Bluehwiese

2019 und 2020 | Jahre der Biodiversität
Unser Auftrag: Erzeugung gestalten – Arten erhalten

Bayern nimmt die Biodiversität ernst. In den beiden Jahren 2019 und 2020 setzen wir uns gezielt dafür ein, Biodiversität zu erhalten und zu fördern.

Mit der "Naturoffensive Bayern" hat die Bayerische Staatsregierung 2018 wegweisende Beschlüsse gefasst, um Lebensräume, Artenreichtum und das Naturerlebnis im Einklang mit den Menschen zu fördern.

Aktuelles

Fachinformationen - Bienen und Gehölze
Bei Gehölzen im Garten auf Artenvielfalt achten

Staatsministerin Kaniber mit Michael Kutter

Die Bäume und Sträucher in Bayerns Gärten sind wichtige Lebensräume für Bienen und Insekten. Ministerin Michaela Kaniber ruft daher die Gartenbesitzer auf, bei der Auswahl ihrer Gehölze besonders auf die Bienen- und Insektenfreundlichkeit zu achten. Eine aktuelle Broschüre stellt Bäume und Sträucher vor, die insbesondere von Bienen, Wildbienen und Hummeln beflogen werden. Bei der Eröffnung der bayernweiten Aktion "Treffpunkt Baumschule – schauen wo’s wächst" wurde die Broschüre erstmals präsentiert.  Mehr

Broschüre: Bäume und Sträucher für Bienen und Insekten (LWG) Externer Link

Mehr Biodiversität auf Bayerns Feldern: So geht’s!
Sieben Demonstrationsflächen in Bayern angelegt

Ministerin Kaniber mit LfL-Präsident Opperer

Wie kann man für mehr Artenvielfalt auf den Feldern sorgen? Welche Mischungen für Blühpflanzen sind besonders bienenfreundlich? Wie lassen sich Kultur- und Energiepflanzen gut mit Biodiversität vereinbaren? Um die praktischen Möglichkeiten zu zeigen, haben die Landesanstalten für Landwirtschaft sowie für Weinbau und Gartenbau und das Technologie- und Förderzentrum sieben Demonstrationsflächen in ganz Bayern angelegt. "Unsere Demonstrationsflächen sollen informieren und Treffpunkte für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sein", sagte Ministerin Kaniber am 11. Juli in Grub bei München.   Mehr

Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau und Bioökonomie (LfL) Externer Link

Jahresbericht der LfL 2018 vorgestellt
Informationstag zur Biodiversität im Bayerischen Landtag

Ministerin Kaniber am Rednerpult im Landtag

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eröffnete gemeinsam mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner den Informationstag der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) "Biodiversität in der Landwirtschaft – Bienen, Insekten und Vieles mehr" am 26. Juni im Bayerischen Landtag. Vorgestellt wurden Forschungsergebnisse, Beratungshilfen und konkrete Praxisbeispiele. Ausführliche Informationen liefert der Jahresbericht 2018. 

Jahresbericht der LfL 2018: Schwerpunktthema "Biodiversität" Externer Link

Forum Biodiversität
Ministerin Kaniber: "Konstruktiver Dialog für mehr Biodiversität"

Ministerin mit Alois Glück vor dem Slogan "Erzeugung gestalten, Arten erhalten"

"Nur im konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten kann es gelingen, Lösungen zu entwickeln, um die Artenvielfalt zu fördern und zugleich regionale, bäuerliche Strukturen zu erhalten", sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber vor 150 Teilnehmern aus Gesellschaft, Landwirtschaft und Naturschutz am 22. Mai 2019 in München. Beim "Forum Biodiversität" wurde die gesamtgesellschaftliche Aufgabe betont, die nur in einem offenen Austausch aller Akteure erfolgreich sein wird.  Mehr

Bild in Originalgröße (Foto: Hase/StMELF) photo 1,1 MB

Informationskampagne - Streuobst blüht
Von der Wiese zum Baum zum Apfel zum Saft

Kampagne Streuobst blüht (alp)

Eine bayernweite Informationskampagne macht die Verbraucher verstärkt auf das Thema Streuobst aufmerksam und informiert über den Mehrwert hinsichtlich Biodiversität, Kulturlandschaft und Sortenvielfalt. Ziel ist es, die Nachfrage nach bayerischen Streuobstprodukten zu erhöhen. Obst von regionalen Streuobstwiesen steht für kurze Wege und gleichzeitig für aromatischen Geschmack. 

Informationskampagne - Streuobst blüht Externer Link

Mehr Streuobstwiesen für mehr Artenvielfalt
Bayernweite "Pflanzaktion Streuobst" im April gestartet

Ministerin und Grundschulklasse (Foto: Schönleber)

Mit einer landesweiten Pflanzaktion weist Landwirtschaftsministerin Kaniber auf die große Bedeutung der Streuobstwiesen für die Artenvielfalt in Bayerns Kulturlandschaft hin. Zum Start der Aktion in Rohrdorf (Landkreis Rosenheim) pflanzte sie Streuobstbäume – gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Verbänden und Grundschulkindern. Eine Streuobstwiese mit bis zu 100 Bäumen soll im Lauf des Jahres entstehen. Solche Obstbaum-Pflanzaktionen und Informationsveranstaltungen werden heuer in ganz Bayern an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durchgeführt.  Mehr

Broschüre: Blickpunkt 2019 - LEADER in Bayern

Ausschnitt der Titelseite der Broschüre Blickpunkt 2019

Die Broschüre "Blickpunkt LEADER" konzentriert sich dieses Mal auf beispielhafte Projekte im Bereich Umwelt, Klima und Biodiversität. Ob Alpenklimagarten, grünes Klassenzimmer, Meditationsgarten, Streuobsterfassung oder Vogelbeobachtungsstation – die Projektauswahl zeigt gleichzeitig wie LEADER zu mehr Lebensqualität und mehr Wertschöpfung in der Region beiträgt. 

Blickpunkt 2019 (Broschürenportal) Externer Link

LEADER in Bayern

Biodiversität ist Gesellschaftsaufgabe

Unsere artenreiche Kulturlandschaft entstand durch jahrhundertelange Bewirtschaftung. Vielfältige Lebensräume wurden geschaffen, die Biodiversität ermöglichten. Landwirte sind unverzichtbare Partner, wenn es darum geht, kulturlandschaftlich geprägte Lebensräume durch pflegerische Nutzung zu erhalten. Natur und Mensch brauchen diese Vielfalt. Unser Ziel ist eine nachhaltige Landbewirtschaftung, die Biodiversität stärkt und Biotope vernetzt. Deshalb unterstützen wir Landbewirtschafter mit Bildungs- und Beratungsangeboten sowie gezielter Förderung. Biodiversität ist eine Gesellschaftsaufgabe: Landwirte, Kommunen, Wald- und Gartenbesitzer und auch Verbraucher können zum Erhalt der Biodiversität beitragen.

Unser Auftrag zum Erhalt von Biodiversität

Wir wollen Erzeugung so gestalten, dass Artenvielfalt erhalten bleibt. Dabei sind Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen. Jeder einzelne hat die Chance, sich aktiv für Artenvielfalt einzusetzen und Leistungen zum Erhalt von Biodiversität zu honorieren. Wir sehen unseren Auftrag in folgenden Handlungsfeldern:

1. Biodiversität in Bildung verankern

An den Landwirtschaftsschulen werden die Themen Biodiversität, Ressourcenschutz, Bienenschutz und ökologischer Landbau stärker verankert. Das Fach Naturschutz und Landschaftspflege vermittelt Grundlagenwissen zur Funktion von Ökosystemen, Artenkenntnis und dem Einfluss unterschiedlicher Bewirtschaftungssysteme. Themenübergreifend wird Biodiversität in den Produktions- und Wirtschaftsfächern berücksichtigt. Die Studierenden erarbeiten biodiversitätsfördernde Maßnahmen und setzen diese in der landwirtschaftlichen Praxis um.

2. Beratung für Landbewirtschafter intensivieren

Den Landbewirtschaftern stehen Wildlebensraum- und Wasserberater zur Seite. Gemeinsam entwickeln sie biodiversitätsfördernde Strategien, die zu Region, Betrieb und Bewirtschaftungsweise passen. Dabei steht die Gestaltung artenreicher Lebensräume im Mittelpunkt. Unterschiedliche Interessensgruppen, wie Landwirte, Jäger, Imker, Kommunen und Naturschützer kooperieren und erarbeiten betriebsübergreifende Konzepte: Wertvolle Biotope entstehen und werden vernetzt.

3. Mit Förderung gezielt auf Biodiversität hinwirken

Zentrales Element bayerischer Agrarumweltpolitik ist das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) mit seinem breiten Maßnahmenangebot. 2015 wurde der Schwerpunkt "Biodiversität - Artenvielfalt" integriert, um die Biodiversität gezielter zu fördern. Die wichtigsten Ziele: artenreiche Wiesen und Weiden erhalten, artenreiche Blühmischungen ansäen, bestehende Hecken und Feldgehölze pflegen, eine vielfältige Fruchtfolge fördern.

4. Biodiversität sichtbar machen

Unsere Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten organisieren eine Vielzahl an Gemeinschaftsaktionen mit Landbewirtschaftern, Bürgern, Kommunen, Berufs-, Imker- und Umweltverbänden. Mit diesen Veranstaltungen schärfen sie in der Öffentlichkeit den Blick auf das Thema "Biodiversität" und veranschaulichen die Leistungen der Landwirtschaft für den Erhalt von Biodiversität.

5. Biodiversität durch Forschung verbessern

Wie wirken sich bestimmte Maßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft auf die Biodiversität aus? Über angewandte Ressortforschung lassen sich neue Erkenntnisse zu dieser Frage gewinnen. Und darauf basierend neue Strategien und praxisnahe Konzepte, um Biodiversität zu fördern. Im neuen Forschungsrahmen 2019-2023 des Ministeriums bildet die angewandte Forschung zur Biodiversität einen von zehn thematischen Schwerpunkten. Am neuen Forschungsstandort für Landwirtschaft in Ruhstorf, Niederbayern, steht dabei die Ökosystemforschung im Fokus.

Bei der Ökosystemforschung wird der Einfluss von Umweltfaktoren (z.B. Temperatur, Niederschlag, Nährstoffverfügbarkeit) auf einzelne Organismen (z.B. Pflanzen, Mikroben) untersucht und die Wechselwirkungen der Organismen untereinander (z.B. Pflanze-Pflanze, Pflanze-Insekt).

Was bedeutet Biodiversität?

Das Wort Biodiversität setzt sich aus dem griechischen Wort „bios“ (Leben) und dem lateinischen Wort „diversitas“ (Vielfalt) zusammen. Der Begriff „Biodiversität“ steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Die Definition wurde in der Biodiversitätskonvention (CBD) festgeschrieben und auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro beschlossen.
Definition Biodiversität laut CBD
Artikel 2 der Convention on Biological Diversity, CBD 1992
"Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören. Dies umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten (genetische Vielfalt) und zwischen den Arten (Artenvielfalt) und die Vielfalt der Ökosysteme (und entsprechend der Interaktionen darin)."

Natürliche Vielfalt ist existentiell: Durch genetische Vielfalt können Individuen und Arten sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen, um zu überleben.

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