Vielseitiges Berufsfeld
Berufsausbildung Forsttechniker/-in

Menschengruppe vor Holzpolter im Wald (Foto: Karlheinz Stürmer, Bayerische Technikerschule für Waldwirtschaft)

© Bayerische Technikerschule für Waldwirtschaft

Forsttechniker und Forsttechnikerinnen arbeiten in der Revierleitung privater und kommunaler Forstbetriebe oder in der Geschäftsführung bei forstlichen Zusammenschlüssen, Fachorganisationen und Verbänden. Sie können ein selbständiges Forstunternehmen führen oder sind Mitarbeiter/Mitarbeiterin in forstlichen Dienstleistungsunternehmen.

Ziele der Ausbildung

Hauptziel der zweijährigen Forsttechnikerausbildung ist die Qualifizierung zu einem/r vielfältig und modern ausgebildeten Revierleiter/in für private oder kommunale Forstbetriebe. Der/die Forsttechniker/in als Fachkraft des mittleren Forstmanagements ist aber auch befähigt, als Leiter oder Mitarbeiter in anderen forstlichen Organisationseinheiten wie forstlichen Zusammenschlüssen, Fachorganisationen oder Verbänden der Forst- und Holzwirtschaft eingesetzt zu werden.

Weitere mögliche Tätigkeitsbereiche finden sich bei forsttechnischen Unternehmen und in verwandten Bereichen wie z. B. Wasserwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, Gartenbau oder Landschaftspflege. Der Arbeitsmarkt für die Absolventen ist stark von der allgemeinen forstwirtschaftlichen Situation beeinflusst. Gute Leistungen, Mobilität und persönliche Einsatzbereitschaft sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Stellensuche.

Aufnahmevoraussetzungen

  • Abschlusszeugnis einer Berufsschule oder eines mindestens gleichwertigen Bildungsganges
  • Zeugnis der Abschlussprüfung in dem anerkannten Ausbildungsberuf Forstwirt/Forstwirtin
  • Einschlägige Berufstätigkeit von mindestens einem Jahr

Forsttechnikerlehrgang 2022/2024

Der aktuelle Lehrgang läuft bereits. Wir informieren an dieser Stelle, sobald eine Anmeldung für den nächsten Lehrgang möglich ist.

Von Bewerbung bis Förderung

Bewerbungsunterlagen

  • Abschlusszeugnis einer Berufsschule oder eines mindestens gleichwertigen Bildungsgangs
  • Forstwirtzeugnis mit Einzelnoten
  • Nachweis der einschlägigen Berufstätigkeit nach der Forstwirtprüfung von mindestens einem Jahr
  • Lebenslauf
  • ggf. Nachweise bereits bestandener Prüfungen (z. B. Jägerprüfung)
  • Bei Forstwirtschaftsmeistern: Zeugnis über die bestandene Meisterprüfung

Unterrichtsfächer

Der Lehrplan der Forsttechnikerausbildung umfasst das gesamte Spektrum des forstlichen Berufsfeldes, einschließlich der Berufsausbildung und Mitarbeiterführung sowie der Jägerprüfung:

  • Allgemeinbildende Fächer (Deutsch, Mathematik, Englisch)
  • Informationstechniken, Datenverarbeitung
  • Naturwissenschaftliche Grundlagen
  • Waldbau und Waldschutz
  • Forstnutzung und Walderschließung
  • Arbeitslehre und Maschinenkunde
  • Jagd, Natur- und Umweltschutz
  • Forstpolitik und Allgemeine Rechtskunde
  • Forstliche Betriebswirtschaftslehre
  • Rechnungs- und Tarifwesen sowie Sozialversicherung
  • Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Projektarbeiten, Marketing, Waldpädagogik

Etwa ein Viertel des Unterrichts wird in Form von praktischen Übungen im Wald, Exkursionen oder Projektarbeiten durchgeführt. Hinzu kommt u. a. ein zweiwöchiges Betriebspraktikum. Hier sind auch Auslandspraktika möglich.

Zusätzlich werden verschiedene Wahlpflichtfächer angeboten, z. B. "Qualifizierte Baumschau/Baumkontrolleur", "Projektmanagement" oder "Unternehmensgründung".

Schuldauer

Die Ausbildung an der Bayerischen Technikerschule für Waldwirtschaft dauert zwei 2 Jahre. Schuljahresbeginn ist jeweils Anfang September. Die Ferien richten sich nach der bayerischen Ferienordnung.

Abschluss

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Technikerschule in Lohr a.Main führt der Absolvent/die Absolventin die Bezeichnung: "Staatlich geprüfter Forsttechniker/Staatlich geprüfte Forsttechnikerin" (State-certified forest engineer).

Die Absolventinnen und Absolventen besitzen die fachliche sowie die berufs- und arbeitspädagogische Ausbildereignung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes. Durch einen Zusatzunterricht erhält der Studierende die Befähigung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit-Unternehmermodell.

Mit der bestandenen Abschlussprüfung erlangen die Absolventen auch eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Durch eine freiwillige Zusatzprüfung, i.d.R. im Fach Englisch, kann die allgemeine Fachhochschulreife erworben werden.

Berufsaussichten

Der sich den Absolventinnen und Absolventen bietende Arbeitsmarkt ist bemessen. Leistung, Mobilität und positive Persönlichkeitsmerkmale sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Stellensuche.

Weitere Auskünfte zum aktuellen Stellenmarkt für Forsttechniker:
Forsttechnikerverband e.V.
Ralf Herrmann (1. Vorsitzender)
Schillerstr. 10
41464 Neuss
Internet: www.forsttechniker.de Externer Link

Förderungsmöglichkeiten

Der Besuch der Bayerischen Technikerschule ist schulgeldfrei. Für Unterkunft und Verpflegung müssen die Studierenden selbst sorgen.

In Einzelfällen wird die Ausbildung auch als Umschulungsmaßnahme anerkannt. Sofern die persönlichen Voraussetzungen gegeben sind, bestehen folgende Förderungsmöglichkeiten:
  • BAFöG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) oder
  • BF - Darlehen (Berufliche Fortbildung) nach dem Darlehensprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft oder
  • AFBG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz)
  • AFG (Arbeitsförderungsgesetz) - nur noch in Ausnahmefällen
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