Tierische Erzeugung
Rinder

Bayern ist Rinderland! Mit 2,9 Millionen Rindern halten bayerische Landwirte rund ein Viertel des deutschen Rinderbestands.

Die arbeitsintensive Rinderhaltung nutzt wertvolles Grünland, um hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. In Bayern sind vor allem sogenannte Zweinutzungsrassen, die auf Milchleistung und Fleischansatz gezüchtet sind, verbreitet.

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Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber nimmt Petition zur Anbindehaltung entgegen

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber nahm am Dienstag eine Petition zum Thema Anbindehaltung entgegen. Die Initiatorin Sabine Lissy möchte damit ein umgehendes Verbot umsetzen. "Wenn eine Petition gestartet und dabei ein Verbot gefordert wird, müssen immer die Konsequenzen bedacht werden. Wir sehen in Bayern ganz klar die Kombihaltung als eine Alternative zur ganzjährigen Anbindehaltung. Die Tiere sind dabei über viele Monate von April bis Oktober auf Weideflächen oder unseren Almen und Alpen und verbringen den Winter im Stall. Für Bayern würde ein Verbot der Anbindehaltung bedeuten, dass 10.000 landwirtschaftliche Betriebe von jetzt auf gleich ihre Milcherzeugung einstellen müssten. Unter diesen Betrieben sind oft noch kleinere Bauernhöfe. Das sind genau die Betriebe, die wir uns doch alle wünschen. Zudem würde sich unsere Milch- und Fleischproduktion in Länder verlagern, in denen wir keinen Zugriff auf die Umsetzung von mehr Tierwohl haben", betonte die Agrarministerin. Kaniber hatte bereits im Mai dieses Jahres in ihrer Regierungserklärung deutlich gemacht, dass mit Blick auf Verbraucherwünsche die ganzjährigen Anbindehaltung keine Zukunft habe. Die Forderung nach Beratung und finanzieller Unterstützung der Landwirte wird laut Kaniber schon längst umgesetzt. "Wir haben lange vor der Petition die Fördermöglichkeiten für Tierwohlställe angehoben. Wir haben in Bayern das Agrarinvestitionsförderprogramm. Hier wird ein moderner Stall mit bis zu 40 Prozent der Investitionssumme gefördert. Mit diesem Prozentsatz schöpfen wir das nach EU-Recht maximal Mögliche aus. Weiterhin kündigte sie ein neues Förderprogramm "BayProTier" für mehr Tierwohl an, welches 2022 startet. Damit sei Bayern das erste Bundesland, dass den Betrieben eine derartige Unterstützung bietet.

Zudem verwies Kaniber auf das bereits bestehende und ausgeweitete Beratungsangebot an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Damit sollen alle Betriebe unterstützt werden, die weiterhin Milch erzeugen möchten. "Unser Ziel ist es, keinen Betrieb allein zu lassen. Ich würde mir auch wünschen, dass alle in irgendeiner Form weitermachen. Bei kleinen Betrieben ist es besonders schwierig. Bei der Beratung sollen den Betrieben auch Alternativen zur Milcherzeugung aufgezeigt werden", so die Ministerin.

Michaela Kaniber fand auch sehr klare Worte an die Initiatoren der Petition: "Wir dürfen uns nicht dazu hinreißen lassen, dass uns der Wunsch nach großem Medienecho zu Aussagen verleitet, die einfach falsch sind oder im wirklichen Leben auf politischer Ebene schon längst angepackt werden. Für mich ist es schon verwunderlich, dass der Text einer Petition, nachdem schon sehr viele Personen unterschrieben haben, nachträglich noch einmal geändert wird, weil dort Formulierungen und Fakten einfach falsch waren. Wir alle haben gemeinsam die Verantwortung, keine Falschaussagen zu verbreiten. Trotzdem bin ich Ihnen dankbar, das sie den Text Ihrer Petition auch geändert haben."

Rinderzucht

Kopf einer Kuh

Züchtung verbessert nachhaltig die Leistungsfähigkeit der Tiere, ihre Gesundheit und die Qualität der tierischen Erzeugnisse. Züchtung ist somit eine wichtige Voraussetzung, um den wirtschaftlichen Erfolg der Rinderhaltung zu steigern. Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion Mehr

Rinderhaltung

Jungviehweide im Voralpenland

Fast jeder zweite Milchviehbetrieb Deutschlands (46 %) befindet sich in Bayern. Die bayerische Rinder- und Milchviehhaltung unterliegt jedoch einem anhaltenden Strukturwandel. Vom Jahr 2009 bis 2021 verringerte sich die Zahl der Milchkuhhalter von 43.738 auf 25.208. Im Durchschnitt hält ein Betrieb 43 Kühe. Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion Mehr

Milch und Rindfleisch

Kälber am Futtertisch

Ökonomisch betrachtet ist die Rinderhaltung das Rückgrat der bayerischen Landwirtschaft. Der Anteil der Milch an den Verkaufserlösen der bayerischen Landwirtschaft beträgt 36,3 %, der von Rind- und Kalbfleisch rund 12,2 %. Das ist fast die Hälfte des gesamten Umsatzes. Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion

Vieh- und Fleischwirtschaft, LfL Externer Link

Milchreport Bayern, LfL Externer Link

Preisentwicklung, LfL Externer Link