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Elektronische Erlaubnisscheine

Nach einer erfolgreichen Erprobungsphase ist seit 1. August 2021 das Ausstellen von Erlaubnisscheinen neben der Papierform auch in elektronischer Form dauerhaft möglich (Art. 26 Abs. 1 Satz 1 Bayerisches Fischereigesetz – BayFiG).

Wer Verfahren zum Ausstellen elektronischer Erlaubnisscheine anbieten möchte, muss das Verfahren vor dem erstmaligen Einsatz dem Staatsministerium zur Genehmigung vorlegen. Anträge mit einer detaillierten Verfahrensbeschreibung sind über Ref-L4@stmelf.bayern.de zu stellen. Die Voraussetzungen und Anforderungen an das Verfahren sind in der Verwaltungsvorschrift zum Vollzug fischereirechtlicher Bestimmungen (VwVFiR) unter Nr. 7.8 und 7.9. geregelt.

Verwaltungsvorschrift zum Vollzug fischereirechtlicher Bestimmungen (VwVFiR) Externer Link

In Bayern sind bislang die Verfahren folgender Anbieter zum Ausstellen von elektronischen Erlaubnisscheinen zugelassen:

Elektronische Erlaubnisscheine dürfen – wie schriftliche Erlaubnisscheine – grundsätzlich nur mit Genehmigung der Kreisverwaltungsbehörde (KVB) ausgestellt werden (Art. 26 Abs. 1 BayFiG). Für ein Gewässer können sowohl schriftliche als auch elektronische Erlaubnisscheine beantragt werden.

Gewässerbewirtschafter, z. B. Fischereivereine, die elektronische Erlaubnisscheine ausgeben möchten, müssen im Antrag auf Genehmigung an die KVB folgende Angaben machen:

  • Vor- und Zuname oder Bezeichnung sowie genaue Anschrift (gewöhnlicher Aufenthalt oder Sitz) der antragstellenden Person,
  • ihre Rechtsstellung (dinglich fischereiberechtigt, fischereiausübungsberechtigt durch Pacht oder als Genossenschaftsvorstand); bei Fischereipacht zusätzlich die Einverständniserklärung der Verpächter,
  • Lage (Gemarkung) und Art (natürlich/künstlich angelegt, fließend/stehend, geschlossen/nicht geschlossen) des Fischwassers beziehungsweise der Gewässer; Zugehörigkeit zum Gebiet einer Fischereigenossenschaft,
  • Art des Fischereirechts (unbeschränkt/beschränkt, Koppelfischerei) und dessen räumlicher Umfang; Bewirtschaftung des Fischwassers (haupt- oder nebenberuflicher Erwerb/nicht erwerbsmäßig),
  • Art der beantragten Erlaubnisscheine (Einzel- oder Sammelerlaubnisscheine), erstrebte Anzahl und Geltungsdauer (Jahres-, Wochen- und Tagesschein) der Scheine sowie evtl. Bestimmungen über Fangarten, Fanggeräte und Fangbeschränkungen
  • der bzw. die zugelassenen Anbieter, deren Verfahren zum Ausstellen elektronischer Erlaubnisscheine der Antragsteller/die Antragsteller nutzen möchte und
  • bezogen auf jeden zugelassenen Anbieter die genaue Anzahl und Geltungsdauer (Jahres-, Wochen- und Tagesschein) der elektronischen Erlaubnisscheine.


Die KVB legt im Genehmigungsbescheid für das jeweilige Gewässer die Anzahl der auszugebenden Erlaubnisscheine fest, aufgeteilt nach Jahres-, Wochen- und Tagesscheinen, und ob die Ausgabe

  • in elektronischer Form (bezogen auf jeden Anbieter) oder
  • schriftlicher Form erfolgt.

Die Siegelung durch die KVB entfällt bei Erlaubnisscheinen in elektronischer Form (Art. 26 Abs. 2 Satz 2 BayFiG).