Grundlage für den späteren Holzverkauf
Holzvermessung und Holzmerkmale

Holzmenge und Qualität entscheiden über den Erlös beim Holzverkauf und sind für korrekte Abwicklung des Holzverkaufes maßgeblich. Mit einfachen, standardisierten Verfahren können Sie das Holz bereits im Wald vermessen und qualitativ einstufen. Die automatisierte Vermessung des Holzes setzt sich bei Massensortimenten immer mehr durch.

Bei der sogenannten Werksvermessung wird das Holz bei der Anlieferung im Sägewerk abgemessen. Die Variante ist grundsätzlich genauer als das Waldmaß und erspart zeitaufwendige Arbeiten im Wald. Zur Sicherheit sollten Sie als Waldbesitzer/in immer ein Kontrollmaß im Wald nehmen.

Kontrollmaße bei der Werksvermessung

Holzstämme auf einem Förderband durchfahren ein kleines Holzhaus

(Foto: G. Brehm)

In der Praxis stimmen Werks- und Waldmaß meist weitgehend überein. Weichen beide Maße voneinander ab, greifen vorab gefasste vertragliche Regelungen, welches Maß anzuwenden ist. Auch die Gütesortierung im Werk sollte gegebenenfalls im Vertrag geregelt sein.

Für die Bestimmung eines einfachen Waldmaßes sollten Sie mindestens die exakte Stückzahl und die Holzmenge bestimmen. Die Werte können dann mit den Angaben aus dem Werksvermessungsprotokoll verglichen werden.

Informationen zur Werksvermessung Externer Link

Holz im Wald vermessen

Eisenstange mit Messskala, einem festen und einem beweglichen Schenkel an einem Baumstamm (zwei mal)Zoombild vorhanden

Standardwerkzeug zur Messung des Durchmesser: Die Kluppe
(Foto: J. Böhm)

Je nach Sortiment wird Holz im Wald stammweise oder als gestapeltes Polter vermessen. Im Folgenden werden kurz zwei einfache Verfahren vorgestellt um die Maße zu bestimmen.

Detaillierte Ausführungen können Sie im "Wegweiser für den Bayerischen Waldbesitzer für Holzeinschlag und Holzverkauf " nachlesen.

Regelmäßige Schulungen bieten die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Bayerische Waldbauernschule in Kelheim an.

Bayerische Waldbauernschule in Kelheim Externer Link

Stammweise Berechnung
Das Volumen eines Stammes lässt sich überschlägig wie folgt berechnen:

Mittendurchmesser ins Quadrat *Länge * 0,8

Der Mittendurchmesser wird in der Mitte des Stammes (ohne Übermaß) ermittelt. Ab einem Stammdurchmesser von 20 Zentimetern wird an der Messstelle zwei Mal um 90 Grad versetzt gemessen und ein Mittelwert gebildet. Die mit der Kluppe gemessen Werte werden abgerundet und zusammengezählt. Die Summe wird halbiert und ergibt abgerundet den Mittendurchmesser.
Da Holz immer ohne Rinde verkauft wird, ist noch ein Rindenabzug zu tätigen. Der Wert ist von Baumart und Dicke des Stammes abhängig. Die Länge des Holzes lässt sich einfach mit dem Maßband messen. (Als Längenreserve ist immer mindestens ein Übermaß von einen Prozent zu gewähren. Dies liegt üblicherweise immer bei mindestens zehn Zentimetern.)

Baumstamm mit grafischer Darstellung der Beispielrechnung

Beispiel:
1. Messung (d1): 33,5 cm, abgerundet 33 cm,
2. Messung (d2): 28,2 cm, abgerundet 28 cm,

Länge (l1): 8 Meter (Achtung : Mindestlänge 8,10 Meter)

Mittendurchmesser: 33 + 28 = 61 / 2 = 30,5 cm, abgerundet 30 cm

Volumen: 0,3m * 0,3 m * 8 m * 0,8 = 0,576 m³ gerundet 0,58 Festmeter
Raummeter eines Polters vermessen
Das Volumen des Polters wird wie folgt berechnet:

[Summe Höhenmessungen] * Länge der Mess-Abschnitte * Verkaufslänge Sortiment * 0,96 (Übermaß berücksichtigt)

Das Holzpolter wird in gleichlange Abschnitte geteilt. Die Höhe eines jeden Abschnitts wird in der Mitte vermessen, wobei die Restmenge des letzten Abschnitts gutachtlich beim letzten vollständigen Teilabschnitt mitgeschätzt wird. Ein Rindenabzug entfällt und einheitlich wird ein Übermaß von vier Prozent berechnet.

Holzpolter mit grafischer Darstellung der Beispielrechnung

Beispiel:
Gemessene Höhen: h1 = 0,85m; h2 = 1,6m; h3 = 2,15m; h4 = 2,1m; h5 = 2,15m; h6 = 1,95m; h7 = 1,4m + geschätzter Rest 0,3m =1,8
Messabschnitte: 1 Meter
Verkaufslänge: 3 Meter

Gesamthöhe: 0,85m + 1,6m + 2,15m + 2,1m + 2,15m + 1,95m + 1,7m = 12,50m

Poltervolumen: 12,50 m * 1 m * 3 m * 0,96 = 36 m³

Holzmerkmale

Die Ausprägungen der unterschiedlichen Holzmerkmale, beziehungsweise Holzfehler, nehmen direkten Einfluss auf die Qualitätseinstufung der Sortimente. Für die einzelnen Holzarten werden dazu jeweils eigene, untereinander abweichende Regelungen getroffen, wie stark diese Holzmerkmale ausgeprägt sein dürfen.

Im Bereich Laubholz gelten dazu schon die neuen Regelungen nach der Rahmenvereinbarung Rohholz, im Nadelholz werden in der Praxis noch die Alten nach Handelsklassensortierung für Rohholz angewandt.
Holzmerkmale
Die folgende Liste gibt Ihnen einen Überblick über die gängigen Holzmerkmale und erklärt diese kurz.
Wie stark diese bei den einzelnen Holzarten und Qualitäten ausgeprägt sein dürfen, entnehmen Sie bitte den entsprechenden Holzhandelssortierungen.

Astigkeit
Äste beeinflussen die Qualität und Stabilität des Holzes. Unterschieden wird nach gesunden, überwachsenen, toten und faulen Ästen. Die Kriterien richten sich nach Menge und Stärke der Äste.
Wasserreiser
Wasserreiser sind Äste, die direkt am Stamm aus schlafenden Knospen austreiben, wenn zum Beispiel nach Erntemaßnahmen zu viel Licht auf die Stammoberfläche trifft. Sie treten meist bei Laubbäumen auf. Für beste Qualitäten sind sie nicht zulässig.
Drehwuchs
Er entsteht, wenn die Holzfasern nicht parallel zum Zentrum des Baumes laufen, sondern sich spiralförmig um ihn drehen. Drehwuchs ist von außen nur schwer erkennbar und führt schnell zur Abstufung der Qualität.
Krümmungen
Durch unterschiedliche Einflüsse können Stämme nicht gerade nach oben wachsen und dadurch eine Krümmung aufweisen. Je nach Baumart und Verwendung können Verkrümmungen gar nicht oder nur in geringen Maße toleriert werden.
Exzentrischer Wuchs
Die Stammachse des Baumes liegt nicht in der Mitte und die Jahrringe sind nicht kreisförmig. Für beste Qualitäten darf der Kern kaum außerhalb der Mitte liegen.
Abholzigkeit
Der Durchmesser des Baumes verringert sich zum Stammende hin über das normal übliche Maß. Vor allem bei guten Qualitäten ist starke Abholzigkeit ausgeschlossen.
Fäule
Durch Pilze wird die Struktur des Holzes zerstört und es entstehen verschiedene Formen der Fäule.
Risse
Risse können durch Fällung, Lagerung und extreme Witterung (zum Beispiel: Frost, Blitz) entstehen und verschiedenstark ausgeprägt sein. Entsprechend unterschiedlich fällt auch die Bewertung aus.
Verfärbungen
Verfärbungen entstehen durch chemische oder biologische Veränderungen in den Zellen. Sie haben keine Auswirkungen auf die Stabilität oder Qualität, werden aber von Aufkäufern nicht gern gesehen. Insbesondere bei Buche und Eiche sind sie bei sehr guten Qualitäten nicht oder kaum zulässig.
Insektenbefall
Fraß und Bohrgänge von Insekten können bis tief ins Holz gehen und es entwerten. Das führt zu einer Abstufung der Qualität.

Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförster/innen helfen bei Fragen zur Vermessung und Holzmerkmalen gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können auch Sie schnell Ihren zuständigen Förster finden.  

Ihr Förster vor Ort

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