Aus der Haushaltstechnik
Kühl- und Gefriergeräte mögen es nicht kalt – Klimaklassen

Kühlschranke in einem Ausstellungsraum der Abteilung Haushaltstechnik und Textil

In Kühl- und Gefriergeräten herrschen winterliche Temperaturen, am Aufstellungsort der Geräte sollte es aber weder zu kalt noch zu warm sein. Deshalb geben Klimaklassen Auskunft, bei welchen Umgebungstemperaturen man Kühl- und Gefriergeräte aufstellen kann. Die Abteilung Haushaltstechnik und Textil am Agrarbildungszentrum Landsberg am Lech erklärt, warum Sie auf Klimaklassen achten sollten.

Kühl- und Gefriergeräte verkaufen sich weltweit. Je nach Klimazone müssen sie bei kalten und warmen Temperaturen funktionieren. Temperaturunterschiede gibt es allerdings auch in Gebäuden: Ein unbeheizter Kellerraum kann im Winter kühl sein, ein Dachgeschossraum im Sommer sehr warm. Für eine optimale Gerätefunktion müssen Sie die Klimaklasse beim Kauf beachten und Ihr Gerät auf die Standorttemperatur abstimmen. Eine Nachrüstung ist nicht möglich.

Die Einteilung der Klimaklassen

Grundlage für die Klimaklassen ist die Norm IEC 62552 für Haushalt-, Kühl- und Gefriergeräte. Die Abkürzungen SN (Subnormal), N (Normal), ST (Subtropisch) und T (Tropisch) sowie die zugehörigen Temperaturbereiche bilden die vier Klimaklassen. In Deutschland decken die meisten Kühl- und Gefriergeräte den kompletten Bereich von SN bis T ab. Ausnahmen bestätigen die Regel: Manchmal sind Geräte nur einzelnen Klimaklassen zugeordnet. Vor dem Kauf sollten Sie sich daher mit dem Aufstellungsort und dessen Temperaturen im Jahresverlauf auseinandersetzen. Ein Kühlgerät mit der Klimaklasse SN bis T können Sie in einem Raum mit mindestens 10° C und maximal 43° C aufstellen.

Temperaturen der Klimaklassen

  • Subnormal (SN): 10 bis 32 Grad
  • Normal (N): 16 bis 31 Grad
  • Subtropisch (ST): 16 bis 38 Grad
  • Tropisch (T): 16 bis 43 Grad

Welche Klimaklasse hat mein Kühl-/Gefriergerät?

Die Information steht auf dem Typenschild und in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Gerätes. Beim Onlinekauf finden Sie die Angabe zu den Klimaklassen unter den weiteren Details. Auch auf dem Produktdatenblatt können Sie sich informieren.

Was passiert bei Umgebungstemperaturen außerhalb der Klimaklassen?

Kühl- und Gefriergeräte sollen viele Jahre funktionieren und Lagerkapazitäten für Lebensmittel schaffen. Umgebungstemperaturen außerhalb der Klimaklassen wirken sich negativ auf das Gerät aus. Die Störungen erklären sich mit dem schlechteren Fließverhalten des Kompressoröls. Die Reibung zwischen den mechanischen Teilen wird dadurch zu hoch. Die Folge ist eine stärkere Abnutzung.

Die Auswirkungen können je nach Geräteart unterschiedlich sein:

  • Die Lebensdauer der Geräte verkürzt sich.
  • Das Gerät hält die eingestellten Lagertemperaturen nicht.
  • Die Geräte schalten sich aus.
  • Die Kühlleistung verringert sich.
  • Die Energieeffizienz verschlechtert sich.

Fazit

Wenn Sie noch vor der Kaufentscheidung stehen:

Überlegen Sie sich vor dem Kauf den genauen Aufstellungsort und beschäftigen Sie sich mit den Umgebungstemperaturen. Einige Hersteller weisen ausdrücklich darauf hin, dass manche Geräte auch bei Umgebungstemperaturen unter 10° C funktionieren.

Besitzen Sie bereits ein Gerät?

Kontrollieren Sie die Klimaklasse des Geräts und passen Sie die Umgebungskriterien entsprechend an. Überlegen Sie, ob Sie das Gerät gegebenenfalls umstellen können, um bessere Bedingungen zu schaffen. Wenn Sie diese Kriterien berücksichtigen, läuft das Gerät ordnungsgemäß.