KoHW Headerbild 288

Neue Energielabel 2021 – Teil 1: Kühl- und Gefriergeräte

Wer sich derzeit ein neues Kühlgerät, eine Waschmaschine, einen Waschtrockner oder eine Spülmaschine kauft, erlebt eine Überraschung beim Energielabel. Gleich zwei werden mitgeliefert: Das aktuelle und das ab 1. März 2021 geltende neue Energielabel.

Der Unterschied zeigt sich beim Vergleich der beiden Label. Zum einen ist die grafische Darstellung verändert, zum anderen sind beispielsweise Energieeffizienzklassen neu skaliert, Zahlen weichen aufgrund neuer Mess- und Berechnungsverfahren teilweise stark voneinander ab und Informationselemente sind neu oder haben einen anderen Umfang. Die Haushaltstechnik Landsberg informiert.

Kurzer Hintergrund Energielabel

Hersteller sind für bestimmte Produktgruppen verpflichtet, Elektrogeräte mit einem Energielabel zu versehen. Ein Energielabel sorgt für mehr Transparenz beim Kauf: Kunden können die Geräte miteinander vergleichen und sich für energieeffizientere Produkte entscheiden.

Darstellung der neuen Angaben auf dem Energielabel

Abbildung: ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. Fachverband Elektro-Haushalt-Großgeräte

Allgemeine Angaben auf dem Energielabel

Name oder Handelsmarke des Lieferanten sind weiterhin als eine der ersten Informationen zu erkennen. Rechts oben steht ein neues Informationselement: der QR-Code. Dieser führt zur Energielabel-Datenbank und stellt allen Interessierten Labeldaten und Datenblätter zur Verfügung. Neu ist die Einteilung in Effizienzklassen A bis G. Die bisherigen "Plusklassen" fallen weg. Geräte auf dem Markt mit der derzeit besten Effizienzklasse A+++ werden nicht automatisch der neuen Bestklasse A zugeordnet. Ein A+++-Gerät kann beim neuen Energieausweis z. B. in den Klassen C, D oder E landen. Die im neuen Label beste vergebene Klasse wird in der ersten Zeit ein B sein. Klasse A wird für zukünftige moderne Technologien freigehalten und bietet damit den Herstellern einen Anreiz für die Entwicklung energieeffizienterer Geräte. Analog zum Vorgängerlabel bleibt die farbliche Darstellung der Energieeffizienzklassen in den Ampelfarben. Unten auf der rechten Seite ist bei jedem Label die Nummer der Verordnung aufgeführt. Insgesamt werden die neuen Label im Format etwas kleiner als ihre Vorgänger.

Spezielle Angaben bei Kühl- und Gefriergeräten

Eine weiterhin wichtige Größe auf dem Label ist der jährliche Energieverbrauch in kWh pro Jahr. Mess- und Berechnungsverfahren haben sich geändert, weshalb es zu Abweichungen der Angaben zwischen dem alten und neuen Energielabel bei demselben Gerät kommen kann. Dieser Unterschied fällt besonders während der Übergangszeit bis zum 1. März auf, da beide Labels mitgeliefert werden. Bei Kühl- und Gefriergeräten liegt zwischen jeder Energieeffizienzklasse der Skala ein Abstand von 20 Prozent. Dies bedeutet, dass beispielsweise Kühlgeräte der Klasse B 20 Prozent weniger Energie verbrauchen als Geräte der Klasse C.

Bei den Kühl- und Gefriergeräten gibt es drei Informationselemente:

  • Summe der Rauminhalte der Tiefkühlfächer
  • Summe der Rauminhalte der Kaltlagerfächer und der Kühlfächer
  • Summe der Luftschallemissionen

Die Summe der Rauminhalte erfolgt als Literangabe. Das Symbol für Tiefkühlfächer bleibt das Eiskristall und für Kühl- und Kaltlagerfächer die Milchtüte. Die Geräuschentwicklung wird in Dezibel angegeben. Mit Hilfe der Bewertungsskala ABCD, bei der das Zutreffende fett markiert ist, kann man die Luftschallemission des Kühlgerätes im Vergleich zu anderen Kühl- und Gefriergeräten besser einordnen.

Fazit

Das neue Energielabel fordert Hersteller heraus, moderne und energieeffizientere Technologien zu entwickeln, um Geräte zukünftig in der neuen A-Klasse zu platzieren. Aktuell gibt es viele Produkte in der Bestklasse. Innerhalb einer Plusklasse-Kategorie wird es dadurch unübersichtlich. Die sparsamsten Geräte lassen sich nur mit größerem Zeitaufwand identifizieren. Eine Neuskalierung ist daher zu begrüßen. Das Energielabel ist eine Orientierungshilfe bei der Kaufentscheidung eines Hausgerätes. Aus diesem Grund ist es in der Abteilung Haushaltstechnik und Textil ein wichtiger Unterrichtsbestandteil.