Annika
Rollenwechsel – Von der Studierenden zur "Lehrkraft"

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"Und nun einmal bitte die Rolle wechseln!" – dieser Satz beschreibt mein fünfwöchiges Praktikum im Sommer 2022 am besten. An der Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung in Bischofsheim, die zum Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Neustadt a. d. Saale gehört, hieß es ab sofort für mich: Nicht mehr die Schulbank drücken, sondern unter Anleitung Unterricht planen, vorbereiten und durchführen.

Ich befinde mich derzeit im zweiten Jahr meiner Fortbildung zur Betriebswirtin für Ernährungs- und Versorgungsmanagement. In diesem Jahr machen wir unser Berufspraktikum. Bis Mai 2022 war ich an einer Klinik tätig, danach ging es für mich fünf Wochen an das AELF.

Mein Praktikumsbetrieb

Die Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung Bischofsheim bietet – neben 47 weiteren Standorten in Bayern – einen einsemestrigen Studiengang Hauswirtschaft an. Dieser richtet sich an Personen, die einen Berufsabschluss außerhalb der Hauswirtschaft haben und Berufserfahrung mitbringen. Viele Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger nutzen diesen Studiengang, um grundlegende Kenntnisse in der Hauswirtschaft zu erwerben, um anschließend in diesem Bereich berufstätig zu sein. Sie können dann z. B. in einem Tagungshaus, einer Kinder- oder Senioreneinrichtung, einem hauswirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen oder einem landwirtschaftlichen Betrieb arbeiten. Da es für mich schon immer eine Option war, nach meiner Fortbildung zur Betriebswirtin für Ernährungs- und Versorgungsmanagement als Lehrkraft in der Hauswirtschaft tätig zu sein, war es umso spannender für mich, einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Nähunterricht für "meine" Studierenden

Meine Kolleginnen am Amt unterstützten mich bei meinem Rollenwechsel: Sie gaben mir Tipps zur Vorbereitung und unter Anleitung übernahm ich Teile des Unterrichts. So brachte ich den Studierenden zum Beispiel im Fach "Garten und Natur" die Entstehung und den Aufbau unseres Bodens näher. Auch in den Fächern "Küchenpraxis" und "Haus- und Textilpraxis" war ich aktiv. Nach den Pfingstferien war es dann so weit: Ich durfte meine erste eigene Unterrichtsstunde halten! Im Fach "Textilarbeit" stand das Nähen eines Nadelkissens in Herzform auf dem Stundenplan. Die Vorbereitung und die Durchführung des Unterrichts waren sehr spannend, denn viele meiner Studierenden waren Nähanfänger oder besaßen wenig Praxiserfahrung im Nähen. Darauf musste ich bei meiner Vorbereitung besonders achtgeben. Also habe ich für die Studierenden kurzerhand eine Schritt-für-Schritt-Anleitung ausgearbeitet und sie im Unterricht und beim Nähen aktiv unterstützt. Die Unterrichtsstunde war ein voller Erfolg, denn am Ende konnten alle ihr fertiges Werk in den Händen halten. Darauf bin ich besonders stolz.
Das Praktikum hat mir erneut gezeigt, wie vielfältig die Hauswirtschaft ist und wie viele Möglichkeiten ich nach meiner Fortbildung zur Betriebswirtin noch habe. Die Ausbildung zur Fachlehrerin wäre auf jeden Fall eine Option. Wie ich mich entscheide und wie mein beruflicher Weg weiter geht, werdet ihr noch erfahren. Jetzt geht es für mich erst einmal zurück nach Triesdorf an die Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement. Dort werden wir Studierende zum Abschluss unseres Praxisjahres noch verschiedene Projekte durchführen, z. B. eine Einweisung in die Geräte des Großhaushalts für Studierende verschiedener Fachschulen für Ernährung und Haushaltsführung. Außerdem organisieren wir den Sektempfang zur diesjährigen Abschlussfeier der Fachakademie, der Technikerschule und der Höheren Landbauschule. Darauf freue ich mich schon sehr! Natürlich halte ich euch darüber auf dem Laufenden. Bis bald!
Eure Annika