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Förderwegweiser
Förderung von Investitionen in Herdenschutzmaßnahmen gegen Übergriffe durch den Wolf

Mit der Förderrichtlinie "Investition Herdenschutz Wolf" fördert der Freistaat Bayern Investitionen zum Schutz von Nutztieren vor Übergriffen durch Wölfe. Dadurch soll bei Haltern von Nutztieren die Akzeptanz für wildlebende Wölfe in Bayern möglichst gesteigert werden. Die Weidetierhaltung als besonders tierwohlgerechte Form der Nutztierhaltung ist aus naturschutzfachlichen, landeskulturellen und sozioökonomischen Gründen für den Erhalt unserer Kulturlandschaften unverzichtbar.

Die Zuwendung zielt darauf ab, die Zahl der Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere möglichst gering zu halten, so dass die betreffenden Tierhalter die Möglichkeit erhalten, die Weidetierhaltung bei gleichzeitiger Existenz wildlebender heimischer Wölfe auch weiterhin zu betreiben.

Gefördert werden folgende Investitionen:

  • Mobile Elektrozäune und elektrifizierte Festzäune
  • Mobile Ställe (nur für Schafe und Ziegen)
  • Herdenschutzhunde (Anmerkung: Die Beantragung einer Förderung für Herdenschutzhunde ist derzeit noch nicht möglich.)

Aktuelle Informationen (Stand 30.06.2020):
Im Raum Reit im Winkel kam es in den vergangenen Tagen zu mehrfachen Übergriffen durch einen Wolf oder mehrere Wölfe auf Weidetiere, insbesondere Schafe. Es wurden bereits mehrere Tiere gerissen. Aus diesem Grund wurde die "Förderkulisse Zäune" (s. u.) temporär um folgende Gemeinden erweitert:
• im Landkreis Rosenheim Samerberg, Frasdorf, Aschau i. Chiemgau;
• im Landkreis Traunstein Schleching, Marquartstein, Unterwössen, Reit im Winkl, Ruhpolding, Staudach-Egerndach, Bergen
In den genannten Gemeinden können damit bis auf Weiteres Investitionen zum Schutz von Weidetieren vor Übergriffen durch den Wolf gefördert werden.
Ausführliche Informationen sind im Merkblatt "Investition Herdenschutz Wolf" zu finden.

Voraussetzungen

  • In der landwirtschaftlichen Primärproduktion tätige Unternehmen, unbeschadet der gewählten Rechtsform, die im Sinne von Anhang 1 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 Kleinstunternehmen, kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) sind und eine Betriebsstätte in Bayern haben und
  • Privatpersonen, die nicht Unternehmen der Landwirtschaft sind, soweit diese Nutztiere halten.
Förderkulissen
Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) legt anhand fachlicher Kriterien Gebiete (sog. Förderkulissen) fest und veröffentlicht diese auf der Homepage des LfU. Die Zuwendungen werden nur innerhalb der veröffentlichten Förderkulissen gewährt.

Förderung

  • Bei Investitionen in mobile Elektrozäune, elektrifizierte Festzäune oder mobile Ställe werden bis zu 100 % der zuwendungsfähigen Aufwendungen gefördert.
  • Bei Investitionen in Herdenschutzhunde werden bis zu 100 % der zuwendungsfähigen Aufwendungen gefördert, höchstens jedoch 3.000 Euro je Hund.
  • Sofern Antragsteller die Umsatzsteuer nach § 24 UStG pauschalieren oder nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, zählt die verausgabte Mehrwertsteuer zu den zuwendungsfähigen Aufwendungen.
  • Zuwendungen unter 200 Euro werden nicht gewährt.

Beginn der Vorhaben

  • Vorhaben dürfen vor Bewilligung nicht begonnen werden. Die Bewilligungsbehörde kann in begründeten Fällen (z. B. bei erhöhter Gefährdung der Nutztiere durch den Wolf) auf Antrag die Zustimmung zum vorzeitigen Vorhabenbeginn erteilen.

Einschränkungen

  • Herdenschutzhunde:
    • Es sind mindestens zwei Herdenschutzhunde gleichzeitig in einer Herde zu halten.
    • Die Herdengröße muss mindestens 50 Mutterschafe/-ziegen umfassen. Ab einer Herdengröße von 200 Mutterschafen/-ziegen ist für jede weitere angefangene 100 Tiere ein zusätzlicher Herdenschutzhund förderfähig. Bei anderen Nutztierarten gelten nach landwirtschaftlichen Maßstäben vergleichbare Herdengrößen.
    • Herdenschutzhunde werden nur gefördert, wenn sie zum Zeitpunkt des Kaufs nicht jünger als 8 Wochen und nicht älter als 5 Jahre sind.
    • Der Hund muss für den Einsatz im Herdenschutz geeignet sein. Die Eignung des Hundes für den Herdenschutz ist vom Antragsteller über eine vom LfU anerkannte Eignungsprüfung nachzuweisen.
    • Es werden nur reinrassige Tiere bestimmter Rassen gefördert (siehe Merkblatt).
    • Der Antragsteller muss einen vom LfU anerkannten Halter-Sachkundenachweis vorlegen.
  • Für Eigenleistungen, Leistungen an Private, behördliche Gebühren, Abgaben und dgl. an staatliche, kommunale oder übergebietliche Stellen werden keine Zuwendungen gewährt.
  • Keine Förderung von Ersatzinvestitionen, Reparatur- und Unterhaltsmaßnahmen, sowie laufenden Kosten der Haltung von Herdenschutzhunden einschließlich Futter- und Tierarztkosten sowie Kosten für Versicherungen.
  • Der Erwerb gebrauchter Gegenstände wird nicht gefördert.
  • Es werden nur Investitionen in der Förderkulisse Herdenschutz Wolf gefördert.

Mittelherkunft

  • Bayern

Ansprechpartner

  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Antragszeitraum

  • Die Antragstellung ist ganzjährig möglich.
Anträge sind vor Beginn der zu fördernden Maßnahme beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einzureichen.

Kontaktdaten der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern

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