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Der Bayerische Weg in der Praxis
Bayerns Vielfalt ist seine Stärke

Staatsminister Helmut Brunner hat im Jahr 2016 mehrere landwirtschaftliche Betriebe besucht, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, wie seine Politik des Bayerischen Weges in der Praxis erfolgreich umgesetzt wird.

Nach dem Themenschwerpunkt Landwirtschaft zeigen die Besuche von Landwirtschaftsminister Brunner in diesem Jahr die breite Palette des Aufgaben- und Kompetenzspektrums seines Ressorts. Die Unterschiedlichkeit und die regionale Verteilung der Betriebsbesuche veranschaulichen die Vielfalt Bayerns, die Rolle der Landwirtschaft im ländlichem Raum und die Politik des Bayerischen Weges.

Betriebsbesichtigungen und Projektbesuche

Initiative boden:ständig - Gewässerschutz im Projektgebiet Sulzfelder Badesee

In Unterfranken wird besonders deutlich, vor welchen Herausforderungen der Klimawandel die Landnutzung stellt. Vor zwei Jahren erlebte die Region die schlimmste Trockenheit seit 40 Jahren. Aber auch die Zunahme von Starkregenfällen machte sich negativ durch Bodenabtrag und Gewässerbelastung bemerkbar. Die aktuellen klimatischen Veränderungen mit zunehmenden Starkregenereignissen und Trockenphasen erfordern nicht nur dort Anpassungen der Landschaftsgestaltung und Bodennutzung.

Deshalb hat die Verwaltung für Ländliche Entwicklung die Initiative "boden:ständig" zum Boden- und Gewässerschutz gestartet. Die Landwirte engagieren sich mit erosionsmindernden Bewirtschaftungsmethoden, die Gemeinden an den Gewässern und gemeinsam sind sie in der Fläche bei der Anlage von Puffersystemen aktiv. Kernelement ist das Prinzip der Freiwilligkeit.

Minister Helmut Brunner informierte sich in Sulzfeld (Landkreis Rhön-Grabfeld) über die erfolgreichen Aktivitäten der Initiative boden:ständig zur Sanierung des dortigen Badesees. Dieser begann durch Boden- und Nährstoffeinträge nach Starkregenereignissen zu verlanden. Ein behördliches Badeverbot mit negativen wirtschaftlichen Folgen für den anliegenden Camping-Platz drohte. Die Sanierung gelang durch ein Maßnahmenpaket, das von Vertretern des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken, der Landwirtschaftsverwaltung, der Regierung von Unterfranken, des Landratsamtes Rhön-Grabfeld, des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen, der Agrokraft GmbH und des Bauernverbandes gemeinsam mit der Gemeinde geschnürt wurde.

Die Gemeinde Sulzfeld war bereit, 20.000 Euro in ein Rückhaltebecken und damit in einen sauberen Badesee zu investieren. Das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken führte einen Freiwilligen Landtausch durch, um die benötigte Fläche zur Verfügung zu stellen. Auch alle anderen Behörden standen unterstützend zur Seite. Ein weiterer wichtiger Baustein war die Neuanlage von Gewässerrandstreifen über das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm.

In Informationsveranstaltungen und bei Einzelberatungen konnte den Landwirten die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme nahegebracht werden. Insgesamt entstanden so an den Zuläufen des Badesees über 3,5 Kilometer Pufferstreifen mit einer Breite zwischen 10 und 30 Metern. Zudem wurden Praktikertage zu bodenschützenden Bewirtschaftungsweisen durchgeführt, an denen zahlreiche interessierte Landwirte teilgenommen haben.

„Der Sulzfelder Badesee zeigt, dass sich „boden:ständig“ als ein ausgesprochen effektives Konzept des Boden- und Gewässerschutzes bewährt hat. Ich freue mich, dass wir damit nun in ganz Bayern arbeiten können. Die Initiative "boden:ständig“ zeichnet nicht nur ein positives Bild unserer Landwirte und unterstützt die Gemeinden. Sie ist auch Teil unserer Gesamtstrategie, in Bayern eine bäuerlich strukturierte Landwirtschaft zu erhalten, die hochwertige Lebensmittel nachhaltig und ressourcenschonend produziert“ zieht Minister Brunner Resümee.

In seiner Regierungserklärung vom 1. Juli 2014 hat Staatsminister Helmut Brunner die Ausweitung der in einem Pilotprojekt in Niederbayern entwickelten Vorgehensweise der Initiative boden:ständig auf ganz Bayern angekündigt und zu Beginn des Jahres 2017 ihre Etablierung als festes Angebot der Ämter für Ländliche Entwicklung entschieden. Derzeit wird sie in über 40 Projektgebieten bayernweit angewendet.
Fotos Nicolas Armer/StMELF, Abdruck honorarfrei
Tradition und Innovation – Die Saatzucht Steinach im Landkreis Straubing-Bogen
Die Saatzucht Steinach kann auf eine fast hundertjährige Tradition in der Züchtung von Futterpflanzen zurückblicken. Heute präsentiert sich der Betrieb als vielschichtiges Unternehmen mit den Kernkompetenzen Pflanzenzüchtung, Saatguterzeugung und Landwirtschaft. Seit 1988 wird der mittelständische Pflanzenzuchtbetrieb im Landkreis Straubing-Bogen von der Familie Kronseder geführt.

Bei seinem Betriebsrundgang informierte sich Landwirtschaftsminister Brunner an drei Stationen über die Aktivitäten des Saatzuchtbetriebes.

Thema der ersten Station war die Züchtung. Insgesamt 27 Arten werden an den zwei Standorten Steinach (Niederbayern) und Bocksee (Mecklenburg-Vorpommern) züchterisch bearbeitet. Dabei werden konventionelle mit modernsten biotechnischen Verfahren kombiniert. Minister Brunner zeigte sich beeindruckt von der dynamischen Entwicklung und der Innovationskraft des Unternehmens. Anerkennend stellte er fest, dass die Saatzucht Steinach mit ihrer Lupinen-, Rotklee- und Luzernezüchtung auch ganz wesentlich dazu beiträgt, die Eiweißversorgung aus heimischer Produktion zu steigern.

Bei der zweiten Station ging es um die Saatgutvermehrung. Die Saatzucht Steinach verfügt über rund 110 vertriebsfähige Sorten für das In- und Ausland. In den eigenen Betrieben werden auf insgesamt 4.500 ha Vermehrungsfläche Vorstufen- und Basissaatgut erzeugt. Aber auch für die Landwirte vor Ort bietet die Saatgutvermehrung interessante Einkommenschancen. Etwa 60 Landwirte aus der Region stehen bei der Saatzucht Steinach unter Vertrag und erzeugen Gräser-, Leguminosen- und Zwischenfruchtsaatgut. Georg Krinner und Marcus Plendl, zwei erfahrene Saatgutvermehrer, begleiteten den Minister bei seinem Rundgang. Sie berichteten von den besonderen Anforderungen dieses Betriebszweiges und lobten die gute Zusammenarbeit mit der Saatzucht Steinach.

Riesige Spezialmaschinen zur Saatgutreinigung, eine moderne Abpackanlage für Saatgut in unterschiedlichsten Gebindegrößen und beeindruckende Lagerhallen mit wertvollen Futterpflanzen- und Rasenmischungen konnten am Ende des Rundgangs bestaunt werden. Dabei betonte Geschäftsführer Thomas Eckardt, dass der gesamte Prozess der Züchtung, Vermehrung, Aufbereitung und Vermarktung einem lückenlosen Qualitätsmanagement unterliegt.

Die Saatzucht Steinach, so Minister Brunner in seinem Fazit, schlage in vorbildlicher Weise eine Brücke von hochinnovativer Züchtungsarbeit zur landwirtschaftlichen Praxis. Die Früchte der Arbeit könnten nicht nur Landwirte in Form von hochwertigem Futterpflanzensaatgut nutzen, sondern auch Sportvereine und Freizeitgärtner profitierten von dem vielseitigen Angebot an Rasenmischungen.

Im Anschluss an den Betriebsrundgang in der Saatzucht stattete Minister Brunner noch der nahe gelegenen Staatlichen Versuchsstelle Steinach einen Besuch ab. Dort führt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Deggendorf in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft umfangreiche Sorten- und Futterbauversuche durch. Die Versuchsergebnisse sind letztlich Grundlage der Beratungsarbeit für die Regionen der niederschlagsreicheren Mittelgebirge.
Fotos Tobias Hase/StMELF, Abdruck honorarfrei
Bio-Imkerei Thomas Weiss, Zandt, Lkr. Cham
Die Bedeutung der Honigbienen für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen ist Landwirtschaftsminister Helmut Brunner sehr wohl vertraut. Es gibt wohl kein landwirtschaftliches Nutztier mit einem besseren Image als die Honigbiene. Doch kann man von der Imkerei auch leben? Der Minister kennt deren aktuelle Probleme. Imkermeister Thomas Weiss aus Zandt im Landkreis Cham öffnet die Tür zu einem Raum, in dem in langer Reihe Bienenkästen stehen. Er führt eine Erwerbsimkerei in Kombination mit einem holzverarbeitenden Betrieb in der zweiten Generation und ist offen für neue Entwicklungen und Herausforderungen. "Die Nutzung vielfältiger Vermarktungsschienen ist meiner Meinung nach entscheidend für den Erfolg als Berufsimker", betont der 49jährige. Er hat den Betrieb vor über 30 Jahren von seinem Vater übernommen. Sein Vater hatte seit 1950 auch Bienenhäuser nach Maß und Bienenkästen ("Weiß"-Beuten) produziert. Die Imkerei bzw. Honigproduktion sei aber immer schon ein wichtiges Standbein des Betriebes gewesen.

Die Imkerei Weiss ist seit mehr als vier Jahrzehnten anerkannter Lehrbetrieb und macht sich in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) um den berufsständischen Nachwuchs verdient. Landwirtschaftsminister Brunner lobt den Berufsimker für seinen Beitrag zum Erhalt dieses alten Handwerksberufes. Denn Thomas Weiss engagiert sich auch im Meister-Prüfungsausschuss. "Dafür erscheinen Sie prädestiniert", so Brunner, "denn bei Ihnen trägt die Arbeit mit den Bienen in doppelter Weise Früchte!"

Die Vermarktung von ausschließlich eigenem Honig sowie weiteren mit Bienenprodukten veredelten Erzeugnissen (Bonbons, Kosmetik etc.) erfolgt direkt über Werksverkauf und Online. Auch der Einzelhandel, Hotels, Bio- und Naturkostläden werden beliefert. Die Präsenz auf Messen (z. B. BIOFACH) gehört ebenso zur Vermarktungsstrategie wie die Vernetzung in regionalen Wirtschaftskreisläufen (z. B. Führungen von Besuchergruppen durch ein eigenes kleines Bienenmuseum, imkerliche Vorführungen, Api-Stockluft-Therapie) als Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Region. "Sehr stark kommunizieren wir das Qualitätsbewusstsein z. B. durch ökologische Produktion und Werbung mit dem Bayerwald-Gütesiegel", erklärt Thomas Weiss, der auch einer der ersten Bio-Imker in Bayern war. Seine Frau Gabi, die für das Honigschleudern und den Bereich Apitherapie zuständig ist, erläutert, dass die Imkerei Weiss zusätzlich Bienen-Patenschaften anbietet, um den Kontakt zu den Verbrauchern zu suchen.

Zweites Standbein des Betriebes ist die Holzverarbeitung (Buche, Ahorn) aus nachhaltiger Bewirtschaftung des Bayerischen Waldes. Thomas Weiss baute diese zur Produktion von Spielzeug, (Werbe)-Geschenken, Verpackungs- und Dekorationsmaterial aus. Betriebsmittel für die eigene Imkerei (z. B. Beuten) werden z. T. immer noch selbst hergestellt. "Unsere Holzverarbeitung ist modern aufgestellt und ein starkes Rückgrat der Imkerei", sagt Weiss. Er beschäftigt hier rund 30 Mitarbeiter, deren Identifikation mit dem Unternehmen ihm wichtig ist. Die Unternehmensphilosophie einer nachhaltigen Wirtschaftsweise wird also auch hier gelebt. Zusätzlich erfolgt die Wärme-/Energieversorgung umweltfreundlich durch eigenes Abfallholz bzw. eine eigene 99KW-Photovoltaikanlage.

Die wenigen Erwerbsimkereien in Bayern haben für die überwiegend kleinstrukturierten Hobby-Imkereien im Lande eine wichtige Vorreiterrolle. „Wir brauchen professionelle Betriebe wie Sie, die ein Vorbild darstellen und Maßstäbe setzen für eine effektive Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Bienenzuchterzeugnissen", zieht Landwirtschaftsminister Helmut Brunner Resümee. Gerade bei der Arbeit in diesem ebenso faszinierenden wie sensiblen Betriebszweig der Landwirtschaft müsse es ein vorrangiges Ziel sein, den Betrieb durch mindestens ein zusätzliches Standbein abzusichern. Dies sei auf dem Betrieb von Thomas und Gabi Weiss in beeindruckender Weise realisiert, so der Minister.
Fotos Tobias Hase/StMELF, Abdruck honorarfrei
Innovative Sensortechnik im Hopfenbau - Hopfenbaubetrieb Eleonora und Bartholomäus Obster, Aiglsbach
Familie Obster aus Buch bei Aiglsbach in der Hallertau führt ihren Hopfenbaubetrieb bereits in der zehnten Generation und steht neuen Entwicklungen und Herausforderungen stets offen gegenüber. Im Jahr 2014 ist der Betrieb in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) dem vom Bundeslandwirtschaftsministerium initiierten Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz“ beigetreten. Das Vorhaben wird von Mitarbeitern der LfL begleitet.

Ziel ist es, neue Erkenntnisse und Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes auf einzelnen Betrieben umzusetzen und durch intensive Schaderregerüberwachung und Beachtung von Prognosemodellen und Warndiensthinweisen den Pflanzenschutzmitteleinsatz weiter zu reduzieren. Mit der Teilnahme an dem Modellvorhaben leistet die Familie Obster einen wichtigen Beitrag, die öffentliche Akzeptanz für den Pflanzenschutz nachhaltig zu verbessern sowie neue Bekämpfungsverfahren und Technologien zu etablieren.

Staatsminister Brunner informierte sich im Rahmen seiner Betriebsbesichtigung besonders über das neue sensorgesteuerte Pflanzenschutzgerät zur Reihenbehandlung von Hopfen. Bei der Reihenbehandlung zur Bekämpfung der Peronospora-Primärinfektionen und von Schädlingen wie Erdfloh und Liebstöckelrüssler soll das neue sensorgesteuerte Gerät helfen, Pflanzenschutzmittel einzusparen. Dabei werden die Düsen automatisch zwischen den Hopfenstöcken abgeschaltet. Die Sensoren erkennen die Hopfenpflanze sowie den Aufleitdraht und erlauben damit einen sehr zielgenauen Einsatz der Pflanzenschutzmittel. Durch die punktgenaue Applikation werden bei Reihenbehandlungen ca. 50 % der sonst üblichen Pflanzenschutzmittelmenge eingespart und so gleichzeitig die Umwelt geschont.

Mit Öffnung des Betriebes als Demonstrationsbetrieb werden praxisrelevante Fragestellungen aufgegriffen sowie Informationen und Erfahrungen von Hopfenpflanzer zu Hopfenpflanzer weitergegeben. Damit dient der Betrieb als regionaler Treffpunkt und Wissensplattform. „Wir brauchen Betriebe wie Sie, die bereit sind eine Vorreiterrolle einzunehmen. Gerade beim Pflanzenschutz muss es vorrangiges Ziel sein, mit Hilfe neuer integrierter Verfahren sowohl den Belangen des Umwelt- und Verbraucherschutzes als auch in gleicher Weise den Belangen des Hopfenanbaus gerecht zu werden“, so Brunner.
Fotos Nicolas Armer/StMELF, Abdruck honorarfrei
Pensionspferdehaltung Josef Trautwein, Stöttwang, Lkr. Ostallgäu
Das Allgäu steht für die Milch- und Käseerzeugung in Bayern. Daher leben viele der landwirtschaftlichen Familienbetriebe von und mit der Milch. Doch auch im Allgäu wird landwirtschaftliche Vielfalt großgeschrieben. Staatsminister Helmut Brunner überzeugte sich davon selbst bei einem Besuch des Pensionspferdebetriebes der Familie Trautwein in Stöttwang bei Kaufbeuren: „Das ist ein Betrieb, der vorbildlich verschiedene Einkommensquellen erschlossen hat und so wirtschaftlich stabil ist.“

Die Milchviehhaltung ist nach wie vor ein Standbein des Betriebes Trautwein. Parallel dazu wurde im Jahr 2000 in die Pensionspferdehaltung investiert und ein Pferdestall mit sechs Boxen errichtet. Mittlerweile verfügt der Betrieb über 65 Einstellplätze u.a. Einzelboxen mit Paddock und direkt angrenzender Koppel sowie Gruppenhaltung. Eine Longierhalle, eine Reithalle und verschiedene Reitplätze im Außenbereich stehen für artgerechte Haltungsbedingungen und runden die Gesamtausstattung und die gute Fütterung ab. Die Dachflächen der Betriebsgebäude werden für eine Photovoltaikanlage genutzt.

„Diese Vielfalt ist typisch für Bayern und entspricht meiner Politik der Diversifizierung“, so der Minister. Erfreut zeigte sich der Minister, dass es der Betriebsleiterfamilie eindrucksvoll gelungen ist, ihre Leidenschaft für Pferde und ihr „Steckenpferd“ für die Erneuerbaren Energien zu wichtigen Standbeinen des Betriebes zu entwickeln. Milchvieh- und Pferdehaltung sind jeweils arbeitsintensive Betriebszweige. Das Erfolgsrezept der Familie Trautwein war es, die Milchviehhaltung konsequent auf eine extensive Wirtschaftsweise umzustellen und die Feldarbeit komplett an andere landwirtschaftliche Betriebe zu vergeben.

Nach Aussage von Minister Brunner führt beim Familienbetrieb Trautwein gerade die Kombination der verschiedenen Standbeine zu einem gesellschaftlichen Mehrwert und zu mehr Wertschöpfung im ländlichen Raum. Erst die Pensionspferdehaltung ermöglicht dem Pferde- und Naturliebhaber den Besitz eines eigenen Pferdes. All das zeigt: „Mit der richtigen Umsetzung einer guten Idee hat der landwirtschaftliche Betrieb eine gute Zukunft!“.
Fotos Tobias Hase/StMELF, Abdruck honorarfrei
Wohnbauprojekt der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG in Holzsystembauweise, München
Holzbau hat in Bayern Tradition – bei fast jedem fünften neuen Einfamilienhaus entscheiden sich die Bauherren inzwischen für den klimafreundlichen und nachwachsenden Rohstoff Holz.

Mehrgeschossige Wohnkomplexe mitten in der Großstadt sind daher oft nicht das Erste, woran die Menschen beim Stichwort Holzbau denken. Dass Holz auch dafür der richtige Baustoff sein kann, davon hat sich Forstminister Brunner bei einer Besichtigung einer neuen Wohnanlage der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG in München überzeugt. Über dem Parkplatz des Dantebades entstanden in Rekordzeit 100 neue Wohnungen.

Auch der Parkplatz des Bades konnte weitgehend erhalten werden. Brunner: „Gerade in Städten, wo Bauland Mangelware ist, brauchen wir innovative Lösungen zur Nachverdichtung. Der Holzbau ist dafür ideal geeignet.“ In dem vierstöckigen Holzbau leben unter dem Motto „Wohnen für alle“ Studenten, Flüchtlinge und Andere in kleinen Wohneinheiten.

Beeindruckt hat den Minister auch die kurze Bauzeit: „Innerhalb eines Jahres entstanden 100 Wohnungen, von der Planung bis zur Ausführung – das ist vorbildlich.“ Möglich gemacht hat das der hohe Vorfertigungsgrad des Holzsystembaus. Außerdem profitieren die Anwohner von vergleichsweise sauberen und leisen Baustellen.

Bei der an die Besichtigung anschließenden Diskussion mit Vertretern der GEWOFAG, der Stadt München und Bauexperten betonte der Minister, dass das Bauen mit Holz für ihn schon lange ein wichtiges Thema sei. Denn Holzgebäude sind wahre Klimaschützer: Sie speichern CO2 und entziehen es dauerhaft der Atmosphäre. Gleichzeitig ist die Forst- und Holzwirtschaft ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in Bayern. Fast 200.000 Arbeitsplätze und 37 Milliarden Euro Umsatz hängen an der Branche. Und das Beste dabei: Holz ist unser wichtigster nachwachsender Rohstoff in Bayern. Wir nutzen ihn nachhaltig, die Vorräte nehmen zu, ein Mangel ist also auch in der Zukunft nicht zu befürchten.

„All das zeigt: Holzgebäude sind umfassend nachhaltig“, so der Minister Brunner und unterstrich dabei, dass Nachhaltigkeit gerade auch für den sozialen Wohnungsbau ein wichtiges Kriterium sei. Denn Integration und gesellschaftliche Teilhabe hätten auch viel mit der Wohnsituation der Menschen zu tun. Der Minister ist davon überzeugt, dass sich das Projekt „Dantebad“ der GEWOFAG als wegweisend für andere Bauherrn erweisen wird.
Fotos Nicolas Armer/StMELF, Abdruck honorarfrei
Evangelisches Haus für Kinder Messestadt-West der Inneren Mission München
Ein ungewöhnliches Bild, wenn der Landwirtschaftsminister begeistert das Papier faltet und beim 4-jährigen Florian spicken muss, um es ihm gleich zu tun. Auch der Minister hat heute was gelernt. So wie es die Kinder jeden Tag im Evangelischen Haus für Kinder Messestadt-West tun.

Hier gehen Pädagogik und Hauswirtschaft Hand in Hand. Neben dem Üben der feinmotorischen Fähigkeiten durch verschiedene Spiele lernen die Kinder Alltagskompetenzen und wischen ihre Fingerabdrücke am Garderobenspiegel selbst ab. Die Großen unterstützen die Hauswirtschafterinnen der Einrichtung auch beim Legen der Wäsche. So sind die Lätzchen und Tücher wieder einsatzbereit. Heutzutage ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass unsere Kinder diese Grundlagen der Haushaltsführung zu Hause erleben. Hier sind immer mehr die Kindertagesstätten gefordert.

Aus diesem Grund besuchte Staatsminister Brunner das Evangelische Haus für Kinder Messestadt-West der Inneren Mission München und informierte sich dort, wie die hauswirtschaftlichen Fachkräfte der diakonia inhouse die Arbeit der Kindertagesbetreuung bereichern. Besonders beeindruckt zeigte er sich von dem pädagogischen Ansatz, Hauswirtschaft für Kinder erlebbar zu machen und so spielerisch deren Alltagskompetenz zu fördern.

„Wir müssen auf die veränderte gesellschaftliche Realität reagieren und unseren Kindern die notwendigen Erfahrungsräume schaffen“, betonte Staatsminister Brunner. "Denn je mehr und länger Kinder außer Haus betreut werden, desto weniger bietet sich ihnen die Möglichkeit, diese Erfahrungen im häuslichen Alltag zu erleben und aktiv mitzugestalten. Wenn dann z.B. die Reinigungsarbeiten außerhalb der Öffnungszeiten der Kita stattfinden oder das Essen fertig angeliefert wird, gehen den Kindern wesentliche Alltagserfahrungen verloren. Hauswirtschaft sollte daher in der Kita nicht nur erlebt, sondern auch von den Kindern umgesetzt werden."

Die diakonia inhouse als hauswirtschaftlicher Servicebetrieb, der mittlerweile für 20 Kindertagesstätten mit über 1.200 Kindern zuständig ist, setzt dies beispielhaft um. Das hauswirtschaftliche Fachpersonal ist für die Kinder vor Ort präsent und im Erziehungsgeschehen integriert. Die Kinder lernen ganz selbstverständlich, dass hauswirtschaftliche Aufgaben zum Alltag gehören, dass diese Aufgaben wichtig und anerkannt sind. Sie lernen wie der Tisch zu decken ist, dass die Teller nach dem Essen zu stapeln und die Tische mit dem richtigen Tuch abzuwischen sind. Mit ihrem neuen Verpflegungskonzept setzt diakonia inhouse auf Frische und Regionalität sowie die Vermeidung von Lebensmittelabfällen.

„Auch meine Verwaltung engagiert sich hier flächendeckend“, unterstrich Staatsminister Brunner und führte diverse Coaching- und Beratungsangebote an. Unter dem Motto „Hauswirtschaft MIT Kindern statt für Kinder“ soll künftig auch anderen Kinderbetreuungseinrichtungen Handlungsempfehlungen für die praxisnahe Vermittlung hauswirtschaftlicher Alltagskompetenzen an die Hand gegeben werden. Dazu wurde eigens eine Projektstelle geschaffen.
Fotos Nicolas Armer/StMELF, Abdruck honorarfrei