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Afrikanische Schweinepest – Einschleppung vermeiden

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat seit 2014 die Nordostgrenze der EU erreicht. Im Sommer 2017 wurde sie erstmals auch in der Tschechischen Republik und in Rumänien festgestellt. Es droht die Einschleppung in weitere EU-Mitgliedstaaten.

Warnplakat zur Afrikanischen Schweinepest, Quelle: BMELZoombild vorhanden

Warnplakat zur Afrikanischen Schweinepest, Quelle: BMEL

In den osteuropäischen Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland werden seit Anfang 2014 immer wieder Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen und auch bei Hausschweinen festgestellt. Der überraschende Nachweis der ASP im Sommer 2017 bei Wildschweinen in Tschechien und bei Hausschweinen in Rumänien hat gezeigt, dass eine sprungartige Seuchenverschleppung durch viruskontaminierte Lebensmittel oder Gegenstände jederzeit Realität werden kann.

Die ASP breitet sich weiter aus: Mitte November 2017 wurde in Polen ein weiterer Seuchenherd in der Nähe von Warschau festgestellt, dessen Ausdehnungsgebiet wächst. Zudem scheint sich im Grenzgebiet zwischen Polen und dem Oblast Kaliningrad nur knapp 400 km von der deutschen Grenze entfernt ein neuer Infektionsherd etabliert zu haben. Mitte Dezember wurden in Tschechien erstmals ASP-positive Wildschweine außerhalb der "Kernzone" gefunden. Rumänien hat im Januar 2018 von zwei erneuten Fällen bei Hausschweinen berichtet. Die Seuche ist nicht mehr weit von Bayern entfernt und ein Auftreten erscheint damit auch jederzeit überall in Bayern möglich.

Handzettel des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in sechs Sprachen (PDF, 573 KB, nicht barrierefrei) Externer Link

Erhöhte Wachsamkeit ist daher geboten! Bitte helfen Sie mit, das Risiko eines Eintrages dieser anzeigepflichtigen Tierseuche zu minimieren bzw. einen Ausbruch zeitnah zu entdecken!

Afrikanische Schweinepest: Für Menschen ungefährlich, für Schweine hochansteckend

Für den Menschen ist die ASP ungefährlich, in Schweinebeständen kann sie jedoch schwerwiegende Auswirkungen haben, weil sehr viele Tiere heftig erkranken und sogar sterben. Zudem werden bei einem Ausbruch sofort Handelssperren wirksam, mit denen sich nicht betroffene Länder vor einer Einschleppung schützen.

Wichtige Information für Reisende und landwirtschaftliche Betriebe

Die Afrikanische Schweinepest kommt seit einigen Jahren in Polen, Estland, Lettland, Litauen, Moldawien, Weißrussland, Ukraine und Russland vor. Seit 2017 tritt sie auch in Tschechien und Rumänien auf. In der deutschen Landwirtschaft tätige Personen (z. B. Erntehelfer) aus diesen Ländern sollten besonders auf die Gefahr der Seuchenverschleppung durch Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände hingewiesen werden. Daneben ist bei (Jagd)reisen in diese Länder äußerste Vorsicht geboten. Seitens der Tierhalter hat die strikte Einhaltung von Bestandshygienemaßnahmen oberste Priorität.

Maßnahmen zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest - Wichtige Informationen für landwirtschaftliche Betriebe pdf 65 KB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Maßnahmen zur Abschirmung der Bestände in den Betrieben

Schweinehalter sollten ihre Maßnahmen zur Abschirmung ihrer Bestände überprüfen. Die Anforderungen der Schweinehaltungshygieneverordnung müssen zwingend eingehalten werden.

Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Einfriedung des Betriebs und auf den Schutz des gelagerten Futters und der Einstreu vor Wildschweinen zu legen. Schweinehalter, die auch Jäger sind, sollten erlegte Wildschweine, Jagdhunde und Jagdgegenstände sowie bei der Jagd benutzte Kleidung strikt von ihrem Betrieb fernhalten.

Nicht nur die ASP, auch die klassische Schweinepest und andere Krankheiten stellen eine ständige Herausforderung dar, der sich die Schweinehalter und alle Berufsgruppen, die in der Tierproduktion arbeiten, immer wieder neu stellen müssen. Viele hochansteckende Tierseuchen können bei Ausbruch praktisch nur noch durch Keulung der Tierbestände an der weiteren Ausbreitung gehindert werden. Eine Notimpfung kommt z. B. bei der ASP nicht in Betracht, weil es keine wirksamen Impfstoffe gibt.

Wichtige Hygienemaßnahmen

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen nicht an Schweine (auch Wildschweine) verfüttert werden
  • Zugang zum Stall nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einmalschutzkleidung
  • Tiere nur aus möglichst wenigen, bekannten und gesunden Beständen zukaufen
  • Tiertransporte auf ein Minimum beschränken
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Viehtransporter nach jeder Fahrt
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Ställe vor jeder Neubelegung
  • Schädlingsbekämpfung ordnungsgemäß durchführen und Erfolg kontrollieren