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Biodiversität
Landwirt.Imker.Miteinander – Frische Ideen für mehr Biodiversität

Erdhummel und Honigbiene auf Knautia-Blüte

Erdhummel und Honigbiene

Wenn Landwirt und Imker intensiven Kontakt pflegen und sich gegenseitig wertschätzen, werden die Bedürfnisse der Bienen das ganze Jahr über berücksichtigt. Für das Projekt "Landwirt.Imker.Miteinander" wurden deshalb gelungene Partnerschaften zwischen Landwirten und Imkern gesucht.

Gemeinsame Maßnahmen sollen nicht nur die Honigbiene, sondern auch deren "wilde Verwandtschaft" fördern. Im Fokus steht somit nicht nur das Trachtangebot für die Honigbiene, sondern auch die Stärkung der gesamten Artenvielfalt, z. B. differenzierte Lebensräume mit entsprechenden Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Imker und Bauern – eine ausgezeichnete Partnerschaft

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat die besten Kooperationen von Imkern und Bauern bekanntgegeben: Den ersten Preis in Höhe von 4.000 Euro erhielt die Gemeinde Zandt im Landkreis Cham. Jeweils 2.000 Euro Preisgeld bekommen Holzheim im Landkreis Dillingen an der Donau und Stierberg im Landkreis Mühldorf am Inn, das "Gut Mergenthau" im Landkreis Aichach-Friedberg wird mit einer Belobigung ausgezeichnet. "Alle Projekte zeigen ein unglaubliches Engagement für die Biodiversität. Landwirte, Imker und andere Akteure arbeiten hier vorbildlich zusammen – eine wahre Teamarbeit", sagte die Ministerin bei der Überreichung des Siegerpreises in Zandt.

Pressemitteilung vom 17. Juli 2020

Gruppenfoto Preisüberübergabe Zandt

Ministerin Michaela Kaniber mit (v. l.) dem Bürgermeister von Zandt Hans Laumer, MdL Gerhard Hopp und Landrat Franz Löffler (Fotos oben: Judith Schmidhuber/StMELF)
Die Teilnahmebedingungen
Was sind die Kriterien?
Bewertet werden unter anderem Effektivität der Maßnahmen, Kreativität bei der Umsetzung, Übertragbarkeit und Eignung als "Leuchtturm-Projekt" sowie pfiffige Ideen bei der Öffentlichkeitsarbeit.
Wer kann sich bewerben?
Teilnahmeberechtigt sind Teams, bei denen mindestens ein/e Imker/in und ein/e Landwirt/in beteiligt sind.
Was sind die möglichen Preise?
Es werden drei Geldpreise mit einer Gesamtsumme von 8.000 Euro vergeben.
Wer sitzt in der Jury?
Eine interdisziplinäre Jury mit Fachleuten aus Landwirtschaft, Bienenhaltung und Naturschutz wählt unter den Einsendungen die drei besten Bewerber-Teams aus.

Die Preisträger

1. Preis | Zandt, Landkreis Cham, Oberpfalz

Im Landkreis Cham haben 20 Landwirte, vier Imker, die Jägerschaft, die Gemeinde, Vereine und Bürger gemeinsam ca. 30 ha Blühfläche angelegt. Durch das Bereitstellen von Flächen, viel Arbeit und Geldspenden sind in den letzten Jahren viele Blühflächen, aber auch dauerhafte Strukturen wie z. B. Streuobstwiesen, Stein- und Totholzbiotope entstanden. Die Initiative "Zandt - die blühende Gemeinde" wurde für ihr langjähriges, herausragendes Engagement von der Jury zum Sieger gekürt. Die vorbildlichen Leistungen in Zandt werden mit einem Preisgeld von 4.000 € gewürdigt.

2. Preis | Stierberg, Landkreis Mühldorf, Oberbayern

In Stierberg, Gemeinde Obertaufkirchen, versteht sich der Imkerverein als Anwalt der blütenbesuchenden Insekten. Unter dem Motto "Landwirtschaft UND Bienen - Füreinander UND Miteinander" wird der Schulterschluss mit den örtlichen Landwirten praktiziert. Vorträge, Begehungen und Feldtage z. B. auch für alternative Energiepflanzen sensibilisieren Landwirte und die Öffentlichkeit. Die vorbildlichen Leistungen in Stierberg werden mit einem Preisgeld von 2.000 € gewürdigt.

2. Preis | Holzheim, Landkreis Dillingen, Schwaben

Im schwäbischen Holzheim pflegt der Imkerverein seit 2008 eine erfolgreiche Partnerschaft mit Landwirten, der Bürgerschaft, dem Gartenbauverein, den Gewerbebetrieben, der Gemeinde und dem Forstbetrieb. Die Anlage von Streuobstwiesen, Blühflächen, Blühstreifen und Demonstrationsflächen zu alternativen Biogaspflanzen sowie gemeinsame Begehungen der Feldflur fördern die Artenvielfalt und schaffen Verständnis für die Bedürfnisse der Honigbienen und deren wildlebender Verwandtschaft. Die vorbildlichen Leistungen in Holzheim werden mit einem Preisgeld von 2.000 € gewürdigt.

Belobigung | Gut Mergenthau, Landkreis Aichach-Friedberg, Schwaben

In Affing im Landkreis Aichach-Friedberg verwandelte der Bio-Betrieb "Gut Mergenthau" zusammen mit den beiden Bio-Imkereien "Honiglandschaften" und "Bader" eine 10 ha große landwirtschaftliche Christbaumkultur zum blühenden Mehrnutzungs-Ökosystem, ganz nach dem Motto "Bienen, Bäume, Blütenträume". Christbäume, in Mischkultur mit vielfältigen Blühstreifen angebaut, liefern besten Waldhonig und Lebensraum für vielerlei Tiere und Pflanzen.