Waldschutz

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Leistungen von Wald und Forstwirtschaft
Waldbericht 2011 - Zusammenfassung

Im Mai 2009 beauftragte der Bayerische Landtag die Forstverwaltung künftig alle drei Jahre umfassend über den Zustand des Waldes und die Lage der Forstwirtschaft in Bayern zu berichten. Neben der jährlichen Veröffentlichung des Kronenzustandes, der für 2011 in diesem Bericht enthalten ist, wird hiermit erstmals das gesamte Spektrum der Leistungen von Wald und Forstwirtschaft dargestellt.

Der Zustand des Waldes

Der seit 2004 zu beobachtende Trend der Verbesserung des Kronenzustandes hat sich auch im Jahr 2011 fortgesetzt. So verringerte sich der mittlere Nadel- und Blattverlust um 0,3 Prozentpunkte auf 19,8 Prozent. Von den Hauptbaumarten weist auch dieses Jahr die Eiche wieder den stärksten Blattverlust auf. Gegenüber dem Vorjahr sank der mittlere Blattverlust jedoch um 4,2 Prozentpunkte auf 29,8 Prozent, was in etwa dem Ergebnis von 2009 entspricht.

An den Waldklimastationen wurden auch 2010 wieder rückläufige Schwefeleinträge gemessen. Der seit 20 Jahren festzustellende kontinuierliche Rückgang der Belastung des Niederschlages mit Schwefel hat sich demnach fortgesetzt. Dagegen sind die Stickstoffeinträge aus der Atmosphäre in den Wäldern Bayerns nahezu unverändert hoch. Dies stellt zwar für die Waldbäume und die Böden keine Bedrohung dar, kann aber zu einem Problem für die Trinkwasserversorgung werden. Es sollten daher weiter alle Anstrengungen zur erforderlichen Emissionsreduktion ergriffen werden.

Das dreijährige Gutachten zur Situation der Waldverjüngung hat für 2009 (gegenüber 2006) ergeben, dass im bayerischen Mittel der Wildverbiss an Waldbäumen abgenommen hat. Trotzdem weisen noch 64 Prozent (2006: 70 Prozent) der Hegegemeinschaften eine nicht tragbare Verbissbelastung auf. Für diese Bereiche musste oftmals eine Empfehlung ausgesprochen werden, den Abschuss zu erhöhen oder deutlich zu erhöhen.

Wald im Klimawandel

Im Berichtszeitraum wurde auch das Klimaprogramm 2020 mit einem umfassenden Maßnahmenpaket geschaffen. Für forstliche Maßnahmen konnten bislang 26,5 Millionen Euro eingesetzt werden. Die zentralen Arbeits- und Entwicklungsfelder sind dabei der Waldumbau, die Bergwaldoffensive und die forstwissenschaftliche Forschung.
Bis zum Jahr 2020 sollen allein im Privat- und Körperschaftswald 100.000 Hektar in klimatolerantere Mischwälder umgebaut werden. Insgesamt stehen hier 260.000 Hektar besonders für den Klimawandel anfällige Fichten- und Fichten-Kiefernwälder zum Waldumbau heran. Seit 2008 wurden bereits 20.000 Hektar umgebaut.

Vielfalt durch Nutzung

Leitgedanke einer nachhaltigen Nutzung der Wälder ist es, die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes und der biologischen Vielfalt in die nachhaltige Waldbewirtschaftung auf ganzer Fläche zu integrieren. Dieser integrative Ansatz setzt dabei auf Bewirtschaftungsfreiheit, Eigenverantwortung und freiwillige Leistungen der Waldbesitzer. Einseitige Forderungen nach Unterschutzstellung zusätzlicher Flächen sind sowohl im öffentlichen Wald als auch im Privatwald wenig zielführend.
Die Waldfläche in Bayern nimmt im Durchschnitt der letzten 30 Jahre jährlich um 536 Hektar zu und sie hat sich auch qualitativ verbessert. Der Anteil an Laub- und Mischwäldern hat ebenso zugenommen wie die Naturnähe, ausgedrückt etwa durch die Baumartenvielfalt oder das Belassen von Totholz in den Beständen.

Wirtschaftsfaktor Wald

Auf dem Schnittholzmarkt und auf dem immer wichtiger werdenden Energieholzmarkt hat sich die wirtschaftliche Situation von 2009 auf 2010 deutlich verbessert. Bayernweit wurden 2010 insgesamt 16,2 Millionen Festmeter Holz bei steigenden Preisen eingeschlagen. Bei einer jährlich nachwachsenden Holzmenge von 20,7 Millionen Festmetern Holz bleibt auch mit Blick auf Holzzuwachs und Holzvorrat der Grundsatz der Nachhaltigkeit mehr als gewahrt.
Der Anteil der aus Holz erzeugten Energie an den erneuerbaren Energien liegt bereits bei einem Drittel. Durch das Bekenntnis Bayerns zur Energiewende steigt die Bedeutung des Energieträgers Holz immens. Die dabei durchaus vorhandene Konkurrenz zwischen stofflicher und energetischer Verwertung von Holz wird derzeit durch den vermehrten Anbau von Kurzumtriebsplantagen entschärft.

Wald und Gesellschaft

Die Eigentumsstruktur des Waldbesitzes in Bayern hat wesentlichen Anteil daran, dass über Generationen geschaffene Vielfältigkeit unserer Wälder bewahrt werden konnte. Der Privatwald – 57 Prozent der gesamten bayerischen Waldfläche – liegt in Händen von rund 310 000 Alleineigentümern und 180.000 Eigentümergemeinschaften aus zwei oder mehr Personen.
Privatwaldflächen sind im Durchschnitt nur 2,2 Hektar groß und oft ungünstig ausgeformt oder stark zersplittert. Die Leistungen der Forstlichen Zusammenschlüsse sowie die Beratungs-, Ausbildungs- und Fortbildungsangebote der Forstverwaltung sind ein unverzichtbarer Beitrag, um Nachteile ungünstiger Besitzstrukturen auszugleichen.
In den Jahren 2008, 2009 und 2010 wurden forstliche Maßnahmen im Privatwald außerdem mit insgesamt 70 Millionen Euro finanziell gefördert. Davon sind 29,5 Millionen Euro in den Waldumbau, 14,3 Millionen Euro in Neubau und Reparatur von Forstwegen und 3 Millionen Euro in Naturschutzmaßnahmen im Wald investiert worden.
Im Staatswald wurden für "Besondere Gemeinwohlleistungen" in den Jahren 2008 bis 2010 insgesamt 2,6 Millionen Euro für Erholungsprojekte, wie zum Beispiel Walderlebnispfade, eingesetzt.

Das Internationale Jahr der Wälder 2011

Unter dem Motto "Wälder für Menschen" wurde das Jahr 2011 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. In Bayern wurde anlässlich des Jahres der Wälder die Initiative "Forstwirtschaft schafft Leben" gegründet. Der Bayerische Waldbesitzerverband, der Bayerische Bauernverband, die Bayerischen Staatsforsten und die Bayerische Forstverwaltung koordinierten ihre Aktivitäten und betrieben eine zentrale Informations- und Kommunikationsplattform mit Online-Veranstaltungskalender, der auch von allen anderen interessierten Akteuren genutzt wurde. In Bayern konnten so etwa 1.000 Veranstaltungen zum Internationalen Jahr der Wälder bekannt gegeben werden. Ein großer Teil davon waren waldpädagogische Angebote, die von Forstleuten und Waldbesitzern in enger Kooperation mit den Schulen durchgeführt wurden. 150.000 Kinder und Jugendliche gehen jedes Jahr mit dem Förster in den Wald.

Das Internationale Jahr der Wälder war auch Anlass für die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, im Steigerwald ein "ZentrumNachhaltigkeitWald" zu errichten. Dieses Zentrum soll über die nachhaltige Nutzung von Wald und Holz informieren, den Wald aber auch als Lebens-, Wirtschafts-, und Erholungsraum erlebbar machen und für mehr Holzverwendung werben.

Nachhaltigkeit – Verantwortung für Generationen

Nachhaltige Forstwirtschaft erhält die Produktivität, die biologische Vielfalt, die Vitalität und die Verjüngungsfähigkeit des Waldes sowie seine sozio-kulturellen Funktionen. Die Bewirtschaftung des Waldes nimmt dabei Rücksicht auf die Bedürfnisse der Gesellschaft, denn sie sichert das Lebensumfeld, die kulturelle Identität und die materielle Existenz der Bevölkerung vor Ort.