contrastwerkstatt/Fotolia.com

Sonderbefragung des Ministeriums
Einkaufsverhalten während der Corona-Krise

Gefüllter Einkaufswagen

Die Corona-Pandemie hat alle Menschen vor große Herausforderungen gestellt. Obwohl die Lebensmittelversorgung zu jeder Zeit gesichert war, mussten viele Menschen ihren Alltag komplett umstellen, da Arbeitsstätten, Schulen, Kitas, Kantinen und Gasthäuser geschlossen waren. Haben die Menschen in dieser Zeit mehr Fertiggerichte gekauft? Wurde mehr selbst gekocht? Und was nehmen die Menschen mit aus der Krise? Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu bekommen, hat das Staatsministerium die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) beauftragt, die Menschen zu ihrem Ernährungsverhalten während der Corona-Krise zu befragen.

Hintergründe zur Studie

Die Sonderbefragung fand im Rahmen einer Verzehrerhebung statt, die Ende 2019 im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gestartet wurde. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befragt insgesamt 8.000 repräsentativ ausgewählte Verbraucherinnen und Verbraucher, im Alter ab 16 Jahren, in vier Wellen (pro Welle 2.000 Menschen). Für die 3. Erhebungswelle im Mai und Juli wurde eine zusätzliche Befragung zu Corona und dem Einfluss auf das Einkaufs- und Ernährungsverhalten eingefügt. Die Ergebnisse sind somit ein Spiegelbild der Verbraucherwahrnehmung im Kontext Ernährung und Corona.

Fragen der Studie

  • Ob und wie haben sich die Einschränkungen durch Corona auf Ihr Einkaufs-, Ernährungs- und Kochverhalten ausgewirkt?
  • Haben Sie mehr oder weniger Lebensmittel und Getränke konsumiert?
  • Wie schätzen Sie Ihr Einkaufs-, Ernährungs- und Kochverhalten in der Zeit nach den Corona-Einschränkungen ein?

Wichtige Ergebnisse

  • 44 % aller Befragten geben an, dass sich ihr Einkaufsverhalten durch Covid-19 verändert hat, dabei sehen vor allem Frauen und überproportional viele 35- bis 50-Jährige eine Änderung ihres Einkaufsverhaltens.
  • Das Großstadt-Umfeld gibt an, beim Einkauf frische Lebensmittel, Qualität und Regionalität zu favorisieren.
  • 35 % der Teilnehmer haben laut Studie wegen Corona mehr Zeit für die Essenszubereitung aufgewendet.
  • Die Haushaltsgröße hat die größten Effekte bei den sozialen Kontakten: 1-Personenhaushalte vermissen stark die gemeinschaftliche Verpflegung, 2- und Mehr Personenhaushalte kochen häufiger gemeinsam.

Fazit

  • Fast die Hälfte aller Befragten (44 %) hat eine Veränderung ihres Einkaufs-, Ernährungs- und Kochverhaltens bemerkt.
  • Die Veränderung beibehalten zu wollen, geben zu 58 % weibliche Teilnehmer an. Männer fallen bei einer Einschätzung zu einem Mehrkonsum an Fertigprodukten (59 %) oder auch beim Anlegen eines Vorrats an Grundnahrungsmitteln (52 %) auf.
  • Höher gebildete und höhere Einkommensgruppen sowie ältere Menschen nehmen eher Veränderungen wahr - hin zu "achten, auf was man isst". Sie wählen "Einkaufsstätten mit regionalem Angebot" und tendieren auch stärker zu "vegetarischer/veganer Ernährung".
  • Jeder sechste Befragte geht davon aus, dass sein Einkaufs-, Ernährungs- und Kochverhalten nach Corona verändert sein wird, was eine Verstärkung des Trends hin zu regionalen und frischen Lebensmitteln bedeuten würde.