Pseudotsuga menziesii
Die Douglasie

Wald aus Nadelgehölzen durchzogen von Nebel

(Foto: G. Brehm)

Ihre Heimat ist Nordamerika, doch seit mehr als 150 Jahren wird die Douglasie auch in Deutschland als Mischbaumart erfolgreich forstlich genutzt. Wird sie standortgerecht eingebracht und waldbaulich richtig behandelt, kann der Waldeigentümer gute Erträge bei einem vergleichsweise geringen Betriebsrisiko erwarten. Das macht die Douglasie zur wichtigsten nichtheimischen Baumart in der deutschen Forstwirtschaft.

Bei der Douglasie werden zwei Variationen mit abweichenden Eigenschaften unterschieden. Die „grüne Douglasie“ (auch Küsten-Douglasie, var. Menziesii) und die „graue Douglasie“ (auch Inlands-Douglasie, var. Glauca). Anbauversuche haben zweifelsfrei gezeigt, dass die „Grüne Douglasie“ unter unseren klimatischen Bedingungen viel wüchsiger und weniger anfällig für Krankheiten ist als die „Graue Douglasie“.

Douglasien-Nadeln sind grün und weich. Sie stechen nicht und duften intensiv nach Orange. Die eher kleinen Zapfen können bereits bei circa 15-jährigen Douglasien zu sehen sein. Mastjahre sind allerdings selten und treten nur etwa alle sieben Jahre auf. Die stark gefurchte, dicke Rinde älterer Douglasien weist markante gelbe Korkschichten auf. Douglasien verankern sich in der Regel mit einem tiefgreifenden Herzwurzelsystem gut im Waldboden.

Ansprüche der Douglasie

Bei den Ansprüchen an Boden und Klima ist die Douglasie relativ tolerant. Gerade auf ärmeren sandigen Böden kommt sie deutlich besser zurecht als die Fichte und ist sie der Kiefer an Wuchsleistung überlegen. Sie mag jedoch keinen freien Kalk im Oberboden. Auch auf vernässten Standorten kann sie nicht stabil wurzeln.
Die Ansprüche im Einzelnen
  • Licht
    • schattentolerant in der Jugendphase
    • später höherer Lichtbedarf
  • Wasser
    • ausreichende Wasserversorgung
    • keine Staunässe
    • in der Jugend sehr empfindlich gegenüber Trockenheit
  • Boden
    • wenig anspruchsvoll bei der Nährstoffversorgung
    • Kalkböden sollten keinen Kalk im Oberboden haben
    • tiefgründig und gut durchlüftet
    • günstig für Etablierung von Naturverjüngung ist oberflächliche Versauerung und Bodenverwundung
  • Klima
    • kühles, feuchtes Klima ohne große Trockenphasen

Bildergalerie

Wald aus Nadelbäumen und kleine Laubbäumen

Douglasien im Wald
(Foto: G. Brehm)

Zweig einer Douglasie

Zweig einer Douglasie
(Foto: G. Aas)

Zapfen und Blüten an einem Douglasiennzweig (2 Bilder)

Zapfen und Blüten
der Douglasie
(Foto: G. Aas)

Rinde der Douglasie

Rinde der Douglasie
(Foto: G. Brehm)

Waldbau

In Bayern wird vor allem die Grüne Douglasie kultiviert. Sie eignet sich aufgrund der Schattentoleranz in der Jugend gut zur Verjüngung unter Schirm. Bei der Pflanzung sollte unbedingt auf die Frische der Pflanzen geachtet werden, da diese empfindlich auf ein Antrocknen der Wurzeln reagieren. Generell sollte die Douglasie nicht in Reinbeständen bewirtschaftet werden.

Aus ökonomischen (Risikostreuung) und ökologischen (Biodiversität) Gründen soll sie vielmehr als Mischbaumart zusammen mit Laubholz eingebracht werden. Die Douglasie differenziert sich, vor allem unter Schirm, sehr gut selbst und muss bis zu Jungdurchforstung nur wenig gepflegt werden. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, Vorwüchse und Grobformen zu entnehmen. Eine Astung zur Herstellung astfreien Holzes ist grundsätzlich möglich.

Ökologie

Die Douglasie steht als wichtigste nicht einheimische Baumart besonders im Fokus. So überzeugt viele Waldeigentümer von dieser Baumart in den bayerischen Wäldern sind, so skeptisch wird sie von manchen Naturschutzvertretern gesehen. Die ökologischen Auswirkungen des Douglasienanbaus in bayerischen Wäldern waren Thema einiger Forschungsarbeiten (zum Beispiel: BMBF-Projekt Mittelschwaben, 2002).

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Douglasie in bemessenen Anteilen eine auf geeigneten Flächen wirtschaftlich interessante und ökologisch unproblematische Mischbaumart ist. Großflächige Reinbestände der Douglasie sollten aber vermieden werden.

Gefahren für die Douglasie

Als nicht einheimische Baumart ist die Douglasie derzeit durch Schadorganismen in Bayern vergleichsweise wenig bedroht. Es können zwar Buchdrucker und Kupferstecher sowie der Furchenflügelige Fichtenborkenkäfer auftreten, diese sind jedoch an der Douglasie bisher wenig bedeutsam. Eine Rolle spielen jedoch bereits heute zwei durch Pilze verursachte Erkrankungen (Rußige und Rostige Douglasienschütte). Sie sind aber vor allem bei der wenig angebauten Inlands-Douglasie ein ernsthaftes Problem.

Soll die Douglasie ohne Schutzmaßnahmen angebaut werden, sind angepasste Schalenwildbestände eine unverzichtbare Voraussetzung. Denn die Douglasie ist durch Schlag- und Fegeschäden von Rot- und Rehwild besonders gefährdet.

Gefahren für den Wald und mögliche Schäden

Klimaaussichten

In Ergänzung zu den standortgemäßen heimischen Baumarten ist die Douglasie auf geeigneten Standorten eine wichtige Mischbaumart im Klimawandel. Es ist zu erwarten, dass ihre Bedeutung daher weiter zunimmt.

Der Wald in Zeiten des Klimawandels

Holznutzung

Das Holz der Douglasie ist gesucht und wird gut bezahlt. Sowohl im Wohnhausbau, aber auch bei größeren Gebäuden wird Konstruktionsholz aus Douglasie eingesetzt. Im Vergleich zur Fichte zeigt das Kernholz der Douglasie eine höhere Dauerhaftigkeit und Wetterbeständigkeit. Es wird daher gern für Balkone, Fenster, Türen oder Konstruktionen im Außenbereich verwendet. Astfreies Wertholz der Douglasie ist auf Submissionen stark nachgefragt.

Der Holzmarkt – von regional bis global

Hätten Sie es gewusst?

Benannt ist der Baum nach dem schottischen Botaniker David Douglas. Er brachte auch weitere forstliche bedeutsame Baumarten Nordamerikas nach Europa.

Der höchste Baum Bayerns ist eine Douglasie. Sie steht im Forstbetrieb Heigenbrücken im Nordspessart und misst über 60 Meter.

Aus den frischen Knospen der Douglasie wird ein Schnaps destilliert.

Zerreibt man die Nadeln der Douglasie in den Fingern, riecht es leicht nach Zitrusfrüchten.

Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförster/innen helfen bei Fragen zur Baumartenwahl gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können auch Sie schnell Ihren zuständigen Förster finden.  

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