Leicht hängige Ackerlandschaft mit blühendem Rapsfeld am Bildhorizont. Auf drei von vier weiteren Feldern ist die Saat aufgegangen. Bebuschte Raine strukturieren die Landschaft.

Beispiele
Flurneuordnung

Der ländliche Raum Bayerns ist einzigartig: Er bietet den Menschen hohe Lebensqualität; seine gepflegten, abwechslungsreichen Kulturlandschaften prägen das Gesicht unseres Landes. Nur wenn es gelingt, Wiesen, Äcker und Wälder unter Berücksichtigung gemeinschaftlicher Interessen effizient und nachhaltig zu bewirtschaften, werden sich diese Werte auf Dauer sichern lassen.

Elsendorf · Margarethenthann
Durch Bodenordnung zum gewünschten Ziel – Hochwasserschutz für kleine Dörfer im Hopfenland Hallertau

Vogelperspektive: Straße führt geschwungen in ein Dorf. Entlang der Straße Rückhaltebecken. Überlauf ermöglicht kontrollierten Wasserabfluss über den unscheinbaren Bach.

Sobald starke Gewitter über der durch Hopfen- und Spargelanbau geprägten Region niedergingen, mussten die Bewohner von Margarethenthann Überschwemmungen im Ort befürchten. Denn die Lage des Dorfes im Talkessel, umgeben von intensiv bewirtschafteten Flächen, hatte einen Nachteil: Wenn es heftig regnete, trat der kleine, sonst unscheinbare Elsendorfer Bach über seine Ufer. Fast jährlich musste die Freiwillige Feuerwehr Hilfe leisten. Auch die unterliegenden Weiler und Elsendorf selber, wo der Elsendorfer Bach in die Abens mündet, waren dann nicht mehr vor dem Wasser sicher.  Mehr

Klosterlangheim
Ein Jahrhunderte altes Konzept der Klosterlangheimer Mönche: Historie als Vorbild für modernen Hochwasserschutz

Vogelperspektive auf eine Ortschaft. Links unten und rechts oben Wasserrückhaltungen. Rechts unten neue angelegte Wasserrückhaltung mit Staudamm.

Die Ortschaft Klosterlangheim wird auch heute noch geprägt von Teilen der historischen Bauten des in der Säkularisation aufgelösten Zisterzienserklosters Langheim. Und ebenso wie die Mönche des damaligen Klosters müssen sich auch die Bewohner der heutigen Ortschaft mit dem Wasser auseinandersetzen, das oft über die Ufer der Leuchse und ihrer Zuflüsse tritt. Bei der Suche nach Lösungen erinnerte man sich wieder an das ausgeklügelte Hochwasserschutzsystem, das die Mönche bereits vor fast einem Jahrtausend angelegt hatten, das aber zu großen Teilen wieder verloren gegangen war.  Mehr

Langeneufnach · Siegertshofen · Tronetshofen · Willmatshofen
Flurneuordnung ermöglicht Hochwasserschutz durch weiträumige Wasserrückhaltung in der Fläche

Drei hintereinander folgende Rückhaltebecken, neben denen ein Wirtschaftsweg vorbei führt. Im Hintergrund das Dorf, das die Rückhaltebecken vor Hochwasser schützen sollen.

Flurneuordnung und Hochwasserschutz: Im Tal von Schmutter und Neufnach in den Stauden im Landkreis Augsburg hat diese Kombination gegriffen. Die Hochwasserrückhaltungen in der Fläche wie auch der Hochwasserstaudamm bei Langenneufnach haben ihre erste Bewährungsprobe nach starken Regenfällen bestanden. Flurneuordnungen in den Dörfern entlang der Flusstäler leisteten durch die Möglichkeiten des Bodenmanagements einen effizienten und schnellen Beitrag.   Mehr

Söchtenau
Von der Dorferneuerung zur Gemeindeentwicklung mit einer nachhaltigen Stärkung der Landschaft

Blick auf ein Dorf mit markantem Kirchturm in einer kleinen Senke

Die Gemeinde Söchtenau ist seit den 70er Jahren einem hohen Siedlungsdruck ausgesetzt. Damit einhergehend wandelten sich die einstigen Bauerndörfer zu Wohndörfern. Eine Dorferneuerung sollte der Gemeinde bei diesen Herausforderungen unter die Arme greifen. Die Söchtenauer zeigten von Beginn an eine hohe Motivation, aktiv ihr Umfeld zu gestalten. Es stellte sich heraus, dass es wegen den unterschiedlichen Vernetzungen notwendig ist, das gesamte Gemeindegebiet einschließlich der Flurlagen einzubeziehen. In über 30 Versammlungen legten die Bürgerinnen und Bürger aus allen Ortsteilen das Projektgebiet fest. Dort erfolgten zielgerichtet die dringend notwendigen Maßnahmen in Dorf und Flur.   Mehr

Hannesried
Auerochsen in der Markbachaue verbinden Landwirtschaft mit Naturschutz und Landschaftspflege

Landschaftsaufnahme aus der Vogelperspektive. Wiesen, Felder, Wälder und einige Ortschaften. Am Horizont erstrecken sich bewaldete Höhenzüge.

Für die strukturschwache, landwirtschaftlich geprägte und landschaftlich reizvoll gelegene Gemeinde Tiefenbach hat die Flurneuordnung die richtige Hilfestellung geboten. Das landwirtschaftliche Wegenetz entsprach nicht den Anforderungen der modernen Landwirtschaft und der Grundbesitz war stark zersplittert. Ein neu ausgebautes Wegenetz, zusammengelegte landwirtschaftliche Flächen und umfangreiche ökologische Maßnahmen machen Hannesried zusammen mit den verbessernden Maßnahmen der Dorferneuerung nun zu einem noch attraktiveren Lebens- und Wirtschaftsraum.  Mehr

Geilsheim
Ein Dorf stellt sich mit eindrucksvollem Gemeinschaftssinn den Herausforderungen der Zukunft

Kirche, Pfarrhaus und Schule bilden zusammen mit einem Großbaum das Ambiente des Geilsheimer Pfarrbucks

Geilsheim ist mit rund 500 Einwohnern der zweit­größte Ortsteil der Stadt Wassertrüdingen. Die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle in Geils­heim, das im Landkreis Ansbach liegt; die Land­kreise Donau-Ries und Weißenburg-Gunzenhau­sen sind nicht weit entfernt. Vielleicht ist es gera­de der Einfluss aus unterschiedlichen Regionen – zwischen Franken und Schwaben, der die Geilshei­mer Bürgerinnen und Bürger prägt? Als die Dorferneuerung und die Flurneuordnung beginnen, erkennen und nutzen die Geilsheimer engagiert ihre Chance und bauen auf ihr starkes Wir-Gefühl.  Mehr

Mühlendorf
Moderne Bodenordnung für den Trinkwasser- und Gewässerschutz

Eingezäunter Tiefbrunnen mit Erdwall, aus dem die Lüfter herausragen

Die Ausweisung eines Trinkwasserschutzgebietes sowie eine zum Teil intensive landwirtschaftliche Nutzung, die bis unmittelbar an die durch die engere Zone des Wasserschutzgebiets fließende Aurach heranreicht - das war die Ausgangssituation, die zunächst Kopfzerbrechen bereitete. Nach vielen Diskussionen, Planungen und Verhandlungen gelang es, mit der Bodenordnung in der Flurneuordnung gute Lösungen für alle Beteiligten zu finden.  Mehr

Amberg . Kümmersbruck
Gemeindeübergreifender Hochwasserschutz am Krumbach hat seine erste Bewährungsprobe bestanden

Angestautes Wasser fließt aus einer Wasserrückhaltung (Bodenwelle) kontrolliert durch einen mit Gabionen befestigten Auslass.

Das Augusthochwasser 2002 verursachte in Raigering und Kümmersbruck große Schäden. Dies war für die vier benachbarten Kommunen entlang des Krumbachs der Anlass, in einer Integrierten Ländlichen Entwicklung zum Hochwasserschutz und zur Gewässerentwicklung zu kooperieren. Jetzt liegt ein umfassendes gemeindeübergreifendes Konzept für ein 100-jährliches Hochwasser vor. Im Rahmen der Flurneuordnung wurde die Hauptmaßnahme mit vier Bodenwellen zur Rückhaltung von 180 000 m3 Wasser bereits umgesetzt. Bei der ersten Bewährungsprobe durch ein 20-jährliches Hochwasser im Juni 2013 funktionierte alles wie geplant.  Mehr

Ruffenhofen
Flurneuordnung und Denkmalpflege – Bodenmanagement sichert Kastell und ermöglicht Römerpark und Limeseum

Quadratisches Römerkastell aus leichter Vogelperspektive. Frühere Bebauung ist durch Grünstrukturen nachgezeichnet.

Bis Juli 2003 war das 40 Hektar große Gelände des Römerparks Ruffenhofen landwirtschaftlich genutzte Ackerfläche, auch die vier Hektar, auf dem seither Pflanzen das darunter verborgene Kastell für Besucher nachzeichnen. Dies gelang mit dem Bodenmanagement in der Flurneuordnung, indem erworbenes Land in den Römerpark mit Kastell sowie für weitere archäologische und touristische Einrichtungen verlegt und in das Eigentum des Zweckverbandes „Römerkastell Ruffenhofen“ überführt wurde. Damit ist auch das um 100 n. Chr. erbaute Bodendenkmal gesichert, da seither die Landwirte den Boden nicht mehr umbrechen.   Mehr

Fränkischer Süden zwischen Main und Tauber
Zukunftsorientierte Landwirtschaft braucht ein Hauptwegenetz mit gemeindeübergreifenden Verbindungen

Fahrender Anhänger von hinten auf einem betonierten Wirtschaftsweg. Das rechte Rad fährt auf Grasbankett.

Der Ochsenfurter Gau ist ein landwirtschaftliches Vorranggebiet. Dennoch sind die meisten Wege 30 Jahre alt, gerade einmal 3 m breit und nur für Achslasten von 5 t ausgelegt. Diese Voraussetzungen genügen den hochleistungsfähigen landwirtschaftlichen Maschinen heute bei weitem nicht mehr. Moderne Anhänger können bis zu 11,5 t Einzelachslast und zusammen mit der Zugmaschine ein Gesamtgewicht von 40 t haben. 60 km/h schnelle Schlepper mit 350 PS und mehr sind dabei Standard. Um diesen Anforderungen zu genügen, fordern die Landwirte seit langem Wege, wie es die neuen Richtlinien für den ländlichen Wegebau für Hauptwirtschaftswege mit 3,5 m Fahrbahnbreite vorsehen.  Mehr

Nurn
Mit Flurneuordnung und Bodenordnung zum Pilotprojekt für Beweidung von Grünland im Frankenwald

Luftbild: Weidefläche rot umrandet mit drei farblich gekennzeichneten Eigentumsflächen

In einer Flurneuordnung werden Maßnahmen durchgeführt, die Flächen beanspruchen. Die Teilnehmergemeinschaften als Projektträger sind nach Naturschutzrecht verpflichtet, im Gegenzug Ausgleichs- und Ersatzflächen bereit zu stellen. Die Teilnehmergemeinschaft Nurn wollte aber diese Flächen nicht nur schützen, sondern auch weiterhin landwirtschaftlich nutzen. So weidet heute auf neun Hektar extensiv genutztem Grünland einer Rodungsinsel eine Rinderherde.  Mehr

Creußen
Regionale Wertschöpfung durch Flächenmodell und Bürgerbeteiligung bei einem Windenergieprojekt

Drei Windräder entlang eines Weges in der Landschaft

Die Planung eines Windparks führt häufig zu Widerständen in der Bevölkerung. Während einer Flurneuordnung kann dies sogar zum Stillstand des Projektes führen, wenn eine Neuverteilung nicht mehr aussichtsreich erscheint. Durch ein eigens entwickeltes Flächenmodell und mit Hilfe der Bodenordnung konnten bei der Errichtung eines Windparks Nutzungskonflikte vermieden und die regionale Wertschöpfung erhöht werden.   Mehr

Altusried
Durch Wegebau, Hoferschließung und Bodenmanagement die Landwirtschaft stärken und die Gemeinde entwickeln

Reichhaltig strukturierte Grünlandschaft mit zwei Weilern im Vordergrund und ein Teil von Altusried im Hintergrund

Die umfassende Gemeindeentwicklung Altusried mit der Flurneuordnung Altusried und den Dorferneuerungsmaßnahmen in Krugzell, Frauenzell, Kimratshofen und Muthmannshofen verbesserte nachhaltig die gemeindliche und landwirtschaftliche Infrastruktur, leistete einen bedeutsamen Beitrag zur Erhaltung der Allgäuer Kulturlandschaft, optimierte die Lebensqualität der Bürger und stärkte den Wirkungsraum für Handel, Gewerbe und Dienstleistung.  Mehr

Murnauer Moos - Staffelseemoore
Größtes Moorgebiet Mitteleuropas wird durch Bodenmanagement für die Zukunft gesichert

Mooslandschaft mit den Alpen im Hintergrund

Die Bauern bewirtschafteten das Murnauer Moos jahrhundertelang in sehr intensiver Handarbeit. Bewirtschaftbare Flächen mähten sie einmal jährlich und nutzten die Mahd als Einstreu. Durch diese extensive Nutzung entstanden besonders artenreiche Feuchtwiesen. Mit dem Bodenmanagement wurden die entstandenen Landnutzungskonflikte zwischen Naturschutz und Landwirtschaft sowie Gesteinsabbau und Tourismus gelöst und so das einzigartige Moor nachhaltig gesichert.  Mehr

Blindheim - Gremheim
Flurneuordnung im Dienste der Landesentwicklung - so wurden in hochsensiblem Naturraum Interessen koordiniert

Landwirtschaftliche Nutzfläche umgeben von Seen, Wald und einem mäandrierenden Bach

Das Donauried liegt an der Donau zwischen Gundelfingen und Donauwörth und bildet etwa die Hälfte der Gebietskulisse des 1989 vom Bayerischen Landtag initiierten Gesamtökologischen Gutachtens Donauried. Das Donauried ist ein äußerst hochwertiges Element der europaweiten Biotopverbundachse vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer. Ziel des Gutachtens ist, die vielfältigen Landnutzungsinteressen zu koordinieren.  Mehr

Fuhrn
Flurneuordnung mit Weitblick – so brachten die Fuhrner die Umgehungsstraße weit schneller auf den Weg als alle dachten

S-förmiger Teil der Umgehungsstraße mit Abzweig

Mit Beginn der Flurneuordnung initiierten die Fuhrner eine Flurwerkstatt, um dem großen Interesse der 126 Dorfbewohner an der Neugestaltung ihrer Heimat gerecht zu werden. Sensibilisiert durch zahlreiche Flurbegehungen und Exkursionen wurde weitblickend klar, dass eine sinnvolle Flurneuordnung das ferne und trotzdem dringende Thema Umgehungsstraße nicht aussparen kann und eine schnelle Realisierung nur möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.  Mehr

Tüßling
Bodenmanagement ermöglicht erstes ABSP-Projekt - so wurde neuer Lebensraum für Flora und Fauna geschaffen

Schmetterling

Kreuz und quer liegende kleine Grundstücke sowie Zufahrtsregelungen durch Geh-, Fahrt- oder Notwegerechte: dies kennzeichnete die Situation in einer 220 Hektar großen und rund drei Kilometer langen Flurlage zwischen Heiligenstatt und Altötting. Nach einer Flurneuordnung in 3 ½ Jahren haben die 30 Voll- und 40 Nebenerwerbslandwirte nun betriebswirtschaftliche Vorteile durch drei Mal so große Flächen sowie eine gute Erschließung der Grundstücke durch meist naturnahe Kieswege.  Mehr

Straßkirchner Moos
Rentable Landbewirtschaftung harmoniert mit Naturschutz und Landschaftspflege - Biotopverbund Straßkirchner Moos durch Bodenmanagement erst möglich

Sieben Personen besprechen einen Plan in der Landschaft

Naturschutz und Landschaftspflege stehen im Niedermoorgebiet Straßkirchner Moos mit den Interessen der Landwirte in ausgewogener und nachhaltiger Allianz. Einerseits haben die Vollerwerbslandwirte nun große Felder mit geregelten Zufahrten. Andererseits wurde in dem hochwertigen ABSP-Gebiet für Flora und Fauna ein Biotopverbund verwirklicht, der insbesondere gefährdeten Arten wie Blaukehlchen oder Weißstorch intakte Lebensbedingungen bietet.  Mehr

Moggast
Kommunale Landschaftsplanung durch Bodenmanagement realisiert - Flächen zur Ergänzung des Biotopverbundsystems werden an ökologisch sinnvoller Stelle bereitgestellt

Landschaftliches Nutzungsgebiet mit eingezeichneten geplanten Maßnahmen

Die Flurlagen von Moggast und Wolkenstein liegen im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst und bereichern diesen nun naturschutzfachlich und landschaftsästhetisch so, wie es der kommunale Landschaftsplan vorsieht. Weitere Maßnahmen steuerte die Teilnehmergemeinschaft freiwillig bei. Es ist dem Verständnis der Landwirte zu verdanken, dass sich eine vorher sehr offene Landschaft nun wieder in der typischen Kulturlandschaft der Fränkischen Schweiz zeigt.  Mehr