29. September 2022
Tag der Forschung 2022 – Pflanzenschutz

Forschungsland Bayern Forschung Und Innovation

In der Reihe "ForschungsLand Bayern - Hier wächst Wissen" stellt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) spannende Studien und Forschungsergebnisse aus seinem Ressort vor. Am 29. September 2022 stand im Rahmen einer Hybrid-Veranstaltung das vieldiskutierte Thema "Pflanzenschutz" im Fokus.

Die Zielsetzung ist klar – Bayern will den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) bis 2028 um 50 Prozent verringern. Doch wo sind die Stellschrauben, um den chemisch-synthetischen Pflanzenschutz möglichst effizient zu reduzieren? Wieviel kann digitale Technik zur Umstellung auf eine moderne, biodiversitätsorientierte Landbewirtschaftung beitragen? Welche innovativen Ansätze gibt es, um Pflanzen resilienter gegen Schadorganismen zu machen? Und können wir es uns in der aktuellen Situation überhaupt leisten, den chemischen Pflanzenschutz weiter zu reduzieren, ohne die Ernährungssicherheit zu gefährden?

Pflanzenschutz – Konzepte aus der Forschung für die Praxis

Präsentationswand mit Titel "Forschungsland Bayern - hier wächst Wissen"
Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung wurden nicht nur hochaktuelle Fragen behandelt, sondern innovative und praxisnahe Ideen und Ansätze rund um das Thema Pflanzenschutz vorgestellt. Mit dabei waren die Expertinnen und Experten unserer Ressortforschungseinrichtungen sowie hochkarätige Gäste. Die Suche nach wissenschaftlichen Lösungen ist wichtig, denn bei der Debatte zur Reduktion von PSM liegen große Unterschiede zwischen gesellschaftlichen, politischen, ökologischen und ökomischen Ansichten: 30 bis 60 Prozent der Erträge hängen von den Landwirten und deren Einsatz zur Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Beikräutern ab. Unter dem wachsenden Einfluss des Klimawandels und der Globalisierung treten neue Problemorganismen auf. Gleichzeitig nimmt die Zahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel ab und teilweise fehlen Alternativen. Und die Gesellschaft erwartet eine naturnahe Landwirtschaft, die qualitativ hochwertige und rückstandsfreie Lebensmittel in ausreichender Menge sowie zu günstigen Preisen erzeugt.

Dokumentenservice für Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Die Vorträge und Präsentationen stehen den Tagungsteilnehmern bis Ende November zum Nachlesen zur Verfügung, soweit sie uns von den Referentinnen und Referenten überlassen wurden. Die Urheberrechte an den Unterlagen sind zu beachten; sie liegen in der Regel bei den Autoren.

Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Netzwerken

10:00 Uhr | Begrüßung und Einführung

Amtschef Hubert Bittlmayer, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

10:20 Uhr | Impulsvortrag

Dr. Robert Baur, Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF, Agroscope (CH)

Reduktionspotenziale – Weniger ist mehr!

10:35 Uhr | Herausforderung Pflanzenschutzmittelreduktion – Aktuelle Forschungsschwerpunkte

Jakob Maier, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

10:45 Uhr | Unkrautregulierung mit wenig, oder ganz ohne Chemie

Klaus Gehring, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

10:55 Uhr | Minimierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes im Forst – Forschung im Rahmen von Schwammspinner-Massenvermehrungen

Dr. Dr. habil Gabriela Lobinger, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

11:05 Uhr | Diskussion und Fragen

11:15 Uhr | Pause und Netzwerken

Reduktionspotenziale – Einsatz innovativer Technik

11:30 Uhr | Neue Ansätze aus der Landtechnik

Johanna Pfeiffer, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

11:40 Uhr | Interview

Annette und Albert Plank, Altenbuch (Praxispartner)

11:45 Uhr | Agrarrobotik – wie weit ist sie?

Stefan Kopfinger, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

11:55 Uhr | Online-Interview

Moritz Graeff, Vivent SA (CH)

12:05 Uhr | Vitimeteo – Vitimonitoring: Zwei digitale Helfer für den Winzer

Heinrich Hofmann, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

12:15 Uhr | Diskussion und Fragen

12:30 Uhr | Pause und Netzwerken

Reduktionspotenziale – Neue Methoden und Ansätze

13:15 Uhr | Mulchen mal ganz anders!? Beikrautmanagement im Wein- und Obstbau

Dr. Michael Kirchinger, Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe
Anja Menger, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

13:30 Uhr | Interview

HR Dipl.-Ing. Dr. Josef Rathbauer, Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Francisco Josephinum (A)
Dr. Edgar Remmele, Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe
Dr. Daniel Heßdörfer, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

13:40 Uhr | Sind Gene die Zukunft der Nahrungsmittelsicherheit?

Prof. Dr. Corina Vlot-Schuster, Universität Bayreuth

14:00 Uhr | Mikrobiom-Management für mehr Pflanzengesundheit

Prof. Dr. Gabriele Berg, Technische Universität Graz (A)

14:15 Uhr | Diskussion und Abschluss

Karte mit den Forschungsstandorten


Veranstalter
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Referat G2 - Ressortforschung, Innovationen
Ansprechpartnerin: Michaela Kain
Tel.: +49 (89) 2182-2287
E-Mail: Ref-G2@stmelf.bayern.de