Bauliche Voraussetzungen
Elektrische Installation
Waschmaschine und Wärmepumpentrockner benötigen eigene Stromkreise mit 230 Volt Anschluss und eine Installationsabsicherung von jeweils mindestens zehn Ampere. Waschmaschinen haben eine Leistungsaufnahme von bis zu 2,3 Kilowatt. Wärmepumpentrockner verbrauchen unter 1000 Watt. Sie dürfen nicht an Mehrfachsteckdosen angesteckt werden. Wenn Sie Ihre Geräte vernetzen und die Appfunktionen oder Smart Start nutzen möchten, brauchen Sie zusätzlich Internetanbindung bzw. WLAN in Gerätenähe.
Wasser- und Abwasseranschluss
Der Wasserablaufschlauch steht unter Druck. Er muss fest im Siphon befestigt sein. Die Abpumphöhe darf 100 Zentimeter nicht überschreiten. Beim Wasseranschluss können Sie zwischen Geräten mit nur Kaltwasser oder Kalt- und Warmwasseranschluss wählen. Der zusätzliche Warmwasseranschluss lohnt sich, wenn Sie häufig bei Temperaturen über 40 Grad Celsius waschen und das Warmwasser durch Solarthermie oder Wärmepumpen erzeugt wird. Die einlaufende Warmwassertemperatur darf 60°C nicht überschreiten. Das ist wichtig, um die Bauteile der Maschine (Schläuche, Ventile, Dichtungen) zu schonen und um einen ordnungsgemäßen Waschprozess zu gewährleisten. Ein Rückflussverhinderer am Wasserzulauf ist in Deutschland Installationsstandard. Der Wasserfließdruck sollte zwischen ein und zehn bar liegen.
1. Einfacher Überlaufschutz: Bei einer vollen Bodenwanne aufgrund einer Leckage stoppt der Zulauf und die Entleerungspumpe wird zugeschaltet. Dies ist unter der Bezeichnung Water-Control-System bekannt. Der Wasserzulaufschlauch steht bei diesem System weiterhin unter Druck.
2. WPS steht für Water-Proof-System oder auch Aqua-Stop: Bei einer vollen Bodenwanne wird über ein Magnetventil am Wasserhahn zusätzlich der Wassereinlauf gestoppt und das Wasser im Gerät wird abgepumpt. Das Vorhandensein dieses Systems ist bei Wasserschäden versicherungsrelevant.

Aufstellplatz
Der Boden muss eben und wasserunempfindlich sein und für die optimale Gerätefunktion muss die Raumtemperatur über 5°C liegen. Eine ergonomische Höhe zum Be- und Entladen der Wäsche kann man mit einer gemauerten Erhöhung oder einem Sockel erreichen. (Bilder) Diese Sockel gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen zu kaufen. Achten Sie auf eine Traglast von mindestens 150 Kilogramm, eine stabile Ausführung und eine zum Gerät passende Stellfläche. Waschmaschinen und Trockner sind in der Regel 60 Zentimeter breit und zwischen 60 bis 66 Zentimeter tief. Die einstellbaren Gerätefüße befinden sich innerhalb dieser Maße. In jedem Fall müssen Waschmaschine und Trockner lotrecht und gleichmäßig auf allen vier Füßen stehen. Nur ordnungsgemäß ausgerichtete Geräte gewährleisten einen einwandfreien Betrieb und wandern nicht beim Schleudern. Hierzu werden die Gerätefüße in die entsprechende Höhe geschraubt und fest arretiert. Bei der Auswahl des Aufstellplatzes ist die Geräuschentwicklung beider Geräte im laufenden Betrieb zu berücksichtigen. Da keine Ablufttrockner mehr produziert werden entfällt die Überlegung zur Abluftableitung.

Geräteanordnung
Bei der platzsparenden Turmlösung steht der leichtere Trockner immer auf der Waschmaschine! Sie sollten die eigene Körpergröße beachten, wenn Sie den Turm zusätzlich auf eine feste Erhöhung stellen wollen. Bei einer Körpergröße von 1,70 Metern kann man bei ca. 20 Zentimetern Sockelhöhe den vollen Kondenswasserbehälter ergonomisch nur eingeschränkt entnehmen. Die Flusenfilter und der Kondensator befinden sich dagegen auf idealer Arbeitshöhe. Das Bedienfeld des Trockners muss gerade sein damit die Anzeigen von unten gut les- und bedienbar sind. Man muss eine Wasch-Trocken-Säule immer mit einem geprüften Zwischenbausatz verbinden. Zusätzlich trägt eine Befestigung am Boden mit einem Bodenbefestigungsbügel zur Stabilität bei. Für eine Turmlösung ist ein unterbaubarer Gerätesockel ungeeignet. Von Vorteil ist, dass bei der Turmlösung der Türanschlag von Waschmaschine und Trockner keine Rolle spielt. Man spricht von Side-by-Side, wenn Waschmaschine und Trockner nebeneinanderstehen. Dabei ist es wichtig, dass sich die Gerätetüren jeweils nach außen öffnen lassen, damit die Wäsche problemlos umgeladen werden kann. Alternativ wählt man ein Gerät mit wechselbarem Türanschlag. Gerätesockel mit Schubladen schaffen bei der Side-by-Side Lösung eine praktische Arbeitshöhe und zusätzlichen Stauraum.
Bauarten
Frontladerwaschmaschinen
Frontladerwaschmaschinen haben den Türanschlag normalerweise links. Ein Hersteller hat den Türanschlag rechts.
Unterschiebbar: 85 Zentimeter hoch
Unterbaubar: 82 Zentimeter hoch durch abnehmbaren Gerätedeckel
Einbaubar, raumsparend: bis 49 bis 55 Zentimeter tief, an diese Bauform kann eine Möbeltür montiert werden (Bild)

Toplader
Toplader sind nur 40 Zentimeter breit, 60 Zentimeter tief und mit 90 Zentimeter höher als Frontlader. So passen sie auch in kleine Räume. Sie sind von oben zu befüllen und zu bedienen. Programmvielfalt und Komfortmerkmale entsprechen denen der Frontladerwaschmaschinen. Die Bedienfelder sind gerade oder schräg geneigt. Die schräge Form ermöglicht eine ergonomischere Bedienung. Die Neigung kann unter einer Arbeitsplatte oder bei der Wasch-Trocken-Säule zum Nachteil werden. Wärmepumpentrockner gibt es in der bekannten Frontlader Bauform in den klassischen Maßen H x B x T: 85 x 60 x 60-67 Zentimeter.
Beachte!
Waschmaschinen und Trockner sind sehr schwere Geräte, die mit Wasser und Feuchtigkeit arbeiten. Wartungs- und Pflegearbeiten machen es notwendig, dass man auch an die Rückseite der Geräte kommt. Dies ist bei einem Einbau in die Schrankwand nur schwer möglich. Ein Wärmepumpentrockner arbeitet am effizientesten bei einer Umgebungstemperatur von 15 bis 28° C. Er gibt im laufenden Betrieb Wärme und Feuchtigkeit an die Umgebung ab. An der Geräterückseite befinden sich häufig zusätzliche Lüftungsschlitze. Die Waschküche oder der Hausarbeitsraum müssen gut zu lüften und möglichst staubarm sein.
Fazit
Auch wenn es verlockend ist, einen optisch ansprechenden Hausarbeitsraum vorzeigen zu können, macht es keinen Sinn, Waschmaschine und Trockner in eine Möbelwand zu verbauen. Die gewünschte Arbeitshöhe muss bei Raum- und Installationsplanung berücksichtigt werden. Pflege- und Wartungsarbeiten werden erleichtert und dadurch regelmäßiger durchgeführt, wenn die Geräte auch an der Rückseite gut zugänglich sind. Der Markt bietet unterschiedliche Bauformen und Gerätegrößen an, die auch in kleine Wohnungen passen.

