Schafherde auf der Weide

Tierische Erzeugung
Herdenschutz und Wolf – Informationen für Weidetierhalter

In Bayern leben seit einiger Zeit wieder Wölfe. Die Halter von Weidetieren stellt das vor neue Herausforderungen.

Die besonders tierwohlgerechte Weidehaltung muss trotz Anwesenheit von Wölfen auch weiterhin zumutbar möglich sein. Ziel des bayerischen Wolfsmanagements ist es daher, die mit der Ausbreitung des Wolfs einhergehenden Konflikte möglichst gering zu halten.

Der Freistaat Bayern unterstützt die Weidetierhalter durch Beratung und Förderung beim Schutz ihrer Herden vor dem Wolf.

Bayerischer Aktionsplan Wolf

Der "Bayerische Aktionsplan Wolf" regelt den Umgang mit einer zunehmenden Anzahl von wandernden, standorttreuen und reproduzierenden Wölfen in Bayern. Er ist ein Managementplan der staatlichen Umweltverwaltung, der mit dem Landwirtschaftsministerium abgestimmt ist und Handlungsempfehlungen für den Umgang mit dem Wolf gibt.

Zielsetzung dieses Plans ist es, den Herausforderungen der Wolfsverbreitung in Bayern Rechnung zu tragen und Beeinträchtigungen für alle Betroffenen möglichst zu minimieren. Für Weidetierhalter ist insbesondere das Kapitel 8 relevant. Vor allem in Gebieten mit standorttreuen Wölfen setzt Bayern zur Vermeidung von Schäden auf vorbeugende Maßnahmen wie beispielsweise Herdenschutzzäune. Die Anforderungen an den Herdenschutz müssen praktikabel und zumutbar sein.

Bayerischer Aktionsplan Wolf (Landesamt für Umwelt - Broschürenportal) Externer Link

Rechtliche Situation und Zuständigkeiten

Der Wolf ist u. a. aufgrund der europäischen Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie im Bundesnaturschutzgesetz besonders und streng geschützt (BNatSchG § 7 Abs. 2 Nrn. 13 und 14). Ausnahmen von diesen Schutzbestimmungen sind nur im Einzelfall und unter bestimmten Voraussetzungen möglich, zum Beispiel zur Abwehr ernster wirtschaftlicher Schäden (BNatSchG § 45 Abs. 7), wenn zumutbare Alternativen nicht gegeben sind und sich der Erhaltungszustand der Population einer Art durch den Abschuss nicht verschlechtert.
Ernste wirtschaftliche Schäden können auch drohen, wenn ein Wolf nicht landwirtschaftlich gehaltene und durch zumutbare Herdenschutzmaßnahmen geschützte Weidetiere reißt. Darüber hinaus wäre ein Abschuss zulässig, wenn sich ein Wolf für den Menschen gefährlich verhielte und eine konkrete Gefahr für Leib oder Leben bestünde.

Förderung von Investitionen in Herdenschutzmaßnahmen gegen Übergriffe durch den Wolf

Zur Unterstützung der bayerischen Weidetierhalter werden in den Gebieten mit Wolfpräsenz Herdenschutzmaßnahmen zu 100 Prozent gefördert. Dazu zählen z. B. der Bau von Zäunen und die Anschaffung mobiler Ställe zum Schutz gegen Wölfe. Die aktuellen Wolfsgebiete in Bayern werden vom Landesamt für Umwelt veröffentlicht.

Ausführliche Informationen zu Voraussetzungen und Antragsunterlagen:

Förderwegweiser: "Förderung Herdenschutz Wolf"

Meldung bei Wolf-Sichtbeobachtungen und Wolfsspuren

Füllen Sie zur Meldung von Hinweisen auf einen Wolf das Meldeformular aus und senden Sie es zusammen mit evtl. vorhandenem Bildmaterial per E-Mail an die Fachstelle Große Beutegreifer (fachstelle-gb@lfu.bayern.de) des Landesamtes für Umwelt.

Meldeformular (PDF - Landesamt für Umwelt) Externer Link

Meldung eines möglichen Nutztierrisses

Bei Schäden an Nutztieren, die durch einen großen Beutegreifer entstanden sein könnten, wenden Sie sich bitte unverzüglich an das LfU-Wildtiermanagement:
Tel.: 09281 / 1800 4640
täglich (auch am Wochenende) 10:00 - 16:00 Uhr

Meldung von Hinweisen auf Wolf, Luchs oder Bär (Landesamt für Umwelt) Externer Link

Schadensausgleich

Der Schaden, den ein Wolf an einem Nutztier verursacht, kann ersetzt werden. Die Bedingungen, unter denen ein Schadensausgleich möglich ist, sind in der sogenannten Ausgleichsregelung festgehalten.

Ausgleichsfonds (Landesamt für Umwelt) Externer Link

Ansprechpartner

  • Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sind für die Beratung zum Herdenschutz (z. B. Zaunbau, mobile Ställe) und für die finanzielle Förderung von Herdenschutzmaßnahmen zuständig.
  • Kontaktdaten der Ämter

Förderprogramm: Investitionen in Herdenschutzmaßnahmen gegen Übergriffe durch den Wolf

Landesamt für Umwelt

  • Fragen zu Herdenschutzhunden
    und
    Fragen/Meldungen rund um Schäden an Nutztieren, die durch einen Wolf entstanden sein könnten, beantwortet das
    Bayerische Landesamt für Umwelt.

Ansprechpartner Wildtiermanagement große Beutegreifer  Externer Link

Landesanstalt für Landwirtschaft

  • Detaillierte Informationen zum Herdenschutz, insbesondere zum Zaunbau und den Grundschutz stellt die Landesanstalt für Landwirtschaft bereit.

Informationen zum Herdenschutz (LfL)  Externer Link