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Nachhaltige Ernährung (Schritt 1/7)
Zusammenhänge erkennen

Vier Dimensionen einer nachhaltigen Ernährung - Umweltverträglichkeit, Sozialverträglichkeit, Wirtschaftsverträglichkeit, Gesundheitsverträglichkeit.

"Essen mit Genuss und Verantwortung –
für alle Menschen weltweit und für die kommenden Generationen."
So lautet das Motto einer nachhaltigen Ernährung.

Ein nachhaltiger Ernährungsstil wirkt sich in vier Dimensionen aus:
auf Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Gesundheit.

Oft scheint es, dass das Verhalten des Einzelnen keinen Einfluss hat. Doch zukunftsfähige Ernährung beginnt mit dem Wissen um globale Zusammenhänge und mit kleinen, eigenen Veränderungen.

Sich nachhaltig ernähren schont die Umwelt

UNO und Weltklimarat IPCC sind sich einig darin, dass die Aktivitäten der reichen Industrieländer verändernd auf die Umwelt wirken [1,2,3]. Unser gesamter Lebensstil – auch unsere Ernährungsweise – sollte daher so gestaltet werden, dass wir diese Entwicklungen nicht weiter verschärfen und den Trend möglichst umkehren:
  • zunehmende Schadstoffbelastung der Umwelt
  • vermehrte Treibhausgas-Emissionen und steigende Temperaturen
  • Zerstörung der Ozonschicht
  • globaler Klimawandel
  • Waldsterben und Waldschwund durch Abholzung
  • Bodenzerstörung durch Erosion, Verdichtung, Versalzung
  • Wasserknappheit und Wassermangel
  • Artenschwund bei Pflanzen und Tieren, Überfischung der Meere
  • Veränderungen der Kulturlandschaft
Ein nachhaltiger Ernährungsstil trägt dazu bei, die Umwelt zu schonen.

Sich nachhaltig ernähren stärkt ländliche Strukturen

Menschenauflauf als Sinnbild für die soziale Gesellschaft.
Die Beschäftigungsmöglichkeiten im ländlichen Raum gehen weltweit zurück. Was unter dem Stichwort "Landflucht" in Entwicklungsländern teils dramatische Formen annimmt, ist auch in Bayern festzustellen:

Gab es 1999 noch 154.000 landwirtschaftliche Betriebe, waren es zehn Jahre später nur noch 113.000 [4]. Diese Entwicklung geht mit einem Verlust von heimischen Kulturlandschaften einher.
Bewusste Kaufentscheidungen, partnerschaftliches Handeln und ein sozial verträglicher Ernährungsstil tragen weltweit zu verbesserten Lebens- und Arbeitsbedingungen bei.

Nachhaltige Ernährung: gesund und köstlich

Auslage mit Obst (Äpfel, Avocados, Nüsse ) und Gemüse (Kohl, Brokkoli, Mais) auf einem Wochenmarkt.
Weltweit betrachtet präsentiert sich die Gesundheitssituation in zwei Gewändern. In Entwicklungsländern herrscht Unternährung infolge von Armut und Nahrungsmangel, vielfach mit Todesfolge.

In Industrieländern werden dagegen immer mehr tierische Lebensmittel und stark verarbeitete Erzeugnisse verzehrt. Die Folge: Überernährung, Bewegungsmangel und gesundheitliche Probleme [5] wie Diabetes, Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen und andere.
Nachhaltige Ernährung stützt sich auf eine pflanzenbetonte Mischkost mit frischen, überwiegend gering verarbeiteten Lebensmitteln. Solch eine ausgewogene Ernährung fördert Gesundheit und Genuss.

Faire Preise für nachhaltig produzierte Lebensmittel

Landwirt fährt auf einer gelb blühenden Löwenzahnwiese mit seinem grünen Traktor.
Der Ernährungsbereich stellt den drittgrößten Wirtschaftszweig dar. Leider ist er in einen teils ruinösen Wettbewerb verwickelt, den wir mit unserer täglichen Einkaufsentscheidung mit verantworten. Viele Lebensmittelpreise spiegeln nicht die tatsächlichen Produktionskosten wider [2]. Die Folge: Weltweit können die betroffenen Landwirte, Verarbeiter und Händler nicht mehr kostendeckend wirtschaften. In sogenannten Entwicklungsländern sind viele Menschen schlichtweg zu arm, um sich ausreichend Lebensmittel zu kaufen. Obwohl weltweit ausreichend Nahrung produziert wird.
Nachhaltige Ernährung bevorzugt Lebensmittel, die fair bezahlt und fair gehandelt werden.

Quellen

[1] Koerber Kv, Kretschmer J: Ernährung nach den vier Dimensionen. Ernährung und Medien 21, 178-185, www.bfeoe.de, 2006

[2] Koerber Kv, Männle T, Leitzmann C: Vollwert-Ernährung – Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung. Haug, Stuttgart, www.bfeoe.de, 2004

[3] FAO (Food and Agriculture Organization): Neuer FAO-Weltbericht: Landwirtschaft 2015/2030. Blickpunkt Welternährung 32(8), 3, 2002

[4] Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Bayerischer Agrarbericht, www.agrarbericht.bayern.de, 2000, 2010

[5] Bundesminister für Gesundheit. Daten d. Gesundheitswesens. Nomos, Baden-Baden, 2001

In 7 Schritten zu Nachhaltiger Ernährung