3. Umsetzung und Verstetigung

Die Botschaft aus den befragten Einrichtungen lautet: "Haben Sie Geduld." Während Sie sich in der Planungsphase schon lange an den Gedanken des Hausgemeinschaftskonzeptes gewöhnen konnten, ist die Umsetzung für die Mitarbeiter in der Praxis von heute auf morgen schwieriger. Viele haben zuvor in einer Einrichtung mit zentraler Versorgung gearbeitet. Das hauswirtschaftliche Arbeiten im Team und mit den Bewohnern ist neu und die Umstellung auf eine neue Arbeitsweise fällt schwer. Aber alle Befragten waren stolz, dass es ihnen gelungen ist, durchzuhalten und nun – teilweise auch erst nach 2 Jahren – ein funktionierendes Konzept vor sich zu haben, in dem es Spaß macht zu arbeiten. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Einführung eines HGK vor, die die Interviewpartner am meisten genannt hatten.

3.1 Herausforderungen

Die praktische Umsetzung des HGK stellt Mitarbeiter und Bewohner zunächst vor einige Herausforderungen. Das Personal muss sich daran gewöhnen, dass keine Arbeit ohne die Bewohner erfolgt und dass die alltäglichen Arbeiten nun eher unter Beobachtung erfolgen – von Bewohnern, Angehörigen und Kollegen. Dass die Hauswirtschaftskräfte im HGK alle Bewohnerinnen und Bewohner in die alltäglichen Arbeiten mit einbeziehen sollen, führt darüber hinaus auch zu mehr Betreuungsarbeit, die sie möglicherweise nicht gewohnt sind.

Die Interviewpartnerinnen nannten folgende Herausforderungen:

  • Fehlende Rückzugsmöglichkeiten für das Personal: Pflege-Leitungszimmer liegt zentral und ist einsehbar – es fehlt die Ruhe zur Dokumentation
  • Mitarbeiter sind für Angehörige immer sichtbar und ansprechbar; ständige Verfügbarkeit für Angehörigen- und Bewohneranliegen
  • Arbeitsdurchführung unter ständiger "Beobachtung" im Alltag (vor allem für Hauswirtschafterinnen ungewohnt im Vergleich zum Arbeiten in der Großküche im Keller)
  • Mahlzeitenplanung: benötigte Essensmengen für 12–14 Bewohner; Reagieren auf Krankheitsfälle/Erkrankungen, Sonderwünsche verursachen Stress
  • Nähe zu Bewohnerinnen und Bewohner in der Hauswirtschaft: Menschen hautnah zu erleben, beim Kochen größerer Mengen auch noch die Bewohner wahrzunehmen und mit ihnen richtig umzugehen, ist ungewohnt und ein Stressfaktor
  • Arbeitsdefinition im HGK: Betreuung und Aktivierung sind Arbeit, nicht Pause – gerade in der Hauswirtschaft bemerkt man, dass als Arbeit nur zählt, was mit körperlicher Anstrengung zu tun hat
  • Ablegen des professionellen Hauswirtschaftsverständnisses, wenn dadurch Bewohnerinnen und Bewohner noch aktiv sein können z. B. Tisch muss nicht perfekt eingedeckt sein

"(…) das ist sehr schwierig, wenn die Bereiche so verschwimmen und das birgt sehr hohes Konfliktpotential."

"(…) man sitzt permanent auf dem Präsentierteller vor den anderen Mitarbeitern, vor den Bewohnern, vor den Angehörigen."

"(…) keiner wird gerne bei seiner Arbeit beobachtet, vor allem am Anfang, wenn man es nicht gewohnt ist."

"Die größte Schwierigkeit war, die Mitarbeiter auf das Konzept einzustellen.“

"(…) keine Arbeit ohne Bewohner. Das ist ein Prozess für die Mitarbeiter, dass sie das kapieren."

"(…) es ist schon eine Herausforderung für jeden, (…) dieses sich nicht zurückziehen können. (…)"

"Man kann nicht einfach mal die Tür zumachen und jetzt mal in Ruhe telefonieren (...)"

"(…) man muss auch manchmal mit einem gewissen Geräuschpegel umgehen können."

3.2 Erfolgsfaktoren

Trotz aller Herausforderungen, die die Einführung des HGK mit sich bringt, führt dieses Konzept doch längerfristig zu einer größeren Mitarbeiter- und Bewohnerzufriedenheit. Die Interviewpartner nannten folgende Erfolgsfaktoren:

Kommunikation

Im HGK arbeiten plötzlich viele Professionen zusammen, deren Arbeitsbereiche in regulären Pflegeeinrichtungen eher streng getrennt sind. Das Personal muss diese Denkweisen in klassische Arbeitsbereiche aufbrechen und sich komplett auf ein neues Konzept einstellen. Hilfreich ist dabei – vor allem in der Anfangsphase – eine ständige Kommunikation zwischen Pflegepersonal, hauswirtschaftlichen Fachkräften sowie Wohnbereichs- und Einrichtungsleitung, um Probleme schnell zu erkennen und zu beseitigen.

Bei der Kommunikation helfen:

  • Regelmäßige Gespräche mit Mitarbeitern, um ...
    • sie immer wieder auf die Bedeutung der Aktivierung der Bewohner hinzuweisen
    • sie zu motivieren
    • zu verinnerlichen, dass Betreuung Arbeit ist
  • Besprechungsrhythmen festzulegen, wie z.B. einen wöchentlichen Jour fixe zum Start der Woche einzuführen
  • Teamsitzungen zu veranlassen mit bereichsübergreifenden und bereichsinternen Themen; Ziel ist es, Verständnis für andere Bereiche zu schaffen, Schnittstellen zu erkennen und definierte Vorgehensweisen festzulegen.
  • Fallbeispiele zu besprechen.
  • Besprechungen auf Basis der Leitungsebene durchzuführen (Was ist geplant? Wer ist verantwortlich? Was läuft zurzeit nicht rund? Wie können wir das verbessern?)
  • Spontane Besprechungen auf Leitungsebene am Schreibtisch zu ermöglichen; wenn sich Bereichsleitungen ein Büro teilen, ist ein täglicher Austausch möglich.

Schulungen

Schon aufgrund gesetzlicher Vorgaben bieten die Einrichtungen viele Schulungen an (Hygieneschulung, Brandschutzschulung etc.). Die Arbeit im HGK stellt aber gerade das hauswirtschaftliche Personal vor besondere Herausforderungen. Personen, die bisher ausschließlich ergebnisorientiert ihre Aufgaben erledigten, haben nun während der Arbeit Kontakt zum Menschen und den Auftrag diesen mit zu betreuen bzw. in die hauswirtschaftlichen Aktivitäten zu integrieren. Daraus entwickelt sich ein spezieller Schulungsbedarf.

Schulungsbedarf besteht in den Bereichen:

  • Umgang mit demenziell Erkrankten
  • Reden/Kommunizieren mit demenziell Erkrankten
  • Das Krankheitsbild Demenz – Besonderheiten der Erkrankung und Verhalten der Erkrankten verstehen lernen
  • Aktivierungsmöglichkeiten bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten

Schulungsbedarf für Präsenzkräfte ohne Ausbildung in der Hauswirtschaft (z.B. Koch, Hotelfachfrau):

  • Nahrungszubereitung: Kochfertigkeiten, Grundrezepte, Spezialgerichte, Mengen
  • Sachgerechte Geräteanwendung
  • Betriebliches Eigenkontrollsystem
  • Hygiene-Grundverständnis

Die Fachzentren für Ernährung und Gemeinschaftsverpflegung und das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) bieten verschiedene Schulungen zu Speiseplangestaltung, Kau- und Schluckstörungen sowie Coachings für Verpflegungsangebote an.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt auf ihrer Internetseite "Fit im Alter" viele praktische Tipps.

Fit im Alter (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) Externer Link

Darüber hinaus bietet das KoHW regelmäßig Fortbildungen an – auch für Mitarbeiter im HGK.

Beispiele für Schulungen aus den Interviews:

  • Bereits vor Arbeitsbeginn im neuen Haus Schulungen zu HGK für Personal und Probekochen für 12 Personen
  • Rollentausch: In die Rolle der anderen Profession schlüpfen und deren Aufgaben erledigen
  • Angebot von Demenzschulungen für alle Professionen

Anregungen zum Umgang mit Personen mit Demenz

Symposium Hauswirtschaft 2021
Ergebnisse aus dem Vortrag "Umgang mit Demenz" von Friederike Leuthe

Senior und Pflegerin unterhalten sich gemeinsam am Tisch sitzend
Friederike Leuthe, Einrichtungsleiterin eines Seniorenheimes in Erlangen, hielt im Rahmen des Symposiums Hauswirtschaft 2021 einen Vortrag zum Thema Demenz. Die wichtigsten Inhalte des Vortrags haben wir Ihnen hier zusammengefasst.
Bei primären Demenzen, wie der Alzheimer-Demenz oder Demenzen nach einem Schlaganfall, erkrankt das Gehirn selbst und die Leistungsfähigkeit nimmt ab. Demenzen entwickeln sich oft schleichend. Zuerst setzt das Kurzzeitgedächtnis aus. Der erkrankte Mensch kann dann einen Satz nicht fertigstellen oder weiß nicht mehr, welche Kleidungsstücke er bereits angezogen hat und welche nicht. Personen mit Demenz verlieren die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen. Den Betroffenen ist anfangs sehr bewusst, was alles nicht mehr funktioniert. Deshalb ist es wichtig, mit ihnen weiterhin wertschätzend und auf Augenhöhe zu kommunizieren. So erleben Sie eine Stärkung des Selbstwertgefühls und der Anerkennung.

Grundregeln zum Umgang mit Demenz

Blickwinkel ändern

Verändern Sie den Blickwinkel von "halb leer" auf "halb voll". Betonen Sie bei der Betreuung die noch erhaltene Fähigkeiten, Möglichkeiten und Ressourcen. Beispiel: "Ich bin beeindruckt, welche langen Spaziergänge Sie sich zutrauen!" oder "Wie schön Sie heute die Servietten gefaltet haben."

3A-Regel: Ansprechen – Ansehen – Atmen

Personen mit Demenz benötigen Zeit, um die Ansprache zu registrieren, zu verarbeiten und darauf reagieren zu können. Ein Grund für Zurückweisung (evtl. auch Zurückstoßen) kann sein, dass die Person mit Demenz Sie nicht wahrgenommen hat und erschrocken ist.

Zustimmung einholen

Fragen Sie "Darf ich …?". Das gibt Personen mit Demenz Zeit, sich innerlich auf die nächste Aktion einzustellen und unterstützt das Autonomiegefühl. Beispiel: "Darf ich Sie auf dem Weg zum Speisesaal begleiten?", "Darf ich Sie beim Zubereiten des Brotes unterstützen?". Überlegen Sie, wie es für Sie wäre, wenn plötzlich eine Person, die Sie nicht kennen auf Ihrem Teller Essen berührt.

Auf die Person eingehen

Personen mit Demenz nehmen ihre Umgebung anders wahr. So benennen sie Gegenstände um oder berichten von Erlebnissen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Um Personen mit Demenz nicht zu beschämen, hilft es, auf die Wortneuschöpfungen und die Geschichten einzugehen. Umgekehrt sollten Sie als betreuende Person diese aber niemals aktiv ins Gespräch einbringen. Jede Person mit Demenz erfindet andere Begriffe. Sie als Fachkraft brauchen eventuell manchmal Fantasie, um sie zu entschlüsseln.

In die Geschichten und Vorstellungswelt des Menschen einsteigen

Wenn eine Bewohnerin mitten am Tag in Schlafkleidung herumspaziert, kann ein Kompliment über die farbenfrohe/stylische Kleidungsauswahl ein Türöffner sein und die "dazu besonders gut passenden warmen Schuhe und die passende Jacke" werden gerne angenommen. Später nimmt die Person dann gerne die Unterstützung beim Umkleiden an.

Biografie kennen

Für die hauswirtschaftlichen Fachkräfte ist es wichtig, die Biografie des Menschen zu kennen: "Zeigen Sie mir doch mal, wie Sie das früher gemacht haben." So können Sie die Eigenständigkeit unterstützen.

Hilfestellung für selbstständiges Handeln geben

Hier können spezielles Geschirr, Besteck oder spezielle Arbeitsgeräte helfen. Manchmal hilft auch einfach eine gute Beleuchtung.

Auswahl geben

Selbstbestimmung bedeutet auch Auswahl. Allerdings fällt es Menschen mit Demenz schwer, eine Entscheidung zu treffen, wenn man ihnen gleichzeitig ein "Entweder-Oder" vorlegt. Hier ist es empfehlenswert, mehrere konkrete Fragen aneinander zu reihen, die die Person mit ja oder nein beantworten kann. Beispiel: Möchten Sie Tee? – Dann warten Sie auf die Antwort. Bei einem Nein schließen Sie die Frage an: Möchten Sie Kaffee? Wiederholen Sie die Fragen, bis Sie eine Entscheidung haben. Das dauert manchmal, aber gibt der Person die Chance mitzubestimmen.

Vorwissen ausblenden

Lassen Sie sich nicht von Ihrem Vorwissen bestimmen. Beispiel: Eine ältere Dame hat nie Sahne gegessen. Die Kinder geben an, dass die Mutter das nicht bekommen soll. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken möchte diese Dame aber Sahnekuchen. Geben Sie ihr diesen und erfüllen Sie den persönlichen Wunsch der Seniorin, nicht den der Kinder.

Ideen zur Mitarbeiterführung

Eine Frau und ein Mann besprechen einen Dienstplan
Beziehen Sie die Mitarbeiter soweit wie möglich in Planungen und Ideen mit ein. So erreicht man eine höhere Identifizierung mit Vereinbarungen und Vorhaben. Beispiel: Es gab immer wieder Streit um den Dienstplan. Die Mitarbeiter fühlten sich ungleich behandelt. Nun schreiben die Mitarbeiter die Entwurfsfassung des Dienstplans selbst. Die HWL nimmt letzte Korrekturen vor und verteilt die Pläne.

Neuerungen für Mitarbeiter mit Zusatznutzen einführen:

  • Der geplante geteilte Dienst am Wochenende stieß auf wenig Gegenliebe. Das Heim traf mit der Stadt Vereinbarungen zur Nutzung des Freizeitangebots, wie Schwimmbad und Therme. Die Heimleitung richtete für das Personal einen behaglichen Ruheraum mit Sofa und TV ein. So konnten die Mitarbeiterinnen die Zeit entweder sportlich oder zur Entspannung nutzen. Inzwischen schätzen die Kollegen den geteilten Dienst, weil so der einzelne Mitarbeiter weniger am Wochenende arbeiten muss.
  • Eine andere Einrichtung übernimmt die zusätzlich anfallenden Fahrtkosten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im geteilten Dienst. Ein Motivationsfaktor.
  • Der Umzug ins neue Haus brachte Parkplatzprobleme – die Vorfreude auf den Umzug war daher gering. Der Träger mietete Parkplätze in einer nahen gelegenen Tiefgarage und bot sie den Mitarbeitern kostengünstig an.

Anpassung des Qualitätsmanagement-Handbuchs

Eine Person hakt Punkte auf einer Liste ab
Führen Sie alle Dinge, die Sie sich als Team im Rahmen der Planungs- und Einführungsphase überlegt und gemeinsam entschieden haben, abschließend in einem Qualitätsmanagement-Handbuch (QM-Handbuch) zusammen. Die vorhandenen QM-Bücher, die der Träger oft den Einrichtungen zur Verfügung stellt, sind in vielen Fällen nicht auf das eigene HGK angepasst. Nutzen Sie Ihre bereits ausgearbeiteten Konzepte als Grundlage für die Beschreibung der Prozessqualität der unterschiedlichen Leistungsbereiche und ergänzen diese. Formulieren Sie zudem alle weiteren wichtigen Punkte in der Struktur- und Ergebnisqualität auf Ihre Einrichtung entsprechend aus. Der Aufwand lohnt sich. Denn bei der dünnen Personaldecke in den Wohngruppen ist es schnell notwendig für Kollegen einspringen zu müssen. Standardisierte Vorgehensweisen in allen Wohngruppen, feste Informationsorte für Bewohnerwünsche etc. erleichtern diese Vertretungsdienste. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig zum QM-Handbuch. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Punkte vor, die die Interviewpartner als inhaltlich wichtig für das QM-Handbuch nannten.

Beschreibung des Informationsflusses:

  • Erkrankungen, Vorlieben, Abneigungen der Bewohnerinnen und Bewohner
  • Spezialwünsche für einen Tag
  • Ereignisse des Tages (Neueinzug, Krankenhausaufenthalt etc.); Schichtübergabe; Schnittstellen
Regelungen zur Biografiearbeit:

Biografiearbeit erfolgt in allen Häusern. Allerdings können sich Vorlieben oder Interessen der Bewohner ändern: Dinge, die ein Bewohner nie gegessen hat, möchte er nun essen, weil er es bei anderen sieht. Teilweise sind es von Angehörigen schwer nachvollziehbare Veränderungen. Deshalb ist es wichtig, an einer Essbiographie nie starr festzuhalten, sondern zu überlegen, wie Sie mit neuen Wünschen umgehen, wie Sie die Änderungen intern kommunizieren und wie den Angehörigen.

Biografie-Fragebogen für die Hauswirtschaft (Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft – docplayer) Externer Link

Beispiel:
"(…) die Bewohnerin hat von ihrer Tochter keine Sahne, nix mit Sahne, essen dürfen. Bei uns gibt es oft Sahnetorte, dann hat die das nicht bekommen. [Sie] hat natürlich nicht verstanden, warum jetzt der Nachbar die Sahnetorte bekommt und sie nicht. Und dann hat man es ihr doch hingestellt und dann kam sie [die Tochter] und hat gesagt: Meine Mutter bekommt keine Sahnetorte. Und dann haben wir gesagt: Die will sie aber. (…) Heute sagt sie [die Tochter]: Wenn sie es will, soll sie es essen."

Festlegungen für Rezeptmengen:

  • Gerade neuen Mitarbeiterinnen fällt es schwer, die exakten Mengen für die Bewohnerinnen und Bewohner bei der Essenszubereitung abzuschätzen.
  • Erstellen Sie ein Kochbuch mit den Rezepten und hinterlegen Sie die Mengen, die die jeweilige Wohngruppe verzehrt. Es fiel bei den Gesprächen auf, dass viele Hauswirtschaftsleitungen das Wissen zwar im Kopf, aber nirgends notiert haben. Das führt zu Problemen bei Krankheit oder Ausfällen der Hauswirtschaftsleitung.

Standards zur Hygiene beim Kochen:

  • siehe Kapitel "Speisenzubereitung"
  • Legen Sie Verantwortliche und Zeitpunkte für Kontrollen (z. B. Temperaturkontrollen) und deren Dokumentation fest.

Verfahrensanweisungen zu Vorräten und Lebensmittelresten:

  • Durch das Lagern von Lebensmitteln – vor allem Trockenprodukte – in der Wohngemeinschaft müssen Sie (Kühl-) Schränke regelmäßig auf Verderb durchsuchen.
  • Notieren Sie Verantwortliche und Zeitpunkte im Wochen-/Monatsablauf. Beim Einkauf in Großgebinden bleiben immer wieder Restmengen im TK-Bereich übrig. Planen Sie Resttage in den Speiseplan ein, um nicht zu viele Lebensmittel am Ende wegschmeißen zu müssen.

Checklisten und Arbeitsanweisungen:

  • Angehörigenarbeit und Einbezug der Angehörigen
  • Mitarbeiterführung, v.a. Einarbeitungskonzept und Schulungen für Mitarbeiterinnen
Im Verlauf der ersten Wochen und Monate müssen Sie viele Arbeitswege überdenken, neue Schwierigkeiten werden auftauchen. Manches wird anders in der Organisation ablaufen als gedacht. Überarbeiten Sie das QM regelmäßig und passen es an (kontinuierlicher Verbesserungsprozess). Bei wechselndem Bewohner-Klientel wechseln auch Anforderungen und Bedürfnisse. Dies verlangt eine ständige Anpassung des HGK an die sich verändernden Situationen – lange über die Anfangsphase hinaus. Erleichtern Sie die Anfangs- und Eingewöhnungsphase für Mitarbeiter und Bewohner, indem Sie Piktogramme, Abbildungen oder Fotos als Ordnungshilfen anbringen. Diese können Sie nach der Eingewöhnung wieder entfernen oder hängen lassen, um auch weiterhin den Bewohnern bei der Orientierung zu helfen.