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Beobachtungs-Studie "Nachhaltigkeit beim Geschirrspülen – Analyse des Verbraucherverhaltens"

Eine eingeräumte Spülmaschine
Verbraucher bewerten den Einfluss ihres persönlichen Energieverhaltens auf die Nachhaltigkeit als sehr hoch. Eine Studie von Prof. Dr. Astrid Klingshirn und Kollegen an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat untersucht, ob sich das im Einsatz des Geschirrspülers widerspiegelt. 19 Haushalte mit bis zu vier Bewohnern gaben dazu Auskunft. In einer Online-Umfrage ermittelte die Hochschule zunächst Haushaltsdaten und Spülgewohnheiten. Im Anschluss erfolgte eine 14-tägige Beobachtungsstudie.
Die Hochschule wollte wissen, wie oft die Haushalte ihre Spülmaschine nutzen, wie voll sie diese beladen und welche Spülprogramme die Probanden verwenden. Die Haushalte dokumentierten die Ergebnisse anhand von Fotoprotokollen.
Ebenso testete die Studie die Zufriedenheit mit den Spülergebnissen mit herkömmlichen und ökologischen Reinigungsmitteln. Dazu nutzten die Probanden eine Woche lang ein beliebiges gewohntes Spülmittel und in einer weiteren Woche ein vorgegebenes ökologisches Spülmittel.

Ausgewählte Ergebnisse der Studie

Programmnutzung

  • 39 Prozent der befragten Personen nutzen das Eco-Spülprogramm, 33 Prozent das Automatik-Spülprogramm, 20 Prozent das Intensivprogramm.
  • Die Auswahl des Spülprogramms hängt zu 77 Prozent ab von der Gewohnheit, aber auch vom Verschmutzungsgrad oder der Programmlaufzeit.
  • 4 Prozent kennen das Eco-Programm nicht.
  • Die Maschinen laufen im Schnitt 4,6 x pro Woche.

Beladungsmenge der Spülmaschine

  • 52 Prozent der Studienteilnehmer lassen die Maschine ausschließlich voll laufen, 42 Prozent fast voll, 6 Prozent lassen die Spülmaschine auch halbvoll laufen.
  • 7 Prozent der Befragten beladen den Geschirrspüler ohne System.

Vorbehandlung des Geschirrs

  • Nur eine befragte Person spült das gesamte Geschirr vor, 56 Prozent der Studienteilnehmer spülen gelegentlich vor und 39 spülen nicht vor.
  • Vorgespült wird bei starken Verschmutzungen, Essensresten sowie angetrockneten Getränken, z.B. beim Weinglas.

Spülmittel

  • 39 Prozent der Haushalte setzen pulverförmiges Geschirrspülmittel ein, alle anderen nutzen Mulitfunktions-Tabs, vor allem in Form von Markenprodukten. Obwohl die Tabs Klarspüler und Salz enthalten, dosieren die Haushalte in der Regel diese beiden Substanzen extra dazu.
  • Die Haushalte testeten auch einen ökologischen Reiniger. Dieser enthielt keine Inhaltsstoffe mit negativer Umweltbewertung und keine Enzyme. Seine Reinigungsleistung haben die Probanden schlechter bewertet als die des gewohnten Spülmittels, vor allem in Spülgängen mit kurzer Laufdauer. Grund hierfür: Die Inhaltsstoffe des Test-Reinigers benötigen mehr Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten.

Fazit und Handlungsempfehlungen

Gezielte Informationen können nachhaltiges Handeln beim maschinellen Geschirrspülen noch stärker fördern.
Eco-Programme gewährleisten optimalen Ressourceneinsatz. Damit Verbraucher diese Programme öfter wählen, könnten Geräte entwickelt werden, die Verbrauchsdaten besser sichtbar machen oder den Nutzer besser zum Eco-Programm hinführen.
Im Bereich Vorspülen ist weitere Aufklärungsarbeit notwendig im Blick auf die Verschwendung der Ressource "Wasser".
Es gibt noch Informationsdefizite im Bereich Reinigungschemie, vor allem was die Dosierung von Salz und Klarspülern angeht. Hier könnten unnötige Einträge in die Umwelt vermieden werden. Das ökologische Testmittel hinterlässt Trocknungsflecken, die dazu führen, dass der Verbraucher das Geschirr nachspült. Dies verbraucht zusätzlich Ressourcen. Hier sind die Hersteller gefordert, Rezepturen ökologischer Reiniger nachzubessern.