von Wachsen, Vergehen und Erneuern der Wälder. Die Daten liefern wichtige Erkenntnisse für Förster und Waldbesitzer, wie sie ihre Wälder naturnah bewirtschaften können. Gerade in Zeiten des Klimawandels sind diese Hinweise wichtig, damit auch in Zukunft gesunde und stabile Wälder in Bayern wachsen werden.
Große Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt
In den Naturwaldreservaten bleibt der weitgehend naturnahe Zustand der Wälder mit ihren typischen Tieren, Pflanzen und Pilzen erhalten und sie können sich dort auch in Zukunft ungestört weiterentwickeln. Vorteil: Die natürlich vorkommenden und oft seltenen Tier- und Pflanzenarten in den Naturwaldreservaten wandern in benachbarte Waldflächen aus und besiedeln so auch die umliegenden Wälder.
"Ur"-Wald hautnah erleben
Die Bayerische Forstverwaltung bietet für die Bürger in Bayern ein abwechslungsreiches Wald-Erlebnisprogramm an. Zum Beispiel können Bürger, Familien oder Kinder in den Naturwaldreservaten die natürlichen Kreisläufe und Zusammenhänge im Wald hautnah erleben und die Grundlagen für eine naturnahe Waldwirtschaft erfahren.