Baumarten-Steckbrief
Roteiche (Quercus rubra)

Roteiche in herbstlicher FärbungZoombild vorhanden

© Gregor Aas

Die Roteiche ist die häufigste alternative Laubbaumart in Deutschland. Sie stammt aus Nordamerika und wächst Auf sehr vielen Standorten.

Im Vergleich zu den heimischen Eichen zeigt sie ein schnelleres Wachstum, hat aber schlechteren Qualitäten. Bisher hat die Art weniger Waldschutzprobleme als die heimischen Eichenarten.

Zuordnung: Alternative Baumart Kategorie 1

Verbreitung: Östliches Nordamerika

Standort: Mittlere Wasser- und Nährstoffansprüche

Lichtanspruch: Mittel

Verwendung: Möbel, Furnier, Konstruktionsholz

Rinde der Roteiche

© Klaus Stögbauer

Gezackte Blätter der Roteiche

© Christoph Josten

Braune Eicheln der Roteiche

© Gregor Aas

Grüne Blätter einer jungen Roteiche

© Klaus Stögbauer

Junge Roteiche im Herbst mit rötlichen Blättern

© Klaus Schreiber

Standortansprüche und besondere Merkmale

Verdichtete, tonige Böden werden von der Roteiche nur schwach durchwurzelt. Auf solchen Standorten sind Stiel- und Zerreiche besser geeignet. Die Laubstreu der Roteiche baut sich nur langsam ab.
  • Mittlere Schattentoleranz
  • Toleriert stau – und grundwasserbeeinflusste Standorte
  • Toleriert Überflutungen
  • keine sehr trockenen Standorte
  • nährstoffarme bis nährstoffreiche Böden
  • geeignet für arme Sande
  • kein Kalk im Oberboden
  • keine dichten tonigen Böden
  • Gemäßigtes Klima
  • Winterkältetolerant

Klimaeignung für Bayern

Die Roteiche toleriert sowohl kalte Winter als auch trockene Sommer. Sie stellt auch in den trocken-warmen Gebieten Bayerns zukünftig eine risikoarme Option dar. Durch den Klimawandel könnte es eine Arealerweiterung in höhere Lagen wie z. B. die ostbayerischen Grenzgebirge geben.
Klimahülle der Roteiche

Vorkommen der Roteiche heute als dunkelgrüne Fläche und mit dem Klima von heute und in der Zukunft bei wahlweise 1,8 und 3,2 Grad Erwärmung schematisch dargestellt.

Die Klimahüllen zeigen immer annähernd das maximale Verbreitungsgebiet der Baumarten, welches aus einem europäischen Datensatz berechnet wurde. An den Grenzen des Bereichs sind die Baumarten sehr anfällig, deshalb sollte vom Verbreitungsrand immer Abstand gehalten werden.

Baumartenwahl in der Zukunft
Erfahren Sie, welche Baumarten sich künftig für den Anbau in Ihrer Region eignen. Dazu haben wir heimische, seltene und alternative Baumarten hinsichtlich ihres Anbaurisikos im Klimawandel eingewertet. Die Ergebnisse wurden auf Basis regionaler Einheiten, den forstlichen Wuchsbezirken in Bayern, zusammengefasst.

Waldbauliche Behandlung

Außer ihrem Namen hat die nordamerikanische Roteiche mit unseren heimischen Eichenarten nicht viel gemein. Ihr überaus rasches und bereits nach wenigen Jahrzehnten deutlich nachlassendes Jugendwachstum ähnelt eher dem unserer Ahornarten oder der Esche. Daher gilt es bei der Pflege, keine Zeit zu verlieren, da Versäumtes nicht nachgeholt werden kann.

Die Roteiche sorgt für reichlichen und von Eichelhähern mitunter weit vertragenen Nachwuchs, sofern nicht übermäßiger Wildverbiss es verhindert. Anfangs recht schattentolerant benötigen die Roteichenkeimlinge bald mindestens lichten Halbschatten, um zügig und vital aufzuwachsen. Optimal ist voller Lichtgenuss von oben. Bei seitlicher Lichteinstrahlung wächst die Roteiche häufig krumm zum Licht hin.

Stehen die jugendlichen Roteichen eng beieinander, sterben die unteren Äste durch seitliche Beschattung ab. Sind die Äste der 50 - 100 schönsten Roteichen je Hektar (Baumabstand 10 -15 Meter) an den unteren 6 Metern abgestorben (ca. ab Alter 15), so ist es an der Zeit, diese durch die Entnahme ihrer bedrängenden Nachbarn zu begünstigen. Ihnen wird so ein ungehindertes Kronenwachstum ermöglicht, damit schnell ein dicker und somit gut verkäuflicher wertvoller Stamm heranwachsen kann.

Sobald sich der Kronenfreiraum wieder zu schließen beginnt und das Kronenwachstum behindert wird, steht die nächste Durchforstung zugunsten der besten 50 - 100 Wunschbäume an (Baumabstand ca. 10-15 Meter). Dies kann bereits nach 3 - 5 Jahren der Fall sein.

Verwendungsmöglichkeiten

Das Holz der Roteiche ist als Konstruktionsholz geeignet. Sehr gute Qualitäten werden als Furnier- und Möbelholz und im Innenausbau verwendet.

Waldschutz - Gefahren für die Roteiche

Pilzerkrankungen treten vor allem an geschwächten Bäumen auf. Insekten spielen hierzulande bisher nur eine untergeordnete Rolle und beschränken sich meist auf Kulturen, also Bäume in den ersten Lebensjahren. Bei Massenvermehrungen verursachen Maikäfer, Schwammspinner, Eichenwickler, Eichenprozessionsspinner und Goldafter erhebliche Schäden. Frostspanner meiden die Roteiche.

Artenvielfalt

Die Roteiche bietet nicht so viel Lebensraum für Insekten wie unsere heimischen Eichenarten. Seltene Arten wie der Hirschkäfer, das Grüne Besenmoos und verschiedene Pilze kommen an ihr vor. Ihre Früchte stellen eine wichtige Nahrung für Mäuse und Vögel dar.

Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförsterinnen und -förster helfen bei Fragen zu Ihrem Wald gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können Sie schnell Ihren zuständigen Förster oder Ihre Försterin finden. 

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