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Gartenbau
Produktions-, Dienstleistungs- und Freizeitgartenbau in Bayern

Gartenbau in Bayern – ein Überblick

  • Rund 7.700 Betriebe bauen die gärtnerischen Kulturen Obst, Gemüse, Pilze, Zierpflanzen, Stauden oder Gehölze in Bayern auf einer Fläche von rund 30.000 Hektar an. Der größte Flächenumfang entfällt auf den Anbau von Gemüse und Erdbeeren. Allein der Produktionscluster „Bayerischer Gemüsebau“ weist einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro pro Jahr auf.
  • Weitere rund 11.600 Betriebe in Bayern betreiben Garten- und Landschaftsbau oder schwerpunktmäßig Gartenpflege.
  • Insgesamt sind im Gartenbau (inklusive Garten- und Landschaftsbau) in Bayern, ohne vor- und nachgelagerte Bereiche, rund 30.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte angestellt. Gerade im Bereich der Erzeugung von Tafelobst und -gemüse oder anderen handarbeitsintensiven Sonderkulturen werden jedes Jahr knapp 40.000 Saisonarbeitskräfte in Bayern beschäftigt.
  • Weitere rund 2 Millionen Hobbygärtner bewirtschaften eine Fläche von zusammen rund 135.000 Hektar.
  • Festzuhalten ist: Der bayerische Gartenbau, mit seinen vor- und nachgelagerten Bereichen, ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Gärtnerische Gestaltung prägt unsere Kulturlandschaft sowie unsere Parks, Sport- und Grünflächen oder Friedhöfe. Das Gärtnern daheim oder zusammen mit anderen ist für einen großen Teil der bayerischen Bevölkerung eine geliebte Freizeitbeschäftigung.

Erwerbsmäßiger Anbau von Gemüse und Obst in Bayern

Der Anbau von Obst und Gemüse in Bayern findet in verschiedenen Schwerpunktregionen statt. Bekannt für Industrie- und Feldgemüse ist der Bezirk Niederbayern, insbesondere der Gäuboden um Dingolfing, Landau, Deggendorf und Straubing, im kleineren Maße auch der Würzburger Norden um Unterpleichfeld. Für Frisch- und Feingemüse sind das Knoblauchsland um Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie das Anbaugebiet um Gundelfingen sowie Kitzingen und Albertshofen bekannt.

Der Anbau von Kernobst findet in großem Umfang an Bodensee um Lindau und über ganz Unterfranken verteilt statt. Süßkirschen werden insbesondere um den Landkreis Forchheim (siehe auch „Baumschule“) angebaut. Der Zwetschgenanbau ist traditionell mit dem Weinbau in Unterfranken verbunden. Streuobstanbau gibt es im gesamten Land, mit Schwerpunkt am bayerischen Untermain und in den Erwerbsobstbauregionen.

Gemüsebau

Gärtnerin bei Kulturarbeiten an SchlangengurkenZoombild vorhanden

Gemüsebau unter Glas nimmt zu

Es gibt knapp 2.000 bayerische Gemüsebaubetriebe. Im Freiland wird auf einer Fläche von knapp 17.000 Hektar Gemüse angebaut. 20 Prozent dieser Anbaufläche entfällt auf die wichtigste Kultur, den bayerischen Spargel (rund 3.500 Hektar), gefolgt von Speisezwiebeln (rund 2.300 Hektar), Möhren (rund 1.400 Hektar) und Einlegegurken (rund 1.200 Hektar).
Im Gewächshaus wird 2019 in Bayern Gemüse von knapp 500 Betrieben kultiviert. Zu den wichtigsten Kulturen zählen hier Tomaten, Schlangengurken und Salate.
Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Gemüsebaufläche in Bayern liegt bei knapp 15 Prozent.

In den letzten Jahren konnte sich der Gemüseanbau hinsichtlich der Flächen und verarbeiteten Mengen beständig ausweiten. Verantwortlich hierfür sind die klimatischen Bedingungen sowie die wachsende Präferenz der Verbraucher für heimische Lebensmittel. Voraussetzung für den Anbau sind eine ausreichende Wasserversorgung der Kulturen und ausreichend zur Verfügung stehende qualifizierte Saisonarbeitskräfte.

Hauptabsatzweg für bayerisches Gemüse ist zum einen die auf den überregionalen Absatz und den Export angewiesene Verarbeitungsindustrie (Sauerkonserven), die den Anbau mit den Erzeugern regelmäßig vertraglich regelt. Zum anderen erfolgt der Absatz von frischem Gemüse über den Lebensmitteleinzelhandel, der direkt oder über private und erzeugerbasierte Absatzeinrichtungen bedient wird, sowie über den Direktabsatz an den Endverbraucher.

Gemüsebauschwerpunkte liegen in Niederbayern (Industriegemüsebau, beispielsweise Einlegegurken, Kraut), Schwaben (Gundelfingen, insbesondere Freilandgemüse), Mittelfranken (Knoblauchsland, insbesondere Frischgemüse) und Unterfranken (Kitzingen und Albertshofen, insbesondere Frisch- und Feingemüse). Um den Landkreis Dingolfing Landau findet sich Deutschlands größtes, zusammenhängendes Einlegegurkenanbaugebiet.

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Gemüse in Bayern beträgt rund 70 Kilogramm pro Jahr an Frischgemüse und rund 40 Kilogramm pro Jahr an verarbeitetem Gemüse. Der Gemüse-Selbstversorgungsgrad in Bayern liegt seit Jahren bei rund 35 Prozent. Um den Bedarf zu decken muss Gemüse insbesondere aus Spanien und den Niederlanden eingeführt werden. Das Lieblingsgemüse in Deutschland ist die Tomate.

Gemüsebau (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, LWG) Externer Link

Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen

Acker mit rotem SonnenhutZoombild vorhanden

Echinacea purpurea - Der rote Sonnenhut

Dem Gemüsebau eng verbunden ist Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen. Im Gemüsebau werden Kräuter insbesondere für den Frischverzehr angebaut, wohingegen beim Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen die industrielle Verarbeitung (wie Trocknung, Frostung) im Vordergrund steht.

In Bayern produzieren über 200 Betriebe Heil- und Gewürzpflanzen. Auf rund 3.000 Hektar werden mehr als 60 Arten kultiviert und überwiegend zu getrockneter Rohware für die Lebensmittel-, Kosmetik- und pharmazeutische Industrie verarbeitet. Von einigen Landwirten werden in kleinen Mengen hochwertige ätherische Öle hergestellt. Die Kulturen mit den größten Anbauflächen sind Gewürzsamen wie Senf, Anis und Kümmel auf insgesamt 750 Hektar, sowie Küchenkräuter, darunter alleine Petersilie mit 500 Hektar. Von den Tee- und Arzneipflanzen werden Kamille, Pfefferminze und Sonnenhut auf jeweils 30 bis 40 Hektar angebaut.

Die Anbaufläche ist in den letzten Jahren angewachsen und der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen liegt inzwischen bei rund 40 Prozent. Dies zeugt von einem aktiven Sektor, der Produktinnovationen rasch umsetzt und sich trotz oder gerade wegen der ständig steigenden Qualitätsanforderungen in einem internationalen Markt sehr gut behauptet.

Schwerpunktgebiete liegen u.a. in den Räumen Erding, Straubing, Eichstätt, Neuburg, Donauwörth, Augsburg, Ansbach, Erlangen und Schweinfurt. Im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt (um Baiersdorf) existiert das größte, zusammenhängende Meerrettichanbaugebiet in Deutschland für Kren (Meerrettich) mit rund 100 Hektar.

Heil- und Gewürzpflanzen (LfL) Externer Link

Erwerbsobstbau und Streuobst

Erwerbsobstbau

Äpfel am StammZoombild vorhanden

Reiche Apfelernte

In Bayern werden auf insgesamt rund 6.000 Hektar Baumobst (beispielsweise Apfel, Süßkirsche) und Beerenobst (beispielsweise Erdbeeren, Johannis- oder Himbeeren) kultiviert. Anbauschwerpunkte sind Unterfranken, Schwaben (Bodenseeregion) und Oberfranken (Landkreis Forchheim).

Die Baumobstanbaufläche in Bayern umfasst knapp 3.000 Hektar und wird von knapp 1.000 Betrieben bewirtschaftet. Auf knapp 20 Prozent der Baumobstfläche wird ökologisch gewirtschaftet. Dabei ist der Apfel die flächenmäßig bedeutendste Baumobstkultur mit rund 1.200 Hektar Anbaufläche. Die Schwerpunktregionen des Apfelanbaus liegen am Bodensee sowie in Ober- und Unterfranken. Süßkirschen sind mit 20 Prozent der Baumobstfläche (knapp 600 Hektar) die zweitwichtigste Baumobstkultur. Der Anbau findet vor allem in der Fränkischen Schweiz statt.

Die Strukturen der Baumobstbetriebe in Bayern sind vergleichsweise klein, rund 60 Prozent der bayerischen Baumobstbetriebe bewirtschaften eine Fläche zwischen einem halben und 2 Hektar.

Die Erdbeeren sind in Bayern das bedeutendste Beerenobst und werden auf rund 2.000 Hektar angebaut von knapp 300 Betrieben angebaut. Der Anbau findet nah am Verbraucher statt und ist somit im bevölkerungsreichen Südbayern häufiger als im Norden. Gängig ist der kombinierte Anbau von Spargel (siehe „Gemüsebau“) und Erdbeeren, insbesondere im oberbayerisch-schwäbischen Grenzgebiet und im Gäuboden.
Überdies werden von rund 150 Betrieben auf rund 1.200 Hektar Strauchbeeren wie Johannisbeere, Himbeeren und Kulturheidelbeeren angebaut. Aktuell bauen rund 100 Betriebe auf rund 300 Hektar Haselnüsse in Bayern an.

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Obst liegt bei rund 105 kg im Jahr. Das Lieblingsobst in Deutschland ist der Apfel. Der Selbstversorgungsgrad mit Obst in Bayern liegt bei rund 20 Prozent. Das heißt wiederum, dass große Mengen an Obst importiert werden müssen. Hauptlieferländer sind Spanien und Italien.

Streuobst

Neben der handarbeitsintensiven Erzeugung von Tafelobst im Erwerbsobstbau ist der Streuobstanbau in Bayern durch seinen landschaftsprägenden Charakter und durch seine Lebensraumfunktion von Bedeutung. Der Streuobstbestand in Bayern beträgt weniger als 6 Millionen Bäume. Schwerpunkte des Anbaus von Streuobst liegen in Unter- und Mittelfranken sowie in Nieder- und Oberbayern (beispielsweise bayerischer Untermain, Lallinger Winkel).

Die Streuobstbestände liefern durchschnittlich rund 50.000 Tonnen Streuobst, welche von über 400 Keltereien und rund 2.500 aktiven Brennern vor allem zu Säften, Schorlen und Bränden, Obstweinen und -essig verarbeitet werden. Die genannten Produkte erzielen einen geschätzten Umsatz von rund 50 Millionen Euro. Dabei verzeichnet Bio-Streuobst überproportionale Steigerungsraten und die Nachfrage kann nicht mit heimischer Ware gedeckt werden. Die bio-zertifizierten Streuobstflächen in Bayern haben sich aufgrund guter Förderprogramme in den 2010er-Jahren fast vervierfacht.

Erwerbsmäßiger Anbau von Zierpflanzen und Gehölzen in Bayern

Ein Großteil der in Bayern erzeugten Zierpflanzen im Topf stammt aus Unterfranken, wo die Betriebe vom Weinbauklima und der zentralen Lage in Deutschland profitieren.

In den Gemeinden Effeltrich und Poxdorf im Landkreis Forchheim (Oberfranken) liegt ein traditionelles Baumschulgebiet, das insbesondere für seine Obstgehölze bekannt ist. Die erzeugten Obstgehölze werden traditionell zum Anbau von Süßkirschen (siehe „Erwerbsobstbau und Streuobst“) in der Fränkischen Schweiz aufgepflanzt.

In Staudengärtnereien werden winterharte, krautige Pflanzen, Gräser und Farne, sog. Stauden angebaut. Große, indirekt absetzende Staudengärtnereien finden sich in den fränkischen Regierungsbezirken. Die Ausgaben für Blumen, Zierpflanzen und Gehölze pro Jahr und Kopf in Deutschland liegen bei 105 Euro.

Zierpflanzenbau und Staudengärtnerei

Beet und Balkonpflanzen im Sortenversuch der LWG Veitshöchheim. Foto: Karl Josef Hildenbrand, Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, VeitshöchheimZoombild vorhanden

Beet- und Balkonpflanzen im Sortenversuch

In Bayern werden von rund 1.000 Betrieben Zierpflanzen im Topf oder als Schnittware im Gewächshaus angebaut. Die Betriebe bewirtschaften eine Fläche von knapp 700 Hektar, davon knapp 200 Hektar im Gewächshaus.

Da im Zierpflanzenbau (insbesondere Unterglas) auch auf kleiner Produktionsfläche vergleichsweise hohe Wertschöpfung erzielt wird, gibt es eine Vielzahl von Kleinerzeugern. Diese Kleinerzeuger werden in der offiziellen Statistik nicht erfasst, aber sind bei der Berufsgenossenschaft erfasst.

Hauptkulturen im bayerischen Zierpflanzenbau sind Beet- und Balkonpflanzen, hier vor allem Viola, Geranien, Chrysanthemen, Primeln, Weihnachtssterne und Besenheide.

Die Zierpflanzenbaubetriebe in Bayern gliedern sich in wenige Produktionsbetriebe und viele Endverkaufsbetriebe in der Fläche, die allgemein als „Gärtnerei“ bezeichnet werden und auch „Einzelhandelsgärtnerei“ genannt werden, da sie regelmäßig auch Zukaufsware handeln.
Produktionsbetriebe vermarkten ihre Pflanzen über Versteigerungen und Großmärkte oder direkt an Wiederverkäufer zum Beispiel an Gartencenter und Blumengeschäfte (siehe „Handel mit Blumen, Pflanzen und Zubehör“) oder Supermarktketten. Endverkaufsbetriebe vermarkten ihre selbst angebauten Pflanzen direkt an Endverbraucher und ergänzen das Sortiment durch zugekaufte Pflanzen sowie Zubehör (Erden, Dünger usw.) sowie Dienstleistungen (Floristik, Grabpflege, Kübelpflanzenüberwinterung usw.).

Einige Zierpflanzenbaubetriebe haben sich auf den Bereich der Friedhofsgärtnerei (siehe „Friedhofsgärtnerei“) oder den Handel (siehe „Handel mit Blumen, Pflanzen und Zubehör“) als Gartencenter spezialisiert. Die Ausgaben für Blumen und Zierpflanzen pro Jahr und Kopf in Deutschland liegen bei rund 90 Euro, davon 35 Euro für Schnittblumen und jeweils rund 20 Euro für Zimmerpflanzen bzw. Beet- und Balkonpflanzen.

Baumschulen

Junge Bäume in ReihenZoombild vorhanden

Baumschulquartier zur Aufzucht von Großbäumen

In Bayern bewirtschaften rund 200 Baumschulen eine Fläche von rund 1.500 Hektar auf denen Zier-, Obst- und Forstgehölze Gehölze im Freiland (Verschulung) oder in Töpfen (sog. Container) angebaut werden.

Der Großteil der Baumschulen in Bayern sind Endverkaufsbetriebe und vermarkten ihre selbst angebauten Pflanzen direkt an Endverbraucher. Dabei ergänzen sie das Sortiment durch zugekaufte Pflanzen, Zubehör (Erden, Dünger usw.) und Dienstleistungen (Pflanzung, Pflege, Garten- und Landschaftsbau). Gerade auch der Garten- und Landschaftsbau (siehe „Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau)“), insbesondere die Gartenanlage, macht inzwischen ein wichtiges Standbein vieler Baumschulbetriebe aus. Daneben haben sich einige Betriebe auf den Handel als Gartencenter (siehe „Handel mit Blumen, Pflanzen und Zubehör“) spezialisiert. Die Ausgaben für Gehölze pro Jahr und Kopf in Deutschland liegen bei knapp 20 Euro.

Christbaum- und Schmuckreisigkulturen

Weihnachtsbaum und Schnittgrünerzeuger bauen wie Baumschulen Gehölze an, jedoch werden hier die Gehölze und Äste nicht als Pflanzware verkauft, sondern ohne Wurzeln zur befristeten Dekoration (Schnittblumen vergleichbar).

Von 490 Betrieben werden auf 1.697 Hektar Christbäume und Schnittgrün angebaut. Gut 20 Baumschulen (siehe „Baumschulen“) erzeugen in Bayern dafür die nötige Pflanzware auf rund 100 Hektar. Jährlich werden rund 24 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft, wovon rund 90 Prozent aus heimischer Erzeugung stammen. Ein bekanntes Anbaugebiet ist der Sinngrund im Spessart, aber auch der Bayerische Wald und die Rhön.

Ökologische Weihnachtsbaumkultur (LWG) Externer Link

Erwerbsmäßiger Handel mit Pflanzen und gärtnerische Dienstleistungen in Bayern

Insbesondere der Anbau von Zierpflanzen und Gehölzen ist seit jeher eng mit dem direkten Verkauf an den Endverbraucher verbunden. Das Sortiment an selbst angebauten Pflanzen wird dabei regelmäßig durch Zukaufsware ergänzt und zudem gärtnerische Dienstleistungen angeboten. Entsprechend gibt es inzwischen spezialisierte Einzelhandelsbetriebe und auch Dienstleister. Die eng damit verbundene Floristik oder Blumenbinderei gehört zum Handwerk.

Friedhofsgärtnerei

Blick auf bepflanzte Gräber und Baumbestand auf einem FriedhofZoombild vorhanden

Friefhofsgärtnerei

Die rund 2.000 Gemeinden in Bayern verfügen alle über mindestens einen Friedhof mit einer Vielzahl an Gräbern und einer Gesamtfläche von fast 4.200 Hektar. Die Gestaltung der Gräber kann jeder selbst vornehmen oder von einem Friedhofsgärtner durchführen lassen. Gut 360 Friedhofsgärtner kümmern sich professionell um eine ansprechende und der Jahreszeit entsprechende Grabbepflanzung und setzen sich durch die Anlage und Pflege von Gemeinschaftsgrabanalgen für eine zeitgemäße Fortentwicklung der Friedhofskultur in Bayern ein.
Oftmals werden in den Friedhofsgärtnereien auch saisonale Beet- und Balkonpflanzen herangezogen und verkauft (siehe Zierpflanzenbau). Ebenso wird in der Regel die zugehörige Trauerfloristik angeboten.

Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau)

Drei Personen arbeiten auf einem DachZoombild vorhanden

Anlage einer Dachbegrünung

Für die rund 2.500 Betriebe des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus in Bayern ist die Neuanlage von Grün das stärkste Standbein. Rund 80 Prozent der Aufträge machen Neuanlagen aus. Die Pflege bestehender Anlagen machten knapp 20 Prozent des Umsatzes aus. Rund 60 Prozent der erzielten Erlöse gehen auf Privataufträge zurück. Die Branche bleibt mit einem Betriebsanteil von knapp 90 Prozent in Größen bis zu 10 Arbeitskräften eher kleinstrukturiert. Nur gut 1 Prozent aller Betriebe beschäftigen 35 und mehr Mitarbeiter.

Handel mit Blumen, Pflanzen und Zubehör

Verkaufsfläche mit FloristikZoombild vorhanden

Handel mit Blumen, Pflanzen und Zubehör

Ein Großteil der Zierpflanzen- und Baumschul-Betriebe (siehe Zierpflanzenbau und Baumschule) verkauft selbst erzeugte Pflanzen mit ergänzender Handelsware direkt an den Endverbraucher. Viele größere Gartencenter sind aus Gärtnereien und Baumschulen erwachsen.

Der Handel mit Blumen und die Floristik, Blumen- und Kranzbinderei sind dem Handwerk und nicht dem Agrarbereich zu zuordnen. Naturgemäß ist die Floristik eng mit dem Zierpflanzenbau verbunden, da hier auch (heutzutage nur noch in geringem Umfang in Deutschland) Schnittblumen und -grün angebaut werden.

In Bayern gibt es rund 1.400 Unternehmen mit Sitz in Bayern die im Blumen- und Pflanzenhandel tätig sind und weitere 200 Blumen- und Pflanzenhandels-Unternehmen, die eine Niederlassung in Bayern betreiben. Gut 100 weitere Unternehmen mit Sitz in Bayern gehören mehreren Gewerbezweigen an, aber weisen einen Schwerpunkt im Blumen- und Pflanzenhandel auf. Zusätzlich gibt es 400 Baumärkte mit Sitz in Bayern und weitere 300 Niederlassungen von Baumärkten in Bayern.

Zu den oben genannten Unternehmen zählen rund 70 von Gärtnerfamilien oder Filialisten geführte Gartencenter mit einer Verkaufsflächengröße ab 700 Quadratmeter und mindestens rund 1.000 Blumenläden oder Floristfachgeschäfte sowie rund 300 Baumärkte mit zugehöriger Gartenabteilung.

Freizeitgartenbau

Garten mit GewächshausZoombild vorhanden

Schaugartenanlage der LWG

Der Freizeitgartenbau hat in Bayern einen wichtigen ökologischen, sozioökonomischen, psychotherapeutischen und kulturellen Stellenwert. Rund 2 Millionen Hobbygärtner bewirtschaften eine Fläche von zusammen rund 135.000 Hektar. Mehr als 773.000 Privatpersonen sind Mitglied in einem der insgesamt fünf bayerischen Verbände des Freizeitgartenbaus.

Die Bayerische Gartenakademie mit Sitz an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim wurde als spezieller Ansprechpartner für die bayerischen Freizeitgärtner eingerichtet. Die Bayerische Gartenakademie informiert mit Seminaren, wöchentlichen Gartentipps, Gemüse-Blog und dem Garten-Cast zu allen Themen zum Haus- und Kleingarten oder zum Urban Gardening. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich das Thema Gartentourismus.

Datenquellen: Veröffentlichungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und des Statistischen Bundesamtes sowie Erhebungen der gartenbaulichen Verbände.

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