Buchdrucker (Ips typographus) (Foto: Florian Stahl)

Leistungen von Wald und Forstwirtschaft
Waldbericht 2015 - Zusammenfassung

Der Waldbericht fasst in einem dreijährigen Turnus die Untersuchungen und fachlichen Beobachtungen zum Ökosystem Wald zusammen. Neben der jährlichen Veröffentlichung des Kronenzustandes wird hier das gesamte Spektrum der Leistungen von Wald und Forstwirtschaft dargestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass Bayerns Wälder insgesamt in einem guten Zustand sind und Erhaltungs- und Umbaumaßnahmen Früchte tragen.

Schwerpunkte und Themen

Die Schwerpunkte des aktuellen Waldberichts liegen auf den klimatischen Messungen zum extrem trocken-heißen Sommer 2015 und seinen Auswirkungen auf den Wald. Auch dem Thema Bergwald fällt eine besondere Bedeutung zu.
Alle Untersuchungen zeigen, dass sowohl für den Waldumbau als auch für die Schutzwaldsanierung in den Anstrengungen nicht nachgelassen werden darf. Nur so bleiben unsere Wälder mit ihren wichtigen Funktionen auch weiterhin fit für die Zukunft.

Die Dritte Bundeswaldinventur hat Bayerns Wäldern trotzdem ein erfreuliches Zeugnis ausgestellt: Die Wälder werden im Schnitt immer älter, es gibt immer mehr Laubbäume und auch mehr Totholz. Das ist der Verdienst von 700.000 bayerischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern. Um Ihre Leistungen auch in der Öffentlichkeit noch besser sichtbar zu machen, rief Forstminister Helmut Brunner das Jahr 2015 zum Aktionsjahr Waldnaturschutz aus.

Auch Bayerns Holzvorräte sind nach wie vor die höchsten in Deutschland, wie die Bundeswaldinventur zeigt. Eine nachhaltige Forstwirtschaft ist somit auch in Zukunft gewährleistet.

Wald und Forstwirtschaft im Klimawandel

Hitze-Sommer 2015

Försterin im Beratungsgespräch mit zwei Waldbesitzern (Foto: Florian Stahl).Zoombild vorhanden

Foto: Florian Stahl

Die Sommermonate Juni bis August 2015 waren die zweitwärmsten in Bayern seit Beginn flächenhafter meteorologischer Messungen im Jahr 1881. Nur der Jahrhundertsommer im Jahr 2003 war noch wärmer, hatte aber weniger sogenannte "heiße Tage" mit Temperaturen über 30 Grad Celsius.

Die Klimaprognosen der Wissenschaft, aber auch die subjektive Beobachtung einer Häufung besonders heißer Sommer wie 2015 deuten darauf hin, dass Hitze und Trockenheit und in der Folge auch Schädlinge künftig voraussichtlich deutlich häufiger und stärker auftreten werden.

Rekordsommer 2003 und 2015 im Vergleich: Erste Ergebnisse zu den Auswirkungen auf den Wald Externer Link

Standortangepasste, klimatolerante Mischwälder als Ziel
Der Freistaat Bayern hat daher sehr frühzeitig begonnen, Fichten- und Fichten-Kiefern-Wälder, die für Hitze und Trockenheit besonders anfällig sind, in klimatolerantere Mischwälder umzubauen. Regional liegen besondere Schwerpunkte in Mittelfranken sowie im Tertiärhügelland.
Übersicht: Umbau gefährdeter (Nadelholz-)Bestände in klimatolerante, standortangepasste Mischbestände
 Als gefährdet
einzuwertende
Bestände
Umbau SOLLUmbau ISTFinale Umsetzung bis
Privat-/Körperschaftswald
(mit staatlichen Fördermitteln)
260.000 ha100.000 ha42.000 ha
(von 2008 bis 2014)
Jahr 2020
Staatswald172.000 ha172.000 ha40.000 ha
(von 2008 bis 2013)
Jahr 2033
Weitere Maßnahmen gegen den Klimawandel

Eine Vielzahl von flankierenden Maßnahmen begleiten diese Mammutaufgabe:

  • Forschung und Entwicklung, z. B. zu den Baumarten der Zukunft und digitalen Standortinformationssystemen.
  • Fundierte Beratung der rund 700.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer. Erfolg und Fortschritt beim Waldumbau hängen immer von der eigenverantwortlichen Entscheidung der Eigentümer ab.
  • Gleichzeitig muss für den Waldumbau auch nachhaltig hochwertiges und geeignetes Forstvermehrungsgut zur Verfügung stehen. Verschiedene Projekte sollen die Grundlagen dafür sichern.
  • Aber auch neue Wege zur Verwendung des Laubholzes aus den neu entstehenden Mischwäldern müssen gefunden werden. Beispielhaft ist hier die Entwicklung des Buchen-Brettschichtholzes, das in einem Forschungsprojekt der TU München als neues Bauprodukt entwickelt und inzwischen bauaufsichtlich zugelassen wurde.

Bergwald

Bergpanorama mit Bergwiese und Bergwald. Im Hintergrung hohe Berggipfel (Foto: Jan Böhm).Zoombild vorhanden

Foto: Jan Böhm

Nur intakte Bergwälder bieten Schutz vor Naturgefahren. Wälder die ihre Schutzfunktion verloren haben, müssen saniert werden. Derzeit sind dies knapp 14.000 Hektar.

Der Freistaat Bayern investierte seit Beginn des Schutzwaldsanierungsprogramms rund 83 Millionen Euro in diese Aufgabe, davon allein 7,7 Millionen Euro in den Berichtsjahren. Seit acht Jahren besteht das Konzept der Bergwaldoffensive, das in 45 Projektgebieten auf rund 42.000 Hektar durchgeführt wird. Waldbesitzern steht zudem mit der im Jahr 2015 in Kraft getretenen neuen Richtlinie für Zuwendungen zu waldbaulichen Maßnahmen (WALDFÖPR 2015) ein neues umfassendes Bündel von Fördermaßnahmen zur Verfügung.

Waldzustand

Dritte Bundeswaldinventur in Bayern

Im Berichtszeitraum wurde die im zehnjährigen Turnus erstellte Dritte Bundeswaldinventur durchgeführt und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass es durch eine vorausschauende, nachhaltige und pflegliche Bewirtschaftung gelingt, Schützen und Nutzen in Einklang zu bringen. Der langfristige Weg hin zu klimatoleranteren Mischwäldern ist daher erfolgreich eingeschlagen. Ein großer Erfolg für Waldbesitzer und Forstleute, die generationsübergreifend unsere Wälder pflegen und erhalten.

Wichtige Ergebnisse der Bundeswaldinventur sind z. B.:

  • Bayerns Wälder verfügen über überdurchschnittliche Holzvorräte (im bundesweiten Vergleich) und werden immer naturnäher.
  • Der Anteil der Laubbäume beträgt aktuell rund 36 % (Anstieg um 14 % seit 1971).
  • In der Altersklasse der bis 20 Jahre alten Bäume in Bayern ist mittlerweile jeder zweite Baum ein Laubbaum.
  • Die Fichte stockt auf rund 42 % der 2,6 Millionen Hektar großen Waldfläche Bayerns (trotz eines Rückgangs um 64.000 Hektar).
  • Die Menge an Totholz, gilt als Weiser für die Naturnähe der Wälder und zeigt eine deutliche Zunahme. In Bayerns Wäldern finden sich im Schnitt 22 Festmeter Totholz pro Hektar (über zwei Festmeter mehr als bei der letzten Inventur).

Wald und Gesellschaft

Mit Waldbesitzern und Forstleuten im Dialog

Kleiner Wassertümpel im WaldZoombild vorhanden

Foto: Jan Böhm

700.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bewirtschaften in Bayern rund 23 % der deutschen Waldfläche und 27 % der Holzvorräte. Die Ergebnisse des FFH-Berichts für Bayern zeigen - neben der Bundeswaldinventur - ein ausgewogenes und auf überwiegender Fläche positives Bild. Vor allem die in Deutschland und Bayern verbreiteten Buchenwälder sind in einem zielgemäßen Zustand. Eine hohe Artenvielfalt und vielfältige Naturräume charakterisieren die Wälder Bayerns.

Das im Jahr 2015 durchgeführte "Aktionsjahr Waldnaturschutz" weckte großes Interesse, genauso wie bereits das 2013 stattfindende Jubiläum zu "300 Jahre Nachhaltigkeit". Ein Ziel des "Aktionsjahrs Waldnaturschutz" ist es, Waldbesitzer und Forstleute in einen intensiveren Dialog mit der Gesellschaft zu bringen. Leistungen und Pläne zum Schutz der Wälder sollen der Gesellschaft noch transparenter gemacht werden. Zahlreiche Aktionsveranstaltungen in ganz Bayern führten zu dem gewünschten Diskussionsprozess und stärkten die öffentliche Wahrnehmung des Themas Waldnaturschutz.

Aktionsjahr Waldnaturschutz 2015: www.waldnaturschutz.bayern.de

38 Milliarden Euro Umsatz

Die bayerische Forst-, Holz- und Papierwirtschaft zählt zu den Schlüsselbranchen in Bayern. Mit einem Umsatz von rund 38 Milliarden Euro, mit über 200.000 Erwerbstätigen und 700.000 Waldbesitzern. Durch die flächendeckende Verteilung der einzelnen Betriebe leistet die Holzbranche in Bayern einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Ländlichen Raums. Jedes fünfte Bauvorhaben im Wohnhausbau wird in Bayern inzwischen aus dem Rohstoff Holz realisiert.

Rohstoff Holz - vielseitig und nachhaltig