
Der ländliche Raum in Bayern wird mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Der demographische Wandel, verbunden mit der Abwanderung von jungen, gut ausgebildeten Menschen, hat eine Überalterung sowie Schrumpfung der dort lebenden Gesellschaft zur Folge. Die Auswirkungen sind folgenschwer: viele Dienstleistungen werden unrentabel, die Infrastruktur dünnt aus. Das "Digitale Dorf Bayern" hat diese Herausforderungen frühzeitig erkannt, sich ihnen gestellt und aktiv angepackt. Das Vorhaben widmete sich der Frage, welche Chancen Digitalisierung zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse auf dem Land bietet. Das Digitale Dorf Bayern unterstützte ländliche Räume in Bayern auf ihrem Weg in die digitale Zukunft und trieb die digitale Transformation voran. Mit dem Modellprojekt Digitales Dorf Bayern wurden die Chancen der Digitalisierung im ländlichen Raum in fünf Modelldörfern erprobt. Im "Digitalen Dorf Bayern" wurden verschiedenste digitale Anwendungen entwickelt, die dabei helfen, den ländlichen Raum als lebenswerten Wohn- und Wirtschaftsraum zu erhalten und zukunftsfähig aufzustellen. Die am Digitalen Dorf teilnehmenden Gemeinden konnten durch das Projekt die Lebensqualität für ihre Einwohner erhöhen und sich darüber hinaus als innovative Wirtschafts- und Lebensstandorte im regionalen Wettbewerb positionieren. Im Digitalen Dorf Bayern wurde die digitale Transformation mit wissenschaftlicher Unterstützung gemeinsam mit den Bürgern vor Ort als "bottom up"-Prozess durchgeführt. In den fünf Modelldörfern wurden für die Bedarfe vor Ort maßgeschneiderte und individuelle Lösungen entwickelt, dabei ging es immer um "Digitalisierung zum Anfassen", nicht um Digitalisierung zu jedem Preis, das heißt Digitalisierung nur da, wo sie Sinn macht und die Bürgerinnen und Bürger in ihrem Alltag unterstützt. Die Herausforderungen vor Ort waren sehr unterschiedlich, jedes Dorf ist digital anders aufgestellt und hatte jeweils andere Bedarfe, das spiegelt sich auch in den inhaltlichen Schwerpunktsetzungen der Dörfer wider. Die Modellprojekte umfassten wesentliche Lebensbereiche im ländlichen Raum und vernetzten diese miteinander. Den Rahmen hierfür bildeten elf Themenfelder, in welchen sich Digitalisierungsprojekte anboten und gut umgesetzt werden konnten: Arbeiten, Dienste (u.a. Handel), Energie, Bildung, Medizin, Mobilität, Pflege, Wohnen, Landwirtschaft, Tourismus sowie Kultur. Um dem integrativen Gedanken eines digitalen Dorfes zu folgen, sollten aus mindestens drei der elf Themenfelder möglichst synergetische Umsetzungsideen realisiert werden.

Das Digitale Dorf Bayern war ein Vorhaben der Bayerischen Staatsregierung, die fünf Modellregionen wurden mit insgesamt 13 Millionen Euro unterstützt. Die ersten Modelldörfer nahmen ihre Arbeit im April 2017 auf, die Laufzeiten der letzten Projekte endeten im September 2023. Für mehr Informationen zu den einzelnen Modelldörfern können Sie uns gerne kontaktieren unter:
Poststelle@stmelf.bayern.deFünf Modellprojekte
Lessons Learned
Die nachfolgenden Lessons Learned betreffen das Gesamtprojekt Digitales Dorf Bayern und leiten sich aus den Erkenntnissen und Erfahrungen der Projektteams und ihrer Projektpartner und Projektpartnerinnen ab. Die Lessons Learnd sollen als Hilfestellung dienen für zukünftige Projekte im Bereich Digitalisierung im ländlichen Raum.
Projektorganisation und Projektmanagement
Die Ausgangslage in vielen ländlichen Kommunen mag zwar ähnlich erscheinen, dennoch gilt es stets die Heterogenität des ländlichen Raums zu berücksichtigen. So ist der jeweilige optimale Weg einer Kommune hin zu bedarfsgerechten digitalen Lösungen einzelfallspezifisch zu gestalten. Die Rahmenbedingungen in den Kommunen unterscheiden sich viel zu stark, um ein flächendeckendes Erfolgsrezept für die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen zu erhalten. Eine "Blaupause" für die Digitalisierung von Kommunen existiert nicht. Den Ausgangspunkt jeder erfolgreichen kommunalen Digitalisierungsstrategie bildet daher eine belastbare initiale IST-Analyse. Empfehlenswert ist ein fachlich breit aufgestelltes Projektteam, in dem Experten/-innen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten zusammenarbeiten. Der interdisziplinäre Austausch bereitet den Weg für mitunter ungewöhnliche Lösungen und zielführende Ideen innerhalb des Projekts. Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen stellt keinen Nachteil dar, sondern bringt vielmehr unterschiedliche Sichtweisen in das Projekt ein. Lebenserfahrung ist ebenso wichtig wie die fachliche Expertise im Bereich Digitalisierung. Zu Beginn des Gesamtprojekts sollten Erwartungen und Zuständigkeiten abgesteckt werden, um unterschiedliche Projektziel-Vorstellungen zu vermeiden. Während des Projektverlaufs ist dies immer wieder notwendig, wenn sich in Teilprojekten Verantwortlichkeiten ändern oder zusätzliche Personen involviert sind.




