Wettbewerb Staatlich anerkannte Öko-Modellregionen - Auslobung 2022/23

Seit acht Jahren arbeiten die Öko-Modellregionen erfolgreich an der Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in Bayern. Sie haben sich dabei als Impulsgeber in der Entwicklung regionaler Bio-Wertschöpfungsketten etabliert. Jetzt sollen weitere Regionen die Möglichkeit bekommen, Öko-Modellregion zu werden. Dazu schreibt das Staatsministerium für Ernährung Landwirtschaft und Forsten den vierten Wettbewerb "Staatlich anerkannte Öko-Modellregionen" aus.

Als "Staatlich anerkannte Öko-Modellregion" erhalten Gemeindeverbünde in Bayern die Chance, zukunftsfähige Projekte zum Ausbau des ökologischen Landbaus und der Verarbeitung und Vermarktung von regionalen Bioprodukten in ihren Kommunen umzusetzen und gleichzeitig das ökologische Bewusstsein von Bevölkerung und politisch verantwortlichen Gremien in den ländlichen Räumen zu stärken.

Hierzu wird eine professionelle Prozessbegleitung gefördert, die die Umsetzung von Projekten entlang von regionalen Bio-Wertschöpfungsketten sowie Informationsverbreitung und Bewusstseinsbildung unterstützt und in eine nachhaltige Regionalentwicklung einbindet. Dazu werden die "Staatlich anerkannten Öko-Modellregionen" die Akteure, die in Kommunen, Verbänden, Vereinen, Stiftungen, unter ehrenamtlich Tätigen und insbesondere in der Landwirtschaft sowie in Wirtschaftsunternehmen zu finden sind, vernetzen und begleiten, so dass sie die nächsten Schritte in ihrem Projekt umsetzen können. Durch das gezielte Zusammenspiel von regionalen Entscheidungsträgern und den Akteuren profitiert die Region insgesamt.

Ziel des Wettbewerbs "Staatlich anerkannte Öko-Modellregionen" ist die Aktivierung des unternehmerischen Potentials der Regionen, um den ökologischen Landbau entlang der Wertschöpfungsketten zu stärken sowie gemeinschaftliches, eigenverantwortliches und zukunftsorientiertes Handeln zu fördern.

Wer kann teilnehmen?

Kommunen, die als Modell für andere Regionen bzw. Gemeindeverbünde fungieren wollen, schließen sich für die Bewerbung als Öko-Modellregion zusammen. Öko-Modellregionen können aus Gemeinden bestehen, die innerhalb eines Landkreises liegen oder unterschiedlichen Landkreisen angehören. Die Verbünde sollen die Größe eines Landkreises nicht überschreiten, mindestens vier Kommunen umfassen und ein räumlich zusammenhängendes Gebiet abdecken.

Interessierte Gemeindeverbünde sind aufgerufen, Akteure vor Ort (Landwirte, Verarbeiter, Vermarkter, Verbraucher, Bildungseinrichtungen, usw.) zu identifizieren und ihre innovativen Projektideen zur Steigerung der Erzeugung, Verarbeitung und des Absatzes von heimischen Öko-Lebensmitteln entlang der Wertschöpfungskette in einer Bewerbung zu präsentieren.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Regionen reichen ein kurzes Bewerbungskonzept ein, das aus der Zusammenschau von wichtigen Themen und Akteuren die Entwicklungs- und Projektansätze zur Förderung des ökologischen Landbaus in der Region sowie des Einsatzes regionaler Öko-Lebensmittel beschreibt. Das Bewerbungskonzept soll Handlungsfelder und Maßnahmen darstellen sowie bereits möglichst konkrete Projektideen enthalten und erste Akteure identifizieren.

Die Projektbetreuung begleitet und unterstützt die Konzeptentwicklung in der Bewerbungsphase im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der interessierten Regionen (Gespräche, Online-Infoveranstaltungen und Workshops vor Ort).

Folgende Punkte sind im Bewerbungskonzept zu behandeln:

  • Ausgangslage der Region und Stärken-Schwächen-Analyse
  • Konkrete Projekte mit Akteuren aus den Themenbereichen:
    • Auf- und Ausbau von regionalen Bio-Wertschöpfungsketten: Biolandwirtschaft, Verarbeitung/Lebensmittelhandwerk oder Bezug/Vermarktung von Bio-Lebensmitteln
    • Steigerung des regionalen Bio-Anteils in der Außer-Haus-Verpflegung
    • Bewusstseinsbildung/Bildung zu regionalen Bio-Lebensmitteln und Ökolandbau als geeignete Maßnahme für Biodiversität, Boden-, Wasser- und Klimaschutz
    • Steigerung des Bekanntheitsgrades von Ökolandbau und/oder Bio-Lebensmitteln
  • Rolle der Kommunen
    • Konkrete eigene Projekte der Kommunen sowie ihre Beteiligung und Unterstützung der Öko-Modellregion
    • Beschreibung der Einbindung des Öko-Modellregionen-Managements vor Ort in der Trägerstruktur
    • Konzept für die Kofinanzierung
    • Vorschläge für die Besetzung des Beratungsnetzwerks
    • Erste Ideen für Nutzung des Verfügungsrahmens
  • Kommunikationsstrategie zur Aktivierung der Potentiale in der Region
  • Projektideen, die zu Themen der nachhaltigen Regionalentwicklung (z. B. Biodiversität und Landschaftspflege, regionale Versorgung/Nahversorgung/Erhalt von intakten Ortskernen, nachhaltiger Tourismus und Naherholung, soziale Landwirtschaft, solidarische Landwirtschaft) Verknüpfungen herstellen, sind in begrenztem Umfang denkbar.

Es wurde eine Mustergliederung für das Bewerbungskonzept erarbeitet, die als Grundlage dient und die Bewertung der einzelnen Punkte aufzeigt. Die schriftlichen Ausführungen zur Projektdarstellung sollen nicht mehr als zehn DIN A4-Seiten umfassen.

Das Bewerbungskonzept wird eingereicht durch die federführende Gemeinde des Gemeindeverbundes. Die Gemeinden können sich zur Konzepterstellung von einem Dienstleister unterstützen lassen.

Voraussetzungen für die Auswahl als Öko-Modellregion sind neben dem geeigneten Konzept:

  • Vorliegen der Gemeinde- oder Kreistagsbeschlüsse der beteiligten Kommunen
  • Eingruppierung des Projektmanagements mind. in die Entgeltgruppe 11 (TV-L oder TVÖD)
  • Besetzung des Projektmanagements mit dem Äquivalent von mind. einer Vollzeitstelle (eine Aufteilung der Personalstelle auf mehrere Personen und Verträge mit externen Dienstleistern sind möglich)

Eine Jury wird die Regionen auf der Grundlage der vorgelegten Bewerbungskonzepte auswählen.

Am 18.07., 05.09. und 22.09.2022 wird eine Online-Infoveranstaltung für alle interessierten Akteure und Kommunen mit detaillierten Informationen zum Wettbewerb angeboten. Hierfür melden sich Gemeindeverbünde bei einer der beiden Koordinationsstellen der Öko-Modellregionen an (Kontaktdaten siehe unten).
Auch nach Ablauf der Online-Infoveranstaltungen ist es möglich, am Wettbewerb teilzunehmen. Interessierte wenden sich an die untenstehenden Kontaktadressen.

Das Bewerbungskonzept und die Kopien der Gemeinde- oder Kreistagsbeschlüsse müssen bis zum 15. Dezember 2022 als PDF per E-Mail bei den Koordinationsstellen der Öko-Modellregionen eingereicht werden.

Projektbetreuung/Koordinationsstellen/Ansprechpartner


Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau (IAB)
Kompetenzzentrum für Ökologischen Landbau
Claudia Heid
Lange Point 12
85354 Freising
Tel.: +49 8161 8640-4971
E-Mail: Claudia.Heid@lfl.bayern.de


Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung
Bereich Zentrale Aufgaben (BZA)
Tabea Hönig
Infanteriestraße 1
80797 München
Tel.: +49 89 1213-1546
E-Mail: Tabea.Hoenig@bza.bayern.de

Es lohnt sich!

Die ausgewählten Regionen bekommen für einen Zeitraum von zwei Jahren eine Prozessbegleitung in Form einer Personalstelle oder entsprechender Werkverträge mit externen Dienstleistern gefördert. Der Fördersatz beträgt 75 %, 25 % müssen die Gemeindeverbünde selbst tragen. Die Förderhöchstgrenze beträgt 150.000 Euro für zwei Jahre. Darin enthalten ist ein Sachkostenbudget von max. 5 % der Fördersumme. Diese Förderung kann bei einer erfolgreichen Zwischenbilanz auf einen Zeitraum von bis zu acht Jahren ausgedehnt werden mit degressiv sinkenden Fördersätzen (60 %, 40 %, 20 %) vom sechsten bis zum achten Jahr.

Außerdem bestehen für staatlich anerkannte Öko-Modellregionen seit 2022 weitere Fördermöglichkeiten für zusätzlichen Personalbedarf zur Entwicklung außergewöhnlicher Projekte: 50 % Förderung und max. 50.000 Euro Fördersumme pro Jahr und Region. Zudem gibt es einen Öko-Kleinprojektefond mit 50.000 Euro Fördersumme pro Jahr und Region.

Förderwegweiser: Fördermöglichkeiten für anerkannte Öko-Modellregionen

Qualifikation und Aufgaben des Öko-Modellregionen-Managements

Das Öko-Modellregionen-Management soll Erfahrungen und Kenntnisse im ökologischen Landbau und in der Regionalentwicklung vorweisen und übernimmt folgende Aufgaben:

  • Begleitung der Akteure beim Projektdesign ("von der Idee zum Projekt").
  • Unterstützung bei der Projektentwicklung (u. a. hinsichtlich Fördermittel oder bürgerschaftlicher Finanzierungsmodelle) mit dem Ziel, Projekte zu generieren mit unternehmerischem Mehrwert und Mehrwert für die Region.
  • Kommunikation mit dem Ziel, in der Öko-Modellregion ein kreatives Umfeld aufzubauen, das Aufbruchstimmung erzeugt und in dem sich ständig neue Akteure mit ihren Projekten einbringen.
  • Aufbau und Pflege eines Netzwerks zu relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Verwaltung.

Wer ist die Jury?

Zuständig für die Entscheidung im Auswahlverfahren ist eine Jury bestehend aus Expertinnen und Experten der Land- und Forstwirtschaft, der Ländlichen Entwicklung, des Tourismus, der Gastronomie, der Vermarktung/Verarbeitung, der Regionalplanung, des Umwelt- und Naturschutzes sowie der Vertretung des Bayerischen Gemeindetags.