Beispiele
Dorferneuerung und Gemeindeentwicklung

Vitale Dörfer sind das Rückgrat des ländlichen Raumes, im dem 60 % der Menschen Bayerns leben. Zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Gemeinden machen wir unsere Dörfer fit für die Zukunft.

Klosterlangheim
Ein Jahrhunderte altes Konzept der Klosterlangheimer Mönche: Historie als Vorbild für modernen Hochwasserschutz

Vogelperspektive auf eine Ortschaft. Links unten und rechts oben Wasserrückhaltungen. Rechts unten neue angelegte Wasserrückhaltung mit Staudamm.

Die Ortschaft Klosterlangheim wird auch heute noch geprägt von Teilen der historischen Bauten des in der Säkularisation aufgelösten Zisterzienserklosters Langheim. Und ebenso wie die Mönche des damaligen Klosters müssen sich auch die Bewohner der heutigen Ortschaft mit dem Wasser auseinandersetzen, das oft über die Ufer der Leuchse und ihrer Zuflüsse tritt. Bei der Suche nach Lösungen erinnerte man sich wieder an das ausgeklügelte Hochwasserschutzsystem, das die Mönche bereits vor fast einem Jahrtausend angelegt hatten, das aber zu großen Teilen wieder verloren gegangen war.  Mehr

Elsendorf · Margarethenthann
Durch Bodenordnung zum gewünschten Ziel – Hochwasserschutz für kleine Dörfer im Hopfenland Hallertau

Vogelperspektive: Straße führt geschwungen in ein Dorf. Entlang der Straße Rückhaltebecken. Überlauf ermöglicht kontrollierten Wasserabfluss über den unscheinbaren Bach.

Sobald starke Gewitter über der durch Hopfen- und Spargelanbau geprägten Region niedergingen, mussten die Bewohner von Margarethenthann Überschwemmungen im Ort befürchten. Denn die Lage des Dorfes im Talkessel, umgeben von intensiv bewirtschafteten Flächen, hatte einen Nachteil: Wenn es heftig regnete, trat der kleine, sonst unscheinbare Elsendorfer Bach über seine Ufer. Fast jährlich musste die Freiwillige Feuerwehr Hilfe leisten. Auch die unterliegenden Weiler und Elsendorf selber, wo der Elsendorfer Bach in die Abens mündet, waren dann nicht mehr vor dem Wasser sicher.  Mehr

Niederraunau
Modellprojekt im Altort – Neue Baufelder entwickelt, Dorfkern aufgewertet und multifunktionalen Dorfplatz geschaffen

Neu gestaltete Freifläche vor dem Schloss, die gleichzeitig der Pausenhof für die Schule ist.

Niederraunau hat seine Siedlungspolitik auf eine neue, flächensparende Innenentwicklung ausgerichtet. Ein Bebauungsplan mit Grünordnungsplan für das Untersuchungsgebiet „Untere Gasse“ im Altort bietet Entwicklungsmöglichkeiten und Rechtssicherheit für die Grundstückseigentümer. In dem insgesamt sieben Hektar großen Areal entstanden zwölf neue Baufelder und bislang sechs neue Gebäude. Der Umfang der Bauflächen eines bereits rechtskräftigen Bebauungsplanes südlich des Ortes konnte reduziert werden. Ein beeindruckendes Ensemble bilden Schloss, Kirche und Schule am Dorfplatz. Auf dem Gelände eines ehemaligen Gutshofes fand eine Wohngruppe des Dominikus-Ringeisen-Werkes Ursberg für erwachsene Menschen mit Behinderung eine Heimat.  Mehr

Eußenheim
Vom beengten Kämmerlein zur guten Stube – die unglaubliche Wandlung einer Ortsmitte

Weinfest auf der Freifläche des neuen Dorfplatzes. Musikgruppe steht, während ein Chor für die Gäste singt. Chor und Musik tragen Tracht.

Der Winzerort Eußenheim im Landkreis Main-Spessart legt sich um den Kirchberg, der als Felssporn aus dem Werntal ragt. Nicht umsonst setzte vor über 400 Jahren Julius Echter seine Kirche mit dem charakteristischen spitzen Echterturm hierhin. Alle wichtigen kirchlichen Einrichtungen liegen auf diesem steilen Bergrücken. Aber nicht nur die christliche, sondern auch die politische Gemeinde hat hier wichtige Funktionen konzentriert. So stehen auf engstem Raum Kindergarten, Schule und Rathaus beieinander. Allein aus dieser Beschreibung kann man die Enge der Bebauung spüren. Viel Platz für öffentliche Räume gab es daher nie.  Mehr

Schweinsdorf
Innerorts Bauplätze schaffen, Häuser revitalisieren und Baulücken schließen – Innenentwicklung bringt Vitalität und erhält Identität

L-förmige Gebäudeanordnung. Das ehemalige Gasthaus wurde für Sozialwohnungen saniert. Der andere Teil steht leer und noch zur Sanierung für gemeinschaftliche Zwecke an.

In Schweinsdorf sanieren junge Familien denkmalgeschützte und ortsbildprägende Gebäude, die Jugend will im Dorf bleiben, ehemalige Dorfbewohner kommen in ihr Heimatdorf zurück, die Einwohnerzahl steigt seit 2005 um mehr als 20 Prozent und kein Neubaugebiet wurde dafür ausgewiesen. Im ehemaligen Gasthaus, das die Gemeinde erworben hat, wurden neun Sozialwohnungen geschaffen. Derzeit in Planung: Die miterworbene Scheune würde sich nach einem Umbau ideal für ein Gemeinschaftshaus eignen, mitten am dann neu gestalteten Dorfplatz.  Mehr

Söchtenau
Von der Dorferneuerung zur Gemeindeentwicklung mit einer nachhaltigen Stärkung der Landschaft

Blick auf ein Dorf mit markantem Kirchturm in einer kleinen Senke

Die Gemeinde Söchtenau ist seit den 70er Jahren einem hohen Siedlungsdruck ausgesetzt. Damit einhergehend wandelten sich die einstigen Bauerndörfer zu Wohndörfern. Eine Dorferneuerung sollte der Gemeinde bei diesen Herausforderungen unter die Arme greifen. Die Söchtenauer zeigten von Beginn an eine hohe Motivation, aktiv ihr Umfeld zu gestalten. Es stellte sich heraus, dass es wegen den unterschiedlichen Vernetzungen notwendig ist, das gesamte Gemeindegebiet einschließlich der Flurlagen einzubeziehen. In über 30 Versammlungen legten die Bürgerinnen und Bürger aus allen Ortsteilen das Projektgebiet fest. Dort erfolgten zielgerichtet die dringend notwendigen Maßnahmen in Dorf und Flur.   Mehr

Fraunberg
Pioniergemeinde der Gemeindeentwicklung und für eine moderne Bauleitplanung

Landschaftsaufnahme aus der Vogelperspektive. Wiesen, Felder, Wälder und zahlreiche Ortschaften. Am linken Horizont der Flughafen München.

In unmittelbarer Nähe zum Flughafen München gelegen, unterliegt die Gemeinde Fraunberg mit ihren 42 Ortsteilen seit vielen Jahren einem enormen Veränderungs- und Anpassungsdruck. So ist die Zahl der Einwohner von 2 700 auf 3 450 gestiegen, allerdings fast ausschließlich in den Hauptorten. Dagegen drohte in den kleineren Ortsteilen Leerstand und Überalterung. Mit einem aktiv betriebenen Gemeindeentwicklungsprozess haben sich Gemeinde und Bürger entschlossen, mit Unterstützung der Ländlichen Entwicklung und externer Experten neue Wege zu beschreiten.  Mehr

Wiesenfelden
Der Weiher wird erlebbar und mit einer neuen Seebühne zum Herz der Dorfmitte

See Im Ortszentrum. Bühne im See mit Tribüne, dazwischen Seeweg. Daneben neues Rathausgebäude mit türkisenem Querbau. Dahinter bis zur Kirche Gemeinschaftsfläche für die Bürger.

Wiesenfelden liegt in einer herrlichen Landschaft mit zahlreichen Weihern. Das Dorf bietet aber nur wenige Arbeitsplätze. Und in der dünnbesiedelten Region die Grundversorgung für die Bürger bereitstellen, ist eine Herausforderung. Um den Menschen weiterhin einen attraktiven Lebensraum bieten zu können, wurde mit Hilfe der Dorferneuerung eine Reihe von Projekten umgesetzt. Besonders wichtig ist den Bürgern inzwischen die Seebühne neben dem neuen Rathaus, wo jetzt im Sommer das kulturelle Herz des Dorfes schlägt.   Mehr

Geilsheim
Ein Dorf stellt sich mit eindrucksvollem Gemeinschaftssinn den Herausforderungen der Zukunft

Kirche, Pfarrhaus und Schule bilden zusammen mit einem Großbaum das Ambiente des Geilsheimer Pfarrbucks

Geilsheim ist mit rund 500 Einwohnern der zweit­größte Ortsteil der Stadt Wassertrüdingen. Die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle in Geils­heim, das im Landkreis Ansbach liegt; die Land­kreise Donau-Ries und Weißenburg-Gunzenhau­sen sind nicht weit entfernt. Vielleicht ist es gera­de der Einfluss aus unterschiedlichen Regionen – zwischen Franken und Schwaben, der die Geilshei­mer Bürgerinnen und Bürger prägt? Als die Dorferneuerung und die Flurneuordnung beginnen, erkennen und nutzen die Geilsheimer engagiert ihre Chance und bauen auf ihr starkes Wir-Gefühl.  Mehr

Hagenbüchach
Vom Schandfleck zum neuen Mittelpunkt - Umnutzung des denkmalgeschützten Bahnhofgebäudes

Dreigeschossiges Bahnhofsgebäude - ein Sandsteinbau - mit Satteldach. Auf den Fassaden steht groß Hagenbüchach. Im Vordergrund ein eingeschossiger Anbau mit dunkelroter Fassade und langen Fensterfronten.

Das Hagenbüchacher Bahnhofsgebäude ereilte das gleiche Schicksal wie viele andere auch: Neu und stolz stand es im Sommer 1865 an der gerade fertiggestellten Bahnstrecke Nürnberg-Würzburg und hatte Schalter- und Warteraum, Stellwerk und Wohnung. Doch im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts änderte sich alles. Ein Fahrkartenautomat und ein Unterstand für die Fahrgäste im Freien reichten und moderne Technik ersetzt das Stellwerk. So kam es, wie es kommen musste: Das Gebäude wurde zum Schandfleck.  Mehr

Waldthurn
Gesundheits- und Pflegezentrum Waldthurn – auch im Alter in der Dorfmitte leben

Ein Straßenzug mit fünf zweigeschossigen Gebäuden. Das erste hat Schleppgauben, das vierte steht giebelständig zur Straße.

Der demographische Wandel mit mehr alten Menschen, Bevölkerungsrückgang, veränderten Familienstrukturen und fehlenden Einrichtungen hat oftmals zur Folge, dass ältere und pflegebedürftige Menschen nicht zu Hause bleiben können. Mit diesen Herausforderungen kämpfen viele Gemeinden im ländlichen Raum, auch Markt Waldthurn. Dies wollten die Verantwortlichen in der Gemeinde nicht einfach hinnehmen – sie packten die Probleme an und sind neue Wege gegangen. Jetzt belebt das neue Gesundheits- und Pflegezentrum die Ortsmitte Waldthurns.  Mehr

Großbardorf
Durch herausragendes Bürgerengagement erfolgreich vom Hochwasserschutz zum Energiedorf

Straße im Dorf, zu der ein wasserführender, renaturierter Dorfgraben parallel verläuft. Der Straßenraum ist links und rechts bebaut. Über den Graben führen kleine Brücken zu den Häusern.

Fast jährlich wurde der Altort der Gemeinde Großbardorf bei Starkregen überschwemmt. Im Mittelpunkt des gemeinschaftlichen Interesses stand daher zunächst der Hochwasserschutz. Durch das Engagement der Gemeinde, der Teilnehmergemeinschaft und der Grundeigentümer konnten in der Dorferneuerung Regenrückhaltebecken realisiert werden, die nun den Altort vor Hochwasser schützen. Zudem machte der Wunsch der Bürgerinnen und Bürger regenerative Energiequellen zu erschließen zum überregional bekannten Energiedorf.  Mehr

Obersinn und Törwang
Durch Einfache Dorferneuerung zentrale Bereiche von Dörfern aufwerten und Lebensqualität verbessern

Nach der Neugestaltung: Treppenaufgang zu einem von Häusern umgebenen Häuser, über die der Kirchturm ragt

Nach dem Bayerischen Dorfentwicklungsprogramm können nicht nur umfassende, sondern auch sogenannte Einfache Dorferneuerungen ohne Bodenordnung oder öffentlich-rechtliche Regelungen durchgeführt werden. Mit ihnen werden hauptsächlich zentrale Bereiche in Dörfern gestalterisch verbessert und für das Gemeinschaftsleben aufgewertet sowie leer gefallene ortsbildprägende Gebäude saniert und neuen Nutzungen zugeführt.  Mehr

Feldkirchen-Westerham
Soziale Dorferneuerung - Lebensqualität für alle Bewohner schaffen

Spendenlauf am Tag der Generationen auf der Tartanbahn des Sportgeländes – 5 Seniorinnen und Senioren beteiligen sich mit einer Begleitperson am Lauf

Die Gemeinde Feldkirchen-Westerham hat die demographische Entwicklung aktiv angepackt. Sie setzt auf ein gutes Miteinander aller Generationen und fördert bürgerschaftliches Engagement als zentralen Entwicklungsfaktor. Soziale Angebote von Vereinen und Verbänden werden vernetzt und ausgebaut und Beratungsleistungen angeboten, beispielsweise zum Thema Wohnen im Alter oder auch für Bewerbungsschreiben von Jugendlichen. Für die Koordination wurde der Verein „Soziales Netzwerk“ gegründet und eine Servicestelle eingerichtet. Dadurch bleibt der Ort attraktiv für alle Einwohner: für Familien, Senioren, Jugendliche sowie für Neubürger.  Mehr

Pottenstein
Eine Kommune mit 35 Ortsteilen wird durch Gemeindeentwicklung zu einer starken Einheit

Vier Männer stehen auf Ortsstraße und tauschen sich zur Ortsbegehung aus.

Sanfte Hügel, prägnante Felsen, naturnahe Freizeiteinrichtungen und das Geotop Teufelshöhle veranlassen jährlich rund 250 000 Übernachtungs- und zusätzlich über 650 000 Tagesgäste, Pottenstein, das Herz der Fränkischen Schweiz, zu besuchen. Die große Flächenkommune hat insgesamt 5 600 Einwohner. Das Felsenstädtchen Pottenstein selbst hat lediglich 1 400 Einwohner, 4 200 verteilen sich auf die weiteren 34 Ortsteile unterschiedlichster Größe. Die topografischen Gegebenheiten und die dezentrale Siedlungsstruktur erfordern enorme Anstrengungen bei der Bewältigung der kommunalen Aufgaben.  Mehr

Mitterndorf
Die Wassermassen lokaler Starkregenereignisse werden umgeleitet und das Dorf bleibt von Schäden verschont

Mitterndorf aus der Vogelperspektive mit eingezeichnetem Verlauf des Umgehungsgerinnes zur Hochwasserfreilegung des Dorfes.

Endlich können sich die Anwohner am Mitterndorfer Bach sicher fühlen. Die Gefährdung durch Hochwasser gehört der Vergangenheit an. Möglich gemacht hat dies die Anlage eines 600 m langen Umgehungsgerinnes, das die Wassermassen bei Starkregenereignissen an der Ortschaft vorbei leitet. Realisiert werden konnte dies Dank des Engagements der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung Neßlbach und des Marktes Winzer sowie durch die Mitwirkungsbereitschaft der berührten Grundbesitzer, die die Flächen im Rahmen des Bodenmanagements zur Verfügung stellten.  Mehr

Tüschnitz
Durch Hochwasserschutz und Denkmalpflege entsteht eine ganz besondere Dorfmitte

Tropfenförmiger und von Ortsstraßen umgebender Dorfanger aus der Vogelperspektive. Wohnanwesen stehen entlang der unteren und rechten Straße. In der Mitte Grünfläche mit gemeinschaftlichen Einrichtungen und den Umrissen der Niederungsburg.

Die heute so attraktive Dorfmitte mit den Umrissen einer lange in Vergessenheit geratenen Burganlage war früher nur eine oft überflutete Brachfläche. Eine von einem Bauunternehmer geplante Wohnbebauung wurde nach dem überraschenden Fund der Fundamente einer Niederungsburg gestoppt. Nach der Freilegung und den archäologischen Bestimmungen zur Burg sollten die Überreste wieder verfüllt werden. Doch die Bürgerinnen und Bürger sowie der Markt Küps setzten die Dorfmitte mit Hilfe der Dorferneuerung historisch und für das Gemeinschaftsleben in Wert.  Mehr

Gleiritsch
Eine kleine Gemeinde erfüllt sich den Wunsch nach einem Dorfladen zur Nahversorgung und Treffpunkt für Jung und Alt

Die vier Verkäuferinnen und der seitens der Gemeinde zuständige Bearbeiter vor der Verkaufstheke des Ladens.

Ursprünglich verfolgte die Gemeinde Gleiritsch mit dem Antrag auf Dorferneuerung nur das Ziel, den Dorfplatz neu zu gestalten und die Ortsstraßen auszubauen. Aber schon beim ersten vorbereitenden Dorfrundgang wurde klar: die Bürger wollen wieder einen Laden im Ort haben. Das letzte Lebensmittelgeschäft hatte 2001 geschlossen. Gemeinde und Bürger nutzten die Chance der Dorferneuerung und bewiesen bei der Realisierung des im Herbst 2012 eröffneten Dorfladens großes Engagement. Der Laden ist mehr als eine Einkaufsmöglichkeit – Jung und Alt treffen sich hier zum Einkauf, zum Kaffee und zum Plausch, die örtlichen Landwirte können regional vermarkten.  Mehr

Altenau
Ein Dorf wird Wirt – mit viel Leidenschaft, Engagement und Fleiß holten sich die Altenauer ihr Wirtshaus zurück

Altenauer Dorfwirtshaus mit Giebelfassade, vor der zahlreiche Gäste an Tischen sitzen. Auf der Straße Pferdegespann, das geschmückten Wagen mit Bierfässern zieht.

Über zehn Jahre stand das Gasthaus zur Post leer. Die „Post“ war aber nicht irgendein Wirtshaus, sondern das Zentrum der Altenauer Dorfgemeinschaft. Mit dem leeren Gasthaus ging ein wesentliches Element der Altenauer Identität verloren. Bereits beim Startseminar zur Dorferneuerung an der Schule der Dorf- und Landentwicklung in Thierhaupten wurde der Wunsch nach einer Dorfwirtschaft mit Gemeinschaftssaal formuliert. Bei der anschließenden Vorbereitungsplanung war in den Arbeitskreisen die leer stehende Dorfwirtschaft ein immer wiederkehrendes Diskussionsthema.  Mehr

Hopferbach • Untrasried
Dorferneuerungen lassen die Gemeinsamkeiten erkennen und bringen zwei Dörfer näher zusammen

Sechs Personen stehen anlässlich der Einweihung des Dorfplatzes am Brunnen. Im Hintergrund stehen Dorfbewohner und Vereine mit ihren Fahnen.

Die Gemeindegebietsreform führte Hopferbach und Untrasried bereits im Jahre 1974 zu einer Gemeinde zusammen. Wirklich zusammen gewachsen sind die beiden Dörfer allerdings erst durch Dorferneuerungen. Im Gleichschritt arbeiteten die Bürgerinnen und Bürger in beiden Dörfern gemeinsam an der Zukunft und Lebensqualität ihrer Heimat. Professor Dr. Holger Ihrig, Vorstandsmitglied der Teilnehmergemeinschaft Untrasried, hat es so ausgedrückt: „Die Dorferneuerung hat Dinge in Bewegung gebracht, die sonst nicht geschehen wären. Sie hat vor allem bei unseren Bürgern den Blick für das dörfliche Leben geschärft“.  Mehr

Kollersried
Gemeinsam sind wir stark - engagierte Büger eines kleinen Dorfes erarbeiten ihre Visionen und setzen sie um

Dorfplatzsituation: Junge Frauen und Männer führen auf einem Podium einen Tanz auf. Im Hintergrund steht Kirche.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und der demografische Wandel mit all seinen Auswirkungen waren auch in Kollersried, einem vitalen Ort mit knapp 200 Einwohnern, deutlich zu erkennen. Um die Probleme im Ort und in der Flurlage anzupacken, wurde im Jahr 2000 die Flurneuordnung und Dorferneuerung Kollersried angeordnet. Die Kollersrieder waren von Anfang an sehr engagiert, kreativ und innovativ. Gemeinsam wurden Visionen erarbeitet und umgesetzt nach dem Motto "Wir sind Kollersrieder und gemeinsam sind wir stark".  Mehr

Großbardorf
Mehr als nur heiße Luft - Dorferneuerung und Energiegenossenschaft arbeiten zusammen

Eine Gruppe von Menschen signalisiert den Willen, mit anzupacken. Die Personen in der ersten Reihe unterstreichen dies mit einem Spaten in der Hand.

Regenerative Energien spielten zu Beginn der Dorferneuerung in Großbardorf noch keine Rolle. Heute ist die Dorfbevölkerung sehr stolz auf ihre gemeinschaftliche Energieversorgung. In Gemeinde mit 950 Einwohnern sind mittlerweile über 120 Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen. Durch die Zusammenarbeit von Dorferneuerung und Energiegenossenschaft konnte der Umstieg des Ortes auf erneuerbare Energie rasch und kostengünstig bewerkstelligt werden.  Mehr

Feilitzsch
Neues Nahversorgungs- und Bürgerzentrum ist beispielhaft für die Innenentwicklung und Daseinsvorsorge von Dörfern

Das sanierte und die zwei neuen Gebäude  geben die frühere Dreisseithofform wieder

Mit dem Erwerb des mehrere Jahre leer gestandenen „Jahnsanwesens“, einem Dreiseithof aus dem Jahre 1871, war für die Gemeinde der Weg frei, um an dieser ortsbildprägenden Stelle in der Nähe von Rathaus, Feuerwehr und Sparkasse ein neues, multifunktionales Ortszentrum zu schaffen. Nach eingehender Bedarfsanalyse wurde mit gezielten Maßnahmen zur Innenentwicklung und Nahversorgung auf die demografischen Herausforderungen reagiert - mit der Sicherung der Versorgung und der Schaffung von Anreizen, damit die junge Bevölkerung bleibt.  Mehr

Mittergars
Alte Schule wird Haus des Dorfes und Kommunikationszentrum mit gemeinschaftlichem Dorfladen und Dorfsaal

Verkaufssituation an der Ladentheke zwischen Verkäuferin und kleinem Jungen

Die Mittergarser vermissten ihre beiden ehemaligen Kramerläden schmerzlich und bedauerten auch, dass der Bäcker seinen Betrieb eingestellt hatte und nur noch eine Brotverkaufsstelle zur Verfügung stand. Keiner wusste auch so recht, wie es mit dem leer stehenden alten Schulgebäude weitergehen sollte und zu was man es umnutzen könnte. Mit der Dorferneuerung, deren Grundprinzip es ist, mit den Bürgern für die Bürger zu handeln, kam Bewegung in die Angelegenheit.  Mehr

Mausdorf
Ideenreichtum, Zielstrebigkeit und viel unentgeltlicher Einsatz bringen die Energiewende voran

Zwei Windräder, daneben Biogasanlage

Mausdorf hat mit seinen 250 Bürgern Beispielcharakter für das Engagement von aktiven Bürgern für die Energiewende. Mit Ideenreichtum und Zielstrebigkeit, aber auch mit viel unentgeltlichem Einsatz konnte hier die Energiewende vorangebracht und im Dorf zusätzliche Wertschöpfung geschaffen werden. Bei der Startphase für eine Flurneuordnung und Dorferneuerung wurde schnell erkannt, welche Chance das Thema Energie für die Entwicklung im Dorf und die Landwirtschaft hat.  Mehr

Oberes Werntal
Zehn Gemeinden stemmen sich in einer gemeinsamen Initiative gegen die Verödung der Ortskerne und den Flächenverbrauch

Bürgermeister stehen auf Treppe und halten Fadengeflecht als Symbol ihre Kooperation

Bereits 2003 haben acht Gemeinden entlang der Autobahn A 71 Schweinfurt-Erfurt, ein „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“, die großen Herausforderungen erkannt, vor denen der ländliche Raum aufgrund der demografischen Entwicklung und des Strukturwandels in der Landwirtschaft sowie in Konkurrenz zu den städtischen Verdichtungsräumen steht. Den Kommunen war klar, dass sie nur durch gemeinsames Handeln Vorsorge für eine zukunftsfähige Entwicklung treffen können.  Mehr

Schambach
Geht nicht gibt’s nicht – so erreichen die Schambacher ihr heiß ersehntes Ziel Ortsumgehung

Vogelperspektivaufnahme: Das lang gestreckte Dorf Schambach und die in durchschnittlich 150 Metern Entfernung vorbeiführende Umgehungsstraße mit zwei Abzweigen zum Dorf.

Der Arbeitskreis „Verkehr“ hat in der Vorbereitungsphase der Dorferneuerung ein wichtiges Kapitel Kommunalgeschichte für die 450 Einwohner geschrieben. Er hat in dem landwirtschaftlich geprägten Straßendorf die Weichen dafür gestellt, dass nun etwa 2/3 des Dorfes frei von überörtlichem Verkehr sind. Täglich fahren fast 2 000 Kraftfahrzeuge nicht mehr wie früher durch das Dorf, sondern über die neue Umgehungsstraße. Nur unter dieser Voraussetzung sah man Dorferneuerung auch sinnvoll.  Mehr

Peesten
Gut Ding braucht Weil – so wächst die Tanzlinde Peestens wieder zu ihrer alten Einzigartigkeit in Europa heran

Blick auf die Linde mit eingebautem Tanzboden in der Baumkrone, zu dem seitlich eine geschwungene Sandsteintreppe hinaufführt. Rechts dahinter die Kirche.

Man pflanze ein neue Sommerlinde, dokumentiere es mit einer „Flaschenpost“ im Wurzelwerk, beobachte ihren Wuchs genau, lasse die Äste des unteren Kranzes waagrecht wachsen, nehme im Laufe der Jahre gezielt Äste weg, vertraue auf die Wiederbelebung einer Tradition und schon führt nach 50 Jahren die Treppenschnecke nicht mehr ins Nichts, sondern wieder auf ein Podium in der Baumkrone mit Platz zum Tanz in der Linde.  Mehr

Engelsberg
Autark und ressourcenschonend heizen – so macht sich ein Dorf durch Hackschnitzel von Öl unabhängig

Luftbild des Straßendorfes Engelsberg

27 Anwesen, 27 Vollerwerbsbetriebe – das war Engelsberg 1985. Heute: 27 Anwesen, 3 Vollerwerbsbetriebe, 10 Nebenerwerbsbetriebe. Trotz dieses Rückganges der landwirtschaftlichen Betriebe sind die Engelsberger Waldbauern geblieben und weiterhin fasziniert vom Rohstoff Holz. Zusammen realisierten alle 27 Waldbauern ein Projekt, das eine eigenständige Wärmeversorgung ermöglicht und die nachhaltige Waldbewirtschaftung sichert.  Mehr