EIP-Projekt
KUHproKLIMA

Kühe als Klimaschützerinnen: Mit dem Forschungsprojekt "KUHproKLIMA" soll in kooperativer Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Wissenschaftlern erarbeitet werden, wie eine zukunftsfähige, umwelt- und klimawirksame Grünlandwirtschaft funktionieren kann.

Innovative Strategien für eine ressourcenschonende und resiliente Grünlandbewirtschaftung

Kühe auf der Weide (Foto: KpK)

Ausgangslage/Problemstellung

Selbst auf extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar. Es besteht Forschungsbedarf, welche Faktoren zu einer Stabilisierung wichtiger Ökosystemprozesse beitragen und welche Maßnahmen hinsichtlich des Klimawandels notwendig sind. Zudem fehlt konkretes Wissen und praktische Erfahrung für eine standortangepasste Umsetzung vor Ort.

Projektziele

Im Rahmen dieses Projekts wird eine ganzheitlich geplante Beweidung praktiziert ("Holistic Planned Grazing" - Weidemanagement nach A. Savory) sowie eine gezielte Förderung des Bodenlebens. Beide Maßnahmen unterstützen eine hohe Biodiversität, Struktur- und Nutzungsvielfalt, die durch eine individuelle Landplanung weiter ausgebaut werden soll. Die Förderung natürlicher biologischer Prozesse soll sich auch sozial-ökonomisch als nachhaltig erweisen.

Durch die Teilnahme unterschiedlich wirtschaftender Betriebe am Projekt, die ganz verschiedene Bedürfnisse und Ziele haben, werden bei KUHproKLIMA unterschiedliche Ausgangsbedingungen und Konzepte dargestellt. Über ein umfassendes Monitoring werden Veränderungen und Fortschritte hinsichtlich der Weide-Ökosysteme über die gesamte Projektlaufzeit hinweg erfasst. Aus den Ergebnissen des Projekts sollen Empfehlungen für die Praxis abgeleitet werden. Es wird ein Best-Practice-Leitfaden erstellt.

Innovativer Charakter des Projektes

Eine kooperative Entwicklung von praktikablen, umweltfreundlichen Lösungen zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Wissenschaftlern ist für eine nachhaltige Landwirtschaft wichtig. Genau hier setzt KUHproKLIMA an. Das Projekt verfolgt eine ganzheitliche Betrachtung, um den komplexen Anforderungen in der Praxis gerecht zu werden.

Methode/Arbeitsschritte

  • Standortanalyse und Betriebsspiegel: Erhebung der Ausgangs- und Endsituation jedes Betriebes zur Beurteilung der wirtschaftlichen sowie ökologischen Entwicklung des Betriebes, Einrichten eines Monitoring-Netzes (Boden, Vegetation, ausgewählte Tiergruppen)
  • Wissenstransfer anhand praxisbezogener Workshops für die teilnehmenden Betriebe, welche als Einführung, Vorbereitung und Unterstützung einer effizienten Maßnahmenumsetzung dient, eingeteilt in die Themengebiete "Betriebsmanagement" und "Ökosystem"
  • Praktische Umsetzung regenerativer Strategien zur gezielten Förderung des "Ökosystems Grünland" und des Bodenlebens: Übertragung und Anwendung auf den jeweiligen Betrieb
  • Evaluation der eingesetzten Maßnahmen (Boden, Biodiversität, Futterqualität) durch Prozessbegleitung und Messung der Veränderungen
  • Dokumentation und Leitfadenerstellung: Best-Practices und Entscheidungshilfe für eine standortangepasste, klimafreundliche, existenzsichernde Grünlandbewirtschaftung
  • Kommunikation: Interner und externer Erfahrungsaustausch, Vernetzung mit weiteren Projekten