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Finsterau
Umbau des ehemaligen Schulhauses zum „Haus der Generationen" mit hohem Engagement der Bürger

Finsterau liegt an der Grenze zu Tschechien und kämpft abseits der Ballungszentren gegen Bevölkerungsrückgang. Das Projekt zeigt, wie in strukturschwachen Regionen unter intensiver Mitwirkung der Bevölkerung ein Angebot für Gemeinde, Dorfgemeinschaft und Pfarrei, für Seminare, Feiern, Kultur und Sport unter einem Dach, in einem leer gefallenen Schulhaus geschaffen werden kann.

2006 musste die Schule wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen werden. Das danach nur sporadisch genutzte Schulhaus aus den 1960er Jahren wurde 2012 bis 2014 in Kubatur und Erscheinung für die Nutzung als „Haus der Generationen“ umgebaut. Aufgrund des gegenüber den vorhandenen Baukörpern verminderten Raumbedarfs wurde mit tatkräftigem Engagement der Dorfgemeinschaft die Turnhalle abgebrochen, das obere Stockwerk des lang gezogenen Schulgebäudes abgetragen und ein neuer Dachstuhl aufgesetzt.
In den ehemaligen Klassenzimmern sind jetzt neben dem Bürgersaal ein Versammlungs-, ein Proben- und ein Sportraum untergebracht. Die Eternit-Fassade wurde durch eine senkrechte Lärchenholzschalung mit Wärmedämmung, die Fenster durch Holzfenster ersetzt. Auch wenn die baukulturellen Potenziale nicht bei allen baulichen und freiräumlichen Maßnahmen voll ausgeschöpft wurden, ist das Projekt in der Ausnutzung vorhandener Ressourcen vorbildhaft. Als ruhiger Baukörper im neuen Holzkleid ist die ehemalige Schule zusammen mit der weitgehend entsiegelten Vorfläche nun der kulturelle Mittelpunkt des Dorfes.
Bauherr: Teilnehmergemeinschaft Finsterau
Architektureschmiede Oswald, Kirchdorf im Wald
Dorferneuerung Finsterau, Gemeinde Mauth, LKr. Freyung-Grafenau