Afrikanische Schweinepest in Deutschland nachgewiesen

In Deutschland sind Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg und Sachsen aufgetreten. Ein erster Fall der für Menschen ungefährlichen Tierseuche war im September 2020 im Landkreis Spree-Neiße bekannt geworden. Weitere Fälle in Brandenburg und Sachsen folgten.

Warnschild - Wildschwein schnüffelt an einer Straße (Foto: C. Josten, LWF)

Erhöhte Wachsamkeit ist geboten!

Lebensmittel können diese, für den Menschen ungefährliche, Krankheit übertragen.

Bitte werfen Sie Speisereste nur in verschlossene Müllbehälter!

Seuchenausbreitung

In den deutschlandnahen Staaten Polen, Belgien, Slowakei und Ungarn sind in der Vergangenheit immer wieder Fälle von ASP aufgetreten. Im November 2019 wurde ein ASP-Fall bei Wildschweinen in Westpolen gemeldet. Die Seuche hat sich dort weiter ausgebreitet und ist auch bei Hausschweinen aufgetreten. Im September 2020 wurde erstmals ASP in Deutschland bei einem Wildschwein-Kadaver wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze in Brandenburg festgestellt. Seither folgten zahlreiche weitere Fälle in Brandenburg und Sachsen. Auch in Bayern muss jederzeit mit dem Auftreten der ASP gerechnet werden.

Für den Menschen ist die ASP ungefährlich, in Schweinebeständen kann sie jedoch schwerwiegende Auswirkungen haben, weil sehr viele Tiere heftig erkranken und sogar sterben. Zudem werden bei einem Ausbruch sofort Handelssperren wirksam, mit denen sich nicht betroffene Länder vor einer Einschleppung schützen.

Afrikanische Schweinepest: Informationen zu Fällen in Deutschland bei Wildschweinen (Bundeslandwirtschaftsministerium) Externer Link

Häufig gestellte Fragen beantwortet das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)

Wichtig für Reisende und alle landwirtschaftlichen Betriebe

Warnplakat zur Afrikanischen Schweinepest, Quelle: BMELZoombild vorhanden

Warnplakat: Afrikanische Schweinepest (Quelle: BMEL)


Die Afrikanische Schweinepest kommt seit einigen Jahren in Osteuropa und vielen asiatischen Ländern vor. In der deutschen Landwirtschaft tätige Personen (z. B. Erntehelfer) aus diesen Ländern sollten besonders auf die Gefahr der Seuchenverschleppung durch Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände hingewiesen werden. Daneben ist bei (Jagd)reisen in diese Länder äußerste Vorsicht geboten.

Mitarbeiter sollen keine Lebensmittel aus der Heimat mitbringen bzw. diese einschließlich Verpackungsmaterialien so entsorgen, dass Wild- und Hausschweine nicht in Kontakt damit kommen oder sie fressen. Informationsblätter sind in 18 verschiedenen Sprachen verfügbar.

Da auch der Eintrag über Kleidung und Schuhe erfolgen kann, ist auf die Einhaltung strikter Hygienemaßnahmen (Reinigung und Desinfektion, betriebseigene Kleidung) zu achten.

Tierhalter haben alle Maßnahmen zur Biosicherheit strikt einzuhalten.

Maßnahmen zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest - Wichtige Informationen für landwirtschaftliche Betriebe pdf 744 KB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Wichtige Information für Schweinehalter: Status-Untersuchung ASP


Im Falle des Ausbruchs der ASP beim Wildschwein ist das Verbringen von Schweinen aus ASP-Restriktionszonen streng reglementiert. Das sog. "Freiwillige Verfahren Status-Untersuchung ASP" ist ein freiwilliges Verfahren zur ASP-Früherkennung in Hausschweinebeständen und zur Erfüllung der für eine Verbringung im ASP-Seuchenfall erforderlichen Untersuchungen. Mit der Teilnahme am Status-Verfahren können sich schweinehaltende Betriebe bereits im Vorfeld auf einen möglichen Ausbruch in ihrer Region vorbereiten. Betriebe, die daran teilnehmen, lassen wöchentlich Untersuchungen auf ASP an verendeten Tieren durchführen. Ferner wird die Einhaltung ihrer Biosicherheitsmaßnahmen in regelmäßigen Abständen geprüft. Wenn sie einen anerkannten ASP-Betriebsstatus haben, erfüllen sie bereits einige der Voraussetzungen, die für die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung im ASP-Seuchenfall erforderlich sind. Die Bayerische Tierseuchenkasse übernimmt die Laborkosten der durchzuführenden Untersuchung von Blut- und Tupferproben der verendeten Tiere.

Weitere Einzelheiten zur "Status-Untersuchung ASP" finden Sie beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Informationen zu den tierseuchenrechtlichen Maßnahmen

Rahmenplan zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (StMUV) Externer Link

Hinweise für Waldbesitzer und die Jägerschaft

Die nachhaltige Reduktion des Schwarzwildes ist ein wichtiger Beitrag der ASP-Seuchenprävention. Mehr zu ASP und Wildschweinen ist im Wildtierportal Bayern zu finden.
Die wichtigsten Fakten, Antworten zu häufig gestellten Fragen und Faltblätter für Waldbesitzer/-innen und Jäger/-innen sind dort ebenfalls abzurufen. 

Wildtierportal Bayern: ASP und Wildschweine Externer Link

Häufig gestellte Fragen (FAQ) und Faltblätter zur ASP für Waldbesitzer/-innen und Jäger/-innen Externer Link

Biosicherheit – Maßnahmen zur Abschirmung der Schweinebestände

Schweinehalter sollten ihre Maßnahmen zur Abschirmung ihrer Bestände überprüfen. Die Anforderungen der Schweinehaltungshygieneverordnung müssen zwingend eingehalten werden. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Einfriedung des Betriebs und auf den Schutz des gelagerten Futters und der Einstreu vor Wildschweinen zu legen.

Schweinehalter, die auch Jäger sind, sollten erlegte Wildschweine, Jagdhunde und Jagdgegenstände sowie bei der Jagd benutzte Kleidung strikt von ihrem Betrieb fernhalten.

Nicht nur die ASP, auch die klassische Schweinepest und andere Krankheiten stellen eine ständige Herausforderung dar, der sich die Schweinehalter und alle Berufsgruppen, die in der Tierproduktion arbeiten, immer wieder neu stellen müssen. Viele hochansteckende Tierseuchen können bei Ausbruch praktisch nur noch durch Keulung der Tierbestände an der weiteren Ausbreitung gehindert werden. Eine Notimpfung kommt z. B. bei der ASP nicht in Betracht, weil es keine wirksamen Impfstoffe gibt.

Wichtige Hygienemaßnahmen

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen nicht an Schweine (auch Wildschweine) verfüttert werden
  • Zugang zum Stall nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einmalschutzkleidung
  • Tiere nur aus möglichst wenigen, bekannten und gesunden Beständen zukaufen
  • Tiertransporte auf ein Minimum beschränken
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Viehtransporter nach jeder Fahrt
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Ställe vor jeder Neubelegung
  • Schädlingsbekämpfung ordnungsgemäß durchführen und Erfolg kontrollieren