Blick auf Lappersdorf im Landkreis Regensburg

Afrikanische Schweinepest erstmals in Deutschland nachgewiesen

Nach Mitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vom 10.09.2020 wurde der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Deutschland amtlich bestätigt. Das Virus wurde bei einem Wildschwein-Kadaver festgestellt, der wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neiße-Kreis gefunden wurde.

Warnschild - Wildschwein schnüffelt an einer Straße (Foto: C. Josten, LWF)
Erhöhte Wachsamkeit ist geboten! Lebensmittel können diese, für den Menschen ungefährliche, Krankheit übertragen.
Bitte werfen Sie Speisereste nur in verschlossene Müllbehälter!
Warnplakat zur Afrikanischen Schweinepest, Quelle: BMELZoombild vorhanden

Warnplakat: Afrikanische Schweinepest (Quelle: BMEL)

Seuchenausbreitung

In den deutschlandnahen Staaten Polen, Belgien, Slowakei und Ungarn sind in der Vergangenheit immer wieder Fälle von ASP aufgetreten. Im November 2019 wurde ein ASP-Fall bei Wildschweinen in Westpolen gemeldet. Die Seuche hat sich dort weiter ausgebreitet und ist auch bei Hausschweinen aufgetreten. Am 10. September 2020 wurde ASP bei einem Wildschwein-Kadaver wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze in Brandenburg festgestellt.

Für den Menschen ist die ASP ungefährlich, in Schweinebeständen kann sie jedoch schwerwiegende Auswirkungen haben, weil sehr viele Tiere heftig erkranken und sogar sterben. Zudem werden bei einem Ausbruch sofort Handelssperren wirksam, mit denen sich nicht betroffene Länder vor einer Einschleppung schützen.

Wichtige Information für Schweinehalter: Status-Untersuchung ASP

Im Falle des Ausbruchs der ASP beim Wildschwein ist das Verbringen von Schweinen aus den Restriktionszonen streng reglementiert. Die "Status-Untersuchung ASP" ist ein freiwilliges Verfahren zur ASP-Früherkennung in Hausschweinebeständen und zur Erfüllung der Voraussetzungen für das Verbringen von Schweinen aus ASP-Restriktionszonen. Mit der Teilnahme am Status-Verfahren können sich schweinehaltende Betriebe bereits im Vorfeld auf einen möglichen Ausbruch in ihrer Region vorbereiten. Betriebe ohne ASP-Betriebsstatus müssen im ASP-Seuchenfall aufwendige und umfangreiche sogenannte Anlass-Untersuchungen auf ASP durchführen, um Schweine verbringen zu dürfen. Betriebe, die am Status-Verfahren teilnehmen, führen Untersuchungen auf ASP regelmäßig durch. Wenn sie einen anerkannten ASP-Betriebsstatus haben, erfüllen sie bereits einige der Anforderungen zum Verbringen von Schweinen aus Restriktionszonen und die entsprechenden Ausnahmegenehmigungen können in vielen Fällen direkt erteilt werden. Die Bayerische Tierseuchenkasse gewährt unter bestimmten Voraussetzungen eine Beihilfe.
Umfangreiche Informationen und weitere Einzelheiten zur "Status-Untersuchung ASP" finden Sie auf den Internetseiten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Bayerischen Tierseuchenkasse.
Informationen zu den tierseuchenrechtlichen Maßnahmen

Rahmenplan zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (StMUV) Externer Link

Hinweise für Waldbesitzer und die Jägerschaft
Die nachhaltige Reduktion des Schwarzwildes ist ein wichtiger Beitrag der ASP-Seuchenprävention. Das Faltblatt "Afrikanische Schweinepest – Informationen für die Jägerschaft" informiert zu den wichtigsten Fakten. Antworten zu häufig gestellten Fragen sowie ein Faltblatt für Waldbesitzer sind im Wildtierportal Bayern zu finden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) und Faltblätter zur ASP für Waldbesitzer/-innen und Jäger/-innen Externer Link

Wichtig für Reisende und alle landwirtschaftlichen Betriebe

Die Afrikanische Schweinepest kommt seit einigen Jahren in Polen, Estland, Lettland, Litauen, Serbien, Slowakei, Moldawien, Weißrussland, Ukraine, Russland, China und vielen asiatischen Ländern vor. Ferner tritt sie in Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Belgien sowie auf Sardinien auf. In Tschechien wurde sie im Jahr 2017 festgestellt. Dort konnte sie erfolgreich bekämpft werden.

In der deutschen Landwirtschaft tätige Personen (z. B. Erntehelfer) aus diesen Ländern sollten besonders auf die Gefahr der Seuchenverschleppung durch Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände hingewiesen werden. Daneben ist bei (Jagd)reisen in diese Länder äußerste Vorsicht geboten.

Maßnahmen zur Abschirmung der Schweinebestände

Schweinehalter sollten ihre Maßnahmen zur Abschirmung ihrer Bestände überprüfen. Die Anforderungen der Schweinehaltungshygieneverordnung müssen zwingend eingehalten werden.

Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Einfriedung des Betriebs und auf den Schutz des gelagerten Futters und der Einstreu vor Wildschweinen zu legen. Schweinehalter, die auch Jäger sind, sollten erlegte Wildschweine, Jagdhunde und Jagdgegenstände sowie bei der Jagd benutzte Kleidung strikt von ihrem Betrieb fernhalten.

Nicht nur die ASP, auch die klassische Schweinepest und andere Krankheiten stellen eine ständige Herausforderung dar, der sich die Schweinehalter und alle Berufsgruppen, die in der Tierproduktion arbeiten, immer wieder neu stellen müssen. Viele hochansteckende Tierseuchen können bei Ausbruch praktisch nur noch durch Keulung der Tierbestände an der weiteren Ausbreitung gehindert werden. Eine Notimpfung kommt z. B. bei der ASP nicht in Betracht, weil es keine wirksamen Impfstoffe gibt.

Wichtige Hygienemaßnahmen

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen nicht an Schweine (auch Wildschweine) verfüttert werden
  • Zugang zum Stall nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einmalschutzkleidung
  • Tiere nur aus möglichst wenigen, bekannten und gesunden Beständen zukaufen
  • Tiertransporte auf ein Minimum beschränken
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Viehtransporter nach jeder Fahrt
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Ställe vor jeder Neubelegung
  • Schädlingsbekämpfung ordnungsgemäß durchführen und Erfolg kontrollieren