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Ergebnisse der Umfrage
Der hauswirtschaftliche Arbeitsmarkt in Zeiten der Corona-Pandemie

Eine Frau reinigt eine Türklinke
Die Corona-Pandemie beeinflusst unsere Arbeitswelt. Mit ihren vielfältigen Arbeitsspektren ist die Hauswirtschaft hierbei nicht ausgenommen. Vielmehr trägt sie als Teil systemrelevanter Arbeitsbereiche ihren Anteil zur Bewältigung der Krise bei.
Welchen Herausforderungen die Hauswirtschaft zu Beginn der Pandemie gegenüberstand und wie die Fach- und Führungskräfte sowie Lehrkräfte damit umgingen, hat das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft in einer Umfrage erfasst. Zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni nahmen sich 140 Personen trotz – oder gerade wegen – coronabedingter Mehrarbeit, die Zeit, den Fragebogen zu beantworten.

Die wissenschaftliche Auswertung der Antworten übernahmen Dr. Inge Maier-Ruppert und Prof. Dr. Angelika Sennlaub von der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh). Das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft (KoHW) hat die Umfrageergebnisse zusammengefasst und Handlungsansätze formuliert.
Der hauswirtschaftliche Arbeitsmarkt in Zeiten der Corona-Pandemie – Ergebnisse der Umfrage

Unsere Fragen

Zentrale Fragen der Erhebung waren: Vor welchen Herausforderungen stehen hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräften durch die Corona-Pandemie? Mit welchen Lösungsstrategien begegnen Sie diesen? Was wünschen Sie sich, um künftige Krisen besser bewältigen zu können? Und wie schätzen Fach- und Führungskräfte die Auswirkungen auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes und Arbeitsalltags ein?

Ihre Antworten

  • Mehrarbeit durch mehr Reinigungs- und Desinfektionsarbeit
  • erhöhtes Wäscheaufkommen
  • Umgang mit Risikogruppen
  • Abstandsregeln beachten und umsetzen
  • Mund-Nasen-Bedeckung beeinträchtigt Kommunikation und Beziehungspflege und ist eine physische Belastung bei der Arbeit
  • psychische Belastung durch allgemeine Angst und Unsicherheit bei Mitarbeitern, Schülern, Klienten und Bewohnern
  • Gestaltung von Fernunterricht

Ergebnisse der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft

Ergebnis 1: Bedürfnis, über die Arbeit mit Corona ins Gespräch zu kommen
Die vielen und teilweise sehr ausführlichen Rückmeldungen zeigen, dass hauswirtschaftliches Fach- und Führungspersonal viel über die Arbeit unter Corona-Bedingungen zu sagen hat und sich darüber austauschen möchte.
Ergebnis 2: Vielfältige Ängste
Die Befragten berichten häufig von Ängsten und Unsicherheiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kundinnen, Kunden, Schülerinnen oder Schüler. Allerdings ist oft nicht klar, worin diese Ängste bestehen. Haben sie z.B. Angst vor Krankheit oder Ansteckung, um Familienmitglieder oder davor, den Arbeitsplatz zu verlieren?
Ergebnis 3: Hoffnung auf steigende Anerkennung durch die Pandemie
Durch ihre Arbeit haben hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräfte einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet. An einigen Stellen ist diese Arbeit in den letzten Monaten mehr in den Blick der Gesellschaft gerückt, weshalb viele Fach- und Führungskräfte die Hoffnung äußern, nun mehr Wertschätzung für ihre Arbeit zu erhalten.
Ergebnis 4: Bessere Organisation und Unterstützung durch vorgesetzte Stellen (Vorgesetzte und Entscheidungsträger in der Politik)
Zu Beginn der Pandemie waren die rechtlichen Vorgaben sehr dynamisch und änderten sich fast wöchentlich und häufig kurzfristig. In diesen Momenten wünschten sich hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräfte eine bessere Organisation und Unterstützung durch vorgesetzte Stellen. Beispielsweise in Form von Umsetzungsbeispielen, mehr Vorbereitungszeit oder besserer Einbindung in betriebsinterne Entscheidungen.
Ergebnis 5: In Seniorenheimen arbeitet das Leitungspersonal an der Belastungsgrenze
In Seniorenheimen muss das Personal einen enormen Mehraufwand bewältigen. Dadurch ist es physischer als auch starker psychischer Belastung ausgesetzt.
Ergebnis 6: Herausforderungen in Behinderteneinrichtungen bleiben unspezifisch
Die große Bandbreite an Angebotsformen und Zielgruppen in der Behindertenarbeit macht die Anforderungen an die Hauswirtschaft vielfältig. Jeder Betrieb hat daher individuelle Herausforderungen und Lösungsstrategien.
Ergebnis 7: In Krankenhäusern geht es um gelingende Kommunikation
Die schnelle und angemessene Kommunikation tagesaktueller Informationen zum Infektionsgeschehen und zu aktuellen Vorgaben wurde als zentraler Punkt im Umgang mit der Pandemie genannt.
Ergebnis 8: Hauswirtschaftliche Dienstleisterinnen und Dienstleister thematisieren den Organisationsaufwand, nicht die wirtschaftlichen Folgen
Gerade zu Beginn der Pandemie, als große Unsicherheit über die Übertragungsmöglichkeiten des Virus herrschte, haben viele Kunden hauswirtschaftliche Dienstleistungen abgesagt. Dienstleister thematisieren jedoch weniger die wirtschaftlichen Folgen der Absagen als vielmehr den Organisationsaufwand für die verbleibenden Einsätze. Dieser entsteht durch engere Absprachen mit den Kunden, durch die Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung und durch die Umorganisation von Mitarbeitereinsätzen, wenn Kolleginnen wegen Krankheit oder fehlender Kinderbetreuung ausfallen.
Ergebnis 9: Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter an Bildungseinrichtungen kämpfen mit den gleichen Problemen wie Lehrerinnen und Lehrer anderer Fächer
Das Personal an Bildungseinrichtungen nennt vor allem: Fehlende Vorbereitungszeit für die Umstellung von Präsenz- auf Fernunterricht, mangelhafte EDV-Ausstattung bei Lehrern und Schülern, unzureichende Kenntnisse im Umgang mit der EDV, Gestaltung von Praxisunterricht unter Beachtung der Hygienevorschriften.

Handlungsansätze des Kompetenzzentrums Hauswirtschaft

Zwei junge Frauen im Gespräch miteinander
1. Austausch
Fachkräfte wünschen sich eine Plattform für den fachlichen Austausch und zur Netzwerkbildung. Das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft erarbeitet dazu aktuell ein Format für Berufsanfängerinnen und -anfänger, das sie dabei unterstützt, berufliche Netzwerke aufzubauen und sich fachlich fortzubilden. Die Empfehlung der dgh, über den betrieblichen Umgang mit der Corona-Pandemie im Gespräch zu bleiben, wird in die Planung und Konzeptgestaltung einfließen.
Veranstaltungsflyer vor einem weißen Hintergrund
2. Branchenspezifische Informationen
Fach- und Führungskräfte brauchen gerade in Krisenzeiten branchenspezifische Informationen. Das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft plant eine Erweiterung seines Weiterbildungsangebotes sowie eine Informationsplattform mit aktuellen rechtlichen Vorgaben, die die hauswirtschaftliche Arbeitswelt betreffen.
Ein junger Mann tippt etwas in einen Computer ein
3. Kommunikation der Umfrageergebnisse
Weiterer Handlungsbedarf besteht z. B. in der Förderung der beruflichen Vernetzung von Fachkräften oder der Weiterbildung hauswirtschaftlicher Lehrkräfte im Bereich Digitalisierung – hier sind sich das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft und die dgh einig. Deshalb wird das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft die Ergebnisse und Empfehlungen veröffentlichen und an die jeweils zuständigen Institutionen, wie zum Beispiel an Berufsverbände, weiterleiten.
Das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft dankt allen, die an der Umfrage teilgenommen haben. Durch Ihre Teilnahme tragen Sie aktiv dazu bei, unsere Arbeit und die Wertschätzung der Hauswirtschaft stärker in den Fokus zu rücken.