Kopfbild: Kuhkopf (Foto: Dieter Hawlan/iStockphoto.com)

Tierische Erzeugung
Bayerischer Nutztierwohl-Preis 2020

Milchkuh Pia im offenen Laufstall aus Holz

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vergibt im Jahr 2020 zum siebten Mal den "Bayerischen Nutztierwohl-Preis".

Prämiert werden technische beziehungsweise bauliche Lösungen oder Managementmaßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls in der bayerischen Landwirtschaft. Dabei steht die Nachhaltigkeit, Praxisgerechtheit und Übertragbarkeit der vorgestellten Maßnahmen auf andere landwirtschaftliche Betriebe mit Nutztierhaltung im Vordergrund. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden.

Der "Bayerische Tierwohl-Preis für landwirtschaftliche Nutztierhalter" ist ein weiterer Baustein des Ministeriums in der Initiative für tiergerechte Haltungsbedingungen.

Die Preisträger 2020

Drei landwirtschaftliche Familienbetriebe hat Amtschef Hubert Bittlmayer in Vertretung von Ministerin Michaela Kaniber am 29. September 2020 in den Räumen der Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub mit dem Bayerischen Tierwohl-Preis für Nutztierhaltung 2020 ausgezeichnet. Die Betriebe haben in vorbildlicher Weise Verbesserungen über Neu- oder Stallumbauten oder besondere Managementmaßnahmen in ihren Tierhaltungen umgesetzt.
Der erste Preis in Höhe von 5.000 Euro geht in diesem Jahr an den Rindermastbetrieb Pöschl aus Dietersdorf, Gmd. Zandt (Lkr. Cham). Der 2. Preis in Höhe von 3.000 Euro wird dem Ferkelerzeugerbetrieb Loidl aus Weiding, Gmd. Sankt Wolfgang (Lkr. Erding) verliehen, der mit 2.000 Euro dotierte 3. Preis geht an den Milchviehbetrieb Schillinger aus Schmidstadt, Gmd. Feichten (Lkr. Altötting). Jurymitglied Professor Klaus Reiter von der Landesanstalt für Landwirtschaft erläuterte die Ideen und praktische Umsetzung, mit der die Preisträger die siebenköpfige Jury überzeugen konnten.

Pressemitteilung vom 29.09.2020

Gruppenfoto der drei Preisträgerfamilien

Amtschef Hubert Bittlmayer mit den drei Preisträgerfamilien Pöschl, Loidl und Schillinger
(Fotos: Astrid Schmidhuber/StMELF, Abdruck honorarfrei)
Amtschef Hubert Bittlmayer mit Bernhard und Stefan Pöschl

Rindermastbetrieb Pöschl

Bild in Originalgröße

Amtschef Hubert Bittlmayer mit Betriebsleiterehepaar Konrad und Elisabeth Loidl, Andrea Ostermaier und Andreas Loidl

Ferkelerzeugerbetrieb Loidl

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Amtschef Hubert Bittlmayer mit Betriebsleiterehepaar Christa Schillinger und Andreas Schwanthaler

Milchviehbetrieb Schillinger

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Rindermastbetrieb Familie Pöschl

Betrieb Pöschl, Dietersdorf, Landkreis Cham

Maßnahme: Der neu erstellte Rindermaststall für 80 Kalbinnen ermöglicht mit seinen Dreiflächenbuchten (zwei Liegebereiche, ein Fressgang) jedem Tier ein sehr großzügiges Platzangebot. Die Tiere können entspannt ihr natürliches Verhalten ausleben.
Die zugekauften Rinder, die aus regionaler Mutterkuhhaltung stammen, fühlen sich im Stall mit viel Licht und Frischluft sehr wohl. Die Stroheinstreu, die extra zerkleinert und entstaubt wird, wird vollautomatisch eingestreut. Damit sind die Bewegungs- und Liegeflächen immer trittsicher und bequem gestaltet.
Die Vermarktung erfolgt über regionale Metzgereien und in der heimischen Gastronomie, die die schmackhaften Produkte über den Zusammenschluss "Landgenuss Bayerwald vom Pöschlhof" anbieten.

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Tierwohlpreis 2020 - Betrieb Pöschl

Ferkelerzeugerbetrieb Konrad Loidl

Betrieb Loidl, Weiding, Landkreis Erding

Maßnahme: Im neugebauten Ferkelaufzuchtstall werden Ferkel in strukturierten Buchten mit je einem Ruhe-, Fress- und Auslaufbereich gehalten. Die Stroheinstreu im Liege- und Ruhebereich bietet Beschäftigungsmöglichkeit und Komfort für die Tiere. Die Bodentemperatur kann gesteuert werden, so dass je nach Jahreszeit Heizung oder Kühlung der Fläche möglich ist.
Der etwas höher gelegte Fressbereich ist auch mit einer anderer Bodengestaltung bewusst von der Liegefläche abgegrenzt.
Im überdachten Auslaufbereich wird den Tieren Außenklimareiz geboten. Das trägt zur Gesundheit der Tiere bei. Durch diese Strukturierung wird das natürliche Verhalten des separaten Abkotens der reinlichen Tiere gefördert, so dass der innenliegende Liege- und Fressbereich weitgehend trocken und sauber bleibt.

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Tierwohlpreis 2020 - Betrieb Loidl

Milchviehbetrieb Christa Schillinger

Betrieb Schillinger, Schmidstadt, Landkreis Lkr. Altötting

Maßnahme: Umbau der Anbindehaltung hin zum Laufstallsystem unter Nutzung der vorhandenen Altgebäude.
Im alten Anbindestall wurde der Fressbereich für 40 Kühe eingerichtet. Die angelegten Außenlaufflächen mit separaten Außenliegebuchten zwischen dem Fressbereich und der Liegehalle ermöglichen vollen Außenklimareiz für die Tiere.
Für Sauberkeit im Fressbereich und Außenlaufhof sorgt der Saugroboter, der zeitgesteuert selbständig die Flächen räumt und absaugt.
Die alte Scheune von 1928 wurde zur Liegehalle ohne Abtrennungen im Kompostierungssystem umgenutzt. Hobelspäne und Sägemehl als Einstreumaterial bilden einen weichen, trockenen und trittsicheren Bodenbelag. Die Tiere haben völlig freie Wahl des Liegeortes und ihrer Liegehaltung und mit 10 qm je Tier viel Platz.

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Tierwohlpreis 2020 - Betrieb Schillinger

Teilnahmebedingungen

Teilnahme am Wettbewerb

Bewerben konnten sich landwirtschaftliche Unternehmen mit Nutztierhaltung zu Erwerbszwecken in Bayern. Vorschläge konnten mit Einverständnis der Betriebsleiter auch von Dritten eingereicht werden.

Bewerbungsunterlagen

Für die Bewerbung waren folgende Angaben erforderlich:

  1. Name, Adresse, BALIS-Nummer
  2. Betriebsspiegel (max. 2 DIN-A4-Seiten)
  3. Beschreibung der Maßnahme mit Angabe der Kosten (max. 3 DIN-A4-Seiten) und zusätzlich max. zehn Bilder
  4. Erläuterung, wie durch diese Maßnahme das Tierwohl verbessert wird (max. 2 DIN-A4-Seiten)
Bereits staatlich ausgezeichnete Projekte beziehungsweise Maßnahmen werden nicht mehr prämiert.

Bewertung

Eine Fachjury bewertet die Bewerbungen, insbesondere inwieweit die Maßnahme oder das Objekt dem Tierwohl dient und auf andere Betriebe übertragbar ist. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen soweit es um die Jurybewertung sowie um die Art, Höhe und Aufteilung der Preise geht.

Die Preisträger der vergangenen vier Jahre

Tierwohlpreis 2019

Drei landwirtschaftliche Familienbetriebe wurden am 6. August 2019 mit dem Bayerischen Nutztierwohl-Preis ausgezeichnet. Die Preise gingen an die Milchviehbetriebe Grubmüller aus Schöllnach (Lkr. Deggendorf) und Mayr aus Bockhorn (Lkr. Erding) sowie an den Mastschweinehalter Naß aus Gosheim (Lkr. Donau-Ries).
Gruppenfoto mit den Preisträgern

Ausgezeichnete Betriebe 2019

Gruppenfoto Grubmüller

Familie Grubmüller

Gruppenfoto Mayr

Familie Mayr

Gruppenfoto Naß

Familie Naß

Milchviehbetrieb Familie Grubmüller

Betrieb Grubmüller GbR, Schöllnach, Landkreis Deggendorf

Maßnahme: Milchkuhhaltung mit ökologischer Bewirtschaftung im Kompostierungsstall, Hackschnitzel mit unterschiedlicher Winter- und Sommersiebung als Einstreumaterial, 10 qm/Tier großzügiges Platzangebot im Liegebereich mit weichem, trockenem und trittsicherem Bodenbelag ohne Einzeltierabtrennungen. Jungviehaufzucht ebenfalls in einem Kompostierungsstall, alle Rinder des Betriebes haben durchgängig ein gewohntes gutes Haltungssystem. Kontinuierliche Optimierungsmaßnahmen zum Management im Einstreusystem.

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Tierwohlpreis 2019 - Betrieb Grubmüller GbR

Milchviehbetrieb Familie Mayr

Betrieb Mayr GbR, Bockhorn, Landkreis Erding

Maßnahme: Milchkuhhaltung im Kompostierungsstall, Hobelspäne und Sägemehl als Einstreumaterial mit Vornutzung im Trockensteherbereich. Weicher, trockener und trittsicherer Bodenbelag ohne Einzeltierabtrennungen ermöglicht den Tieren eine völlig freie Wahl des Liegeortes und der Liegehaltung. Sehr großzügiges Angebot mit 15 qm/Tier im Liegeflächenbereich, beständige Anpassung und Verbesserung des Einstreumanagements.

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Tierwohlpreis 2019 - Betrieb Mayr GbR

Mastschweinebetrieb Familie Naß

Betrieb Naß, Gosheim, Landkreis Donau-Ries

Maßnahme: Vier Einzelstallungen á 250 Tiere mit je 16 Buchten, strukturiertes Buchtenangebot mit drei Zonen, variabel verstellbarer Liegebereich mit Stroheinstreu. Die nicht überdachte Aktivitäts- und Auslauffläche wird mit einem Oberflurentmistungsschieber und eigenentwickelter Zeitsteuerung mehrfach täglich gereinigt. Wassersprühanlage mit Zeitsteuerung zur Temperaturregelung der Tiere im Sommer.

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Tierwohlpreis 2019 - Betrieb Naß

Tierwohlpreis 2018

Zwei landwirtschaftliche Familienbetriebe hat Staatsministerin Michaela Kaniber am 6. August 2018 für die Verbesserung der Haltungsbedingungen ihrer Nutztiere mit dem Bayerischen Nutztierwohl-Preis 2018 ausgezeichnet. Die jeweils vergebenen ersten Preise gingen zu gleichen Teilen an den Betrieb Schwimmer aus Sankt Wolfgang (Lkr. Erding) und an den Betrieb Kloning aus Oettingen (Lkr. Donau-Ries).
Gruppenfoto

Ausgezeichnete Betriebe 2018

Gruppenfoto Ministerin mit Familie Kloning

Betrieb Kloning

Gruppenfoto Ministerin mit Familie Schwimmer

Betrieb Schwimmer

Milchviehbetrieb Familie Schwimmer

Betrieb Schwimmer, Sankt Wolfgang, Landkreis Erding

Maßnahme: Gesamtmanagement der Kälberhaltung, Einzelbuchten für tierindividuelle Betreuung, die einfach zu Zweier- oder Kleingruppenbuchten umgestaltet werden können sowie Steuerung der Lüftung durch findige Kombination aus Schlauchlüftung und großen Öffnungen im Stall. Großzügiges Platzangebot in den weiteren Aufzuchtphasen.

Öko-Mastschweinebetrieb Familie Kloning

Betrieb Kloning, Oettingen, Landkreis Donau-Ries

Maßnahme: Mehrflächenbuchtenangebot für die Ökomastschweine mit an die Größe der Tiere variabel anpassungsfähigem stroheingestreutem Ruhebereich. Die eingestreute überdachte Außenklimabucht wird ergänzt durch eine freie Auslauffläche, in der eine wassergefüllte Suhle für Abkühlung und Wohlbefinden der Tiere sorgt.

Tierwohlpreis 2017 für Öko-Zuchtsauenbetrieb Zinner GbR

Für das stimmige Gesamtkonzept zur Verbesserung des Tierwohls wurde 2017 dem Öko-Zuchtsauenbetrieb Zinner aus Schönau im Landkreis Eichstätt der mit 10.000 Euro dotierte Tierwohlpreis 2017 verliehen. Die mit sieben Fachleuten aus Forschung, Verwaltung, Praxis, Tierschutz und Bauernverband besetzte Jury hatte sich von den 23 eingereichten Bewerbungen für das Konzept des Öko-Betriebs als Sieger entschieden. Hervorgehoben wurden dabei vor allem die durchdachten Temperaturzonen zur Regulierung des individuellen Wärmebedarfs und das besondere Konzept zum freien Auslauf der Tiere im neuen Abferkel-Stall, in dem sich Muttersauen und Ferkel bis etwa sieben Wochen nach der Geburt aufhalten.

Tierwohlpreis 2016

Für die Verbesserung der Haltungsbedingungen ihrer Nutztiere wurden am 5. September 2016 drei landwirtschaftliche Betriebe mit dem Bayerischen Tierwohl-Preis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis ging an den Betrieb Zehetbauer in Dietelskirchen (Lkr. Landshut), die beiden mit jeweils 2.500 Euro dotierten zweiten Preise erhielten die Betriebe Brunner aus Unterschönbach (Lkr. Landshut) und Spötzl aus Obereichhofen (Lkr. Ebersberg).
Gruppenfoto aller Preisträger

Ausgezeichnete Betriebe 2016

Gruppenfoto

Betrieb Zehetbauer

Gruppenfoto

Betrieb Brunner

Gruppenfoto

Betrieb Spötzl

1. Platz - Legehennenbetrieb Familie Zehetbauer

Betrieb Zehetbauer, Dietelskirchen, Landkreis Landshut

Maßnahme: Eigene Junghennenaufzucht mit gut dimensioniertem Wintergarten und einer, dem Legehennenstall ähnlichen Aufstallung. Junghennentransport im selbsterdachten und selbsterbauten Transportfahrzeug. Wechselauslauf gegen "Hühnermüdigkeit" des Bodens. Großzügige Staub- und Sandbäder.

2. Platz - Pensionspferdebetrieb Familie Brunner

Betrieb Brunner, Unterschönbach, Landkreis Landshut

Maßnahme: 5 Sterne – Offenstallbetrieb, eine Umbaumaßnahme mit gut durchdachtem Ruheraum und hervorragendem Wege- und Weidesystem. Unterschiedliche Einstreu im Ruheraum und unterschiedliche Wegebeläge.

2. Platz - Milchviehbetrieb Familie Spötzl

Betrieb Spötzl, Obereichhofen, Gemeinde Aßling, Landkreis Ebersberg

Maßnahme: Schlauchbelüftung im neuen Kälberstall. Damit trockenere Luft, trockenere Einstreu und somit geringere Keimzahlen. Dadurch verringert sich der Antibiotikaeinsatz und führt zu vitaleren, besser wachsenden Tieren.